Spielemesse „Spiel doch!“ beginnt in Duisburg

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Lesezeit: 4 Minuten

Im Landschaftspark Duisburg-Nord läuft seit heute die zweite Auflage der Spielemesse „Spiel doch!“. Noch bis zum 31. März 2019 veranstaltet der Verlag Nostheide, eigentlich Herausgeber verschiedener Fach- und Publikumszeitschrift aus dem Bereich Familie und Spielwaren, das noch junge Spiele-Event. Als Aussteller dabei sind viele namhafte Verlage, aber auch Händler.

Zeit für Gesellschaftsspiele

Vom spaßbringenden Kinderspiel bis hin zu komplexen Brettspielen für Erwachsene hat die „Spiel doch!“ in Duisburg auch im Jahr 2019 alles zu bieten, was der Markt an unterschiedlichen Spielkonzepten hergibt: nur eine Nummer kleiner als auf einer „echten“ Messe.

Die neue Duisburger Veranstaltung für Gesellschaftsspiele positioniert sich zwischen Messe und überdimensionalem Spieltreffen: familienfreundlich, übersichtlich, vor allem aber günstig. Kinder unter zehn Jahren genießen ohnehin freien Eintritt, ansonsten kostet eine Tageskarte vier Euro. Dafür kann einen Tag lang nach Herzenslust gespielt werden. Zahlreiche namhafte Verlage, darunter beispielsweise KOSMOS, Asmodee Deutschland, Amigo Spiele, Hans im Glück oder Pegasus Spiele haben Spielareale in der ehemaligen Stahlverarbeitungshalle im Landschaftspark Nord aufgebaut. An den betreuten Spieltischen sorgen sogenannte „Erklärbärinnen und Erklärbären“ dafür, dass auch Einsteiger ohne Vorkenntnisse nach wenigen Minuten mit dem ausgesuchten Spiel beginnen können.

Übersicht statt Gedränge:. Foto: André Volkmann
Übersicht statt Gedränge: Foto: André Volkmann


Dieses bewährte Konzept kennen Besucher bereits von ähnlich ausgerichteten Veranstaltung, auf der „Spiel doch!“ funktioniert das allerdings besonders gut – nicht zuletzt aufgrund der, zumindest am Freitag noch, übersichtlichen Besucherzahlen. Für Samstag und Sonntag ist deutlich mehr Betrieb zu erwarten. Neben den Angeboten direkt bei den Verlagen können Spieler inmitten der Halle auch Titel bei der Spieleausleihe ausprobieren. Nicht fehlen dürfen Einkaufsmöglichkeiten, immerhin wandern für gut befundene Spiele nach einem Testlauf nicht selten in die eigene Sammlung.

Brettspiele boomen – aber anders

Gesellschaftsspiele erfreuen sich weiterhin großer Beliebtheit. Die Spielerzahlen steigen ebenso wie die Messebesucher – und auch die Umsätze der Verlage stehen auf Wachstum. Dennoch scheint der Trend sich zu verändern. Statt sprunghaft ansteigender Zahlen, weisen jüngere Statistiken auf ein flacheres Wachstum hin. Die Szene verändert sich, auch weil Spieler andere Anforderungen an Brettspiele stellen.

Ein Verlag, der über seine Community in besonderem Maße Aussagen treffen kann, ist „rudy Games“. Die Spieleentwickler aus Österreich können die Aktivitäten ihrer Spieler treffsicher analysieren: möglich wird das durch den Fokus auf App-unterstützte Gesellschaftsspiele wie „Leaders – A combined Games“, „Scubi Sea Saga“ oder „Lost Galaxy“. Der technische Fortschritt, der am Rande auch im Segment der Gesellschaftsspiele spürbar ist, lässt sich anhand der Kreationen von „rudy Games“ gut ablesen.

