Rezension zu Roll for Adventure von Kosmos

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Lesezeit: 5 Minuten

Neudeutsch dice rolling genannt, liegen Würfelspiele in der Spielwelt im Trend. Das Würfelspiele sich an großer Beliebtheit erfreuen war schon immer so, denkt man dabei an Spielklassiker wie Kniffel oder Skip Bo Würfelfieber. Doch die heutigen Würfelspiele sind in ihrer Komplexität kaum noch mit ihren alt gewordenen Geschwistern vergleichbar. Hier sind die Würfel nunmehr nicht mehr nur Teil des Spiels, sie werden zu dessen Geschichte und nehmen Einfluss auf ihre Erzählung. Man würfelt somit nicht mehr nur noch der Zahlen Willens, sondern würfelt, weil man unter anderem Spielmechaniken und Charakterfähigkeiten auslöst oder einen Gegner bekämpft. Der Würfel selbst hat sich dabei nicht verändert, aber das Spielen selbst hat mit seinem neuen Einsatz an Qualität dazugewonnen. So auch bei dem Brettspiel Roll for Adventure.


Autorenduo entwickelte gemeinsam

Man nehme Kosmos, und damit einen der bekanntesten Verlage für Brettspiele in und aus Deutschland, Matthew Dunstan und Brett J. Gilbert, zwei Spielautoren, die ihr Talent schon mehrfach erfolgreich unter Beweis stellten, und heraus kommt mit Roll for Adventure ein phantastisches Würfelspiel, das in einem, von den düsteren Armeen des Meister der Schatten bedrohten, Reich spielt.

Zugegeben, mit Matthew Dunstan und Brett J. Gilbert konnte es nur Rund laufen, denn schon bei dem beliebten Kartenspiel Elysium, das bereits auf der Nominierungsliste zum Kennerspiel des Jahres 2015 stand, leistete das Duo gemeinsam ganze Arbeit. So auch bei Roll for Adventure. Es trifft den Nerv der Brettspielwelt, in der sich Würfelspiele und kooperative Brettspiele zur Zeit besonderer Beliebtheit erfreuen.

Kooperatives Würfelspiel mit Story

Roll for Adventure spielt in in einem alten Königreich, das durch den Meister der Schatten und den von ihm ausgesandten Armeen bedroht wird. Als Spieler tritt man in die Fußstapfen von zehn möglichen tapferen Helden, um dem Meister der Schatten und seiner Gefolgschaft Einhalt zu gebieten. Dazu müssen die Spieler im Spielverlauf Machtsteine erspielen. Diese werden durch das Würfeln und gekonntes einsetzen dieser, in den verschiedenen Landregionen des Königreichs, kooperativ gewonnen. Doch dazu müssen die Würfel nicht einfach nur geworfen werden, sie müssen gut überlegt in den Spielleisten der verschiedenen Landabschnitten eingesetzt werden. Durch ihren Einsatz, lösen die Spieler Aufgaben und Spielmechanismen aus, die nach einigen Hürden und Bedrohungen, die erfolgreichen Spieler mit Machtsteinen belohnen.

Viele bunte Würfel: Ohne die kommt ein "Dice-Rolling-Game" nicht aus. Foto: Anne Marie-Christine Volkmann
Viele bunte Würfel: Ohne die kommt ein „Dice-Rolling-Game“ nicht aus. Foto: Anne Marie-Christine Volkmann

Im Spielverlauf treten dabei immer wieder Hindernisse auf, wie beispielsweise die voranschreitenden Schadensleisten der Gebiete, bedrohliche und ebenfalls kooperativ handelnde Feinde, der Strudel des Vergessens und der machtvolle Meister des Schattens. Sollte man diese Hindernisse nicht erfolgreich beseitigen, droht den Spielern das Spielaus. Unüberlegte Spielzüge können zusätzlich zu Würfellosigkeit der Spieler führen, was zu einem sofortigen Verlieren der Partie für alle Spieler führen würde.Der Spieler wird somit zusätzlich zu seinem eigenen Feind. Doch durch geschickte Spielzüge und Einsetzen der verschiedenen Heldenfähigkeiten, kann das Spielteam trotz aller Widrigkeiten als Sieger aus dem Spiel hervorgehen.

Hat man das Spiel einige Runden gespielt und möchte sein spielerisches Können, gemeinsam mit seinen Mitstreitern, auf die Probe stellen, kann man den Schwierigkeitsgrad durch den Einsatz von vier unterschiedlich schwer zu bestreitenden Abenteuerkarten erhöhen. Zusätzlich kann variabel entscheiden werden, ob man eines der vier Gebiete, oder sogar jedes einzelne, auf die schwierigere Seite B dreht. Der Spielspaß bleibt somit auch nach längerer Spieldauer erhalten. Ist den Spielern das noch nicht genug, können zusätzliche Monster in den Spielverlauf gebracht werden oder die Spieler erfinden, mittels den dem Spiel beigelegten Kreativkarten, selbst einige grausame Feinde.

