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News und Tests zu Brettspielen, Games und Unterhaltung > Artikel > Brett- und Kartenspiele > Rezensionen > Rezension zu Carpe Diem von Ravensburger
Rezensionen

Rezension zu Carpe Diem von Ravensburger

Marie Volkmann
Last updated: 26. Juni 2019 18:03
Marie Volkmann
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Brettspiel-Rezension zu Carpe Diem von Ravensburger/Alea. Foto: André Volkmann
Brettspiel-Rezension zu Carpe Diem von Stefan Feld, erschienen im Verlag Ravensburger/Alea. Foto: André Volkmann
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Carpe Diem ist ein Legespiel mit Draft-Mechanismus von dem Spieleautor Stefan Feld, das im Verlag Alea/Ravensburger erschienen ist. Bekanntheit in der Welt der Spieler erlangte der erfahrene Spieleautor durch zumeist komplexe Spiele, darunter Forum Trajanum oder Brügge. Ob Carpe Diem wirklich zu den Brettspielen für Kenner gehört oder eher als anspruchsvolleres Familienspiel durchgeht, verraten wir in der nachfolgenden Rezension.


Ganz so locker und leicht wie der Titel des Brettspiels von Stefan Feld vermuten lässt, offenbaren sich die Qualitäten nicht. Man muss den Acker schon einige Male umgraben, damit man Carpe Diem als das Juwel erkennen kann, das es in Ansätzen ist. Die Jury des Spiel des Jahres e.V. hat das Legespiel aus dem Hause Ravensburger/Alea für das Kennerspiel des Jahres 2019 nominiert. Die Juroren sind von der Autorenleistung begeistert: „Stefan Feld hat einen Auswahlmechanismus entwickelt, der planerische Überlegungen erfordert und dennoch schnelle Züge erlaubt. Selten hat ein strategisches Kennerspiel so viel Tempo gehabt.“

Als Patrizier „den Tag nutzen“

Während des Spielens von Carpe Diem muss der Spieler in der Rolle eines wohlhabenden Patriziers im alten Rom möglichst beeindruckende Stadtviertel erbauen, um in der Wertungsphase eine hohe Anzahl an Siegpunkten zu erhalten. Doch dafür müssen nicht einfach nur Gebäude errichtet werden, sondern auch die dafür benötigten Ressourcen gesammelt werden. So entstehen Zug um Zug die Stadtviertel und deren Landschaften. Diese produzieren im Verlauf der Spielpartie die zum weiteren Bau benötigten Ressourcen und Güter.

Brettspiel-Rezension zu Carpe Diem von Ravensburger/Alea. Foto: André Volkmann
Vorgaben von zwei benachbarten Aufträgen sind jeweils rundenweise zu erfüllen. Foto: André Volkmann

Um das Spielziel zu erreichen und damit als Sieger mit dem meisten Siegpunkten aus dem Spiel hervorzugehen, muss der Spieler während der vier Spielrunden von Carpe Diem Spielplättchen auf seinem eigenen Spieltableau passend anlegen. Um Spielplättchen zu erhalten, muss sich der jeweilige Spieler mit seinem Patrizier-Meeple auf dem zentralen Spielbrett auf das Feld mit dem gewählten Spielplättchen bewegen. Die Bewegung ist dabei auf zwei angrenzende Felder begrenzt. Dies erschwert die Plättchen-Auswahl erheblich. Das ausgewählte Plättchen setzt man passend auf seinem Spieltableau ein und lässt so nach und nach fertige Gebäude und vollendete Landschaften entstehen.

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Brettspiel-Rezension zu Carpe Diem von Ravensburger/Alea. Foto: André Volkmann
Es darf gepuzzelt werden. Im Laufe einer Partie entstehen verschiedene Bauten. Foto: André Volkmann

Ist ein Gebäude oder eine Landschaft abschließend erbaut worden, löst dies einen Belohnungseffekt aus, dabei erhält der Spieler Ressourcen, Güter oder die Bonuskarte Brunnen. Die Brunnen-Karten sind dabei in der Endwertung lohnenswert. Fertig erbaute Villen bringen dem Spieler zwar keine nützlichen Effekte, dafür aber Siegpunkte.

