Jubelstimmung in der Stadthalle: Ratinger Spieletage feiern 10. Geburtstag

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Lesezeit: 5 Minuten

Wenn die Ratinger Spieletage 2019 am Samstag, 13. April, um 10 Uhr beginnen, dann tun sie das bereits zum zehnten Mal. Die familienfreundliche Spieleveranstaltung in der Dumeklemmer-Halle lockt jedes Jahr mehrere Tausend Besucherinnen und Besucher an – nicht nur aus Ratingen, sondern aus weiten Teilen des Bundesgebiets. Die Ratinger Spieletage 2019 finden 13. und 14 April in der Ratinger Stadthalle, Schützenstraße 1, statt – jeweils von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

Torte zum Jubiläum – und eine App

Eigentlich zählen die Ratinger Spieletage zu den eher übersichtlichen Veranstaltungen, dennoch ist insbesondere dieses Event für viele Brett- und Kartenspieler eines ihrer Jahreshighlights – nicht ohne Grund. „Wegen uns überlegen sich viele Besucher, später in den Osterurlaub zu fahren“, erzählt Thomas Fedder vom Amt für Kultur und Tourismus der Stadt Ratingen. Gemeinsam mit Andrea Laumen, Leiterin der Kinder- und Jugendarbeit der Evangelischen Kirchengemeinde und Charlotte Fischer-Simon vom Amt für Kinder, Jugend und Familie, organisiert er die „familiäre Spiele-Veranstaltung“, die sich 2019 zum bereits zehnten Mal jährt.

Selbstverständlich wird das runde Jubiläum entsprechend gefeiert: mit einer Geburtstagstorte, gebacken und dekoriert von der Mädchengruppe des „JuTu“ unter fachkundiger Anleitung. Feststeht, dass die Torte dreistöckig werden soll. Feststeht wahrscheinlich auch schon, wie das die Dekoration aussehen soll – nur verraten wollte das Organisationsteam nichts. „Bitte vorbeikommen, anschauen, staunen und probieren!“, heißt es in der schriftlichen Mitteilung zu den Ratinger Spieletagen 2019. Angeschnitten wird das süße Kunstwerk am Samstag, 13. April, voraussichtlich gegen 15 Uhr – dann nämlich ist auch Ratingens Bürgermeister Klaus Pesch zu Gast in der Dumeklemmer-Halle.

Zum zehnten Mal jährt sich die familienfreundliche Spieleveranstaltung in Ratingen. Foto: André Volkmann
Zum zehnten Mal jährt sich die familienfreundliche Spieleveranstaltung in Ratingen.
Foto: André Volkmann

Dass der oberste Stadtvertreter die Spieleveranstaltung besucht, ist kaum eine Überraschung: Die Ratinger Spieletage werden unter städtischer Führung, gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde organisiert. Obwohl überschaubar, sorgen die Veranstaltungsbesucher und Verlagsvertreter auf städtischer Seite für touristische Einnahmen: „Rund 80 bis 100 Euro bringt jeder Einzelne in die Stadtkasse ein“, sagt Thomas Fedder.

Jugendliche und junge Erwachsene aus der Jugendarbeit der evangelischen Kirchengemeinde sowie Menschen, die sich im Rahmen des VHS-Spieletreffs engagieren, gestalten die Spieletage in der Stadthalle hochmotiviert mit. Dass die Ratinger Spieletage in dieser Form überhaupt stattfinden können, ist also nicht zuletzt den ehrenamtlich Engagierten zu verdanken, die das Organisationsteam tatkräftig unterstützen. Rund 60 Helferinnen und Helfer, überwiegend bestehend aus den „Engeln in Einsatz“ sorgen dafür, dass „alles glatt läuft“ in der Stadthalle.

Gleiche Rechte für alle

Etwas, dass die Ratinger Spieletage besonders macht, ist die Verteilung der verfügbaren Spieltische. Kommerziell ausgerichtete Großveranstaltungen vergeben die Anzahl der Spieltisch anhand monetärer Richtlinien. In Ratingen bekommt dagegen jeder Verlag genau zwei Spieltische zugeordnet – egal wie groß das Unternehmen ist. „Wir behandeln alle gleich“, erläutert Thomas Fedder, der selbst leidenschaftlicher Spieler ist. Dass sich der Besuch für die Verlage dennoch lohnt, belegen die stets vollen Wartelisten, die seit vielen Jahren zum Einsatz kommen. In der Dumeklemmer-Halle präsentieren nicht nur deutsche Verlage ihre Neuheiten, auch aus dem Ausland kommen Verlagsvertreter gern nach Ratingen. „Im letzten Jahr war ein Verlag aus Finnland da“, erzählt Fedder sichtlich stolz.

