Spielvorstellung: Crimson Company – Ein Brettspiel von Dario Reinhardt und Fabian Fischer

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Lesezeit: 5 Minuten

Es gibt Brettspiele, die einfach unter dem Radar fliegen und, zu Unrecht, noch relativ wenig Beachtung finden. Fragt man in Foren und Gruppen nach zwei Personen Spielen, fallen meist gängige Titel, und bisher ist Crimson Company noch nicht dabei. Warum das nicht so bleiben sollte, erzähle ich in dieser Spielvorstellung.


Crimson Company ist ein 2-Personen-Spiel von Fabian Fischer und Dario Reinhardt, welches Anfang 2019 per Kickstarter realisiert und im Oktober bereits ausgeliefert wurde. Im Kern ist Crimson Company ein Duell Spiel, das vor allem durch seine einfachen Grundregeln, bei großer taktischer Spieltiefe besticht. Wir spielen dabei 2 verfeindete Edelleute in einem mittelalterlichen, leicht Fantasy-artigem Setting. Ziel ist es von drei Burgen, zwei zu Erobern. Dafür stellen wir uns aus einer Reihe von Söldnern Truppen zusammen. Eine Partie dauert dabei ca. 30 Minuten, so dass man auch schnell zu einer Revanche herausgefordert werden kann.

So funktioniert Crimson Company:

Der Spielaufbau geht ganz schnell von der Hand. Die drei Burgkarten werden in der Mitte ausgelegt. Das Deck mit den Charakterkarten gemischt und vier Karten werden offen zwischen den Spielern platziert. Die oberste Karte des Charakterstapels wird offen daraufgelegt. Der Münzvorrat wird bereitgelegt, und der Startspieler bekommt drei Münzen, der zweite Spieler vier Münzen.

Ziemlich übersichtlich: Crimson Company läuft in vier Phasen ab. Foto: Marco Troschka

Ziemlich übersichtlich: Crimson Company läuft in vier Phasen ab. Foto: Marco Troschka

Dann wird abwechselnd in Zügen gespielt, wobei jeder Zug aus vier Phasen besteht. In der Einkommensphase (Phase 1) gilt: Der Spieler, der am Zug ist, bekommt drei Münzen. Anschließend wird rekrutiert (Phase 2): Der Spieler, der am Zug ist, legt mindestens eine seiner Münzen auf eine der 4 Karten aus dem „Angebot“. Nun hat sein Gegner zwei Optionen. Entweder er bezahlt den Spieler aus, das bedeutet er verdoppelt die Anzahl der Münzen auf der Karte und der Spieler, der am Zug ist, bekommt die Münzen und sein Gegner die Karte. Oder der Gegner passt und der Spieler, der am Zug ist, bekommt die Karte. Wichtig dabei: Die Karte wird noch nicht ausgespielt.

Unter anderem die Münzen sind Bestandteil der Deluxe-Variante. Foto: Marco Troschka

Unter anderem die Münzen sind Bestandteil der Deluxe-Variante. Foto: Marco Troschka

Dann folgt die Einsatz-Phase (Phase 3): Der Spieler, der am Zug ist, spielt alle seine rekrutierten Karten, in beliebiger Reihenfolge, in die „Lanes“ (die Reihen vor den Burgen) aus. Dabei kann es sein, dass einer der vielfältigen Karteneffekte aktiviert wird.

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Anschließend wird gewertet (Phase 4): Nun wird kontrolliert ob in einer der Lanes vier oder mehr Karten liegen. Ist dies der Fall wird diese Lane gewertet. Hierfür wird die Stärke der eigenen Karten, ausgedrückt durch Zahlen auf den Karten, zusammengerechnet. Der Spieler mit der größeren Gesamtstärke gewinnt die Wertung und nimmt die Burg ein.

Die Züge inklusive aller Phasen werden so lange abwechselnd gespielt, bis ein Spieler zwei Burgen eingenommen hat.

Die Besonderheit des Spiels: Fairness und Berechenbarkeit

Die taktische Tiefe kommt vor allem durch die verschiedenen Charakterkarten und ihre Effekte ins Spiel, die zu ganz verschiedenen Zeitpunkten ausgelöst werden können. So kann es sein, dass Karten es mir erlauben, beim Ausspielen die Karte meines Gegners zu zerstören, oder dass eine Karte mir einen Vorteil verschafft in meiner Einkommensphase. Insgesamt gibt es 30 verschiedene Charakterkarten, mit unterschiedlichen Fähigkeiten.

