Solo zu spielen, insbesondere mit reinen Solospielen, ist zu Recht eine beliebte Variante im Brettspielhobby. Mehr als die Hälfte der Top 100 lässt sich auch solo spielen und mit Final Girl (106), Under Falling Skies (251), Nemo´s War (374), Freitag (427), For Northwood (488) oder Warp´s Edge (650) findet sich eine vielfältige Auswahl reiner Solospiele weit oben im Allzeitranking von BGG. Bei Kickstarter steht nun ein weiteres Spiel in den Startlöchern, das sich zu diesen Spielen gesellen möchte.
Durch ein nicht näher bestimmtes Ereignis hat sich das einstige Naturparadies Daka verändert. Es sind Beastborgs – teils Lebewesen, teils Maschine – entstanden und die Druiden haben sich von den neuen Technologien verführen lassen und ihre ursprüngliche Rolle als Hüter der Natur verloren.
Sie sind zu Darachs (keltische Bezeichnung für vom rechten Pfad abgekommene Druiden) geworden, die nun danach streben, Daka zu kontrollieren.
Als einer der letzten guten Druiden ist es nun die Aufgabe des Spielenden, Daka zu retten.
Ein Italiener, Spanien und die Kelten
Alessandro, der Designer von Druid Path, lebt seit circa drei Jahren in Spanien in der nordwestlichen Provinz Galicien. Etwa seit dieser Zeit entwickelt er auch erste eigene Spielideen. Sein erster Prototyp blieb, wenn auch sehr weit fortgeschritten, ein Prototyp, den er selbst und ein paar Freunde besitzen. Aus diesen Erfahrungen konnte er aber viel für die Entwicklung von Druid Path mitnehmen. Das neue Projekt ging er dann auch direkt neben der spielerischen auch von der unternehmerischen Seite an und behielt beispielsweise die Arbeitszeit und die Preis- und Komponenten-bedingten Grenzen im Blick.
Schon vor seiner Zeit in Spanien war er begeisterter Magic: The Gathering-Spieler und nahm hier auch aktiv an Turnieren teil. Zusammen mit der Liebe zu Spielen wie Skytear Horde, Here to Slay, Pokémon und Yu-Gi-Oh! war er gut vorbereitet, sich einem neuen Projekt zu widmen. Das neue Projekt sollte nämlich seine aktuellen Spielinteressen widerspiegeln. Es sollte dementsprechend ein kartenbasiertes Solospiel werden, das eine kurze Spielzeit von ungefähr 30 Minuten besitzt.
Das Wichtigste für das neue Projekt war allerdings nicht das Mechanische, sondern die Geschichte im Hintergrund, aus der das Spiel hauptsächlich dann entstanden ist. Inspiriert ist es von der einzigartigen Natur Galiciens und dortigen keltischen Einflüssen. Das kulturhistorische Element der Druiden sollte dann mit der modernen Welt verbunden werden. Aus dieser Idee entstanden die Beastborgs, die sowohl für die Natur als auch für die moderne Technologie stehen. Diese sollten alle möglichst individuell sein und alle ihren eigenen Charakter besitzen, so dass man auch gerne mal seine „Favoriten“ zähmt.

Der Grundaufbau des Spiels stand nach etwa sechs Monaten und blieb auch über die Entwicklungszeit durch die klare thematische Vision sehr stabil. Neben Feinheiten wie der Größe der unterschiedlichen Decks, der Anzahl der Handkarten und dem genauen Timing von Phasen und Fähigkeiten, worüber er sich auch mit anderen Designern aktiv ausgetauscht hat, gab es eine große Änderung bei den Robotern.
Diese waren in früheren Versionen des Spiels noch Teil des Itemdecks. Da aber so das Glück, wann man welchen Roboter erhält, eine große Rolle gespielt hat, wurden die Roboter im Itemdeck durch Batterien ersetzt. Jeder Druide hat nun von Anfang an ein Set aus drei Robotern. Mit einer Batterie kann man jetzt einen beliebigen dieser Roboter aktivieren.
Das Grundspiel ist inhaltlich bereits vollständig abgeschlossen und seit etwa einem halben Jahr arbeitet Alessandro nun auch an Erweiterungen. Doch zu diesen etwas später im Artikel. Jetzt erst einmal zum Spielablauf.
Zähm dein Team
Im Spiel dreht sich vieles um Karten. Die Items und Beastborgs wollen weise eingesetzt werden.
Jede der maximal zehn Runden beginnt damit, dass der Rundenmarker auf der Pfadkarte (quasi das Level) ein Feld weiter bewegt wird und die dort aufgedruckten Karten (Items, Schatten- oder normale Beastborgs) gezogen und gegebenenfalls aufgedeckt werden. Jede Runde erhält man außerdem drei Ausdauer bis zu einem Maximum von fünf.
Nun folgt eine der beiden Hauptphasen des Spiels. Hier wird die Ausdauer wichtig. Diese gibt man für (fast alle) Aktionen aus. Man kann Items ziehen oder für ihre individuellen Aktionen spielen oder ihre Abwurffähigkeit (z. B. Würfelwerte erhöhen) kostenlos nutzen. Man kann die Fähigkeiten des eigenen Druiden und dessen aktivierter Roboter nutzen oder die Effekte von gezähmten Beastborgs aktivieren, Edelsteine nehmen oder Beastborgs zähmen.

