Betrug mit Steam-Guthabenkarten ist keine neu Masche, dennoch werden immer wieder Menschen Opfer perfider Tricktäter, die sich durch sogenanntes Spoofing bereichern wollen. Daher steckt, am Telefon – oder per E-Mail – eine falsche Identität vorzugeben, um so an vertrauliche Informationen zu gelangen. Bei dem Code-Karten-Betrug haben Täter freigerubbelte Codes im Visier, die von Betrugsopfern fernmündlich durchgegeben und von den Täter eingelöst werden. Mitunter entstehen so hohe Schäden.   


Bereits seit rund sechs Jahren warnt die Polizei unermüdlich vor dem sogenannten Spoofing. „Dahinter verbergen sich Betrüger, die mithilfe einer vorgetäuschten Rufnummer eine falsche Identität vorgeben, um an vertrauliche Informationen zu gelangen und sich rechtswidrig zu bereichern“, informierte beispielsweise die Polizei im Kreis Mettmann anno 2015 – zu dieser Zeit galt die Betrugsmasche als neu. Inzwischen sind Jahre ins Land gegangen, die Betrüger haben dennoch immer wieder Erfolg. 

Hoher Schaden: Betrugsopfer sollte Steam-Codes durchgeben

Die Masche ist immer ähnlich: Täter nehmen Kontakt auf, gaukeln eine Art Notlage vor und drängen ihre Opfer so dazu Code-Karten zu kaufen, um anschließend die freigerubbelten Codes per Telefon oder E-Mail an die Betrüger weiterzugeben. Auch in der Games-Branche kommt es immer wieder zu derartigen Taten, unter anderem weil Guthabenkarten – so etwa Paysafe, Ukash oder Steam-Codes – weit verbreitet sind. 

Die Betrüger gehen dabei perfide vor: Sie nutzen die Gutgläubigkeit oder das Pflichtbewusstsein andere aus, um sich so zu bereichern. Jüngst berichtete ein Nutzer in einem Spiele-Forum über einen Spoofing-Betrugsfall. Die Tochter hatte einen neuen Job angenommen, aufgrund der Corona-Krise lief alles fernmündlich via Videokonferenz. Für die Betrüger war das ein idealer Nährboden für die Masche: die Täter gaben sich als Chefin aus, die gerade in einem wichtigen Meeting sei und Gutscheine benötige.

Zeitdruck einerseits und der Appell an das Plichtbewusstsein als Neue in der Firma andererseits trugen dazu bei, dass das Opfer sich zum nächsten Supermarkt begab, dort Code-Karten kaufte und die Guthabennummern dann abfotografierte und per Whats-App an die vermeintliche Chefin übersandte. Letztendlich entstand ein Schaden über rund 1.000 Euro. 

Wie perfide die Täter dabei vorgehen. verdeutlich in diesem Fall die Tatsache, dass sie ihr ahnungsloses Opfer zwischenzeitlich losgeschickt haben, um Nachschub in Form weiterer Guthabenkarten zu besorgen. Als der Vater den Betrug durchschaute, war der Schaden längst angerichtet. 

Die Polizei mahnt regelmäßig zu Vorsicht und rät in derartigen Fällen:

  • Überweisen Sie keine Geldbeträge aufgrund eines Anrufes
  • Teilen Sie keine persönlichen Daten mit
  • Seien Sie vorsichtig, wenn Sie auf telefonische Aufforderung
    Geld ins Ausland überweisen. Damit haben Sie so gut wie keine
    Chance, Ihr Geld zurück zu bekommen
  • Beenden Sie konsequent das Gespräch. Der Anrufer wird Sie
    möglicherweise zu einer Fortsetzung des Gesprächs drängen
    wollen. Gehen Sie nicht darauf ein

Unter anderem warnt auch Google warnt vor Code-Karten-Betrug: „Wenn Sie aufgefordert werden, mit einer Google Play-Geschenkkarte Artikel außerhalb von Google Play zu kaufen und zur Zahlung den Code anzugeben, besteht die Möglichkeit, dass Sie es mit einem Betrüger zu tun haben.“

Zwei Beispiele nennt der Konzern, um die Maschen der Betrüger zu verdeutlichen:

  • Ein Betrüger ruft an und gibt vor, im Namen einer staatlichen Einrichtung zu handeln, z. B. einer Finanzbehörde. Er behauptet, dass Sie ihm Geld für Steuer- oder Kautionszahlungen, Inkassodienstleistungen oder anderes schulden. Außerdem sollen Sie mit Geschenkkarten bezahlen, um eine Verhaftung oder die Pfändung physischer Gegenstände oder Ihrer personenidentifizierbaren Informationen zu vermeiden, z. B. der Sozialversicherungsnummer.
  • Ein Betrüger behauptet, ein Verwandter in Schwierigkeiten oder ein Anwalt oder sonstiger Vertreter eines Familienmitglieds zu sein. Er gibt vor, mit Geschenkkarten bezahlt werden zu müssen. Möglicherweise versucht er auch, Sie davon abzuhalten, den betreffenden Verwandten zu kontaktieren, um die Behauptungen zu prüfen. Glauben Sie ihm nicht. Kaufen Sie in solchen Fällen niemals Geschenkkarten und geben Sie auch keine Geschenkkartencodes weiter.

Auch vermeintlich aufgeklärte Gamer, die regelmäßig Code-Karten verwenden, täglich im Internet unterwegs sind und immer wieder mit Themen wie Hacking oder Online-Betrug in Berührung kommen, sind nicht automatisch geschützt vor den Maschen trickreicher Betrüger.


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