Freitag, Januar 18

Abenteuerbrettspiel im Test: Die Legenden von Andor – Chada & Thorn

Google+ Pinterest LinkedIn Tumblr +

Nach der ganzen Aufregung um Star Wars und den Jahreswechsel kehrt nun wieder Ruhe ein im Hause Spielpunkt. Kann man das neue Jahr besser beginnen als mit dem Test eines kooperativen Kartenspiels für zwei mutige Helden? Was für eine Frage. Natürlich nicht!

Und so verwundert es nicht, dass wir uns im Rahmen des Tests zu Chada & Thorn in unzähligen Partien die richtigen Strategien überlegt haben, um die Aufgaben des spannenden 2-Spieler-Kartenspiels im Andor-Universum zu meistern. Im nachfolgenden Artikel möchte ich euch treuen Lesern „Die Legenden von Andor – Chada & Thorn“ ausführlich vorstellen. Viel Spaß!


There’s no Chada without Thorn

Als Fan des Brettspiels Die Legenden von Andor war ich gespannt auf den neuen Ableger der Serie, der speziell auf die Bedürfnisse von 2 Spielern ab ca. 10 Jahren zugeschnitten ist. Statt auf ein Brettspielkonzept, setzt Chada & Thorn als Hauptelement auf ein Kartenspiel, das um ein Miniaturspielbrett erweitert wurde. Der Plan geht auf: Chada & Thorn ist schnell aufgebaut, kompakt und eignet sich somit perfekt als Reise- oder Mitbringspiel. Die nächste Brettspielparty sollte also nicht ohne die beiden kühnen Helden starten. Obwohl das Spiel sich wunderbar transportieren lässt, wird zum Spielen ordentlich Platz benötigt. Fürs Auto oder die Zugreise sind andere Spiele besser geeignet.

Entsprechend der Andor-Serie beginnt auch Chada & Thorn mit einer Einführungsgeschichte, die auf klassische Fantasy-Elemente zurückgreift und damit den Großteil der Rollenspieler ansprechen dürfte; außer es sind hartgesottene SciFi-Fans, die nur ungern über den Tellerrand schauen. Chada ist das nette Mädel links auf der Spielverpackung: Standesgemäß in einen grünen Mantel gehüllt und Bogenschützin von Beruf. Thorn verkörpert dagegen den Waffen schwingenden Krieger. Übrigens: Ob die Ähnlichkeit zu Thor bzw. Chris Hemsworth Absicht ist, überlasse ich eurer Fantasie.

Nach dem Öffnen der Verpackung offenbarte sich uns das genretypische Spielzubehör:

  • 2 Spielfiguren aus Pappe
  • 1 rote Bonusfigur für das Solo-Spiel
  • 1 Fluchfigur aus Pappe
  • 3  Lagerfeuermarken
  • 20 Willenspunkteplättchen
  • 60 verschiedene Karten  (Ausrüstung, Helden- und Fluchkarten, Regionskarten, Freundeskarten)
  • 1 Spielanleitung (die im Einführungsspiel als Spielregion dient)

Viel Inhalt also für ein kleinformatiges Spiel wie Chada & Thorn. Und bei soviel Zubehör ist die Motivation hoch, das Spiel umgehend zu beginnen.

Heldenreihen – Das Kartenspielelement

Wie beim großen Brettspielbruder, glänzt auch Chada & Thorn mit einer gelungenen Einführungsrunde inklusive kurzer Vorgeschichte, die den Schiffbruch der Beiden thematisiert. Praktisch: Als Spielfeld dient die Spielanleitung selbst. Worum geht es also?

Chada und Thorn müssen aus dem Norden des Silberlands an die Küste Süden gelangen – natürlich lebendig und möglichst in einem Stück. Dass die böse Fluchfigur ganz andere Pläne hat, muss an dieser Stelle eigentlich nicht erwähnt werden, macht aber deutlich, wann die beiden Spieler die kooperative Partie verlieren. Nämlich, wenn die Fluchfigur einen Helden erreicht oder überholt oder keine Nebelkarten nachgezogen werden können oder die Kartenreihe eines Helden komplett blockiert ist und diesem Umstand auch mit kooperativer Weitsicht keine Abhilfe geschafft werden kann.

Die gespielten Etappen orientieren sich an einer fortlaufenden, spannenden Geschichte. Die einzelnen Spieletappen sind dabei wirklich spielenswert und alles andere als Selbstläufer. Der Schwierigkeitsgrad steigt merklich an und taktische Überlegungen sind ebenso wichtig wie kooperative Handlungen. Die kommen in Form von Willenspunkte-Spenden, Hilfe im Kampf oder gar kooperative Kampfhandlungen ins Spiel. Monster gibt es natürlich auch in Chada & Thorn haufenweise zu erlegen; und belohnt werden gewonnene Kämpfe obligatorisch mit Willenspunkten, deren Zahl sich an der Monsterstärke orientiert. Spannend: Monster können aus den Heldenreihen auch dann entfernt werden, wenn bestimmte Handlungen einen Kampf ersetzen. Das bringt zusätzliche Spannung ins Spiel.