Die Schatten-Beastborgs gehören dem Darach und können nicht gezähmt werden. Alle normalen Beastborgs können (und sollten auch) gezähmt werden. Hierfür muss man die entsprechenden Edelsteine besitzen und mit den beiden Würfeln einen Wert erreichen, der mindestens dem Zähmungswert des Beastborgs entspricht. Den Beastborg erhält man dann in den eigenen Bereich.
Der Darach erhält in der nächsten Phase alle Beastborgs, die der Spielende nicht zähmen konnte. Zusätzlich wird eine Itemkarte aufgedeckt und der Effekt aus dem Schattenbereich angewandt. Nun folgt die Kampfphase. Auch hier wird wieder Ausdauer benötigt.
Der Spielbereich ist in drei Bahnen mit maximal einem Beastborg pro Bahn aufgeteilt. Diese werden von links nach rechts nacheinander abgehandelt. Dabei ist es nicht wichtig, ob der Darach und der Solospielende beide einen Beastborg in einer Bahn haben oder nur eine Partei dort Beastborgs besitzt.
In jeder Bahn mit Beastborg des Darachs greift dieser zuerst an. Man hat drei Optionen zur Auswahl. Tut man nichts, wird der Schaden dem eigenen Druiden direkt zugefügt. Anschließend kann der eigene Beastborg in dieser Bahn angreifen, wenn man Ausdauer bezahlt. Auch hier muss man wieder einen Wert mit den beiden Würfeln (plus eventuelle Abwurffähigkeiten) erzielen, der mindestens dem Abwehrwert des Darachs entspricht. Ebenfalls für eine Ausdauer kann man den Angriff des gegnerischen Beastborgs mit dem eigenen Beastborg blocken. Dann fügen sich beide Beastborgs gegenseitig Schaden zu.
Nach dem Ende der Kampfphase geht es mit der nächsten Runde weiter. Schafft man es nicht, den Darach in 10 Zügen zu bezwingen, ist das Itemdeck aufgebraucht oder der eigene Druide besiegt, verliert man das Spiel. Schafft man es vorher, dem Darach genug Schaden zuzufügen, so dass dessen Lebenspunkte bei null sind, gewinnt man das Spiel.

Fazit zum Spiel
Mit einem digitalen Prototypen habe ich das Spiel in ein paar Partien testen können und hier kommt nun mein Eindruck.
Die Regeln und damit auch die einzelnen Züge sind im Spiel super strukturiert. Dank der Spielhilfe ist man auch schon in der ersten Partie nur selten auf die Anleitung angewiesen, da die Spielhilfe den Ablauf super zusammenfasst.
In der Aktionsphase kann man zwischen etwa sieben unterschiedlichen Aktionen wählen (je nachdem, wie viele Handkarten mit unterschiedlichen Effekten man hat). Hauptziel sind dabei die Beastborgs, die man sowohl haben möchte, um selbst stärker zu werden, als auch um dem Darach möglichst wenige zu überlassen. Hier kommt etwas Würfelglück ins Spiel, doch mit den Abwurffähigkeiten zum Würfelwerterhöhen hat man hier auch genug Kontrolle.

Items werden dadurch allerdings auch schnell knapp, wenn man sie ziellos einsetzt, und auch die Ausdauer muss man im Blick behalten, um nicht wehrlos den Angriffen des Darachs in der Kampfphase ausgeliefert zu sein.
Trotz der super zugänglichen Regeln gilt es hier, eine sehr gute Balance zu halten und alle Aspekte im Blick zu behalten. Aus diesem Puzzle entspringt für mich die Faszination im Spiel. Ist das erste Level noch recht gefahrlos durch sicheres Spielen gewinnbar, muss man in höheren Schwierigkeitsgraden hier auch immer wieder mal ein kleines Risiko eingehen.
In seiner kurzen Spielzeit von etwa 15 bis 30 Minuten vereint Druid Path alle Elemente, die ich mir von einem kompakten Solospiel wünsche: Es ist einfach aufzubauen, zu lernen und zu spielen, hat ein klares Ziel und kombiniert Glück mit taktischen Elementen, um das Wichtigste zu erreichen: Es macht Spaß.
Crowdfunding
Die Kampagne zu Druid Path wird Anfang Oktober starten und dann für 30 Tage verfügbar sein. Es gibt insgesamt drei mögliche Stufen, das Spiel zu unterstützen. Die Standard-Version für etwa 27 € enthält das Grundspiel. Für etwa den doppelten Preis bekommt man neben einem Baumwollbeutel noch neue (Schatten-)Beastborgs mit neuen Effekten in der Mythic-Hybrids-Erweiterung. Für nochmal etwa 20 € mehr gibt es das „Druiden-Paket“. Hier gibt es dann noch die große Erweiterung „Morgs Lair“ mit weiteren neuen Beastborgs, Druiden, Darachs, Robotern und Pfaden.
Das Grundspiel ist vollständig fertig. Bei den Erweiterungen fehlen noch Kleinigkeiten wie einzelne Artworks. Mit der Auslieferung des Spiels ist etwa ein halbes Jahr nach Ende des Kickstarters zu rechnen.
Infos zu Druid Path
| Spielerzahl: 1 Alter: ab 14 Jahren Spielzeit: 15 – 30 Minuten Schwierigkeit: Kennerspiel Klassifikation: Solospiel, Multi-Use-Cards, Würfel Autor: Alessandro Di Pietro Illustrationen: Alessandro Di Pietro Verlag: Lema Games Link zur Kampagne: Kickstarter Start der Kampagne: 07.10.2025 Preis: 27 Euro |
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