So kann es sein, dass Karten es mir erlauben, beim Ausspielen die Karte meines Gegners zu zerstören, oder dass eine Karte mir einen Vorteil verschafft in meiner Einkommensphase. Insgesamt gibt es 30 verschiedene Charakterkarten, mit unterschiedlichen Fähigkeiten.

Die Idee der beiden Designer war es, laut eigenen Aussagen, ein faires Karten spiel für zwei Spieler zu entwickeln, das vor allem auf das Können der Spieler bestimmt wird und nicht durch Glücksfaktoren, oder Zufälle. Und das ist den Beiden wirklich gut gelungen. Man gewinnt und verliert nicht durch Pech, weil die falschen Karten aufgedeckt wurden. Gewinn und Verlust hängt einzig und allein von den eigenen Spielentscheidungen ab. Wobei gesagt sein muss, dass das gemischte und immer wieder unterschiedlich ausgespielte Deck, auch immer genügend Wiederspielbarkeit bietet.

Optische eindrucksvoll: Die Illustrationen der Karten sind gelungen. Foto: Marco Troschka

Optisch eindrucksvoll: Die Illustrationen der Karten sind gelungen. Foto: Marco Troschka

Crimson Company ist hochgradig kompetitiv und ein sehr spannendes Kopf an Kopf Rennen. Eine Besonderheit ist die offene Auslage und das die nächste Karte, die in die Auslage kommen wird, immer bereits bekannt ist. So muss man sich immer sehr genau mit den Möglichkeiten der Karten beschäftigen, um dann mit dem cleveren Biet Mechanismus abzuwägen, welche Karte ich haben will, oder vielleicht auch, welche Karte ich meinem Gegner nicht gönne, da der Effekt viel zu stark wäre. „Lege ich so viele Münzen auf eine Karte, damit er mich nicht ausbezahlen kann, oder will er vielleicht eine ganz andere Karte und ich bezahle viel zu viel“. Das sind Gedanken, die einem während des Spielens durch den Kopf gehen können.

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Außerdem muss ich an dieser Stelle das stimmige Artwork auf den Karten loben. Alle Zeichnungen sind für mich ein Hingucker. Auch die Designentscheidung, die Kartentexte auf beiden Seiten der Karten lesbar zu machen finde ich toll.

Die Fähigkeiten der Charakterkarten sind eindeutig beschrieben. Foto: Marco Troschka

Die Fähigkeiten der Charakterkarten sind eindeutig beschrieben. Foto: Marco Troschka

Ein einziger Kritikpunkt bleibt für mich ist, dass das Thema trotz des schönen Artworks auf der Strecke bleibt, da man sehr mit den Karteneffekten und Werten beschäftigt ist und so eher eine abstrakte Spielweise gefördert wird. Mich fasziniert einfach, dass die Designer es geschafft haben, mit 30 Spielkarten solch eine taktische Tiefe, bei gleichzeitig geringer Spieldauer zu erzeugen. Eine Runde ist schnell gespielt und mit dem Wissen um die Fähigkeiten der Karten, nehmen auch meine Fähigkeiten zu. Gleichzeitig kann das Spiel sehr schnell erlernt werden.

Pro

- schneller Aufbau
- kurze Spieldauer
- einfache Regeln
- geringer Platzverbrauch

 

Con

- Thema bleibt ein wenig auf der Strecke

 

Ich bin froh, dass genau solche Projekte auf Kickstarter verwirklich werden können und auch unbekannte Designer so ihre großartigen Ideen verwirklichen können.
Für alle, die mit dem Titel liebäugeln: Bisher gibt es das Brettspiel nur im Direktvertrieb über die offizielle Webseite zu kaufen. Ihr erreicht den hauseigenen Shop der Crimson Company unter  www.crimsoncompany.cc/shop/.

Am 29. Oktober startet eine neue Kampagne für eine Erweiterung auf Kickstarter. Zusätzlich kann man das Spiel auch auf der SPIEL’19 in Essen testen (Halle 4 / 4L114).

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