Im Sommer 2020 endete die erfolgreiche Kickstarter Kampagne zu Tim Eisners 2-Personen-Spiel „Canopy“. Ein Jahr später erschien das Spiel in Deutschland unter dem Namen „Baumkronen“ beim Kosmos Verlag. Im September 2023 startete dann mit Canopy: Evergreen der große Nachfolger des erfolgreichen Set-Collection-Spiels. Zur Spiel 2025 erschien das Spiel auf Deutsch – diesmal aber beim österreichischen Verlag Piatnik mit neuem Namen: Waldland. Ob uns Waldland gefallen hat, erfahrt ihr in der folgenden Rezension.
Regen fällt auf die dicken Äste der hohen, immergrünen Bäume, bevor er von dort auf den fruchtbaren Waldboden tropft. Ein blühendes Ökosystem verbirgt sich hier, in dem Lachsschwärme stromaufwärts schwimmen oder der Rotfuchs im Morgengrauen durch das Unterholz streift. Unsere Aufgabe ist es, die höchsten Bäume zu züchten, Wildpflanzen zu sammeln und reichhaltige Lebensräume zu schaffen, indem die einheimischen Tiere leben können.
Gespielt wird über drei Saisons. Eine Saison endet, sobald der Waldkartenstapel aufgebraucht ist. Anschließend wird die Saison gewertet. Bis dahin wird reihum gespielt. Ist man am Zug, so führt man drei Aktionen nacheinander aus. 1. Tiere anlocken, 2. Sammelplätze durchforsten und 3. Waldkarten auslegen.
Am Anfang unseres Zuges dürfen wir so viele Tiere aus der Tierauslage anlocken, wie wir wollen und können. Um ein Tier anzulocken, benötigen wir die nötige Anzahl an Nahrung. Zahlen wir diese, so können wir das Tier aus der Auslage nehmen und vor uns ablegen. Anschließend wird die Auslage wieder aufgefüllt und wir können erneut ein Tier anlocken. Tiere besitzen entweder aktive oder suchende Effekte. Während aktive Tiere uns einen einzigartigen Bonus für den Rest der Partie geben, bringen uns suchende Tiere Sammelaufgaben für das Ende der Partie, durch die wir zusätzliche Siegpunkte erlangen können.

Das Herzstück des Spiels
Anschließend durchforsten wir die Sammelplätze. Jeder Spielender hat Zugriff auf drei von ihnen. Zwei, die sich links und rechts zwischen einem selbst und dem Gegenspielenden befinden und einer in der Mitte des Tisches. Beim linken Sammelplatz angefangen kommen wir zum Kernelement des Spiels. Wir nehmen uns die Karten, die auf dem ersten Sammelplatz liegen und schauen sie uns an. Anschließend müssen wir uns entscheiden, ob wir die Karten behalten ODER die Karten wieder zurücklegen und uns den nächsten Stapel (in der Mitte) anschauen wollen.

Waldland spielt hier ganz groß auf eine Set Collection Mechanik hin, die Elemente von Push Your Luck besitzt. Sieht man sich beispielsweise den ersten Sammelplatz mit weniger Karten an, diese jedoch alle super in die bereits gesammelten Sets passen, muss man sich ganz genau überlegen, ob man die Karten zurücklegt, um sich den nächsten Stapel mit doppelt so vielen Karten anzuschauen. Die Karten des nächsten Stapels könnten vielleicht weniger passen oder gar Karten mit negativen Effekten haben. Karten, die einmal zurückgelegt worden sind, können im aktuellen Zug nämlich nicht wieder genommen werden.
Behält man die Karten des angeschauten Stapels, so zieht man verdeckt eine neue Karte vom Waldkartenstapel und legt sie auf den nun leeren Sammelplatz. Anschließend geht es mit der 3. Aktion dem Auslegen der Waldkarten weiter. Entscheidet man sich jedoch gegen die Karten, so legt man die Karten zurück auf den Sammelplatz und fügt verdeckt eine weitere Karte den soeben abgelehnten Karten hinzu. Anschließend darf man sich den zweiten Sammelplatz in der Mitte anschauen und sich entscheiden, die Karten zu behalten oder abzulegen. Entscheidet man sich wiederrum gegen den Sammelplatz, so darf man sich den dritten und letzten Sammelplatz anschauen und entscheiden.
Auslegen und Werten gesammelter Karten
Die Karten, für die man sich entschieden hat, werden nun in beliebiger Reihenfolge ausgespielt. Das kann, je nach Effekt der Karten relevant sein. Manche geben Nahrung, um Tiere anzulocken, andere Bedrohen unser Ökosystem und können negative Effekte auf uns haben, wiederum andere haben Set-Aufgaben, bei dem wir möglichst viele Karten der Art sammeln müssen, um am Ende einer Saison möglichst viele Siegpunkte zu erlangen. Zu guter Letzt gibt es noch die Bäume: Spielen wir eine dieser Karten aus, so dürfen wir entsprechend der Karte eine Wurzel, einen Stamm oder einen Wipfel auf unser persönliches Spieltableau setzen. Während Wurzeln direkt auf das Spieltableau wandern, kommen Stämme und Wipfel auf noch nicht abgeschlossene Bäume. Durch Wipfel abgeschlossene Bäume werden entsprechend der Baumhöhe und des Wipfelwertes (auf der Karte, die uns es möglich macht, den Wipfel zu setzen) gewertet und geben direkte Siegpunkte. Zudem können vollständige Bäume durch geschicktes Platzieren permanente Boni für unsere Sammelaufgaben freischalten.

