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News und Tests zu Brettspielen, Games und Unterhaltung > Artikel > Brett- und Kartenspiele > Rezensionen > Neue Krimispiele bei Kosmos: Suspects-Reihe im Test
Brett- und KartenspieleNewsRezensionenTop

Neue Krimispiele bei Kosmos: Suspects-Reihe im Test

Jonas Dahmen
Last updated: 25. Oktober 2022 16:06
Jonas Dahmen
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Suspects Neuheit Kosmos Verlag
In der neuen Kosmos Reihe Suspects übernehmen die Spielenden die Rolle von Detektivin Claire Harper. Bild: Jonas Dahmen
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Beim Kosmos Verlag gibt es mit Suspects eine neue Krimispielreihe. Die Spielenden begleiten die schottische Detektivin Claire Harper zu Tatorten und klären gemeinsam Mordfälle auf. Zwei Titel der Reihe sind bereits erhältlich, ein Dritter wird im Herbst erscheinen. Ob die Reihe eine lohnende Spiele-Neuheit für Rätselfreunde ist zeigt sich im Test.

Was Knives Out im Jahr 2019 auf der Leinwand geschafft hat, kommt nun auch im Spieleformat an. Das Whodunit-Genre wird widerbelebt. Im Stile eines Agatha Christie-Romans ermitteln die Spielenden und entdecken Schritt für Schritt neue Hinweise und Indizien und befragen Zeugen um am Ende den Täter zu überführen. Das stimmige Setting und die klassischen Geschichten der Fälle erzeugen eine spannende Atmosphäre. Die Regeln sind wie es sich für ein Krimispiel gehört kurz. Für diesen Test haben wir die beiden aktuell erhältlichen Titel der neuen Suspects-Reihe durchgespielt. Nachschub ist bereits für den Herbst angekündigt.

Suspects – Krimispiele im klassischen Setting

Mehr als ein Deck Karten braucht es für die Spiele der Suspects-Reihe nicht. In der handlichen Schachtel finden sich 54 beziehungsweise 57 Karten. Zusätzlich gibt es jeweils ein Einleitungsblatt, die Dokumente A  und B und das Auflösungsblatt. Der Kartenstapel wird mit allen anderen Materialien in der Mitte platziert. Nur das Auflösungsblatt wird zur Seite gelegt. Wie der Name schon vermuten lässt, enthält es die Auflösung des Falls. Nach Abschluss der Ermittlungen dient es dazu, die Ermittlungsergebnisse zu kontrollieren. Die Dokumente werden genutzt, sobald das Spiel einen dazu auffordert.

Der Aufbau der beiden Spiele unterscheidet sich nicht. Bild: Jonas Dahmen

Im Kartenstapel finden sich drei unterschiedliche Kartentypen. Es gibt gelbe Indizienkarte, blaue Ortskarten und rote Personenkarten. Auf den roten Karten werden die Verdächtigen und Zeugen verhört. An den unterschiedlichen Orten finden die Spielenden Hinweise und Indizien. Die gelben Indizienkarten zeigen unterschiedlichen Gegenstände und Spuren, die möglicherweise etwas mit der Lösung des Falls zu tun haben. Die verschiedenen Karten besitzen zum Teil verschiedenfarbige Linien. Wenn die Linien zweier Karten zusammenpassen, kann man daraus Schlussfolgerungen ziehen. So können beispielsweise Fingerabdrücke oder Schuhe einer oder mehrerer Personen zugeordnet werden.  

Der Ablauf der Spiele ist sehr offen. Nach dem Ziehen der ersten Karte können die Karten in fast beliebiger Reihenfolge untersucht werden. Die Karten sind nummeriert und es können alle Karten gezogen werden, deren Nummern auf Dokumenten oder anderen Karten zu finden sind. Es gibt kein Zeitlimit für die Spiele. Die Zeit wird über die Anzahl der gezogenen Karten gemessen. Nach 30 und 45 gezogenen Karten gibt es eine Diskussionsrunde. Können die Spielenden dann bereits eine oder mehrere Fragen beantworten, können sie diese Antworten notieren. Nach weiteren Erkenntnissen lassen sich diese Tipps bis zum Ende der Ermittlungen noch anpassen. Sind alle Karten gezogen, folgt die Auswertung.

Das Lösungsblatt wird gelesen und die Antworten werden kontrolliert. Je nachdem, wann die richtigen Antworten gefunden wurden, gibt es Punkte. Je früher es gelöst wurde, desto mehr Punkte gibt es. Bei einer falschen Lösung gibt es keine Punkte. Der Erfolg der Ermittlungen wird in verschiedenen Kategorien bewertet. Je nach Erfolg kommt der Täter völlig ungeschoren davon, wird nur verdächtigt, kann aber nicht belangt werden, erhält eine Strafe oder wurde vollständig überführt.