Manfred Lamplmair von rudy-Games möchte insbesondere Kinder "Smartphones sinnvoll nutzen" sehen. Foto: André Volkmann
Manfred Lamplmair von rudy-Games möchte insbesondere Kinder „Smartphones sinnvoll nutzen“ sehen. Foto: André Volkmann


Das Spielverhalten hat sich dennoch verändert: statt Zeiten des Booms erfahren App-basierte Brettspiele mitunter Zeiten der Stagnation. Völlig ohne Vorbehalte kaufen nur wenige Eltern Gesellschaftsspiele, die auf den Einsatz von Apps setzen. „Kinder spielen schon so viel am Smartphone“, erläutert Manfred Lamplmair eine der vorherrschenden elterlichen Meinungen. Wozu sollten Kinder also zusätzlich Brettspiels-Apps nutzen? „Wir wollen zeigen, dass man mit App-Spielen auch sinnvoll Zeit am Handy verbringen kann“, so Lamplmair unter Verweis auf die Qualitäten der innovativen Brettspiele. Titel wie „Interaction“ sind alles andere als statisches Spielen vor dem Bildschirm: das bunte Familienspiel setzt auf einen immensen Aufforderungscharakter, der nicht selten zu Bewegung und Interaktion animiert. Auch für den Bereich des Edutainment sieht Manfred Lamplmair bei den App-Brettspielen Potenzial.

Dass die Konzepte der Österreicher aufgehen, belegen nicht zuletzt die Spielerzahlen in der aktiven Community der „rudy-Games-Familie“. Die Marke von 100.000 Spielern geknackt zu haben, war ein Meilenstein, mittlerweile bedient „rudy-Games“ rund 300.000 spielbegeisterte Nutzer. Gesundes Wachstum im Blick, wagen die Österreicher den Schritt über den großen Teich. Das kleine Unternehmen will sich deutlich internationaler aufstellen. Der Fokus liegt dabei nicht auf einer Fließbandproduktion von neuen Titeln: „Wir wollen unsere Spiele immer wieder verbessern“, erklärt Manfred Lamplmair. Ein Teil der Ideen komme direkt von den Spielern und nicht selten werden deren erdachte Verbesserungen auch umgesetzt. So auch im Fall der neu erschienenen Erweiterung „DDR“ für das Leaders-Brettspiel. Dass ausgerechnet Erich Honnecker mit seiner Planwirtschaft die Truppenressourcen aufbessern kann, entstammt der Leaders-Community.

Wie kaum eine andere Spieleschmiede, kann „rudy Games“ zielgerichtet auf Wünsche und Anregungen reagieren: gerade die Apps machen das möglich. Spielinhalte an Alter, Vorlieben oder körperlichen Voraussetzungen orientieren? Für die Österreicher kaum ein Problem, weil die Flexibilität bei der Programmierbarkeit von App-Brettspielen genau das zulässt.

Auch für Vielspieler geeignet

Die „Spiel doch!“ in Duisburg ist kein reines Familien-Event, auch wenn sich unter den verfügbaren Gesellschaftsspielen viele kindgerechte Angebote befinden. Vielspieler finden im Landschaftspark ebenso Anreize, um dort ihre Zeit zu verbringen: Von Workerplacement bis Roll-and-Write sind viele unterhaltsame Konzepte an und auf den Spieltischen vertreten. Mitunter präsentieren Verlage auf der kleinen Spielemesse echte Neuheiten: White Goblin Games hat einen Prototypen im Gepäck, der erst auf der kommenden SPIEL’19 in der finalen Fassung zur Verfügung stehen wird – echte Fans können „Maya“, so der Titel der Sneak Preview, in der frühen Version begutachten. Asmodee stellt einen neuen Miniaturenableger aus dem Herr-der-Ringe-Universum aus, lädt zu einer Runde „Maki Stack“, begeistert Spieler allerdings auch mit bewährten Titeln wie Splendor oder Keyforge.

>>Spiel doch! 2019: Hier geht es zur Bildergalerie <<

Das spielerische Angebot der Aussteller überzeugt, nicht zuletzt, weil man für zehn Euro – so viel kostet eine Dauerkarte für alle Tage – kaum günstiger nach Herzenslust neue Brettspiele ausprobieren kann. Besondere Anziehungskraft entfalteten auf Vielspieler zweifellos die Titel „Flügelschlag“ von Feuerland Spiele sowie „Hadara“ von Hans im Glück. Weitaus weniger strategisch, dafür aber nicht minder unterhaltsam ist „Calavera“, ein neues Roll-and-Write-Spiel vom moses.Verlag.

Die „Spiel doch!“ läuft noch bis zum 31. März. Besucher können die Veranstaltung am Samstag von 10 bis 19 Uhr sowie am Sonntag von 10 bis 18 Uhr besuchen.

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André Volkmann ist Journalist mit Schwerpunkten in den Bereichen Lokalnachrichten und Spiele-Journalismus.

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