Gamegenic ist als Brettspiel-Zubehörhersteller seit mehreren Jahren am Markt, inzwischen ist das Portfolio des Unternehmens aus der Asmodee-Gruppe deutlich gewachsen. Und: Die Produkte kommen bei Spielern gut an. Weshalb? Nicht durch Magie, sondern mit Detailverliebtheit.

“Ingenious supplies” bietet Gamegenic an: “geniale Ausstattung”. Das zumindest verspricht der Slogan der Firma um CEO Adrian Alonso. Der Boss packt mit an auf der Spielemesse in Essen, ist direkt bei den Besuchern – und damit nah bei potenziellen Kunden. Nähe zur Community und der Wille, Feedback von Spielenden einzufangen, sind zwei zentrale Bausteine für den bisherigen Erfolg des Asmodee-Unternehmens.

Gamegenic: Bunt, robust, oft praktisch

Als Gamegenic im Sommer 2019 an den Start gegangen ist, hätte man kaum erahnen könne, welche Art von Zubehör das Unternehmen zukünftig auf den Markt bringen würde. Klar war: mit Adrian Alonso stand ein erfahrener Mann an der Spitze der Firma. Der CEO war zuvor als Lead Designer hinter der Marke Ultimate Guard tätig. Mindestens qualitativ hochwertige Kartenhüllen und auch die eine oder andere Deckbox waren zu erwarten. Gamegenic brachte allerdings in den Folgemonaten nicht nur sukzessive mehr Zubehör auf den Markt, sondern entwickelte Produkte um praktische Details herum.

Hier ein kleines Schublädchen mehr, dort ein Deckel mit alternativem Verwendungszweck, mal ein schön bezogene Oberfläche statt Billigplastik – Gamegenic produziert Brettspiel-Zubehör nicht bloß, das Unternehmen erfindet es teilweise neu. In der Szene kommt das an. Wie Gamegenics Marketing-Mann Tobias Franken erklärt, ist das neue Token Silo vor allem in den Vereinigten Staaten ein echter Renner. Und tatsächlich präsentiert sich die auf den ersten Blick schnöde Kunststoffbox als praktisches Tool, das einem Brett- oder Kartenspielenden das Leben erleichtern kann.

Das ist einer der Ansätze, die man bei Gamegenic verfolgt: Praktische Features sollen für Vereinfachung sorgen. Schnelleres Sortieren, mehr Überblick, clevere Transportlösungen, aber auch Lizenzkooperationen sind Ansatzpunkte für die Entwicklung von Zubehörteilen. Das umfasst inzwischen vieles von Kartenhüllen in unterschiedlichen Stärken über Spielmatten samt Aufbewahrungsröhren bis hin zu XXL-Reiseboxen, die unzählige kleinformatige Spiele fassen. Mit Bildern und Videos muss man bei Gamegenic zum Teil erklären, welche Möglichkeiten die “Ingenious supplies” überhaupt bieten. Nicht alles davon sieht man nämlich auf den ersten Blick.

Teilweise Individualisierung

Teilweise anpassbare Produkte und ein farbenfrohes Sortiment bieten Fans die Möglichkeit, ihre Zubehörartikel zumindest in einem gewissen Rahmen zu individualisieren. Hinzu kommen Lizenzierungen, die es Spielenden einfach machen, sich mit einer Deckbox zu identifizieren. Jüngst hatte Gamegenic durch eine Kooperation mit dem Sammelkartenanbieter Bushiroad sein Sortiment um individualisierte Deckboxen erweitern können. Es wird vermutlich nicht die letzte Partnerschaft gewesen sein.

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Asmodee-Studio ist die Nähe zu den Spielenden: “Wir hören auf die Community”, erklärt Tobias Franken. Manchmal bleibt es nicht dabei: der Marketing-Mann – selbst Brettspieler – geht zu Szenetreffen, spricht mit Kennern und Experten, fängt Feedback ein. Die Ideen und Wünsche der Spielerinnen und Spieler fließen dann womöglich in die Entwicklung neuer Zubehörprodukte ein. Die Konzepte entstehen damit nicht durch einen Blick von außen auf die Brettspiel-Community, sondern vielfach von innen heraus. Die Idee: “Spieler wissen am besten, was Spieler brauchen”, meint Franken. Kritik nimmt man sich zu Herzen. Ehrliche Meinungen bevorzugt auch Gamegenic-CEO Adrian Alonso. Gekaufte Reviews? “Machen wir nicht”, stellt er klar.

Nicht Magie steckt also hinter dem Erfolg der Gamegenic-Ideen, sondern der Drang, tatsächlich neue Produkte zu entwerfen. Reine “Copycats” wird man daher selten finden. Seine Sparte bedient die Firma auch wegen des erhöhten Produktionsaufwandes, denn es ist eben keine Standardausrüstung, die jedermann zu Hause am 3D-Drucker selbst herstellen kann. Gamegenic setzt eine Produkte daher ab, obwohl erfahrene Brettspielende selbst große Erfinder sind: Kästchen aus dem Baumarkt oder Ramschladen nutzt man dann zur Ausbewahrung, produziert mitunter Inlays am heimischen Hightech-Drucker oder steuert die nächste Bibliothek an, die über ein solches Gerät verfügt.

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Farbenfroh und hochwertig produziert sind unter anderem die Deckboxen. Foto: Gamegenic

So manches Zubehörteil richtig sich nicht an einen speziellen Titel, sondern kann als Ergänzung der Spielesammlung dienen, oder Reisen erleichtern – zumindest falls Brettspiele mit ins Gepäck wandern sollen. Das Premium-Produkt “Games Lair’ 600+ Convertible” ist dafür ein gutes Beispiel: die Box mit Fächern und Schubladen bietet Platz für viele Spiele. Insbesondere kleinformatige Brettspiele – man denke an Oink Games, Gamelyn oder Looping Games – oder Kartenspiele lassen sich darin in größerer Stückzahl sicher und geschützt verstauen. Das Spielepaket kann anschließend im Reisegepäck gestopft werden – so nimmt man eine sortierte Sammlung mit in den Urlaub und muss für das Tischspiel nicht mühsam kleine Kartons aus- und auch wieder einpacken. Rund 80 Euro kostet das Brettspiel-Zubehörteil. Nicht wenig. Vergleichbares mit ähnlicher Qualität gibt es auf dem Markt allerdings auch nicht. Gamegenic hat sich in seiner Nische mehr oder minder ein Monopol geschaffen.

Nicht zuletzt, weil dem Asmodee-Unternehmen auch das Marketing gelingt. Es beginnt bei der Produktpräsentation auf der Webseite: Farben lassen sich auswählen und direkt anzeigen, Maße, Features und Details werden beschrieben, mitunter gibt es sogar Videos. Die Katze im Sack kauft man daher als Interessent nicht. Zusätzlich bespielt man die Sozialen Medien, setzt den Fuß bei Influencern in die Tür – der Marke Gamegenic hilft das. Auch durch die Krise übrigens. Corona und die jüngste Herausforderung um Inflation und Energiepreise hat man bislang gesund überstanden.

Wie groß das Wachstumspotenzial ist, bewies zuletzt der immense Crowdfunding-Erfolg um die Magic-Deckboxen, welche in Kooperation mit dem Tolarian Community College entstanden sind. Rund vier Millionen US-Dollar hatte Gamegenic mit der ” “The Academic 133+ XL” letztendlich generieren können – ein Rekord für ein Zubehörteil.

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