Rezension zu Las Vegas Royale von Ravensburger

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Lesezeit: 8 Minuten

Das Spiel Las Vegas wurde von Ravensburger neu aufgelegt. Es beinhaltet die Grundvariante des Vorgängers und für das Hauptspiel einen modularen Aufbau mit neuen Aktionsmöglichkeiten. Zusätzlich erhielt das Spiel ein komplett neues Design. Ob die neue Variante überzeugt, erfahrt ihr in dieser Rezension.


Ein Spiel der Marke alea von Ravensburger

Las Vegas Royale ist eine Neuauflage des beliebten Spiels Las Vegas. Es ist von Autor Rüdiger Dorn und enthält neben des bereits bekannten Grundspiels eine neue Variante namens „Royale“. Es erscheint unter der Marke alea von Ravensburger, unter der überwiegend Spiele mit hohem Wiederspielreiz oder strategischem Anspruch veröffentlicht werden.

„Schlüpft in die Rolle risikofreudiger Zocker, die in der Glitzerwelt von Las Vegas ihr Würfelglück versuchen. Sechs Casinos könnt ihr besuchen, jedes zeigt einen anderen Würfel. Und auch die Geldbeträge, die ihr dort gewinnen könnt, sind verschieden.
Runde für Runde stellen sich euch die gleichen Fragen: Wo die eigenen Würfel platzieren, um fett abzukassieren? Auf welche Casinos setzen die Mitspieler? Und wo könnt ihr einem Kontrahenten vielleicht noch ein nettes Sümmchen entreißen und in die eigene Tasche würfeln?
Doch aufgepasst, so mancher Wettstreit um die fetten Dollars ist schon nach hinten losgegangen – und am Ende freut sich ein lachender Dritter! Es gewinnt, wer nach drei Durchgängen das meiste Geld besitzt.“

Teaser in der Anleitung zu Las Vegas Royale

Gutes Spielmaterial

Die Spieleschachtel beinhaltet neben viel Spielmaterial drei Anleitungen für deutsch, englisch und französisch. Es liegen als Zugabe Plastiktüten zum Befüllen bei. Das Material fühlt sich insgesamt wertig an.

Es ist wenig auszupöppeln. Foto: Melanie Dürbeck

Hauptsächlich besteht das Spiel aus vielen Würfeln, insgesamt 51 Stück, davon sind 35 in den fünf Spielerfarben. Diese sind einfache D6-Würfel. Einer der sieben Würfel eines Spielers ist größer als die anderen. Dieser zählt im Spiel quasi als ein doppelt gespielter Würfel. Die restlichen sieben Würfel, bestehend aus zwei Extrawürfeln und neun Blanko-Würfel, werden erst für die erweiterte Variante benötigt.

Die Blanko-Würfel zeigen keine Zahl an. Die beiden Extrawürfel sind D6-Würfel. Foto: Melanie Dürbeck

Praktischerweise liegt ein Würfelteller bei, der hier Würfelarena genannt wird. Er bildet optisch und praktisch das zentrale Element des Spiels. Es ist aus Plastik, allerdings ist eine Skyline zu sehen, die den Würfelteller trotz des Materials etwas edler aussehen lässt. Zudem wirkt es stabil.

Die Würfelarena besteht zwar aus Plastik, ist aber recht stabil. Foto: Melanie Dürbeck

Ebenso fühlen sich die Papp-Elemente für die sechs Casinos inklusive der Tableaus und Token für das Royale-Hauptspiel fest an. Hier kann nichts so leicht geknickt werden, und das ist wichtig, wenn das Spiel oft auf- und wieder abgebaut wird. Es sind acht Tableaus enthalten, die beidseitig bedruckt sind. Sie enthalten somit 16 zusätzliche Aktionsmöglichkeiten. Die Geldkarten haben eine zufriedenstellende Qualität.

Die Tableaus bestehen aus dickem Papp-Material. Foto: Melanie Dürbeck

Es liegen Jetons aus Plastik bei, die im Spiel zum Aussetzen genutzt werden können, falls dem Spieler sein Wurf nicht gefällt, er aber noch im Spiel bleiben möchte. Jetons werden für gewöhnlich in Las Vegas als Währung fürs Spielen verwendet.

