Mit Cyberpunk 2077 rollt ein bedeutsamer Titel auf die Games-Branche zu, zumindest sind die Erwartungen hoch bei Spielern, aber auch bei anderen Publishern und Entwicklern, die die Veröffentlichungstermine ihrer Spiele nun teilweise verschieben, um nicht mit CD Projekt Reds Mega-Projekt konkurrieren zu müssen. Wer hat Angst vor Cyberpunk 2077?


Pünktlich zu Halloween Publisher und Entwickler die Hosen voll. Nach der Verschiebung von Cyberpunk 2077 um drei Wochen auf den 10. Dezember, werden die Release-Termine einiger Spiele ebenfalls nach hinten verlegt. Jüngst hat die Hamburger Spieleschmiede Rockfish angekündigt, mit Everspace 2 später in die „Early Access“-Phase zu starten. Man habe sich überschneidende Zielgruppen ausgemacht und wolle nicht mit dem wohl am meisten erwarteten Videospiel der Geschichte konkurrieren, erklärte Rockfish-CEO Michael Schade.

Die Branche schein umtriebig angesichts des nahenden Release des Rollenspiels. Fans zeigen vielfach Verständnis für die Verschiebung von Cyberpunk 2077, in einigen Fällen machen sie ihrem Ärger auf nicht hinnehmbare Weise Luft und bedrohen gar die Entwickler. Andere Spielestudios zollen den Cyberpunk-Entwicklern hingegen indirekt Respekt.

Wegen Cyberpunk: Path of Exile 3.13 kommt später

Dass Cyberpunk 2077 ein Misserfolg werden könnte, scheint kaum vorstellbar. Das Videospiel ist noch nicht erhältlich und wird bereits mit Lorbeeren überhäuft. Und tatsächlich gibt es viele Anzeichen, die darauf hindeuten, dass CD Projekt Red mit Cyberpunk 2077 tatsächlich der große Coup gelingen könnte. Die Entwickler selbst haben im Rahmen einer Finanzkonferenz angegeben, dass man mit den zu diesem Zeitpunkt registrierten Vorbestellungen „sehr zufrieden“ ist, diese hätten die Pre-Order-Zahlen von The Witcher 3 übertroffen – und zu diesem Zeitpunkt im Sommer stand die größte Welle der Vorbestellungen noch bevor. Insbesondere mit der Veröffentlichung erster Reviews dürfte das Geschäft deutlich angekurbelt werden, das dauert nun allerdings bis Anfang Dezember, dem Monat, in dem auch das Weihnachtsgeschäft boomt. Für Cyberpunk 2077 sind das ideale Voraussetzungen für einen Verkaufserfolg, zumal auch die Next-Gen-Konsolen Xbox Series X | S und Playstation 5 sind dann bereits auf dem Markt etabliert haben und Spieler hungrig sind auf AAA-Games.

Umgekehrt gilt: Der Release von Cyberpunk 2077 könnte so manchem Publisher das Weihnachtsgeschäft vermasseln.

Auch bei Grinding Gear Games, den Machern von Path of Exile, verzichtet man lieber darauf, sich direkt mit Cyberpunk 2077 zu messen. Wie CEO Chris Wilson in einem Forenbeitrag erklärt, wolle man PoE-Spieler nicht in eine Lage bringen, in der sie sich zwischen Path of Exile und Cyberpunk 2077 entscheiden müssen. Er meint damit wohl auch: Wenn Spieler zwischen beiden Games wählen können, würden sie sich vielfach für das Cyberpunk-Rollensiel entscheiden. Eigentlich hätte man am 11. Dezember die Erweiterung mit der Laufnummer 3.13 veröffentlichen wollen, das Vorhaben wurde nun bis „irgendwann im Januar 2021“ verschoben.

"Here is Johnny!", scheint die Antwort als Synonym für Angst zu sein - nicht nur, wenn man so dämlich war, sich in einem Badezimmer mit dünner Holztür einzusperren. Quelle: CD Projekt Red
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„Here is Johnny!“, scheint die Antwort auf die Frage und das Synonym für Angst zu sein – nicht nur, wenn man so dämlich war, sich in einem Badezimmer mit dünner Holztür einzusperren. Quelle: CD Projekt Red

Es scheint, als könne Cyberpunk 2077 ein derart zielgruppenübergreifendes Highlight werden, dass Entwickler ihre eigenen Projekte nicht in der Bedeutungslosigkeit untergehen sehen wollen. Die Angst vor Cyberpunk 2077 kursiert zu Recht: Nicht nur Vorbesteller-Zahlen, auch bislang bekannte spielerische Details – und das sind unzählige – deuten auf ein handwerklich überzeugen Spiel hin. Und überhaupt: Dass ausgerechnet die Macher der The-Witcher-Reihe ein Rollenspielprojekt in den Sand setzen, ist undenkbar.

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Das Open-World-SciFi-Rollenspiel wartet mit allem auf, was Fans an einem RPG gut finden könnten: Zahllose ikonische Charaktere, eine Story, die den Spielverlauf vorantreibt und in mehreren Endungen münden kann, Kämpfe mit unterschiedlichen taktischen Ausprägungen, Cameo-Auftritte, eine eindrucksvolle Optik inklusive Raytracing oder DLSS, synchronisierte Dialoge und ein perfektes Schmuddel-Setting im Cyberpunk-Stil.

Man muss lange suchen, um etwas zu finden, das einem an dem bislang bekannten Konzept von Cyberpunk 2077 nicht gefällt. Es sei denn, man kann grundsätzlich mit dem Thema nichts anfangen – vermutlich würde man das Rollenspieler aber selbst dann mindestens ausprobieren.

Und als sei das Videospiel noch nicht Bedrohung genug, rollt man rund um die Marke auch noch Beiwerk aus: So erscheint eine Comic-Auskopplung über Dark Horse Comics oder die Netflix-Serie „Cyberpunk: Edgerunner“. Der übliche Merchandise-Kram erscheint da fast schon nebensächlich: vom Malbuch bis hin zu Johnny-Figur gibt es alles, was Spielerherzen begehren.

Cyberpunk 2077 erscheint voraussichtlich am 10. Dezember. Auf PC wird das Spiel via Steam und GOG verfügbar sein. Ansonsten kommt das Rollenspiel für Google Stadia, Xbox One sowie Playstation 4 auf den Markt und wird auch auf den Next-Gen-Konsolen spielbar sein.


Letzte Aktualisierung am 14.04.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API. * = Affiliate Links. Bilder von Amazon PA-API