Inzwischen haben sich vor allem für den deutschsprachigen Brettspielmarkt zwei „Hotspots“ herauskristallisiert, an denen besonders viele Neuheiten erscheinen. Einer ist natürlich die SPIEL als Highlight des Brettspieljahres und der andere ist das Frühjahr zwischen der Nürnberger Spielwarenmesse und der Spiel Doch! in Dortmund. Lookout Games haben in diesem Zeitraum natürlich auch Neuheiten im Gepäck. Eine der Neuheiten bringt die Spielenden unter die Erde.
Als echtes Monster, das unter der Erde in einer verlassenen Mine lebt, muss man natürlich immer überlegen, wie man die Zeit abwechslungsreich gestaltet. Was gäbe es da Besseres, als eine Geisterbahn durch die verzweigten Stollen zu errichten und zu schauen, wer die gruseligste Strecke bauen kann?
Geisterbahnbau im Expressverfahren
Der Bau dieser Geisterbahn erfolgt über insgesamt acht plus eins Runden. In den ersten acht draften die Spielenden Plättchen, um ihre Geisterbahn auszubauen. In der letzten Runde wird dann noch das Plättchen platziert, das zu Spielbeginn verdeckt an jede Person ausgeteilt wurde.
Wer am Zug ist, hat zwei Möglichkeiten. Man kann ein Plättchen vom verdeckten Rundenstapel ziehen, der in Abhängigkeit von der Personenzahl eine unterschiedliche Anzahl Plättchen enthält, und dann entscheiden, ob man dieses Plättchen bei sich platzieren möchte oder es in die Mitte legt. Die Alternative ist das Ziehen eines offenen Plättchens aus der Mitte, das man dann sofort bei sich platzieren muss.
Haben alle bis auf eine Person in einer Runde Plättchen gewählt, werden die restlichen Plättchen des Rundenstapels zu den anderen offenen Plättchen gelegt. Die letzte Person darf sich dann aus all diesen Plättchen eins aussuchen.

In der neunten Runde wird dann noch das verdeckte Plättchen vom Spielbeginn auf das letzte freie Feld im 3×3-Raster platziert.
In der anschließenden Schlusswertung wird jeder Geistertyp dann entsprechend der individuellen Bedingung gewertet. Zudem gibt es Punkte für verbundene Türen, die sich überall am Rand des persönlichen Spielplans finden. Es gibt hier auch zwei Paare besonderer Türen, die die doppelte Anzahl Punkte geben, wenn sie verbunden sind. Die Punkte für die verbundenen Türen richten sich nach der Anzahl Plättchen, die die Verbindung erschaffen. Wer mit seiner Geisterbahn die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt das Spiel.
Infos zu Massenweise Monster
| Personenzahl: 2 bis 5 Personen Alter: ab 10 Jahren Spielzeit: 20 Minuten Schwierigkeit: Familienspiel Langzeitmotivation: mäßig Mechaniken: Plättchenlegespiel Spielidee: Michael Luu Illustrationen: Nele Diel Verlag: Lookout Spiele; Vertrieb bei Asmodee Offizielle Website: Massenweise Monster Erscheinungsjahr: 2026 Sprache: deutsch Kosten: ca. 29 Euro |
Fazit
In der fast schon unüberschaubaren Masse an Plättchenlegespielen versucht Massenweise Monster, durch zwei Aspekte herauszustechen. Bei einem klappt es ganz gut und bei dem anderen leider nicht so. Thematisch schafft es das Spiel für mich ganz gut etwas zu bieten, das ein bisschen Neues bietet. Hierzu tragen auch die charmant illustrierten Monster bei. Leider fällt das Thema schnell hinter dem 0815-Plättchenlegemechanismus zurück. Dafür ist die Bepunktung der unterschiedlichen Monster einfach zu langweilig.
Es gibt halt genau die Möglichkeiten, die man auch erwartet, wenn man an die Standardvarianten zum Punkten denkt. Es gibt Punkte für angrenzende oder nicht angrenzende gleiche Monster, Extrapunkte, wenn ein Monster in einer bestimmten Setgröße vorliegt, Punkte für unterschiedliche Monster oder Punkte multipliziert mit der Anzahl der Monster – alles hat man schon dutzende Male gesehen und wirkt so einfach nicht wirklich ansprechend.

Bevor es an die Punkte für die Monster geht, muss man diese natürlich erst auswählen. Das ist der zweite Aspekt, mit dem das Spiel versucht, etwas Neues zu bieten. Hier wird das Plättchendrafting mit etwas Push-your-luck verbunden. Wartet man, bis alle etwas ausgewählt haben, um die größte Auswahl zu haben, wenn alle verbliebenen Plättchen aufgedeckt werden, oder schnappt man sich direkt das erste Plättchen, das mehr oder weniger gut auf das eigene Tableau passt?
Auf dem Papier klingt dieser Mechanismus ganz gut, aber in der Praxis ist er auch eher enttäuschend. Zu zweit und zu dritt kann sich in den seltensten Fällen eine offene Auslage aufbauen, bei der man dann wirklich eine Wahl hätte. Im Spiel mit vier oder fünf Personen funktioniert das besser, aber trotzdem will der Funke für den Auswahlmechanismus einfach nicht überspringen.
Die Regeln sind gut formuliert und zum Glück sind auch für alle Übersichtskarten für die Bepunktung dabei, so dass Fragen während des Spiels meist selbst gelöst werden können. Ansonsten ist das gesamte Spielmaterial solide – weder fällt es positiv noch negativ auf.
Als reines Familienspiel kann Massenweise Monster nur sehr wenig bieten, was man nicht schon irgendwo anders so gesehen hat. Wenn man noch kein Plättchenlegespiel besitzt, funktioniert es wahrscheinlich noch etwas besser, aber trotzdem bleibt für mich eher ein unbefriedigender Gesamteindruck.
Eternitium*
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