Spielmaterial, das überzeugt

Das Spielmaterial von Roll for Adventure weiß zu begeistern. Es wurde hochwertig gestaltet und das Artwork passend zu der düsteren Fantasiewelt designt. Besonders die Würfel fallen mit ihrer leicht perlmuttartigen Maserung positiv auf.

Typisch Fantasy: Roll for Adventure arbeitet mit unterschiedlichen Helden. Foto: Anne Marie-Christine Volkmann
Typisch Fantasy: Roll for Adventure arbeitet mit unterschiedlichen Helden. Foto: Anne Marie-Christine Volkmann

Auch die Schadensmarker in Totenkopfform begeistern schon beim ersten Blick in den Spielkarton. Sie fassen sich kühl an, fast wie kleine Steine, und tragen ein filigranes Muster, neben dem ausgearbeiteten Gesicht.Sämtliche Karten und das Spielbrett sind aus festem, griffigen Karton gearbeitet. Trotz der relativen Einfachheit des Spielmaterials lässt es keinen Raum zur Beanstandung.

Familienspiel mit sozialer Komponente

Roll for Adventure begeisterte mich vom ersten Moment an. Im Verlauf der Spielrunden fällt dem geübten Spieler schnell auf, dass die Helden unterschiedlich starke Fähigkeiten besitzen. Möchte man einen spannenden Spielverlauf erhalten, sollten diese nicht bewusst nach diesen ausgesucht werden. Entscheidet sich die Spieler dennoch dafür, sollten sie sich darüber bewusst sein, dass das Spiel stark an Schwierigkeit einbüßen wird. Der kooperative Mechanismus steht während des Spielens permanent im Vordergrund und das macht das Spiel zu einem ganz besonderen seiner Art.

Es muss immer wieder gemeinsam der nächste Schritt überdacht und geplant werden. Somit wird gemeinsam gegrübelt, diskutiert und gemutmaßt. Das Spiel wartet damit mit einer nicht zu vernachlässigenden sozialen Komponente auf und das bringt eine Menge Spielspaß. Besonders auffällig sind die ausgeklügelten Möglichkeiten, mit einfachen Mitteln, den Schwierigkeitsgrad grundlegend zu verändern. Das macht das Spiel zu einem schönen Familienspiel, denn je nach Altersstufe und Können der Mitspieler, kann somit auf die einzelnen Bedürfnisse der Mitspieler eingegangen werden.

Auch die große Anzahl an Feindeskarten, führt dazu, dass der Spielspaß für längere Zeit bestehen bleibt. Das Regelwerk selbst ist leicht verständlich und erklärt sich durch die Bebilderung auf dem Spielbrett und den Spielkarten fast von Selbst. Zusätzlich leisten eine Spielzugübersicht und eine herunterladbare Kosmos-Erklär-App Hilfestellung im Spielverlauf.

Bilder zu Roll for Adventure

Infobox

Spielerzahl: 2 bis 4 Spieler
Alter: ab 10 Jahren
Spieldauer: 25 bis 35 Minuten
Schwierigkeit: einfach bis mittel
Langzeitmotivation: hoch

Verlag: Kosmos
Autor: Matthew Dunstan und Brett J. Gilbert
Erscheinungsjahr: 2018
Sprache: deutsch
Kosten: 25 Euro

Fazit

Roll for Adventure lässt wenig Raum für Kritikpunkte. Allerdings: Es sollten geübte Spieler die Helden nur verdeckt ziehen oder sich bewusst für schwächere Helden entscheiden, um den Spielverlauf nicht grundlegend zu vereinfachen. Das Balancing der unterschiedlichen Helden ist nicht besonders ausgeglichen, eröffnet jedoch deutlich unterscheidbare Spielabläufe.

Vom Material bis hin zum Spielgeschehen überzeugt das „Dice Rolling Adventure“-Spiel und lädt die Spieler zu vielen spannenden Spielpartien ein. Dabei können Familien, Wenigspieler und Profis das Würfelspiel durch seine Variabilität gleichermaßen genießen.

Roll for Adventure

22,99 Euro
8.2

Spielidee

8.0/10

Spielmaterial

8.5/10

Regelwerk

7.5/10

Spielablauf

8.5/10

Wiederspielwert

8.5/10

Pro

  • Hoher Wiederspielwert
  • Für Familien geeignet
  • Tolles Setting
  • Würfelspiel mal anders
  • Variabel

Con

  • Balancingprobleme bei den Helden
  • Thema rückt in den Hintergrund
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Mitbegründerin des Portals, Koordination: Soziale Medien

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