Spiele des Jahres 2019: Jury gibt Nominierungen bekannt

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Lesezeit: 4 Minuten

Dass der Spiel des Jahres e.V. jährlich die Nominierten für den Jury-Auszeichnungen bekannt gibt, ist keine Überraschung – welche Titel es allerdings auf die Nominierten- und Empfehlungslisten schaffen ist, trotz zahlreicher „Vorhersagen“, mitunter überraschend. In diesem Jahr wurden die Nominees im Deutschen Spielemuseum in Chemnitz bekanntgegeben. Nachfolgend stellen wir die nominierten Brettspiele für die Auszeichnungen Spiel des Jahres 2019, Kennerspiel des Jahres 2019 und Kinderspiel des Jahres 2019 vor.


Spiel des Jahres 2019 – ein „wichtiger Preis“

Im Rahmen der Eröffnung einer Sonderausstellung des Deutschen Spielemuseums in Chemnitz hat der Spiel des Jahres e.V. die nominierten Brettspiele der aktuellen Saison für die Auszeichungen „Spiel des Jahres“, „Kennerspiel des Jahres“ sowie „Kinderspiel des Jahres“ verkündet. Die Gewinnertitel in den beiden Kategorien „Spiel des Jahres“ und „Kennerspiel des Jahres“ ermittelt die Experten-Jury dann mithilfe einer geheimen Wahl. Verliehen werden die Preise am 22. Juli beziehungsweise am 24. Juni (Kinderspiel).

Seit 40 Jahren werden die begehrten Auszeichnungen bereits verliehen, Anlass genug für Lobreden auf das Kulturgut Spiel. Wie relevant die Auszeichnung die Branche ist, erläutert Michael Menzel, Illustrator und Autor des erfolgreichen Fantasy-Brettspiels Die Legenden von Andor, Träger des Kennerspiel-Preises 2013. Er spricht nicht nur von der „großen Bedeutung der Auszeichnung für seine persönliche und berufliche Geschichte“, sondern davon, wie sehr Brettspiele von der verliehenen Auszeichnung profitieren können. Menzel freut sich darüber, dass „die Helden von Andor irgendwo in Brasilien zu einem Spieleabend dazugehören“, weiß aber, dass viele Spieler erst aufgrund der Kennerspiel-Auszeichnung überhaupt auf Andor aufmerksam geworden sind.

„Es ist ein ganz wichtiger Preis.“

Michael Menzel, Bekanntgabe der Spiel-des-Jahres-Nominees

Die Legenden von Andor sei zwar ein gutes Spiel, so Menzel, ohne die Auszeichnung „merkt das jedoch keiner“. Sein Dank geht daher wenig überraschend auch an die Jury-Mitglieder des Spiel des Jahres e.V. , die jährlich dazu beitraten, dass viele „Küchentischideen“ überhaupt so viele Menschen erreichen könnten.

Harald Schrapers, Vorsitzender der Jury des Spiel des Jahres e.V., blickt auf vier Jahrzehnte zurück, in denen Brettspiele sich „in jeder Hinsicht in riesigen Schritten“ weiterentwickelt haben. Das gelte gleichermaßen für die öffentliche Wahrnehmung, die Zahl der Menschen, die gerne spielen sowie hinsichtlich der Qualität. Rund 100 Spiele hätten in diesem Jahr auf dem Tisch der Jury gelegen, die es in den 80er-Jahren „problemlos auf die Bestenliste geschafft hätten“, so Schrapers. Nun ist die Konkurrenz im modernen Brettspiel-Zeitalter größer – und es sind 26 Titel, die einen der begehrten Listeplätze erreicht haben.

„Das Brettspiel hat eine gesellschaftliche Aufgabe und Verantwortung.“

Harald Schrapers, Vorsitzender Spie ldes Jahres e.V.

Trotz all der technologischen Entwicklungen, die Qualitätsansprüche mit Laufe der vergangenen Jahrzehnte sprunghaft beeinflusst haben, sei es vor allem das Brettspiel, das einen anderen Weg einschlägt: gefertigt immernoch „aus Pappe, Würfeln und Figürchen“ – natürlich mit einigen Ausnahmen, denn auch im Brettspiel-Segment sind angesichts moderner Produktionsprozesse und verfügbarer App-Unterstützung technologische Einflüsse spürbar. Was im Kern der Brettspielentwicklung stand und steht, fasst Schrapers in einem Satz zusammen: „Ein gutes Brettspiel entsteht mit den Spielenden, die am Tisch sitzen“.

