Buchrezension zu Die rote Königin, erschienen bei Carlsen

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Lesezeit: 4 Minuten

Der dystopische Roman und Spiegel-Bestseller Die rote Königin wurde erstmals im Mai 2015 im Carlsen Verlag veröffentlicht und begeistert seitdem Liebhaber von Fantasy-Geschichten und historischen Romanen zugleich. Geschrieben wurde die Geschichte von der Autorin Victoria Aveyard, die mit ihrer bisher vierteiligen Fantasy-Reihe internationalen Erfolg genießt. Die rote König ist ihr Debütroman der Serie.


Geteilte Welten, Macht und Liebe

Die Welt in der Dystopie Die rote Königin ist strikt zwischen Arm und Reich geteilt. Auf der roten Seite herrschen Armut, Unterdrückung und Verzweiflung, auf der silbernen Seite herrschen hingegen Völlerei und die Gier nach Macht und Reichtum. Erkennbar ist die Zugehörigkeit der Buchfiguren zu einer der Klassen an der Farbe des Blutes. Die Protagonistin Mare gehört der Klasse derjenigen an, durch deren Körper rotes Blut fließt. Das sind diejenigen, die ein ärmliches Dasein fristen, stehlen müssen um zu überleben und von den Romanfiguren mit silbernen Blut als Sklaven ausgenutzt werden. Die Silbernen besitzen nicht nur besondere magische Fähigkeiten, sondern sind Teil der adeligen Gesellschaft, mit all ihren Vorzügen.

Die Protagonistin Mare Barrow ist siebzehn Jahre alt und kommt aus einer Großfamilie. Ihre Brüder kämpfen einen sinnlosen Kampf an der Front zwischen den Königreichen, derweil versucht Mare durch Diebstähle das Leben ihrer Familie zu sichern, was dazu führt, dass ihre Schwester die Boshaftigkeit der Silbernen am eigenen Leibe erfahren muss.

Rot und silbern, und stärker als beide.

Zitat von Victoria Aveyard aus Die Rote Königin.

Durch einen brenzligen Zufall erfährt Mare, dass sie ebensolche magischen Fähigkeiten besitzt, wie sie sonst nur der silbernen Elite zuteil werden. Zum missfallen der Herrscher, wird Mare dadurch zu einem Teil der gehobenen Gesellschaft und erhält eine neue Identität, damit dieses unheilvolle Geheimnis nicht an die Öffentlichkeit gerät. Parallel entwickelt sich eine verzwickte Liebesgeschichte zwischen den zwei Söhnen des Herrscherpaares und Mare.

Dystopie und Gesellschaftskritik

Victoria Aveyard ist es gelungen, dass ihr Debütroman der vierteiligen Fantasy-Reihe für Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen fesselnd zu lesen ist. Düstere Themen unserer Gesellschaft, wie soziale Unterschiede, Machtkämpfe und politische Auseinandersetzungen werden von der Autorin gekonnt in den Fantsay-Roman eingewoben. Hier scheinen sich die Realität unserer Welt und die Roman-Dystopie zu kreuzen. Als prägnantes Beispiel wäre der Unterschied der Blutfarben der Buchfiguren und der daraus resultierende gesellschaftliche Stand zu betrachten. So findet sich dieses Grundproblem auch in unserer Gesellschaft auf unterschiedliche Weise wieder. Ebenfalls sind die Gewissenskonflikte der Buchfiguren, bei der Wahl zwischen Gut und Böse, dem Leser nicht unbekannt. Diese Bezüge zur Realität geben dem Roman Tiefe.

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Blick ins Buch: Die rote Königin von Victoria Aveyard. Bild: Anne Marie-Christine Volkmann

Trotz dessen bleib der Roman eine Jugendgeschichte. So spielen Themen wie Eifersucht, Liebe, Unsicherheit und Spötterei stetig eine tragende Rolle, was sich in den Handlungen der Romanfiguren widerspiegelt. Besonders Mare erscheint bisweilen rebellisch, fast kindlich und agiert mit jugendlicher Naivität.

Bilder zu Die rote Königin

Infobox

Softcover: 512 Seiten
Verlag: Carlsen
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-551-31778-0
Autorin: Victoria Aveyard
Erscheinungsjahr: 2015
Kosten: 9,99 Euro

Fazit

Der Roman Die rote Königin liest sich flüssig und wurde nahezu fehlerfrei übersetzt. Die Geschichte selbst erinnert an die der Tribute von Panem, kopiert diese aber keinesfalls, vielmehr erscheint dies als Pluspunkt für Fans der dystopischen Romantrilogie. Die Buchhandlung ist schlüssig und spannend verfasst, jedoch auch vorhersehbar und streckenweise folgen zu viele Ereignisse aufeinander, so dass die Story explosionsartig voranschreitet. Dies könnte dazu führen, dass sich der Leser nach einer Portion Langatmigkeit sehnt.

Landschaftsbeschreibungen finden im Verlauf der Geschichte kaum Beachtung und die Nebenfiguren werden zumeist nur oberflächlich beschrieben, dies nimmt der Dystopie an Lebendigkeit. Ganz anders hält es Aveyard bei den Protagonisten, diese werden ausdrucksstark beschrieben und geben der Geschichte wieder die benötigte Tiefe. Für jugendliche Leser ist der Roman Die rote Königin uneingeschränkt empfehlenswert. Leser gehobeneren Alters sollten die Dystopie als Jugendbuch wahrnehmen. Dann steht auch ihnen zum Lesevergnügen nichts mehr im Wege.

Bisher sind in dieser Buchreihe vier Bände im Carlsen Verlag erschienen: Band 1: Die rote Königin, Band 2: Gläsernes Schwert, Band 3: Goldener Käfig und Band 4: Wütender Sturm.

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Die rote Königin

14,99 Euro
7.8

Buchidee

9.0/10

Layout und Design

7.0/10

Lesefluss

8.0/10

Handlung

8.0/10

Stil

7.0/10

Pro

  • Auch für Erwachsene geeignet
  • Guter Lesefluss
  • Gesellschaftskritische Untertöne
  • Durchaus spannend

Con

  • Nebencharaktere kaum beachtet
  • Handlung "fliegt" teilweise

Inhaltsverzeichnis

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Mitbegründerin des Portals; Koordination: Soziale Medien

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