Kalypso macht Fans glücklich – mit Remakes, Neuauflagen und Port Royale 4

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Lesezeit: 12 Minuten

Der deutsche Publisher Kalypso hat im Vorfeld der Gamescom Geheimniskrämerei betrieben, als es um die Vorstellung des Line-Ups ging. Neben der Konsolenumsetzung zu Tropico 6, Commandos 2 HD und Immortal Realms wurden zwei Titel nicht namentlich genannt – lediglich, dass es sich bei dem einen um ein Weltraumspiel, bei dem anderen Titel um ein Handelsspiel handeln soll, haben die Verantwortlichen verraten. Erste Fans vermuteten zu diesem Zeitpunkt bereits, dass es sich bei dem „Handelsspiel“ um die Fortsetzung zu Port Royal, handeln könnte. Und tatsächlich kündigte Kalypso bereits auf der Eröffnungsshow „Gamescom: Opening Night Live“ Port Royale 4 als Neuheit an. Überhaupt haben die Entwickler aus Worms mit ihren Ankündigungen im Rahmen der Gamescom 2019 überzeugt. Liebhaber von Strategie- und Wirtschaftsspielen erwarten spannende Monate.


Spielemessen und Enthüllungen – für Fans ist das eine explosive Mischung. Wenn die Worte „World Premiere“ auf gigantischen LED-Leinwänden funkeln, bekommen Gamer nicht selten Herzrasen. Nicht immer entpuppt sich die versprochene Weltpremiere dann auch als Überraschung, als Spiel mit Hitpotenzial ohnehin nicht. Und dann gibt es sie doch, die Momente, in denen Spielefans vor Freude Luftsprünge vollführen. So wie im Rahmen der Gamescom-Eröffnungszeremonie, als der Trailer zu Port Royale 4 über die Leinwand flimmerte. Der deutsche Publisher hat auf der Gamescom 2019 gleich mehrere Titel im Gepäck, auf die Fans weltweit sehnsüchtig warten.

Tropico 6: Gewohnt witzig – bald auch auf Konsolen

Dass Tropico 6 den Weg auf die neuste Konsolengeneration schaffen würde, war kein Geheimnis. Spätestens seit dem Release der Preview-Version für Xbox One war klar: die Familiengeschichte der Diktatoren-Dynastie würde in absehbarer Zeit auch auf Next-Gen-Konsolen geschrieben.

Die Präsentation des aktuellen Entwicklungsstandes war kurz, aber sehenswert. Mit Tropico 6 wird vor allem den Augen der Spieler einiges geboten: stimmungsvolle Lichtreflexionen, azurblaues Wasser und detaillierte Landschaften versprechen rein optisch hohe Qualität- auch wenn der grafische Sprung vom Vorgänger auf den aktuellen Serienteil hätte wohl größer ausfallen können.

Spielerisch ist Tropico 6 auf Konsolen wahrscheinlich ebenso eine sichere Bank wie auf dem PC. Grundsätzlich gilt aber für alle Umsetzungen: Diese Art der Strategiespiele lässt sich, ganz klassisch, mit Maus und Tastatur intuitiv und direkt spielen. Den Umweg über das Gamepad müssen Entwickler zunächst hinbekommen, denn wo die Bedienung nicht reibungslos funktioniert, ist auch der Spielspaß weit entfernt. Glücklicherweise funktioniert die Wirtschaftssimulation auf Xbox One und Playstation 4 so gut wie auf dem PC – einige Herausforderungen mussten die Entwickler wohl dennoch meistern. Für die Version für Nintendo Switch können Spieler eine intuitive Touch-Bedienung erwarten, welche die Stärken der Hybridkonsole auszunutzen weiß.

