Der Streit zwischen dem Klemmbaustein-Händler Thorsten Klahold und dem Steinegiganten Lego beschäftigt vor Gericht: die achte Kammer für Handelssachen am Landgericht Düsseldorf wird sich der Sache annehmen. In dem Clinch geht es um Figuren aus China, die der Paderborner Einzelhändler in seinem Online-Shop verkauft – die seien nach Ansicht der dänischen Spielzeugfirma zu ähnlich.

Eine halbe Million Euro beträgt der Streitwert laut Gericht. Lego fürchtet eine Verwechslungsgefahr zwischen den dänischen Originalen und den “Kopien” aus China. Wie die Deutsche Presseagentur zusammenfasst, verkauft der Einzelhändler Thorsten Klahold die Figuren bereits seit drei Jahren in seinem Laden und online über einen Shop.

“China-Figuren sind 100 Prozent kompatibel”

Die Konkurrenzprodukte preist der Paderborner Einzelhändler als Alternativen an, günstig und “zu 100 Prozent kompatibel”. Das weitaus größere Problem für Lego besteht nach Firmenangaben allerdings in der Ähnlichkeit einiger Figuren. Die Grundlage für die Klage ist in einem Geschmacksmuster zu finden: Lego hatte sich die 3D-Darstellung der Figürchen schon vor über 20 Jahren schützen lassen. Legos Rechtsanwalt erklärt laut Deutscher Presseagentur, dass minimale Variationen an einer kritisierten fast 1:1-Nachahmung nichts ändern würden.

Vor Gericht ist es ein Kampf David gegen Goliath: der Paderborner Händler trifft auf einen Giganten des Spielwarenmarktes. Lego erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund sieben Milliarden Euro. Klahold habe offenbar angegeben, sogar – in seinen Augen – umstrittene Figuren aus Packungen entfernt zu haben. Eine außergerichtliche Einigung steht im Raum und ist durchaus wahrscheinlich. Ansonsten würde das Verfahren am 15. Juli weitergehen. Nach dpa-Informationen habe das Gericht erkennen lassen, dass große Ähnlichkeiten zwischen den Lego-Produkten und den von Thorsten Klahold vertriebenen Figuren bestehen.

Die dänische Firma Lego gehört nach Erlös zu den Top-3 der Spielwarenhersteller weltweit. Im Jahr 2020 hatte Lego gar den höchsten Umsatz aller Spielwarenhersteller erwirtschaftet. Gegründet wurde das Unternehmen mit Sitz in Billund im Jahr 1932.

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