Die Jetons aus Plastik soll an die Spielwährung in Casinos erinnern. Foto: Melanie Dürbeck

Das Material lässt durch die Verwendung von Jetons, aber auch durch die Optik des Spiels mit der Würfelarena, Casino-Feeling aufkommen.

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Fixe Spielvorbereitung

Die sogenannte Würfel-Arena kommt mittig auf den Tisch und darum wird der Ring mit den sechs Casinos gelegt. Jeder Spieler nimmt sich alle sieben Würfel einer Spielerfarbe und zwei Jetons. Zuletzt werden aus dem gemischten Geldkarten-Stapel Karten gezogen. Jeweils zwei werden offen an ein Casino angelegt.

Für den Spielaufbau ist wenig Vorbereitung nötig. Foto: Melanie Dürbeck

Übersichtliches Regelheft und simple Grundregeln

Die Anleitung besteht aus nur acht Seiten. Da vier der Seiten nur die Regeln der einzelnen Tableaus beschreiben, ist nicht viel zu lesen und zu lernen. An sich ist das Regelheft übersichtlich gestaltet und der Leser findet sich schnell zurecht. Den Regeltext an sich empfinde ich als leicht verständlich formuliert.

Das Spielmaterial wird bebildert und mit Angabe der Anzahl dargestellt, um die einzelnen Elemente leichter zuordnen zu können. Foto: Melanie Dürbeck

Positiv fällt auf, dass auf der rechten Seite ein schwarzer Balken gezeichnet ist, in dem sich Kurzanweisungen für das Spiel befinden. Dabei wird sich in diesen Abschnitten nur auf das Wesentliche konzentriert. Das ist hilfreich für Spieler, die das Spiel schon gespielt haben und den Spielablauf grob kennen. Zusätzlich finden sich für Anfänger oder bei Regelunklarheiten genügend Beispiele mit Bebilderungen. Der Einstieg sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene wird also schnell und leicht vonstatten gehen.

Die Anleitung ist gut strukturiert. Foto: Melanie Dürbeck

In der zweiten Hälfte der Anleitung sind die Regeln zu den einzelnen Tableaus vermerkt. Um sich nicht mit zuviel Input zu überladen, würde ich die Abschnitte erst dann lesen bzw. vorlesen, wenn diese Tableaus auch für das Spiel ausgewählt worden sind.

Bei den Erklärungen zu den Tableaus sind Abbildungen aufgedruckt. So findet man sich schneller zurecht und kann fixer nachschlagen. Foto: Melanie Dürbeck

Spielverlauf des Grundspiels

Das Grundspiel ist im Grunde die Variante, die es vorher in der normalen Las Vegas Edition bereits gab. Sie wird als Kennenlernspiel empfohlen. Der Spielverlauf des Hauptspiels Royale wird im nächsten Punkt beschrieben.

Ein Spiel hat drei Durchgänge, die jeweils aus ca. vier bis sechs Würfelrunden bestehen. Der Spieler, der an der Reihe ist, würfelt alle Würfel, die ihm aktuell zur Verfügung stehen. Dafür kann er die in der Mitte platzierte Würfelarena verwenden.

Diese integrierte Würfel-Möglichkeit macht was her.

Der aktive Spieler sucht sich jetzt eine der gewürfelten Augenzahlen aus und nimmt alle Würfel mit der gewählten Augenzahl. Diese muss er nun in dem zugehörigen Casino ablegen. Das geht reihum so lange, bis alle Spieler keinen Würfel mehr zum Werfen haben.

Der Spieler hat die 1er Würfel ausgewählt. Nun liegen quasi vier Einheiten im Miracle-Casino, da der große Würfel doppelt zählt. Foto: Melanie Dürbeck

Nach jedem der drei Durchgänge erfolgt die Auswertung. Als erstes wird in jedem Casino geprüft, ob zwei oder mehr Spieler die gleiche Anzahl an Würfeln platziert haben. Wenn ja, so werden diese aus den Casinos entfernt. Danach erhält der Spieler mit den meisten Würfeln den höchsten Geldbetrag, der mit den zweitmeisten Würfeln die übrige Geldscheinkarte.