Mit "El Presidente" im Rücken, geht es der Kreuzfahrtindustrie besonders gut. Bild: Kalypso Media

Mit „El Presidente“ im Rücken, geht es der Kreuzfahrtindustrie besonders gut. Bild: Kalypso Media

Was Haemimont Games über Jahrzehnte aufgebaut hat, führt mit Tropico 6 das Entwicklerstudio Limbic Entertainment fort. An der Grundidee hat sich nicht viel verändert. Als Herrscher über einen Inselstaat, lenken Spieler die Geschicke ihrer Untertanen und sorgen dafür, dass ein auch die Sparschweine von „El Presidente“ regelmäßig und großzügig gefüttert werden. Die bewährten Mechaniken aus den Vorgängern greifen allesamt, hinzu kommen neue. Wie angehende Diktatoren ihre Bankkonten füllen, bleibt ihnen überlassen: So werden Wohnhäuser, Farmen und Fabriken errichtet, aber auch Justizvollzugsanstalten verwaltet. Letztere können zu einer lukrativen Einnahmenquelle ausgebaut werden, wenn man seine Insel per Edikt zu einer Strafkolonie umwandelt.

Auch bei Tropico 6 spürt man sofort den klischeehaften Humor der Vorgänger. An Charme hat „El Presidente“ über die Jahrzehnte nichts eingebüßt. Deutlich wird das vor allem in den Szenarien, die Spieler viele Stunden an die Bildschirme fesseln sollen. Geschichten werden bei Tropico 6 durch die Szenarien erzählt, eine zusammenhängende Kampagne gibt es nämlich nicht. Was es dafür gibt sind allerlei verrückte Gegenstände, die Spieler auf ihren Inseln bauen – manchmal auch mit durchaus unlauteren Methoden. Das Kolosseum von Rom oder das Brandenburger Tor in seinem Inselparadies zu errichten ist dank der „Überzeugungskraft“ des Präsidenten kein Problem: Er „leiht“ sich die Bauwerke einfach und schmückt damit seinen Herrschaftsbereich.

Tropico 6 sieht super aus - auch auf Konsolen. Bild: Kalypso Media

Tropico 6 sieht super aus – auch auf Konsolen. Bild: Kalypso Media

Eher in die Kategorie Gimmick gehört der anpassbare Präsidentenpalast. Spieler können ihre Residenz dem eigenen Geschmack entsprechend dekorieren und farblich verändern. Im Solo-Modus hat das keine spielerischen Auswirkungen, im Mehrspielerbereich deuten die Ausbauten des Palastes allerdings auf die Spielzeit hin.
Einfach ist auch der neueste Teil der Tropico-Reihe nicht: Vor allem das Mikromanagement zu Beginn des Spiels, zusammen mit der fast schon dekadenten Fülle an Aktionen, stellt insbesondere Einsteiger vor Herausforderungen. Diese anzunehmen könnte sich aber lohnen: Zumindest wenn Tropico 6 hält, was „El Presidente“ verspricht. Die Konsolenversionen erscheinen am 27. September 2019.

Commandos 2 HD: Remake mit butterweichen Animationen

Mit dem Remake zu Commandos 2 möchte Kalypso hauptsächlich Fans der, schon damals, bockschweren Taktiksimulation verwöhnen. Optisch enorm aufgebohrt, hat das Spiel von damals nichts von seinem Charme verloren. Besonders auffällig sind die überarbeiteten Animationen sämtlicher Charaktere: geschmeidig hangeln, kriechen oder rennen die Kriegsspezialisten über die großen Einsatzkarten.

Rein spielerisch hat sich nichts verändert, verrät Produktmanager Uwe Roth. Auch heutzutage vermögen die mannigfaltigen taktischen Möglichkeiten, Fans stundenlang an ihre Bildschirme zu fesseln. Weil nicht nur alte Hasen, sondern auch Neulinge angesprochen werden sollen, hat Kalypso dem Commandos-Remake ein ausführliches Tutorial spendiert, das weniger erfahrenen Söldnern die unzähligen Spielhandlungen näherbringen soll.

