Ein Brettspiel zu Cyberpunk 2077 hat CMON in seinem aktuellen Insider-Stream vorgestellt. Bekannt ist nun: Das geplante Brettspiel wird via Crowdfunding auf Kickstarter finanziert – und es bedient sich der Lizenz des Videospiels Cyberpunk 2077 von CD Projekt Red und basiert nicht etwa lose auf der Vorlage zu dem Action-Rollenspiel. Einige Details sind zudem bekannt, vieles bleibt allerdings offen – das bietet Raum für einen Blick in die Glaskugel.

Cyberpunk 2077 – das nicht unumstrittene Action-Rollenspiel von CD Projekt Red für PC und Konsole dient an Anknüpfungspunkt für ein Miniaturen-Brettspiel, das CMON – das Spielestudio hinter Brettspielen wie Ankh, Zombicide, Blood Rage oder Rising Sun – über Kickstarter finanzieren will. Sowohl das Crowdfunding als auch der Ansatz als Miniaturenspiel gehen aus dem aktuellen Insider-Stream von CMON hervor, den das Studio jüngst übertragen hatte.

Cyberpunk 2077 als Brettspiel: Kann das gut werden?

Fans von Cyberpunk 2077 dürfte die Kooperation zwischen CD Projekt Red und CMON feiern. Wer bereits mit dem Videospiel nicht oder nicht gänzlich zufrieden gewesen ist, dürfte zumindest skeptisch sein. Klar ist: Die Marke bietet einen hervorragenden Nährboden für ein storyintensives Brettspielerlebnis mit schrägen Charakteren, Rollenspielelementen und verrückten Quests. Klar ist aber auch: Konzentriert CMON sich zu sehr auf den Action-Aspekt, könnte aus „Cyberpunk 2077: Gangs of Night City“ ein durchschnittlicher Skirmisher werden, der sich wenig von bereits erhältlichen Brettspielen dieses Genres unterscheidet. Andrea Chiarvesio erläuterte im Stream bereits, dass es sich um ein Area-Control-Brettspiel rund um die Gangs in Night City handeln wird. Es geht als darum, Gebiete zu kontrollieren und so zu gefürchtetsten der Gans zu werden.

Alles steht und fällt bei der Umsetzung demnach mit CMONs Fähigkeiten, die Atmosphäre der Vorlage einzufangen. Darin liegt bei Cyberpunk 2077 nämlich die große Stärke. Weil bislang kaum Details zu dem Brettspiel zu Cyberpunk 2077 bekannt sind, kann man die Zeit nutzen, um einen Blick in die Glaskugel zu wagen – oder sich am Wunschbaum zu bedienen. Was muss CMON tun, damit aus Cyberpunk 2077 ein gutes oder gar grandioses Brettspiel werden kann?

Die im Stream gezeigte Miniatur von Johnny Silverhand (diese Hauptrolle in Cyberpunk 2077 übernahm Keanu Reeves) deutet bereits an, dass bekannte Charaktere aus der Vorlage auch den Weg ins Brettspiel finden werden. Johnny Silverhand wird vermutlich nicht die einzige bekannte Figur bleiben. CMON würde damit alles richtig machen: die schrägen Charaktere aus Night City in die Hände der Spieler zu legen wäre ein atmosphärischer Kniff, den das Videospiel nicht leisten kann. Dort agieren Spieler stets als „V“, Protagonisten des Spiels. Im Brettspiel die Kontrolle über andere Figuren übernehmen zu können, würde eine spielerische Lücke schließen.

Am Ende wird es drum gehen müssen, die Stimmung der Videospielwelt einzufangen und nicht die bloße Haudrauf-Action. Ja, es wäre spannend mit Mantisklingen oder Gorillaarmen auf Brettspielgegner einzukloppen, als alleiniges Qualitätsmerkmal würde das aber kaum taugen. Ein Skirmisher im Cyberpunk 2077-Gewand? Das würde der Marke nicht gerecht. Zwar ist CMON als Spieleschmiede nicht unumstritten, immerhin aber erfahren: Dass die Autoren das Brettspiel auf ein derart simples Action-Gerüst herunterbrechen, ist daher kaum anzunehmen.

Im Mittelpunkt stehen müssen die Charaktere, deren Entwicklungen und vor allem die Interaktionsmöglichkeiten mit Night City – eine Stadt als Schmelztiegel für grandiose Story-Erfahrungen. Grundsätzlich dürfte CMON das leicht fallen, immerhin basiert Cyberpunk 2077 auf dem Pen-&-Paper-Rollenspiel Cyberpunk 2020, hat also seine Wurzeln in der analogen Welt . Für die Spieleautoren muss es darum gehen, einen Weg zurück zu finden zu der originären Idee um Charaktererschaffung und -entwicklung vor dem Hintergrund spannender Spielaufgaben.

Spieleautor Chiarvesio stellte bereits klar, Spieler würden in die Rollen von Ganganführern schlüpfen – ob es sich dabei um bekannte Charaktere aus der Vorlage handelt oder um No-Name-Leader ist nicht bekannt. In jedem Fall bietet das Brettspiel den Ansatz, Night City aus der Sicht der Gangs erleben zu können, was im Videospiel so zumindest nicht möglich ist.

Als Brettspiel wäre Cyberpunk 2077 vermutlich am besten als eine Mischung aus der Präsentation des Videospiels mit einem Maximum an Elementen aus der Pen-and-paper-Vorlage – zumindest bezüglich der Atmosphäre. Weil CMON aber CMON ist, können Spieler positiv genauso überrascht werden wie negativ. Ein Action-Skirmisher mit aufgesetzter Cyberpunk-Optik ist daher möglich, wenn auch für eingefleischte Brettspielfans nicht wünschenswert. Andersherum: Ein einsteigerfreundliches Brettspiel zu Cyberpunk 2077 dürfte eher die Große Gruppe der Videospieler ansprechen.

Am Ende ist alles reine Spekulation – mehr erfahren werden Fans, je näher der Release der Crowdfunding-Kampagne rückte. Ein Datum ist bislang nicht bekannt, mit einem kurzfristigen Start ist laut Stream allerdings nicht zu rechnen – es werde noch „einige Zeit dauern“.

Was bekannt ist zum Cyberpunk 2077-Brettspiel:
  • Es handelt sich nicht um ein Kartenspiel (CMON hatte vormals eines geplant, die Idee jedoch verworfen.
  • Cyberpunk 2077: Gangs of Night City ist ein Brettspiel
  • Als Autoren fungieren Alexio Schneeberger, Eric. M Lang, Andrea Chiarvesio
  • Area Control
  • „Night City“ wird auf die Handlungen der Spieler reagieren. Man habe eine „lebendige Stadt“ erschaffen
  • Starke Verbindung zum Videospiel soll spürbar sein
  • Die Arbeiten laufen noch: Feintuning, Verbesserungen
  • Deutlich strategischer Aspekt

Ab Minute 27 geht es im aktuellen „CMON Insider“ um das Brettspiel zu Cyberpunk 2077:

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