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Es scheint eben dieser Verzicht auf Kommerz zu sein, der viele spielbegeisterte Besucher für die Spieletage begeistert. Über Einnahmen freuen sich die Organisatoren dennoch, denn der gesamte Erlös kommt einem guten Zweck zugute: in diesem Jahr der Stiftung „Zukunftskinder“ der evangelischen Kirchengemeinde Ratingen.

Einnahmen stammen dabei zum Teil aus Spenden, größtenteils jedoch aus dem beliebten „Bring & Buy“-Flohmarkt. „Der Flohmarkt ist ein Magnet für viele Besucher“, verrät Charlotte Fischer-Simon. Spieler können ihre nicht mehr benötigten Gesellschaftsspiele mit einem Barcode versehen und bei den Organisatoren abgeben – den Verkaufspreis bestimmen die Spieler dabei selbst. Wer unsicher ist, bekommt Unterstützung von versierten Fachleuten. Erstmals ist der Flohmarkt in diesem Jahr softwareunterstützt: ehrenamtliche Mitarbeiter des „JuTu“ haben dafür eine spezielle Kassensoftware entwickelt, die die Abläufe deutlich verbessern und die Abwicklung einfach und schneller machen sollen.

Exklusive Jubiläums-Brettspiele

Zum zehnten Geburtstag haben sich die Veranstalter etwas besonderes ausgedacht: Die drei Spieleautoren Martin Schlegel (u.a. „Luther – Das Brettspiel“, Daniel Bernsen („Textura“) und Jörg von Rüden („BiberClan“) haben eigeninitiativ „Jubiläumsspiele“ entwickelt, die der Öffentlichkeit am Wochenende der Ratinger Spieletage präsentiert werden. Zwei der drei Titel wird es sogar als kostenlose Dreingabe geben.

Der "Dumeklemmer-Citylauf" von Martin Schlegel ist eines der "Jubiläumsspiele". Foto: André Volkmann
Der „Dumeklemmer-Citylauf“ von Martin Schlegel ist eines der „Jubiläumsspiele“. 2 bis 5 Spieler ab 8 Jahren würfeln sich dabei durch die Ratinger Innenstadt.
Foto: André Volkmann

Bei all den Programmpunkten und Besonderheiten soll nicht vergessen werden: in Ratingen wird gespielt – zwei Tage Lang. „Einige wollen gar nicht mehr nach Hause“, sagt Charlotte Fischer-Simon vom Amt für Kinder, Jugend und Familie. Die Resonanz der Besucher – im vergangenen Jahr waren das immerhin rund 2.800 – ist überwiegend positiv. Vor allem Familien zeigen sich „begeistert“ von den Angeboten. Spielen kann jeder, in nahezu jedem Alter: „Wir können die gesamte Bandbreite abdecken“, erläutert Andrea Laumen, Leiterin der Kinder- und Jugendarbeit der evangelischen Kirche.

Den besondere Charakter der Ratinger Spieletage wolle man in jedem Fall bewahren, auch wenn die räumlichen Kapazitäten bereits das Limit erreicht haben. Platz für größere Besucherzahlen ist dennoch: „Es verläuft sich gut“, sagt Andrea Laumen und meint damit auch, dass jeder auch tatsächlich Gelegenheiten zum Spielen finden wird. Das ist nicht selbstverständlich, vor allem auf großen Messeveranstaltungen nicht. Geregelt werden müssten die Besucherströme nicht, erläutert das Organisationsteam unisono. Eine Ausnahme bilde lediglich der Flohmarkt, bei dem der Andrang erfahrungsgemäß groß ist.