Commandos 2 HD ist mehr als ein reiner Fan-Service. Dank neuem Tutorial werden auch Neulinge behutsam an das bockschwere Spiel herangeführt. Bild: Kalypso Media

Commandos 2 HD ist mehr als ein reiner Fan-Service. Dank neuem Tutorial werden auch Neulinge behutsam an das bockschwere Spiel herangeführt. Bild: Kalypso Media

Trotz hilfreicher Tipps richtet sich jedoch auch das Remake eher an Experten als an Anfänger. Nicht zuletzt liegt das in den fast schon überladen wirkenden Taktiken, die Spieler zu ihren Gunsten nutzen können. Die Vielfalt an ausrüstbaren und einsetzbaren Gegenständen stellt Einsteiger vor Herausforderungen, führt bei Veteranen jedoch dazu, dass Einsätze immer wieder neu – und dann anders – gespielt werden können.

Wer Commandos 2 HD spielen will benötigt weder gute Hardware noch schnelle Reaktionen, sondern sogenannte Softskills – Geduld gehört unbedingt dazu. Die Sichtfelder von Gegner auszukundschaften und tote Winkel geschickt auszunutzen, ist der Schlüssel zum Missionserfolg. Und wo keine toten Winkel vorhanden sind, müssen Kommandeure sich durch taktische Handlungen welche schaffen.
Erscheinen soll Commandos 2 HD Ende des Jahres 2019. Näher eingrenzen konnte Uwe Roth den Veröffentlichungszeitraum nicht.

Praetorians HD: Stressfreie Römer-Schlachten 

Weil Remakes angesagt sind, hat Kalypso einem weiteren Klassiker eine Auffrischungskur verpasst: Praetorians. Unter dem Namen „Praetorians HD Remaster“ veröffentlicht der Publisher ein Strategiespiel, das Spieler Truppen durch das Alte Rom manövrieren lässt. Auch hier gilt: Spielerisch viel verändert hat sich bei dem Remaster zum Original nicht, die Verbesserungen liegen viel mehr im Bereich der Optik – und bei der Bedienbarkeit.

Irgendwo angesiedelt zwischen Titeln der Total-War-Reihe und Age of Empires, schicken Spieler ihre Prätorianer in einem angenehmen Tempo über die Maps, heben gegnerische Stellungen aus und errichten eigene Basislager. Immer im Blick sollten sie dabei ihre Ressourcen, insbesondere ihre Truppenstärke, haben. So können auch kampferprobte Prätorianer zu Bauleuten umfunktioniert werden, dann verlieren sie allerdings enorm an Kampfkraft – die ursprüngliche maximale Truppenstärke bleibt dennoch bestehen. Hinter Praetorians HD steckt mehr, als man auf den ersten Blick vermuten würden.

Die Grafik ist zweckmäßig: Praetorians HD überzeugt eher spielerisch. Bild: Kalypso Media

Die Grafik ist zweckmäßig: Praetorians HD überzeugt eher spielerisch. Bild: Kalypso Media

Seine Truppen blind in Gegnerhorden laufen zu lassen, endet meistens ebenso in einer Niederlage, wie der Verzicht auf das Auskundschaften. Wer bei Praetorians HD erfolgreich sein will, muss sich und seine Strategien dem Spieltempo unterwerfen. Gebiete wollen erkundet , Truppen taktisch klug positioniert und Formationen geschickt ausgenutzt werden. Praetorians HD verursacht keinen Stress, ist aber spannend und durchaus anspruchsvoll.

Liebhaber simpler Hau-drauf-Taktiken oder Massenschlachten dürfen das Remake getrost ignorieren, Echtzeitstrategen, denen es auf pfeilschnelles Button-Pressing für das richtige Micromanagement ankommt,  ebenso. Wer sich in strategische Schlachten ohne Ressourcen-Sammelei stürzen möchte, ist bei Praetorians HD so gut aufgehoben wie das Gladius in den Händen eines Prätorianers. 