Die Handlungen ihrer Helden führen die Spieler mit den drei sogenannten Heldenkarten aus, die insgesamt drei Heldenreihen bilden (siehe Bild). Innerhalb dieser Reihen spielen sich sämtlich Spielhandlungen ab. Mithilfe der Karten wird gelaufen, gekämpft, Freundesfertigkeiten genutzt, Monster besiegt, zusätzliche Willenspunkte generiert oder auch Ausrüstung angelegt bzw. benutzt.

Insbesondere die bereits erwähnten Freundeskarten bringen hilfreiche Bonusfertigkeiten ins Spiel, die den Spielablauf erheblich erleichtern oder bei Weglassen enorm erschweren können. Hardcore-Andor-Fans spielen also wahrscheinlich ohne Hilfe und verlassen sich nur auf das eigene Schwert oder den eigenen Bogen. Selten kommt es bei Verwendung der Freundeskarten vor, dass eine Endlosschleife bei der Willenspunktegenerierung entsteht, die mit einem „Instant-Win“ fast gleichzusetzen ist. Das ist dann zwar etwas ärgerlich, weil es die Herausforderung fast komplett eliminiert, passiert jedoch recht selten. Innerhalb der Heldenreihen finden sich auch die Fluchkarten, die eine Heldenreihe solange blockieren bis der Effekt der Karte eingetreten ist. Das kann zum Beispiel das Weiterziehen der fiesen Fluchfigur sein, die den beiden Helden auf den Fersen ist. Das Aktivieren negativer Effekte sollte, wie übrigens alles in diesem kooperativen 2-Spieler-Spiel, mit dem Partner abgesprochen werden, denn böse Überraschungen sind im Andor-Universum gleichbedeutend mit dem Heldentod. Wem bei der Spielmechanik übrigens die Ähnlichkeit zu dem Spiel Die Legenden von Kashgar auffällt, dem sei gesagt, dass diese nicht von ungefähr kommen; der Spielautor ist nämlich ebenfalls Gerhard Hecht. 

Fantasyspiele leben nicht zuletzt von ihrer grafischen Umsetzung und bei Chada & Thorn haben die Illustratoren einen guten Job gemacht. Die Spielfeldkarten und Figuren, vor allem aber die Karten sind wunderschön gezeichnet, sodass Kartenziehen immer wieder eine Belohnung für das Auge des Betrachters ist. Die Spielmarken gewinnen keinen Schönheitspreis, passend optisch aber gut in das grafische Gesamtkonzept.

Infobox

Spielerzahl: 2 Spieler
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 45 bis 60 Minuten
Schwierigkeit: einfach
Langzeitmotivation: mittel

Verlag: KOSMOS  
Erscheinungsjahr: 2015 
Autor: Gerhart Hecht
Sprache: deutsch
Kosten: 20 Euro

Bildergalerie

Fazit

Die Legenden von Andor Chada & Thorn spielt sich gänzlich anders als das Brettspielvorbild und bietet zwei Spielern ein spannendes Spielkonzept mit jeder Menge strategischer Entscheidungen und interessanten kooperativen Spielhandlungen. Der Kartenreihenmechanismus funktioniert dabei intuitiv und meist fair. Der Spannungsbogen ist deutlich spürbar und wird durch die schönen Hintergrundgeschichten inhaltlich perfekt ergänzt. Chada & Thorn ist mit einem Anschaffungspreis von rund 15 bis 20 Euro ein echtes Schnäppchen. Nach dem anfangs leichten Einstieg entwickelt sich Chada & Thorn zu einem spielerischen Schwergewicht, das nicht nur Fans der Andor-Reihe begeistern dürfte. Nicht verpassen!

Andor: Chada & Thorn

20,00 Euro
7.3

Spielidee

8.0/10

Spielmaterial

7.5/10

Regelwerk

6.0/10

Spielablauf

7.5/10

Wiederspielwert

7.5/10

Pro

  • Andor-Reihe
  • Schönes Setting
  • Vergleichsweise komxplex
  • Tolle Story

Con

  • Anleitung unübersichtlich
  • Fehler auf dem Spielmaterial
Share.

About Author

Test: hier stehen irgendwann auch biografische Angaben.

Leave A Reply

Zur Werkzeugleiste springen