Die Fälle

Tödliche Spuren verschlägt die Spielenden in die schottischen Highlands. In der Villa Allister wurde die junge Mary Higgins ermordet. Ihr Ehemann ist auf mysteriöse Weise verschwunden. Im Herrenhaus der Familie lüften sich Karte für Karte die Geheimnisse der Familie Allister.
In Letzter Auftritt treffen die Spielenden bei ihren Ermittlungen eine Figur aus Tödliche Spuren wieder. Im Kings Theatre in Edinburgh stirbt der Hauptdarsteller bei den Proben zum neuesten Stück durch ein abstürzendes Stück der Kulisse. Ein Unfall ist unwahrscheinlich. Bei den Ermittlungen im Theater befragen die Spielenden alle am Stück beteiligten Personen. Eine von ihnen hat etwas mit dem Todesfall zu tun.

Infobox

Spielerzahl: 1 bis 5
Alter: ab 12 Jahren
Spielzeit: 90 bis 150 Minuten
Schwierigkeit: mittel
Genre: Krimispiel

Autoren: Guillaume Montiage und Sébastien Duverger Nedellec
Gestaltung: Émile Denis
Offizielle Website: Tödliche Spur und Letzter Auftritt
Erscheinungsjahr: 2022
Sprache: deutsch
Kosten: 15 Euro

Fazit

Die neue Reihe im Kosmos Verlag ist eine atmosphärische Ergänzung zu bislang erhältlichen Krimispielen. Die Stimmung alter Kriminalromane und Filme wird hier sehr gut eingefangen. Die Storys, Personen und möglichen Motive sind klassisch gehalten. Der Täter wird sich im Laufe der Ermittlungen allmählich zeigen. Am Anfang sind alle verdächtigt.

Das Spielmaterial ist gut gestaltet. Auf den Karten sind die Hinweise klar ersichtlich. Man muss nicht ewig suchen, um eventuell versteckte Hinweise zu finden. Der Fokus liegt eindeutige darauf, aus den entdeckten Hinweisen die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Echte Logikrätsel muss man nicht lösen. Nutzt man einen separaten Zettel oder kopiert das Einleitungsblatt, auf dem die Fragen, die es durch die Ermittlungen zu beantworten gilt, stehen, wird das Spiel nicht beschädigt und kann weitergegeben werden. Die Karten sind von guter Qualität und so gut geeignet mehrmals bespielt zu werden.

Die Fälle sind beide unterschiedlich genug, so dass man nicht das Gefühl hat, den gleichen Fall nur mit einem anderen Thema zu bearbeiten. Von der Schwierigkeit sind die beiden Fälle gut für Einsteiger geeignet.  Zwar gibt es mehr Punkte, wenn man Fragen bereits nach 30 oder 45 Karten beantworten kann, doch für ein zufriedenstellendes Ergebnis, bei dem der Täter eine Strafe erhält, reicht es, wenn alle Fragen am Ende richtig beantwortet werden. Sind alle Karten gezogen worden, ist dies auch gut möglich.

Das Nachverfolgen, wie viele Karten bereits gezogen wurden, ist nicht sehr elegant. Diese „Aufgabe“ reißt die Person, die diese Aufgabe übernimmt, immer wieder aus dem Spielfluss und es passiert leicht, dass immer wieder Karten vergessen werden zu zählen. Um die Zeit zu messen ist dies aber nötig. Trotzdem wäre hier eine andere Lösung schöner. Die Mechanik an sich, dass es nach 30 und 45 gezogenen Karten eine Diskussionsrunde gibt ist aber sehr spannend. In den Regeln wird sogar der Hinweis gegeben, dass jeder für sich die Lösungen notieren kann und so ein Wettbewerb unter den Spielenden entsteht.

Da die Texte auf den Karten eher klein gedruckt sind ist fraglich, wie gut der Spielfluss ist, wenn man es zu fünft spielt. Wie bei vielen Escape- und Krimispielen ist die Entscheidung über die Personenzahl, mit der man spielen möchte, reine Geschmackssache der entsprechenden Gruppe. Solo lässt sich ein Fall auch schneller als die angegebene Zeitspanne lösen. Mit drei Personen bewegten wir uns im Test am unteren Ende der Zeitangabe.

Insgesamt bieten die Spiele äußerst gelungene Krimiunterhaltung mit gut lösbaren Fällen, die sich für Einsteiger und Fortgeschrittene eignen.


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