Was eine Fantasy-Sportliga ist, wissen hierzulande nur die wenigsten. In den USA gibt es diesen Zeitvertreib schon seit den 1960er Jahren. Als sein Schöpfer gilt der Kalifornier Bill Winkenbach, der 1962 in Oakland eine Fantasy-Football-Liga gründete. Acht Teilnehmer machten mit und bestückten ihre Teams mit den Spielern der NFL.

Heutzutage gibt es Fantasy-Ligen für jede erdenkliche Sportart, die meisten von ihnen finden online statt. Mehr als 50 Millionen Menschen gehen in den USA und Kanada diesem Hobby nach. Und auch hierzulande interessieren sich immer mehr Sportfans dafür. Aber wie funktioniert Fantasy-Sport eigentlich? Und wie kann man daran teilnehmen?

So funktioniert Fantasy-Sport

Beim Fantasy-Sport bilden die Teilnehmer eine virtuelle Mannschaft, die sie mit aktiven Spielern der aktuellen Saison besetzen. Um beim Beispiel American Football zu bleiben, kann eine Mannschaft etwa aus einem Quarterback, 2 Running Backs, 2 Wide Receivers und verschiedenen anderen Spielern bestehen.

Im Laufe der Saison erhalten die gewählten Spieler Punkte für ihre Leistungen auf dem Spielfeld, zum Beispiel für Touchdowns, Pässe oder Field Goals. Die Fantasie-Mannschaft, die zum Ende der Saison die meisten Punkte hat, gewinnt. Häufig erhält der „Trainer“ dieser Mannschaft ein kleines Preisgeld aus einem Topf, in den alle Mitglieder des Spiels eingezahlt haben.

Erfolgreich im Fantasy-Sport

Um erfolgreich Fantasy-Sport zu spielen, sollte man sich gut auskennen. Es ist wichtig, die Leistungen der Spieler in der letzten Saison zu analysieren und auch das Wissen über Verletzungen oder private Probleme mit einzubeziehen. Mitglieder einer Football-Liga können auch die NFL Quoten der Saison zur Hilfe nehmen, um ihre Spieler auszuwählen. Daraus lässt sich leicht ablesen, welche Spieler gerade die meisten Passing Yards erreichen oder die beste Defense haben. Ist die Saison hingegen erst einmal im Gange, gilt es nur noch, regelmäßig den Punktestand zu aktualisieren. Änderungen in der Aufstellung sind dann nicht mehr möglich.

Online oder offline?

Wer eine Gruppe von Freunden hat, die bei einem Fantasy-Sport mitmachen wollen, kann im Grunde genommen mit einem Block und einen Stift eine eigene Liga gründen. Deutlich einfacher geht es aber online. Es gibt verschiedene Anbieter von Fantasy-Ligen. Dort muss man sich lediglich eintragen und die Regeln für die eigene Liga festlegen. Wer im Freundeskreis nicht genügend Interessenten auftreiben kann, findet dort genügend Gleichgesinnte. Der größte Vorteil besteht aber darin, dass in einigen Sportarten die Statistiken automatisch erfasst werden. So können sich die Mitglieder der Liga einfach einloggen, um zu sehen, wo sie stehen. Aufwendiges Herumrechnen wird ihnen dadurch erspart.

Fantasy-Ligen gibt es auch in Deutschland.

Fantasy-Ligen gibt es auch in Deutschland.

Fantasy-Ligen in Deutschland

Die Fantasy-Liga Nummer eins in Deutschland ist natürlich nicht American Football, sondern Fußball. Seit einiger Zeit gibt es sogar einen offiziellen Fantasy-Manager der Bundesliga, bei dem Spieler Tickets, Trikots und ähnliche Preise gewinnen können. Aber auch ein deutscher NFL-Fantasy-Manager ist mittlerweile auf dem Markt. Trotzdem sind Fantasy-Ligen hierzulande eher ein Randphänomen. Bei privaten Tippgemeinschaften wird meist auf den Ausgang von Spielen gewettet, was natürlich wesentlich unkomplizierter ist. Es ist unwahrscheinlich, dass Fantasy-Sport hierzulande jemals denselben Stellenwert wie in den USA erreichen wird. Das bedeutet aber nicht, dass es keinen Sinn macht, gemeinsam mit Freunden eine kleine Fantasy-Liga zu gründen. Das macht die Sportsaison noch einmal ein bisschen spannender.


Letzte Aktualisierung am 26.05.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API. * = Affiliate Links. Bilder von Amazon PA-API