Samstag, März 23

Im Test: Epic PvP von Pegasus Spiele – Enter the Fist!

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Wer gern klassische Deckbauspiele wie etwa Magic – The Gathering spielt, dem dürfte die folgende Situation bekannt vorkommen: Als Kriegsherr schickt man seine Truppen in den Kampf, wirft mit Zaubern um sich und platziert Artefakte an strategisch günstigen Stellen – nur um am Ende festzustellen, dass die Untertanen mal wieder auf ganzer Linie versagen. Beim Kartenspiel Epic PvP von Pegasus Spiele* kann euch das nicht passieren. Echte Krieger betreten selbst das Schlachtfeld und im Falle von Epic PvP die Arena.

In unserer nachfolgenden Rezension stellen wir euch das Deckbauspiel Epic PvP ausführlich vor und zeigen, warum PvP-Kämpfe ohne Cheats doch am meisten Spaß machen.


Es gibt Goblin-Paladine…

Das Fantasy-Kartenspiel Epic PvP weist starke Ähnlichkeiten zu dem Deckmixspiel Smash Up auf, das hierzulande ebenfalls beim Verlag Pegasus Spiele erschienen ist. Statt um die Weltherrschaft kämpft man bei diesem epischen Spieler-gegen-Spieler-Kartenspiel einfach um Ruhm und Ehre. Wer keine Lust darauf hat, sich völlig eigenständig ein Kartendeck zusammenzustellen, dabei auf komplexe Synergien zu achten und ständig neue Booster zu kaufen,  der bekommt mit Epic PvP ein passendes Spielkonzept präsentiert. In der Spielebox findet ihr neben 160 Spielkarten, 8 Übersichtkärtchen, 34 Spielmarker sowie ein 16-seitiges Regelheft. Die Spielkarten sind entsprechend der acht Übersichtsplättchen in 8 x 20 Kartengruppen unterteilt, wobei jeweils 80 Karten den Klassen und 80 Karten den Völkern zugewiesen sind. Bevor ihr also die Arena betretet, müsst ihr euch für die anstehenden Kämpfe vorbereiten. Dies geschieht auf eine ebenso simple wie geniale Idee: Jeder Spieler wählt aus den jeweils vier Völkern und vier Klassen einen Favoriten und legt damit sein persönliches Spieldeck fest. Zu den Völkern zählen Menschen, Hochelfen, Zwerge und Goblins. Als Klassen sind mit dem Hauptspiel Waldläufer, Paladin, Druide und Schurke verfügbar. Kombinieren dürft ihr dabei nach Herzenslust; klassische Kombinationen wie etwa Hochelfen-Waldläufer oder Zwergen-Paladine sind dabei genauso möglich, wie exotische Kämpfer. Wer schon immer mal in die Rolle eines Goblin-Paladins oder einen Zwerg-Druiden schlüpfen wollte bekommt beim Kartenspiel Epic PvP die Möglichkeit dazu. Da würde so mancher MMORPG’ler vor Neid erblassen.  

Habt ihr euch auf eine Völker-Klassen-Kombination festgelegt, sucht ihr anschließend die 20 Völker- sowie 20 Klassekarten auf dem Kartenkontingent heraus. Diese 40 Spielkarten bilden euer Deck und ihr seid innerhalb von fünf Minuten bereit für euren großen Auftritt in der Kampfarena.

Seltenes Vergnügen: Player vs. Player ohne Cheats

Gespielt wird Epic PvP in einem traditionellen Duell-System entweder 1-on-1 in der Variante für zwei Spieler oder 2-on-2 mit vier mutigen Kriegern. Partien im Skirmish-Modus, also Jeder-gegen-Jeder gibt es in einem Spiel mit vier Spieler jedoch nicht. Das Spielfeld in hilfsweise in verschiedene Bereiche unterteilt. Mittig vor euch liegen die Übersichtsplättchen eurer Völker-Klassen-Kombination, rechts daneben euer Deck. Zu eurer Linken platziert ihr eine Anzahl von Karten, die dem Wert des Blut-Symbols eurer Volkskarte entspricht. Dieser Kartenfächer repräsentiert eure Lebenspunkte. Der Ressourcenbereich, bei Epic PvP „Aggressionsstapel“ genannt, befindet sich über eurer Kämpferübersicht. Mithilfe der Aggressionen zahlt ihr im Verlauf die Spiels eure Aktionen, mit denen ihr den Gegner malträtiert.