Eine clevere Truppenaufstellung und Scouting sind die Schlüssel zu Missionserfolgen. Bild: Kalypso Media

Eine clevere Truppenaufstellung und Scouting sind die Schlüssel zu Missionserfolgen. Bild: Kalypso Media

Stattdessen wächst die Mannschaftsstärke mit der Anzahl der eroberten Dörfer. Städte einzunehmen ist in dem Klassiker der Pyro Studios daher nicht nur Missionsziel, sondern auch zielführend. Und in den Schlachten doch ein wenig Hektik aufkommt, muss man sich um seinen Kommandanten kümmern. Dieser sorgt nicht nur für passive Boni, sondern auch dafür, dass Spieler noch besser auf die richtige Positionierung ihrer Truppen achten: stirbt der General, strecken die eigenen Truppen die Waffen. Heißt: Die Mission ist verloren.

Mit drei wählbaren Fraktionen stürzen Spieler sich zudem in Multiplayergefechte: Römer, Gallier und Ägypter. Spielen sollen sich alle drei Parteien völlig unterschiedlich. Römer setzen auf eine starke Defensive, Gallier haben dagegen offensiv mächtig was auf dem Kasten – und mit den Ägyptern lassen sich schnelle Zerg-ähnliche Taktiken umsetzen. 

Eine echte Schönheit ist auch das Remaster von Praetorians nicht geworden, spielerisch überzeugt Praetorians HD dagegen allemal. Wie bereits Commandos 2 HD, richtet sich auch dieses Spiel eher als Genre-Kenner, die ein Echtzeit-Strategiespiel mit knackigem Schwierigkeitsgrad und Tiefgang erwarten. Auch dieser Titel soll Ende 2019 erscheinen.

Immortals Realms: Vampire Wars – Charmoffensive für Blutsauger

Irgendwo zwischen Heroes of Might and Magic und Battleforge finden die Vampir-Kriege von Immortals Realms wohl statt. Das Rundenstrategiespiel ist eine der Neuankündigungen von Kalypso auf der Gamescom 2019 gewesen, zuvor hatte der Publisher das Spiel bereits auf der E3 vorgestellt. Verantwortlich für die Entwicklung ist das schwedische Studio Palindrome Interactive. 

Bei Immortals Realms: Vampires Wars lenken Spieler die Geschicke ihrer Vampir-Kaste. Sie ziehen Truppen von Sektor zu Sektor und verbraten dabei eine festgelegte Anzahl an Aktionspunkten. Jede Aktion kostet Punkte: Bewegungen, Beanspruchungen von Provinzen, Gebäudebau, sogar Rekrutierung. Zusätzlich Twists bringt eine Kartenmechanik in das Spiel. Über spezielle Spielkarten können Vampirherrscher Sonderaktionen ausführen, etwa kostenlose Einheiten generieren oder zusätzliche Aktionspunkte für eine Runde erzeugen. Karten lassen sich zudem aufwerten – dann wählen Spieler jeweils eines aus drei eingeblendeten Upgrades.

Schrittweise erobern Spieler Provinzen. Bild: Kalypso Media

Schrittweise erobern Spieler Provinzen. Bild: Kalypso Media

Kommt es zu einem Kampf, wechselt das Spiel zu einer taktische Ansicht. Dort dürfen Spieler, ähnlich wie im Klassiker Heroes of Might and Magic, zunächst ihre Truppen aufstellen und anschließend – nach einer festgelegten Zugreihenfolge – einsetzen. Auch dort lassen sich Spezialfähigkeiten durch Karten auslösen, Zauber beispielsweise. Doch nicht nur die Anführer sind starke Kämpfer, auch die Standardeinheiten besitzen individuelle Fertigkeiten, die sich taktisch nutzen lassen. Dass die Vor- und Nachteile der Einheitentypen nach einem Stein-Schere-Papier-System funktionieren, erscheint fast unnötig zu erwähnen. 

