Warcraft 3 Reforged: Kritik der Spieler reißt nicht ab – Rückerstattungen und Betrugsvorwürfe

Lesezeit: 4 Minuten

Lange haben Fans gewartet, am 29. Januar war es soweit: Warcraft 3 Reforged, das Remake zum Echtzeitstrategiespiel Warcraft 3, ist veröffentlicht worden. Statt Freude herrscht bei den Spieler jedoch Frust – und jede Menge Wut auf Blizzard. Von Betrug ist die Rede, viele Spieler fordern Rückerstattungen und in den USA werden Forderungen nach einer Sammelklage laut. Aber woher kommt der Unmut der Fans überhaupt? 


Der Release von Warcraft 3 Reforged ist ein Paradebeispiel für zu hohe Erwartungen, angefeuert durch Blizzard selbst. Spieler laufen Sturm gegen die Kalifornier, machen ihrem Unmut in Community-Foren und auf Metacritic Luft. Dort ist eine Dislike-Welle über Warcraft 3 Reforged gerollt, der User-Score liegt bei 0.5 bei über 16.000 abgegeben Wertungen. Damit ist Warcraft 3 Reforged dort das PC-Spiel mit dem niedrigsten User-Score – diesen „Ruhm“ hätte Blizzard vermutlich gern vermieden. 

Warcraft 3 Reforged: Spieler fordern Rückerstattungen

Blizzard hat sich mittlerweile sogar bei den Fans entschuldigt. Und tatsächlich: Gänzlich unschuldig ist Blizzard an der Misere nicht. Ja, die Entwickler haben Warcraft 3 Reforged als „völlige Neuschöpfung“ beworben, grundlegende Veränderungen sind in dieser Benennung also enthalten.

Dennoch: Das Fehlen von Features und das offensichtliche Herunterschrauben der Grafik sind vermeidbare Gründe gewesen. Alternativ hätte man Fans über derartige Veränderungen informieren können, bevor das Spiel tatsächlich veröffentlicht wird. Der Shitstorm wurde nicht dadurch ausgelöst, dass Warcraft 3 Reforged per se ein schlechtes Spiel wäre, vielmehr ist es die Kombination aus enttäuschten Erwartungen und einer schlechten Informationspolitik.

Game Designer Matt Morris hat auf Twitter auf Äußerungen der Fans reagiert. Er entschuldigte sich dafür, dass die Erwartungen nicht erfüllt worden sind, kündigt aber gleichzeitig an, dass man „hart daran arbeiten werde, das Spiel weiterhin zu verbessern“.
Weil Einsicht bekanntlich der beste Weg zur Besserung ist, könnte Blizzard mit Warcraft 3 Reforged noch die Kurve kriegen – nicht innerhalb weniger Tage, aber zumindest in absehbarer zeit. Sofern regelmäßige Patches geliefert werden, die den Fans tatsächlich deutlich machen: „Wir arbeiten hart an der weiteren Verbesserungen.“
Fans finden: In einige Teilen ist die Neuschöpfung zu nah dran am Original. Bildrechte: Blizzard Entertainment

Fans finden: In einige Teilen ist die Neuschöpfung zu nah dran am Original. Bildrechte: Blizzard Entertainment

