Roll and Writes zeichnen sich selten durch ihre große thematische Tiefe aus. Die Asmodee-Neuheit „Daydream“ ist hier keine Ausnahme. Das Spiel durchbricht aber auf gewisse Weise die Grenze zwischen Spiel und Spielenden. Es spiegelt die Situation und Stimmung, in der das Spiel gespielt werden will, in seinem Thema und Artwork wider.
Falten, würfeln, entspannen
Für Daydream braucht man wirklich nicht viel. Am Anfang entscheidet man sich für eine von acht möglichen Kombinationen des faltbaren Spielplans, legt Stift und Tuch bereit und kann auch schon losspielen.

Die beiden Würfel werden geworfen und alle entscheiden nun für sich, in welche Wolken sie die beiden Zahlen eintragen. Neue Zahlen müssen immer neben bereits stehenden Zahlen eingetragen werden. Passen die Würfel nicht so richtig, hat man einerseits die Möglichkeit, Blätter einzusetzen, um den Wert um +/- 1 zu verändern. So lassen sich Werte zwischen 0 und 9 erzeugen. Alternativ kann man auch Würfel ganz auslassen und darf dafür ein neues Blatt umranden, das man dann sofort zum Verändern der Würfel einsetzen darf.
Hat man eine Reihe oder Spalte vollständig gefüllt, schaut man sich die Zahlen dort an. Gibt es Zahlen doppelt, passiert nichts. Gibt es keine Dopplung, markiert man das Punktfeld am Anfang der Reihe/Spalte und darf so viele Punkte auf den Gegenständen im oberen Bereich des Spielplans verbinden, wie Zahlen in der Reihe/Spalte sind. Schafft man es, dass die Zahlen fortlaufend auf- oder absteigend sind, markiert man stattdessen das Sonnenfeld und verbindet bei den Gegenständen Sonnen. Die Gegenstände markiert man hierbei von links nach rechts und von oben nach unten. Manche Gegenstände bieten noch ein Blatt oder eine Sonnenverbindung, sobald sie umrandet sind.
Das Spiel endet, sobald eine Person entweder alle Wolkenfelder gefüllt hat oder alle Gegenstände umrandet hat. Dann gibt es Punkte für jeden vollständig umrandeten Gegenstand und weitere Punkte je nach gewählter Faltung des Plans.
Der Solomodus funktioniert fast genau wie das Mehrpersonenspiel. Einzige Änderung ist, dass man beim Auslassen eines Würfels eine „Dorne“ zwischen die Blätter malt und am Spielende für je 2 Dornen einen Punkt abzieht. Das Ergebnis vergleicht man dann mit einer zur gewählten Faltung passenden Tabelle.

Infos zu Daydream
| Personenzahl: 1 bis 5 Personen Alter: ab 8 Jahren Spielzeit: 15 Minuten Schwierigkeit: Familienspiel Langzeitmotivation: sehr gut Mechaniken: Roll and Write Spielidee: Anthony Perone, Benoit Turpin Illustrationen: Memé Candia Verlag: Disto Studio; dt. Ausgabe Asmodee Offizielle Website: Daydream Erscheinungsjahr: 2026 Sprache: deutsch Kosten: ca. 23 Euro |
Fazit
Daydream bietet genau das, was es mit seinem Artwork verspricht. Es ist ein entspanntes Roll and Write. Die Grundregeln des Spiels sind auch denkbar simpel. Der große Pluspunkt ist die Vielseitigkeit. Die unterschiedlichen Möglichkeiten, die der faltbare Spielplan möglich macht, schaffen es, echte Abwechslung zu bieten.
Die beiden Einzeltableaus sind jetzt nicht wirklich der große Wurf, aber sobald man zwei Tableaus kombiniert, fängt der Spaß richtig an. Die unterschiedlichen Regeln, die jede Kombination bietet, sind wieder sehr schnell gelernt und bringen alle ein anderes Spielgefühl und neue Wege zu punkten mit. Persönlich gefällt mir die Kombination AD und ABC am besten.

Dadurch, dass alle gleichzeitig spielen, lässt sich eine Partie auch entspannt in 10 Minuten spielen, was dem Spiel sehr gut steht. Natürlich spielt eine Portion Würfelglück mit, aber mit den Blättern und cleverer Platzierung der Zahlen fühlt man sich diesen eigentlich nie einfach nur ausgeliefert.
Optisch ist das Spiel wirklich gelungen und versetzt einen direkt in die richtige Stimmung. Die faltbaren Boards machen einen guten Eindruck und zeigen bislang keine Abnutzungserscheinungen. Nur die Wolkentücher kann ich wirklich nur für das Korrigieren einzelner Zahlen empfehlen, da sie doch sehr klein sind. Um am Ende einer Partie alles wegzuwischen, würde ich dann doch eher auf etwas Größeres zurückgreifen.
Auch der Solomodus funktioniert sehr gut. Die Lösung mit den Dornen, um das Würfelauslassen „zu bestrafen“, ist passend gewählt. Die Punktewerte, die es zu schlagen gibt, sind für jede Kombination gut gewählt und machen das Spiel auch für mich, der Highscore-Solovarianten eigentlich gar nicht gerne spielt, sehr ansprechend.
Mit Daydream bekommt man ein tolles Gesamtpaket, das sich durch die vielen Kombinationsmöglichkeiten etwas größer anfühlt, als es eigentlich ist.
Eternitium*
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