Das Grundthema ist durchaus streitbar. Vampire sind heutzutage – nach zwischenzeitlichen Hypes um abertausende Vampir-Love-Stories – noch so spannend wie ein Fußballspiel zwischen Real Madrid und dem FC Wanne-Eickel, dennoch sind die Bemühungen des jungen Entwicklerstudios durchaus lobenswert. Vielleicht ist es Zeit, Vampire wieder salonfähig zu machen – und Immortal Realms: Vampire Wars bietet dafür gute Voraussetzungen. Dank Unity Engine macht das Spiel optisch einen guten, wenn auch keinen herausragenden Eindruck. Immerhin: die gezeichnet Zwischensequenzen sind charmant.

Die Kartenmechanik ist durchaus spannend. Herrscher bringen dabei jeweils individuelle Kartendecks mit. Bild: Kalypso Media

Die Kartenmechanik ist durchaus spannend. Herrscher bringen dabei jeweils individuelle Kartendecks mit. Bild: Kalypso Media

Im Mittelpunkt steht ein Kampagnen-Modus mit einer Story, die Spieler rund 20 Stunden lang unterhalten soll. Hinzu kommen einzelne Gefechte gegen die KI. Ein Mehrspielermodus ist derzeit nicht vorgesehen. Bereits im Herbst wird Immortal Realms: Vampire Wars für PC erscheinen, im Frühjahr dürfen dann auch Konsolenspieler auf der Playstation 4, Xbox One und Nintendo Switch ran.

Spacebase Startopia: Siedeln im All

Mit dem Aufbauspiel Spacebase Startopia haben Kalypso und die Realmforge Studios einen Titel im Portfolio, der Fans humoriger Wirtschaftssimulationen anspricht. Das Videospiel vermischt Aufbauelemente mit Wirtschaftskreisläufen und fügt eine Prise „Die Sims in Space“ und Echtzeitscharmützel hinzu. Die Basis für den Titel wurde bereits 2001 gelegt – in diesem Jahr erschien nämlich das Original.

Spieler verwalten eine intergalaktische Raumstation, auf der sich Aliens aus dem gesamten Weltall herumtreiben. Ein schönes Detail: die ringförmige Raumstation fühlt sich beim Scrollen auch genauso an. Und so errichtet man als Stationsverwalter Wohn- und Vergnügungsräume, stellt die Krankenversorgung der Aliens sicher und sorgt dafür, dass auch der Müll ordnungsgemäß entsorgt wird. Müll ist einer der wichtigsten Rohstoffe in der spacigen Aufbausimulation, die mit Witz nicht geizt.

Hinter Spacebase Startopia verbirgt sich ein durchaus komplexes Wirtschafts- und Ressourcensystem. Im Kern geht es jedoch darum, die verschiedenen Bedürfnisse der Alienrassen zu befriedigen. Und während einige gern tanzen – jede Alienrasse hat dabei ihren eigenen Tanzstil – verbringen andere ihre Zeit mit anderen Freizeitaktivitäten.

Spacebase Starpoint sieht "live" noch charmanter aus als auf den Screenshots. Bild: Kalypso Media

Spacebase Starpoint sieht „live“ noch charmanter aus als auf den Screenshots. Bild: Kalypso Media

Im Mittelpunkt des Stationsmanagements stehen simple Arbeiter, die – mal mehr, mal weniger eifrig – die Grundaufgaben verrichten, darunter Gebäudebau oder Müllsammeln. Weil Arbeiter nicht immer dort hinlaufen, wo sie auch hinlaufen sollen, müssen Spieler manchmal händisch nachhelfen und die Arbeiter in bester Dungeon-Lords-Manier an den richtigen Ort verfrachten. Aufmerksamkeit ist stets gefragt, wenn es darum geht, die Stationsabläufe aufrecht zu erhalten. Nur dann nämlich lässt sich die Station auch erweitern.