Simples Spielprinzip, aber taktische Möglichkeiten

Das Spielprinzip ist im Grunde sehr simpel. Auch wenn es sich um ein Spiel mit hohem Glücksfaktor handelt, so hat man dennoch einige taktische Möglichkeiten.
Eine Maßnahme wäre, am Anfang noch nicht zu viele Würfel einem Casino zuzuweisen, sondern Runde für Runde zu gucken, ob es sich lohnt, dort zu platzieren. Denn die Mitspieler schlafen nicht. In den anderen Casinos gibt es noch Geld zu gewinnen und man hat auch eine Möglichkeit, den zweithöchsten Geldbetrag zu erhalten. Zudem kann man spekulieren, dass sich Spieler gegenseitig “raushauen”, wenn sie die gleiche Würfelanzahl in einem Casino haben.

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Mehr Abwechslung und Casino-Feeling mit dem Hauptspiel Royale

Zu dieser Spielvariante kommen die Tableaus zum Einsatz und werden zufällig den Casinos zugewiesen. Somit erhält jedes Casino eine Aktionsmöglichkeit, die der Spieler aktiviert, sobald er diesem Casino Würfel zuweist. Die Aktionen sind dabei sehr unterschiedlich und bieten mehr Möglichkeiten, an Geld zu kommen oder seine Würfel zu manipulieren. Außerdem wird jede Partie durch den modularen Spielaufbau anders sein. Das Spiel bietet mit dieser Royale-Ausgabe wesentlich mehr Abwechslung als das Grundspiel oder der Vorgänger.

Es wird für den Anfang empfohlen, nur drei Tableaus anzulegen. Fortgeschrittene Spieler dürfen gerne alle Casinos belegen. Foto: Melanie Dürbeck
Wer hier einen Würfel unterbringt, erhält Extras. Foto: Melanie Dürbeck
Wer hier als erster fünf seiner Würfel untergebracht hat, darf sich das 100.000 Dollar Plättchen nehmen. Foto: Melanie Dürbeck

Bilder zu Las Vegas Royale

Infobox

Spielerzahl: 2 bis 5 Spieler
Alter: ab 8 Jahre
Spieldauer: 20 bis 45 Minuten
Schwierigkeit: einfach
Langzeitmotivation: hoch

Verlag: Ravensburger
Autor: Rüdiger Dorn
Erscheinungsjahr: 2019
Sprache: multilingual (deutsch, englisch und französisch)
Kosten: 49,99 Euro

Fazit

Las Vegas Royale verspricht einen schnellen Einstieg durch ein gängiges Regelwerk mit optischen Hilfen in der Anleitung. Dem einen oder anderen Spieler wird das Spiel zu glückslastig sein. Allerdings weiß man durch den prägnanten Titel, was auf einen wartet. Wer mit dem großen Glücks-Element leben kann oder allgemein gerne Würfel-Spiele spielt, der sollte sich auf dieses hier einlassen. Denn Las Vegas Royale bietet Spaß und Spannung. Jede Runde wird aufs Neue das eigene Glück ausgelotet und dennoch kann man taktisch agieren. Die Einstiegshürde ist gering, da die Regeln simpel und die Anleitung gut strukturiert sind.
Las Vegas-Feeling kommt nicht nur durch das Spielprinzip auf, sondern auch durch die optische Gestaltung und das Material. Mit der neuen Royale-Edition kommen neue Aktionselemente, die sich modular immer wieder anders aufbauen lassen. Das gestaltet das Spiel abwechslungsreich und sorgt dafür, dass es gerne auch öfter auf den Tisch gelegt wird. Einziges Manko ist der etwas hohe Preis. Interessenten müssen abwägen, ob es ihnen das wert ist.

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Las Vegas Royale

49,99
7.8

Spielidee

6.5/10

Spielmaterial

7.0/10

Regelwerk

9.0/10

Spielablauf

8.5/10

Wiederspielwert

8.0/10

Pro

  • Für Familien und Wenigspieler geeignet
  • Einsteigerfreundlich
  • Hoher Wiederspielreiz
  • Abwechslungsreich

Con

  • Nicht für jeden Spielertyp geeignet
  • Hoher Preis
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