In erster Linie ärgern Fans sich über offensichtliche Unterschiede zur Demo. Das Interface hat sich erkennbar verändert, für viele Fans nicht zu einem Vorteil. Auch die Inszenierung der Zwischensequenzen kam mit Release von Warcraft 3 Reforged nicht gut an. Das Echtzeitstrategiespiel erntete harsche Kritik. Statt schöner Kameraeinstellungen inklusive ansehnlicher Nahaufnahmen, gibt es seit Release die platten „old school“-Einstellungen – nicht wirklich zeitgemäß und zu nah dran am Original. Andere Sequenzen fehlen gänzlich. Für einige Spieler war das Grund genug, Blizzard irreführende Werbung oder sogar Betrug vorzuwerfen. 
Was Spieler wütend macht, sind die unzähligen Details und Features, die – völlig ohne öffentliche Informationen – aus dem Spiel entfernt, noch nicht implementiert oder konzeptionell ignoriert worden sind oder sein sollen:
  • Das User-Interface ist nicht neu
  • Es gibt keine neuen Kampagnen
  • Die Cut-Scenes sind nicht aufpoliert worden
  • Die Bewegungen der Einheiten sind bei 20 FPS gedeckelt
  • Die Story wurde nicht überarbeitet
  • Fehlanzeige von Custom Lobbys
  • Schlechte Lokalisation
  • Das Fehlen von Multiplayer- oder Online-Features, darunter automatisierte Turniere, Clans und Profile
  • Das fehlende Ladder-System
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Es krankt derzeit an vielen Ecken bei Warcraft 3 Reforged. Dennoch sind nicht alle Kritikpunkte der Fans nachvollziehbar. Neue Kampagnen etwa – die hatte Blizzard nie direkt versprochen, kritisiert wird das Fehlen dennoch. Auch, dass nicht alle Inhalte und Features es in die finale Version von Warcraft 3 Reforged schaffen würden, stand bereits im Vorfeld fest. 

Refunds bei Warcraft 3 Reforged: Blizzard ist kulant

Der Unmut der Fans reißt auch einige Tage nach dem Release nicht ab, im Gegenteil: Viele Spieler drängen auf Rückerstattungen und wollen erst zum Spieler zurückkehren, wenn die Qualität stimmt. Blizzard zeigt sich überwiegend kulant bezüglich der Rückerstattungen, selbst dann, wenn Spieler Warcraft 3 Reforged bereits gestartet haben. Die Reaktionszeiten auf die Tickets liegen bei rund 24 Stunden, auch wenn eine längere geschätzte Wartezeit für die Bearbeitung angegeben wird.

Rückerstattung bei Blizzard: So funktioniert es

Um eine Rückerstattung zu beantragen für der Weg immer über die offizielle Hilfe-Seite des Battle.net. Dort gilt es, sich zunächst in den Account einzuloggen, anschließend muss in der Auswahl das betreffende Spiel ausgewählt werden, für das die Rückerstattung beantragt werden soll.

Auf der nun folgenden Seite kann eine Begründung angegeben werden; ein Muss ist das aber nicht. Dann klickt auf „Ich will das Problem lieber kategorisieren“. Als Kategorie muss „Zahlung“ ausgewählt werden, in dem darauf folgenden Auswahlmenü haben Spieler die Wahl zwischen dem Widerrufsrecht und einer Erstattung des Einkaufs.

Innerhalb der Widerrufsfrist wählt ihr Widerruf und erhaltet das Geld so automatisch zurück. Funktioniert das nicht mehr, ist die Kaufpreiserstattung der Weg der Wahl. Läuft der Prozess nicht automatisiert durch, klickt ihr „Ich brauche weitere Hilfe“. In diesem Fall schildert ihr euer Anliegen einem Kundenbetreuer, der sich dann melden wird.

Durch das kulante Verhalten und die damit einhergehenden Umsatzeinbußen zeigt Blizzard deutlich: Wir haben euch verstanden. Gleichzeitig vermutlich aber auch: Wir überzeugen euch zukünftig davon, zurückzukehren.

So negativ wie die Bewertungen der Spieler, fallen die der Kritiker nicht aus. Erste Tests zu Warcraft 3 Reforged bescheinigen dem Echtzeitstrategiespiel zumindest solide Wertungen. Das Fehlen von Features wird dennoch oft moniert.

Den Glanz als Hit-Schmiede hat Blizzard nach dem Desaster möglicherweise verloren. Nach dem Diablo-Fehltritt, scheint die Causa „Warcraft 3 Reforged“ dem ganzen nun eine Krone aufzusetzen. Spieler, aber auch einige Medien, prügeln auf die Entwickler ein. Bei aller berechtigter Kritik gilt allerdings: Auch Blizzard darf Fehler machen – muss es vielleicht sogar.

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