Der spielerische Fokus liegt klar auf eine Kampagne, aber auch ein freies Spiel ist möglich, theoretisch mit unendlicher Spielzeit, praktisch endet auch diese Partie: wenn die Station vollständig ausgebaut und besiedelt ist und alle Abläufe funktionieren, gibt es für Spieler nur noch wenig zu tun. Rund zehn Level und etwa 15 Stunden Spielzeit gibt Kalypso Media bezüglich des Umfangs an.
Für Abwechslung sorgt vielmehr der Mehrspielermodus. Statt auf getrennten Space-Stationen, spielen alle gemeinsam auf einem Ring. Dass es dabei zu Auseinandersetzungen kommt, wenn es darum geht, sein „Hoheitsgebiet“ zu vergrößern, ist keine Überraschung – und genau so vorgesehen. Kommt es zu Konflikten, werden diese in Echtzeitscharmützeln entschieden. Bis zu vier Spieler siedeln gleichzeitig und gegeneinander auf einer Station.

Ohne sie geht auf der Raumstation nichts: die Arbeiter. Bild: Kalypso Media

Ohne sie geht auf der Raumstation nichts: die Arbeiter. Bild: Kalypso Media

Insgesamt präsentierte sich Spacebase Startopia als augenscheinlich einsteigerfreundliches, aber tiefgängiges Aufbauspiel. Optisch überzeugt der Titel durch seinen hohen Knuddel-Faktor. Die Aliens bei der Arbeit und ihren Freizeitaktivitäten zu beobachten, macht Spaß. Überall auf der Station wuseln die „extraterrestrischen Siedler“ herum – dabei stellen sie sich mal mehr, mal weniger clever an. Auf insgesamt drei Decks – Sub-Deck, Bio-Deck, Fun-Deck – müssen angehende Space-Captains so einiges beachten, damit aus einem leeren Schrotthaufen eine lebendige Raumstation wird. Für noch mehr Spannung sorgen Angriffe von Weltraumpiraten, die selbstverständlich abgewehrt werden müssen.

Gehandelt werden dürfen überschüssige Güter übrigens auch – dann an dem Raumhafen, den die Spieler auf ihrer Station errichten. Dort docken dann immer wieder mal Händler an, die Waren anbieten und ankaufen. Ressourcen-Management und vorausschauende Handelsstrategien sind bei Spacebase Startopia unerlässlich. Spacebase Startopia erscheint für PC, Xbox One, Playstation 4 und Nintendo Switch – und zwar nach Angaben von Kalypso im dritten Quartal 2020.

Port Royal 4: Die Weltpremiere!

Die exklusive Ankündigung von Port Royale 4 auf der Gamescom 2019 ließ Fan-Herzen höher schlagen. Mit dabei ist alles, was Handelsexperten auch nur entfernt von einer tiefgründigen Wirtschaftssimulation erwarten würden: vier Einzelspielerkampagnen in den Rollen der Kolonialmächte England, Frankreich, Spanien und den Niederlanden, 50 verschiedene Gebäude, 18 Schiffstypen und 25 Güter. Taktische Rundenkämpfe gibt es auch – diese lassen sich auf Wunsch sogar vollständig simulieren. Der Fokus des Spiels liegt klar auf dem Aufbau eines effizienten Wirtschaftskreislaufs. 

Wie Spieler ihre Partie bestreiten wollen, entscheiden sie weitestgehend selbst: Diplomatie oder Krieg sind echte Alternativen zum Handel, keine bloß aufgesetzten Gimmicks. Nach der Wahl einer Nation samt Hauptcharakter (unterschiedliche Fähigkeiten bringen Vorteile und Nachteile), geht es schon los. Langeweile dürfte schon angesichts der angekündigten Zufallsereignisse kaum aufkommen – immer wieder wird der Spieler zu Aktionen gedrängt. 