Ziel des Spiel ist, die Lebenspunkte eures Gegenspielers auf Null zu bringen und damit die Arena siegreich zu verlassen. Nur dann sind euch Ruhm, Ehre und ein Humpen Met gewiss – bei Zwergen gern auch ein Fässchen Met. Im Spiel agiert ihr stets abwechselnd und orientiert euch entlang der sieben Spielphasen, die jeweils eine Runde bilden. Diese bestehen namentlich aus: (1) Aggressionen erhöhen, (2) Karten ziehen, (3) Aktionen ausspielen, (4) Verteidigung aufbauen, (5) Verteidigen, (6) Schadensberechnung sowie (7) Schlussphase.

Zu Beginn eures Zuges baut ihr eure Aggressionen aus, indem ihr die zwei obersten Karten von eurem Deckstapel zieht und diese dem Aggressionsstapel hinzufügt. Anschließend entscheidet ihr, ob ihr Karten auf die Hand ziehen möchtet. Im Gegensatz zu klassischen Deckbauspielen zieht ihr die Karten jedoch nicht von eurem Deckstapel, sondern bedient euch aus dem Aggressionsbereich. Dies führt dazu, dass ihr schon früh in eurem Zug wählen müsst, ob ihr lieber weitere Handkarten verfügbar machen möchtet oder den Aggressionsstapel unangetastet lasst, um euch aus einem größeren Vorrat an Ressourcen zu bedienen. Mithilfe der Aggressionen spielt ihr nun eure Aktionskarten, deren Kosten mit der Kartenstärke steigen. Hier kommen auch die taktischen Möglichkeiten der Klassen-Völker-Kombinationen zum Tragen. Wie gewohnt teilen hinterlistige Schurken beispielsweise „kostenlose“, aber leichte Schläge aus, während Paladine ihre Verteidigung mithilfe heiliger Energie verstärken. Fähigkeiten kosten zudem keine Ressourcen und bringen damit eine zusätzliche strategische Komponenten in den Spielablauf. In der Verteidigungsphase spielt ihr eure defensiven Aktionen, um die Angriffe eurer Gegner zu blocken. Wichtig ist zu beachten, dass eure ausgespielten Verteidigungen gleichzeitig eure zukünftigen Angriffe auf den Gegner darstellen, denen sich dieser in seiner Runde erwehren muss. Dadurch entsteht eine spannende Dynamik, die man dem Kartenspiel Epic PvP zunächst gar nicht zutrauen würde.   

Habt ihr Angriffe und Verteidigungen abgeglichen, folgt die Berechnung des Schadens. Dabei gilt: Jeder erfolgreiche Angriff verursacht einen Schadenspunkt, egal wie hoch der durchgegangene Schaden einer Aktion tatsächlich ist. Ein erfolgreicher Angriff kostet den Gegner daher eine Karte von seinem Lebensstapel, zwei erfolgreiche Angriffe folgerichtig zwei Lebenskarten und so weiter. Die Entscheidung, gegnerische Angriffe unverteidigt zu lassen ist je nach gewähltem Volk mehr oder weniger klug. Während muskelbepackte Zwerge mit sechs Lebenspunkten relativ ausdauernd sind, muss man mit den mickrigen vier Pünktchen von Goblins oder Hochelfen schon vorausschauender umgehen.

Taktische Tiefe erzeugen die unterschiedlichen Sonderregeln der Aktionskarten, Fähigkeiten oder permanenten Boni. Dies erlaubt beispielsweise das Ausspielen kostenloser Aktionen oder das Blocken von starken Angriffen mit einer vergleichsweise schwachen Verteidigung. Die im Spiel enthaltenen Marker repräsentieren diverse Buffs und Debuffs, mit denen ihr Angriffe und Verteidigungen stärkt oder schwächt. Besonders praktisch sind dagegen die speziellen Fertigkeiten der Klassen und Völker. Hochelfen steht etwa die mächtige Fähigkeit zur Verfügung, zusätzliche Karten zu ziehen, während Druiden sich mit etwas Glück gegen eine bestimmte Aktionen verteidigen können. Durch die verschiedenen Fertigkeiten macht es langfristig viel Spaß, immer neue Heldenkombinationen auszuprobieren. Das motiviert und hält Kartenspieler bei der Stange. Spannung erzeugen auch die 4-Spieler-Partien, in denen ihr euch mit eurem Spielpartner absprechen müsst, um das gegnerische Team effizient zu bekämpfen. Beide Spieler eines Teams spielen in ihren aktiven Zügen jeweils gleichzeitig, was die Downtime erfreulicherweise gering hält.