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Aus den „genialen Ideen“ der Spieleautoren entwickeln die Spieler durch ihre Interaktionen ihre jeweils persönlichen – vielleicht unvergesslichen – Spielerlebnisse. Das Brettspiel ist auch eine Art ‚deutsche Erfolgsgeschichte: vor 40 Jahren war das Brettspiel deutsch geprägt, mittlerweile sind „Board Games“ international bekannt und beliebt. Das Brettspiel habe eine gesellschaftliche Verantwortung, erläutert Harald Schrapers und fügt an, dass auch der Spiel des Jahres e.V. sich diesem Grundsatz anschließt, um Toleranz und sozialen Zusammenhang zu fördern.

Die Nominierten zum Spiel des Jahres 2019

Besonders pompös sind die ausgewählten Brettspiele für die Nominierungs- und Empfehlungslisten in diesem Jahr nicht, dafür sprechen die Titel völlig unterschiedliche Spielertypen an.

Für das Spiel des Jahres 2019 sind folgende drei Gesellschaftsspiele nominiert:

  • Just One von Ludowig Roudy und Bruno Sautter; Repos Productions/Asmodee
  • LAMA von Reiner Knizia; Amigo Spiele
  • Werwörter von Ted Alspach; Ravensburger

Was nun noch fehlt sind die Spiele der Empfehlungsliste. Jeder der sechs Titel auf dieser Liste hat die Nominierung zum Spiel des Jahres 2018 knapp verpasst. Nichtsdestotrotz sorgen alle Brettspiele auf der erweiterten Empfehlungsliste für großartige Momente auf den heimischen Spieltischen. 

Von der Jury des Spiel des Jahres e.V. ausdrücklich empfohlen werden aus diesem Jahrgang:

  • Belratti
  • Dizzle
  • Imhotep Das Duell
  • Krasse Kacke,
  • Reef
  • Sherlock

Mit eher niedrigen Einstiegshürden, jedoch stets überdurchschnittlicher Spielqualität gelten die Titel auf der Empfehlungsliste als nennenswerte Alternativen zu den Nominierten. Allesamt sind von überdurchschnittlicher Qualität und erfüllen die Ansprüche, die die Jury des Spiel des Jahres e.V. an die „Jahrgangsbesten“ stellt.

Nominiert für das Kennerspiel des Jahres 2019

Neben dem „Spiel des Jahres“, das gemeinhin eher der Kategorie Familienspiel zuzuordnen ist, vergibt der Spiel des Jahres e.V. eine Auszeichnung für besonders anspruchsvolle Brettspiele.

Für das Kennerspiel des Jahres 2019 sind die folgenden Titel nominiert:

  • Carpe Diem von Stefan Feld; Alea Spiele/Ravensburger
  • Detective von Ignacy Trzewiczek Portal; Games/Pegasus Spiele
  • Flügelschlag von Elisabeth Hargraves; Feuerland Spiele
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Wenig überraschend scheinen vor allem die Nominierungen von Flügelschlag und Detective. Ersteres punktete bei den Fans und galt zeitweise sogar ein „Hype“, Detective hingegen überzeugt mit einem spannenden Spielmechanismus, der über „Pappe, Würfel und Figürchen“ hinausgeht.
Für weitere unterhaltsame Stunden sorgen die Spiele auf der Empfehlungsliste der Jury. Auf der „Long List“ für das Kennerspiel des Jahres 2019 stehen die folgenden vier Brettspiele:

  • Architekten des Westfrankenreiches
  • Das tiefe Land
  • Newton
  • Paper Tales

Insbesondere Paper Tales macht seit Langem auf sich aufmerksam. Und auch die übrigen Spieletitel gehen über das hinaus, das durchschnittliche Spieler als Komplexitätsmaßstab ansetzen würden.

Nominiert für das Kinderspiel des Jahres 2019

Nicht nur für Erwachsenen-Spiele werden Hauptpreise verliehen, auch kindgerechte Ideen honoriert der Spiel des Jahres e.V. jährlich mit einer besonderen Auszeichnung: der des Kinderspiels des Jahres.

Die Jury hat die folgenden Titel für das Kinderspiel des Jahres 2019 nominiert:

  • Fabulantica von Marco Teubner; Pegasus
  • Go Gecko Go! von Jürgen Adams; Zoch Verlag
  • Tal der Wikinger von Mari und Wilfried Fort; Haba

Zusätzlich hat die Jury sieben weitere Titel

Auf der Empfehlungsliste befinden sich weitere sieben Kinderbrettspiele:

  • Bauernhof-Bande
  • Concept Kids: Tiere
  • Magic Maze Kids
  • Monsterbande
  • Monster Match
  • Octopus
  • Voll verwackelt

Die Preisverleihung für das Kinderspiel des Jahres 2019 findet am 24. Juni statt.

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About Author

André Volkmann ist Journalist mit Schwerpunkten in den Bereichen Lokalnachrichten und Spiele-Journalismus.

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