Die Grafik ist noch nicht final, sieht aber bereits sehr gut aus. Bild: Kalypso Media

Die Grafik ist noch nicht final, sieht aber bereits sehr gut aus. Bild: Kalypso Media

Um Ruhm und Ansehen bei dem jeweils heimischen Herrscher zu mehren, müssen Spieler gnadenlos Profit machen. Das gelingt nicht nur durch cleveres Handeln von Gütern, sondern auch durch das Anlegen von zeiteffizienten Handelsrouten. Wo die Schiffe lang fahren, entscheiden Spieler – natürlich unter Berücksichtigung der Windverhältnisse. Wer seine Schiffe mit dem Wind segeln lässt, spart Zeit und gelangt schneller in die Häfen, wo dann Waren an- und verkauft werden. Auf Wunsch können Handelsaktionen automatisiert werden – sinnvoll, denn die Flotte wird stetig größer. 

Die Kartengröße bestimmt bei Port Royale 4 den Schwierigkeitsgrad, erzählt der Creative Director der Gaming Minds Studios, Daniel Dumont. Je größer die Karte, desto größer ist die Auswahl an anfahrbaren Häfen. Das mache es leichter Waren zu handeln, weil stets Häfen verfügbar sind. Kriege um Häfen entbrennen zwangsläufig – auf kleineren Karten erst recht. 
Sämtliche Inseln lassen sich stufenlos zoomen, und zwar bis auf das „Siedler-Level“. Jene kleine Pixelgestalten mit ihren individuellen Bedürfnissen, zeigen Spielern, welche Güter in welchem Ausmaß herangeschafft werden sollten. Der stufenlose Zoom sieht zudem nicht nur super aus, sondern hilft auch spielerisch, etwa um die Flottenbewegungen im Blick zu behalten.

Der stufenlose Zoom: Von der Inselansicht bis auf das Siedler-Level können Spieler die Kamera frei bewegen. Bild: Kalypso Media

Der stufenlose Zoom: Von der Inselansicht bis auf das Siedler-Level können Spieler die Kamera frei bewegen. Bild: Kalypso Media



Im Städtebau-Modus müssen Spieler dann ihre Siedlungen erreichten und Produktionslinien clever vorausplanen. Jede Nation hat dabei ureigene Geschäftsfelder. Neue Lizenzen müssen beim Vizekönig gekauft werden, etwa wenn Bier produziert werden soll. Ohnehin seien Produktion und Handel eng miteinander verknüpft, verrät Daniel Dumont: Wer Bier brauchen will, benötigt nicht nur entsprechende Gebäude, sondern auch die richtigen Ressourcen in den benötigten Mengen. Erfahrene Spieler können nahezu jedes Detail optimieren, um einen „perfekten Wirtschaftskreislauf“ aufzubauen. Gebäude einfach irgendwo zu platzieren, ist kaum eine gute Idee. „Gebäude beeinflussen sich gegenseitig“, sagt Dumont und erklärt dann, was er damit meint. SO wollen Inselbewohner meistens ungern neben Bauten leben, die Lärm erzeugen. Auch große Produktionsstätten sind bei Nachbarn eher unbeliebt. Gut kommen dagegen Kirchen an. 

Port Royale 4 präsentiert sich als enorm komplexe Handelssimulation, die sich vor allem mit cleveren Neuerungen auf dem Markt behaupten will – etwa das Wind-System. Auch wenn die Grafik, nach Angaben von Dumont, noch nicht final ist, sieht Port Royale 4 bereits jetzt enorm gut aus. Etwas Zeit für Überarbeitungen bleibt des Entwicklern noch: Port Royale 4 soll im zweiten Quartal 2020 für PC, Playstation 4 und Xbox One erscheinen.

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André Volkmann ist Journalist mit Schwerpunkten in den Bereichen Lokalnachrichten und Spiele-Journalismus.

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