Zukunft gesichert: Erweiterbares Spielkonzept

Ein Spielkonzept, wie es das Fantasy-Kartenspiel Epic PvP bietet, schreit förmlich nach Erweiterungen. Bereits am ähnlich designten Kartespieltitel Smash Up kann man erkennen, wie viel Potenzial für AddOns in einem solchen Deckmixspiel steckt. Und tatsächlich lassen sich erste Informationen zu mindestens zwei Erweiterungen finden, von denen die 1. Erweiterung bereits ungefähr im August 2016 in deutscher bei Pegasus Spiele erhältlich sein soll. Selbstverständlich werden dann sowohl die Völker als auch die Klassen um einige Alternativen erweitert. Jeweils zwei zusätzliche Optionen pro Volk und Klasse erhaltet ihr pro Erweiterung. Damit lassen sich dann völlig neue Kombinationen ausprobieren.

Im Test: Epic PvP von Pegasus Spiele - Enter the Fist!

Als verrückter Ork-Druide umherzulaufen wird damit ebenso möglich, wie der Kampf mit einem Zwergen-Mönch. die 1. Erweiterung zu Epic PvP enthält die Klassen Barber und Mönch sowie die Völker Ork und Dunkelelf. Die zweite Erweiterung ist bisher nur in englischer Sprache bei AEG erhältlich und beinhaltet neben den Halblingen und dem Katzenvolk die Klassenoptionen Dunkelritter und Kleriker. Was Fantasy-Fans sofort auffallen dürfte ist die Tatsache, dass traditionsreiche Klassen wie etwa Hexenmeister oder Zauberer bisher noch nicht genannt wurden. Zukünftige Erweiterungen dürften bei der Klassen- und Völkerauswahl, die die verschiedenen Fantasy-Welten bereit halten also ziemlich sicher sein, sodass Fans von Epic PvP auch auf lange Sicht jede Menge Unterhaltung geboten werden wird.

Bilder zu Epic PvP

Infobox

Spielerzahl: 2 bis 4 Spieler
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 20 bis 30 Minuten
Schwierigkeit: leicht
Langzeitmotivation: mittel

Verlag: Pegasus Spiele
Erscheinungsjahr: 2016 
Autoren: Ryan Miller, Luke Peterschmidt
Sprache: deutsch
Kosten: 15 Euro

Fazit

Als Fazit unserer Rezension halten wir zunächst das Folgend fest: Wie gut ein Spiel unterhält, hängt letztendlich auch von den Erwartungen ab, die man als Spieler an die Spielmechanismen stellt. Wer im Falle von Epic PvP ein komplexes Deckbauspiel mit nahezu wissenschaftlich ausgeprägter Deckentwicklung erwartet, muss seine Ansprüche zunächst etwas herunterschrauben. Dann aber, weiß das Fantasy-Kartenspiel Epic PvP von Pegasus durchaus zu überzeugen. Der Einstieg gelingt durch die nachvollziehbaren Spielregeln schnell und stellt auch Einsteiger vor keinerlei Probleme. Kartenspielen wird mit diesem Deckmixspiel zu einem entspannten Erlebnis, bei dem nicht die Spielvorbereitung im Fokus steht, sondern die Duelle zwischen den Spielern. Dennoch sollte man die Anzahl möglicher Spieltrategien nicht unterschätzen: Epic PvP bietet viel Potenzial, um spezielle Taktiken auszuprobieren und die persönliche Spielweise über die richtige Völker-Klassen-Kombination zu definieren. Die Idee der Deckmixspiele eröffnet Verlagen und Autoren zudem die Chance, zügig neue Inhalte zu veröffentlichen, um das Kartenkontingent innerhalb kürzester Zeit auf ein episches Maß auszuweiten. Epic PvP von Pegasus Spiel ist ein ideales Fantasy-Kartenspiel für Einsteiger, denen TCGs und LCGs zu komplex sind. Spielekenner freuen sich dagegen auf gut erweiterbare Inhalte und neue Klassen-Völker-Experimente.


Epic PvP

15,00 Euro
7.4

Spielidee

7.5/10

Spielmaterial

7.5/10

Regelwerk

8.0/10

Spielablauf

7.0/10

Wiederspielwert

7.0/10

Pro

  • Gut verständlich
  • Schnelles Spielprinzip
  • Familientauglich
  • Erweiterungen vorhanden
  • Team-Variante

Con

  • Prinzip nutzt sich ab
  • Team-Spiel eher aufgesetzt
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About Author

André Volkmann ist Journalist mit Schwerpunkten in den Bereichen Lokalnachrichten und Spiele-Journalismus.

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