Die Rückkehr der Mobil-Spieler: Warum Handhelds wieder angesagt sind

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An mobile Spielekonsolen wie den SEGA Game Gear oder den Atari Lynx können sich heutzutage nur noch ältere Semester erinnern, zu gering waren die Einflüsse dieser Konsolen auf die Branche. Einzig der Gameboy von Nintendo – und unter den „modernen“ Handheld-Konsolen die Playstation Portable – sind Zockern der heutigen Generation ein Begriff. Ohnehin greifen immer mehr Spieler wieder zu mobilen Endgeräten. Das ist einerseits dem Smartphone zu verdanken, andererseits dem mutigen Schritt von Nintendo, mit der Switch eine Konsole auf den Markt zu bringen, die Spieler ihre Spielwelten mitnehmen lässt wohin sie auch gehen mögen.Handheld-Konsolen liegen schwer im Trend.


Mobile Games sind der Trend der letzten Jahre

Trotz leistungsstarker Spielekonsolen und hochgezüchteten Gaming-PCs spielt ein großer Teil der Gamer heute zweigleisig manchmal sogar dreigleisig: zu Hause an stationären Spielstationen und unterwegs auf dem Smartphone, Handheld oder der Nintendo Switch, die beides zugleich sein will. 

Mobile Gaming ist im Laufe der letzten Jahre zu einem unverkennbaren Trend geworden, dem sich kaum ein Spieler entziehen kann.

Die im Vergleich zu stationären Geräten leistungsschwachen Handheld-Konsolen geben sich bezüglich des Unterhaltungswertes enorm stark. Höher, weiter, schneller, schöner: die ewige Aufwärtsspirale der Highend-Konsolen scheint gebrochen – nur allein durch, aber auch wegen der Nintendo Switch. Der große Irrsinn: Spieler kaufen Titel, die sie bereits für PC, Xbox oder Playstation besitzen erneut, nur um diese dann unterwegs spielen zu können. 

Es scheint, als lechzten Spieler in der Vergangenheit förmlich nach innovativen Spielgeräten, die mehr bieten als die neueste Generation an Grafikkarten, Speicher oder Prozessoren. Moderne Gamer spielen nicht mehr, aber sie wechseln ihre Endgeräte häufiger. Erste eine Stunde World of Warcraft am PC, um schnelle einige Weltquests zu erledigen, dann rüber auf das Sofa, um bei Forza Horizon 4 einige Runden auf den Straßen Großbritanniens zu drehen, nur um danach auf dem Weg ins Badezimmer schnell die Tagesquests von Star Wars – Galaxie of Heroes auf dem Smartphone er vollenden. Der Gaming-Alltag ist schnell getaktet, gut durchgeplant – und voller Abwechslung.

Bei mobilen Spielen ist der Wunsch meist der Vater des Gedankens: man könnte ja mal im Bus spielen, in Omas Wohnzimmer, wenn die Erwachsenen sich auf dem Balkon ihren Kräuterlikör einverleiben oder auf dem Klo, denn da macht ja sonst nichts außer Zeitungslesen. Diese gedankliche Freiheit, jederzeit und an jedem Ort zocken zu können, ist verführerisch. Die Realität ist dann oft einfach: man spielt mit der Switch auf der Couch, auf dem Fernseher und wenn man ganz verrückt ist, vielleicht mal im Schlafzimmer. Ansonsten bleibt auch die enorm portable die Nintendo Switch zu Hause eingesperrt – denn für unterwegs haben Spieler ja ihr Smartphone. Das ist noch portabler, kann Internet und sogar Telefon.

Die Geschichte der Handheld-Spiele

Neben all den vielen Handhelds, die mittlerweile als begraben gelten, hat sich der Gameboy gut gehalten. Nintendo hat in all den Jahren an dem „Knochen“ festgehalten, das Gerät immer wieder runderneuert, überarbeitet, verbessert. Andere Konsolenhersteller hatten weitaus weniger Glück mit ihren Projekten: der Neo Geo Pocket: schon lange weg. Die anfangs hochgelobte Playstation Portable (PSP): nicht mehr so richtig da. SEGAs Game Gear, dem man zwischenzeitlich sogar ein innovatives TV-Modul spendiert hat: auch weg. Das Nokia N-Gage, ein Smartphone mit eingebauter Spielekonsole: gar nichts erst durchgestartet. Bei all den Geräten, die es in den vergangenen Jahrzehnten bis zur Marktreife geschafft haben, kann man schnell den Überblick verlieren. Die wirklich erfolgreichen mobilen Konsolen kann man allerdings an einer Hand abzählen. Einen Überblick verschafft die Geschichte der Handheld-Spiele, natürlich mit einem Augenmerk auf die eher angesagten Handhelds aus vergangenen und gegenwärtigen Tagen.

Der Mythos des Überall-und-Jederzeit-Spielens hat in all den Jahren überlebt: man möchte, man könnte – aber man tut nicht. Schaut man sich im Alltag um, so spielen nur wenige Spieler unterwegs. Oder aber sie tun es so verborgen, dass sie einfach nicht auffallen. Vielleicht weil sie nicht wollen, dass man sie beim Zocken sieht.

Die Verkaufszahlen leistungsstarker Spielekonsolen sind weiterhin hervorragend, aber Projekte wie das hybride Handheld „Nintendo Switch“ belegen mit den Verkäufen, dass Spieler durchaus eine Schwäche für Leistungsschwäche haben. Das ist nicht schlecht, nur anders. Insgesamt bleibt atemberaubende Grafik und satter Sound auch in Zeiten mobiler Trends eine unschlagbare Kombination, die nahezu jeder Handheld-Konsole den Wind aus den Segeln nimmt.

Leistungsstarke Konsolen wie die Xbox One S zwingen Spieler an die stationären Bildschirme: immer öfter ungewollt.
Leistungsstarke Konsolen wie die Xbox One S zwingen Spieler an die stationären Bildschirme: immer öfter ungewollt.

Und dennoch scheinen Spieler gegen rein stationäre Systeme zu rebellieren, manchmal durch Ignoranz neuer Konsolen-Generationen, manchmal durch Zweitkäufe. Mobile Gaming wird zu einer Art Dogma, einer Überzeugung – ähnlich einer Freiheitsbewegung: Weg vom Monitor!

Hin zu niedrigaufgelösten Mini-Displays mit Pixelgrafik oder ordinären Highend-Smartphones mit WHQD-Auflösung für viele Hundert Euro. Ja, Handheld-Konsolen dürfen heute teuer sein, denn sie sind auf ihre Art exklusiv. 

Man kann es ja auch ganz pragmatisch sehen. Wer viele Konsolen besitzt, kann sich je nach Gemütszustand aussuchen, worauf gezockt wird: mal hier, mal dort, egal – an jedem Ort. Der Trend hält an, auch im nächsten Jahr: denn dann erscheinen wieder neue Smartphones und Tablets – und die Switch wird millionenfach verkauft. 

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About Author

André Volkmann ist Journalist mit Schwerpunkten in den Bereichen Lokalnachrichten und Spiele-Journalismus.

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