Das Ende einer Saison wird eingeleitet, sobald alle Waldkarten ausgespielt sind bzw. ein Spielender keine Wahl mehr treffen kann. Anschließend wird die Saison mit den gesammelten Karten gewertet. Hier wird in klassischer Set Collection-Manier geschaut, wie oft man bestimmte Symbole gesammelt hat und enthält dementsprechend Punkte dafür. Anschließend werden alle Waldkarten gesammelt und wieder neu gemischt, sodass die nächste Saison ganz frisch mit einer leeren Auslage beginnt. Lediglich die ausgespielten Tierkarten, sowie alles auf dem persönlichen Spieltableau (Bäume & Boni) bleibt erhalten.

Nach Ende der dritten Saison wertet man zusätzlich noch die gesammelten Tiere (Tiere mit Siegpunkten, Tiere derselben Art & den Tierkreislauf). Wer nun die meisten Punkte besitzt, gewinnt das Spiel.

Infos zu Waldland – Immergrün & Artenreich
| Spielerzahl: 1 – 4 Alter: ab 12 Jahren Spielzeit: 90 Minuten Schwierigkeit: höheres Familienspiel, leichtes Kennerspiel Klassifikation: Set Collection, Push Your Luck Autor: Tim Eisner Illustrationen: Vincent Dutrait Verlag: Piatnik, Weird City Games Offizielle Website: Link Erscheinungsjahr: 2025 Sprache: Deutsch Kosten: 36,95 € |
Fazit
Waldland – Immergrün & Artenreich hat in unseren Testpartien viel Spaß gemacht. Das Spielprinzip war simpel und spannend. Ich würde sogar sagen, so einfach, dass Nichtspielende sich auch schnell in das (Kenner)Spiel reinfuchsen könnten. Waldland kann nämlich schnell beim Spielen selbst erlernt werden. Das liegt vor allem daran, dass alle Symbole recht deutlich und die Texte auf den Karten leicht verständlich sind. So viele unterschiedliche Karten besitzt Waldland aber leider auch nicht. Dadurch, dass es so wenig unterschiedliche Karten gibt, fühlen sich Partien schnell ähnlich an. Das ist etwas schade, da Waldland sonst ein großartiges Spiel ist, was mir persönlich viel Spaß gemacht hat.
Besonders das Durchschauen und Zurücklegen der Karten war immer spannend. Hat sich diese Entscheidung nun gelohnt oder nicht? Könnte ich meinen ersten Stapel vielleicht weiterwachsen lassen und darauf pokern, dass mein Gegenspielender den Stapel nicht nimmt? Das waren Fragen, die ich mir immer wieder gestellt habe. Es gab viele interessante Entscheidungen in Waldland. Auch in Sachen Nahrung: Diese war in der Regel recht knapp bemessen und man musste genau schauen, wie viel man für welche Tiere ausgibt. Allgemein gibt Waldland genug Entscheidungsspielraum, der aber auch viel auf das Pokern und das Pushen des eigenen Glücks setzt.
Auch der Solomodus von Waldland ist durchaus gelungen. Hier spielt man gegen den einsamen Fuchs, der sein eigenes Ökosystem aufbaut. Man spielt also gegen einen automatisierten Gegner, der ein wenig was anders gewertet wird, aber im Großen und Ganzen wie ein Spielender agiert. Das ist toll! So waren die Solopartien ebenfalls spannend gestaltet.
Rein von der Qualität des Spielmaterials gesehen, bewegt sich Waldland auf einem hohem Niveau. Die Box besitzt ein Inlay aus Pappeboxen, in der das Material perfekt reinpasst. Es füllt die ganze Box so perfekt aus, dass nichts wild durch die Box fliegen kann. Grandios! So sollten alle Spiele ausgestattet sein! Auch bei dem restlichen Spielmaterial kann man nicht viel meckern. Lediglich die Baumplättchen haben großes Potenzial durch das ganze zusammenstecken und auseinanderstecken irgendwann kaputt zu gehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Waldland hat mir durchaus gut gefallen. Ich hatte viel Spaß mit dem Spiel. Solo, wie auch mit meinen Testenden. Allerdings störte mich, dass man nach ein paar Partien irgendwie alles gesehen hat und sich jede Partie stark ähnelt. Ich würde jedoch trotzdem eine Empfehlung aussprechen. Man sollte Waldland mindestens mal gespielt haben, denn Spaß und Spannung kommt hier auf jedenfall auf!
| Vorschau | Produkt | Bewertung | Preis | |
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Piatnik 728099 Waldland - Immergrün und Artenreich!* |
29,56 EUR |
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