Das Grundspiel Mycelia ist im Sommer 2023 erschienen. Damals konnte die zugängliche Mischung aus Deckbuilding und dem Verschiebepuzzle rund um die Tautropfen im Test voll überzeugen. Jetzt ist mit Prisma die erste Erweiterung erschienen. Was diese zu bieten hat und ob es eine lohnende Erweiterung ist, zeigt sich im Test.
Einfach mehr Deckbuilding
Mit der neuen Erweiterung gibt es eine weitere Möglichkeit zum Deckbuilding. Diese zweite Kartenauslage findet sich am Wurzelfeld, das an den Schrein angelegt wird. Diese Karten werden mit einer neuen „Währung“ gekauft. Auf der Oberseite des Schreins liegt nun zwischen dem Rand und der Drehscheibe die Gunstleiste. Auf dieser bewegen die Spielenden ihre Pilzfiguren durch die drei Bereiche (grün, gelb, lila), die gleichzeitig die drei Kostenstufen der neuen Karten darstellen.
Die Hauptquelle für Gunst sind die neuen Prismatropfen, von denen alle Spielenden zu Beginn 10 auf ihrem Tableau haben. Dafür gibt es von den normalen Tautropfen nur noch 12. In Summe hat man so zwei Tropfen mehr, die es zu entfernen gilt. Für den Aufbau gibt es zwei neue doppelseitige Karten.
Entfernt man einen Prismatropfen, erhält man eine Gunst und darf die eigene Pilzfigur einen Schritt weiterbewegen. Durch andere Pilzfiguren belegte Felder werden dabei übersprungen. Im Spiel zu zweit oder dritt stehen die ungenutzten Pilzfiguren auf den ersten Feldern.

Alle erhalten eine neue Startkarte, die ebenfalls Gunst einbringt. Mit der Erweiterung gibt es neben den neuen Startkarten und Gunstkarten natürlich auch neue Karten, die mit den Blättern gekauft werden können. Auch diese haben natürlich Effekte, die Gunst bringen.
Hat man nun Gunst gesammelt, kann man diese natürlich auch ausgeben. Die Gunstkarten haben drei unterschiedliche Farben, die den unterschiedlichen Bereichen auf der Gunstleiste entsprechen. Kauft man eine Karte, muss der eigene Pilzmarker mindestens den entsprechenden farbigen Bereich erreicht haben. Den Pilzmarker bewegt man nach dem Kauf wieder auf das Startfeld der Gunstleiste. Kauft man eine Karte aus einer günstigeren Stufe, erhält man kein „Wechselgeld“.
Gunstkarten werden wie andere Karten nach dem Kauf auf den Nachziehstapel gelegt. Zieht man sie dann für die Hand der nächsten Runde, legt man sie offen aus und darf in der Regel weitere Karten ziehen, um weiter drei Handkarten (oder sogar noch mehr) zu haben für den nächsten Zug. Die Effekte der Gunstkarten wirken dann den gesamten Zug.
Ansonsten ist die einzige erwähnenswerte Neuerung die Recycling-Mechanik. Diese erlaubt es, eine Karte vom Ablagestapel wieder auf den Nachziehstapel zu legen.

Infos zu Mycelia – Prisma
| Personenzahl: 1 bis 4 Personen Alter: ab 9 Jahren Spielzeit: 45 Minuten Schwierigkeit: Familienspiel Langzeitmotivation: sehr gut Mechaniken: Deck builder Spielidee: Daniel Greiner Illustrationen: Fabian Jödden, Justin Chan Verlag: Ravensburger Offizielle Website: Mycelia – Prisma Erscheinungsjahr: 2025 Sprache: deutsch Kosten: 20 Euro |
Fazit
Prisma ist die perfekte Erweiterung für Mycelia. Der Fokus liegt immer noch voll auf dem Deckbuilding rund um die süßen Pilze und doch bringen die neuen Akzente so viel mehr Möglichkeiten mit. Der bekannte Spielablauf wird eigentlich nicht verändert und „nur“ um die neuen Karten ergänzt.
Mit den Gunstkarten lässt sich das Deckbuilding nun noch gezielter betreiben. Dadurch, dass mehr Karten verfügbar sind, wird das Deck größer und die Wahrscheinlichkeit, die perfekte Kombination zu ziehen, sinkt etwas. Hier hilft die Recycling-Mechanik. Sie ist ebenfalls eine großartige Ergänzung, ohne die die Erweiterung nicht so gut funktionieren würde.
Es kann trotzdem passieren, dass man im Spiel etwas abgehängt wird, wenn die Karten einfach nicht so in der richtigen Zusammensetzung gezogen werden. Das war im Grundspiel schon so und ist generell bei Deckbuildern immer ein Problem, wird mit der Erweiterung aber noch etwas verstärkt. Bis zum Spielende gleicht sich diese glücksbedingte Ungleichheit meistens aber so weit an, dass sich das Spiel nie frustrierend anfühlt.

Auch wenn man nun zwei Tropfen mehr entfernen muss, dauert das Spiel mit der Erweiterung eigentlich nicht länger. Die neuen Möglichkeiten mit den Gabenkarten erlauben größere Combos, ohne dabei die Zugdauer oder Gesamtspielzeit nennenswert zu erhöhen. Das Spiel hat immer noch eine sehr angenehme Spielzeit, die für ein Familienspiel perfekt ist.
Das Material ist optisch und haptisch ebenso wie die Anleitung auf dem gleichen hohen Niveau wie das Grundspiel. An den Soloregeln ändert sich nichts. Gwydion (der Sologegner) bewegt die eigene Pilzfigur, wenn der Zugstapel leer ist, und tauscht dann auch einmal die Auslage der Gunstkarten aus. Es ist zwar etwas leichter, aber dafür kann man Gwydion einfach mit nur 18 oder 17 Tautropfen starten lassen.
Eternitium*
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