Spielen auf der großen Bühne

Erstmals auf den Ratinger Spieletagen darf auch „auf der großen Bühne gespielt werden“. Die Bühne der Stadthalle steht als sogenannte Spiel-Arena zur Verfügung. Dort können dann Brett- und Kartenspiele, betreut durch den VHS-Spieletreff, ausgeliehen und ausprobiert werden. Insgesamt 54 Verlage und 20 Spieleautoren präsentieren ihre Highlights in der Stadthalle. Für Vielspieler besonders spannend sind Spielrunden mit Autoren, die ihre Prototypen im Gepäck haben: „Porotypen sind dazu da, um Spiele am Publikum zu verfeinern“, erläutert Thomas Fedder. „Nur mit Spielern aus unterschiedlichen Gruppen können Autoren ihre Spiele überhaupt verbessern“.

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Zu den Trends gehören auf den Ratinger Spieletagen unter anderem „Escape-Games“, Brettspiele mit elektronischer Unterstützung (App-Brettspiele) und Spieletische. Letztere werden ebenfalls durch einen Hersteller in der Stadthalle ausgestellt. „Viele anspruchsvolle Spiele brauchen Zeit“, sagt Thomas Fedder. Der Vorteil an Spieletische ist, dass man diese einfach abdecken und als handelsüblichen Tisch nutzen könne, während das Spielmaterial bis zum nächsten Spieleabend unangetastet „unter der Tischplatte“ verbleibt.

Die Ratinger Spieletage stellen ihren „familiären Charakter“ in den Mittelpunkt: Eltern und ihre Kinder können entspannt durch die Stadthalle flanieren, interessante Spiele ausprobieren – und müssen dafür, natürlich ebenso wie alle anderen auch – keinen Eintritt zahlen. Möglich sei das nur, weil die Stadt Ratingen als Veranstalter fungiert und die Räumlichkeiten kostenfrei zur Verfügung stelle, sagt Thomas Fedder. „Wir bieten ein attraktives Angebot auch für Ratinger Familien“, ergänzt Charlotte Fischer Simon. Grundsätzlich angesprochen werden sollen allerdings unterschiedliche Zielgruppen: vom Gelegenheitsspieler über Eltern und Großeltern und Kindern bis hin zu Vielspielern. Für die Jüngsten wird es Verlosungsaktionen, ein Glücksrad, die Kleinkinderkrabbelecke und das Felix-Spiele-Mobil geben.

Für Experten interessant sind dagegen verschiedene Qualifikationsturnieren, von denen es im Bundesgebiet nur eine vergleichsweise geringe Anzahl gibt. Gespielt wird in Ratingen die Qualifikation zu „Die Siedler von Catan“ und „7 Wonders“.

Rasante Entwicklung

Die Ratinger Spieletage haben sich zu einer festen Größe in der Branche etabliert: bis zum Jahr 2008 fand regelmäßig eine relativ kleine Spieleausstellung im Haus am Turm der evangelischen Kirchengemeinde statt. Mit bis zu 300 Besucherinnen und Besucher sprengte die Veranstaltung schnell die räumlichen Möglichkeiten. Ein Umzug in die Dumeklemmer-Halle, und die Nutzung der Synergien in der Stadt, lockten im Jahr 2010 rund 1.600 Besucher an. In den vergangenen zehn Jahren verzeichnen die Organisatoren steigende Besucherzahlen. Wo die Ratinger Spieletage in den nächsten zehn Jahren stehen werden, ist noch nicht Bestandteil der Planung. Den „besonderen Charakter“ der Spieletage wolle man jedoch bewahren, stimmen Charlotte Fischer-Simon, Andrea Laumen und Thomas Fedder überein.

Die Ratinger Spieletage 2019 finden 13. und 14 April in der Ratinger Stadthalle, Schützenstraße 1, statt – jeweils von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos.

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André Volkmann ist hauptberuflicher Journalist mit Schwerpunkten in den Bereichen Lokalnachrichten und Spiele.

1 Kommentar

  1. Katja Streckmann on

    Hallo,

    zu Erwähnen ist allerdings, dass die Mädchengruppe des JuTu Teile der Dekoration gestaltet haben, die Torte selbst und die Gesamtgestaltung der Torte aus der Hand von Julia Schäfers stammt, die ihr FSJ im Amt für Kultur und Tourismus der Stadt Ratingen macht.
    Und das hat sie mit sehr großem Erfolg gemacht!

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