Sind alle Spielplättchen auf dem Spielbrett aufgebraucht, endet eine Runde und die Wertungsphase beginnt. Nach dem Abschluss der vierten Spielrunde endet das Spiel nach der Abschlusswertung. Einer Besonderheit, die der Spieler bei Carpe Diem von Beginn an Aufmerksamkeit schenken sollte, ist das eigene Spieltableau. Der Rahmen des Tableaus zeigt bestimmte Landschafts- und Gebäudemarker an, hier gilt es darauf zu achten, passende Spielplättchen anzulegen, denn hat man diese Aufgabe passend erfüllt, winken Sonderpunkte.

Material: Minimalistisch ja, aber römisch?

Carpe Diem ist im Artwork minimalistisch, jedoch dem Thema des Zeitalters der Patrizier in Rom entsprechend gehalten. Erdtöne dominieren das Spiel und aufregende Verschnörkelungen dürfen nicht erwartet werden. Das Material ist wertig gearbeitet, dabei ist es zumeist aus stabiler Pappe oder aber aus Holz gefertigt worden. Besonders die aus Holz gefertigten Ressourcen stechen hierbei positiv hervor.

Brettspiel-Rezension zu Carpe Diem von Ravensburger/Alea. Foto: André Volkmann
Die Güter sind hübsch. Das gilt allerdings nicht für den gesamten Material-Mix. Foto: André Volkmann

Das Regelwerk ist überschaubar und gut verständlich. Erfahrenen Spielern steht nach dem Regelstudium einem schnellen Einstieg in das Spielgeschehen keine Hürde im Wege. Doch auch Wenigspieler werden nach einer Einweisung, dank der nachvollziehbaren Grundmechanik einem vergleichsweise unproblematischen Spielverlauf entgegensehen.

Bilder zu Carpe Diem

  • Brettspiel-Rezension zu Carpe Diem von Ravensburger/Alea. Foto: André Volkmann
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  • Brettspiel-Rezension zu Carpe Diem von Ravensburger/Alea. Foto: André Volkmann

Infobox

Spielerzahl: 2 bis 4 Spieler
Alter: ab 12 Jahren
Spieldauer: 45 bis 120 Minuten
Schwierigkeit: mittel bis hoch
Langzeitmotivation: hoch

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Verlag: Ravensburger/Alea
Autor: Stefan Feld
Grafik: Lalanda Hruschka
Erscheinungsjahr: 2018
Sprache: deutsch
Kosten: 38 Euro

Fazit

Auf den ersten Blick wirkt das Brettspiel Carpe Diem einfach, doch schon während der ersten Runde des Spiels fällt dem geneigten Spieler auf, dass das Legespiel von Stefan Feld mehr spielerischen Tiefgang bietet als zunächst vermutet.

So müssen während des Spielzuges nicht nur Strategien entwickelt werden um sein Stadtviertel möglichst erfolgreich auszubauen, auch taktisch gut überlegte Züge, welche die Mitspieler im Verlauf der Partie beim Bau ihres eignen Stadtviertels einschränken könnten, können auf dem Weg zum ruhmreichen Stadtviertel sinnvoll sein. Zusätzlich muss jeder einzelne Spieler beim Bau der Gebäude und Landschaften die Zwischenwertungen und die Endwertung beachten, um möglichst viele Siegpunkte zu erhalten.

Ein einfaches Drauflosspielen ohne vielerlei strategische Gedanken ist somit bei Carpe Diem Möglich, aber nicht sinnvoll. Positiv zu bemerken sind außerdem die unterschiedlichen Aufgaben der Spielertableaus, die der Spieler erfüllen kann, um zusätzliche Boni zu erhalten. Somit gleicht keine Spielpartie der nächsten. Das Artwork zu bewerten ist jedem Spieler selbst überlassen, mir persönlich gefallen die reduzierten Darstellungen, da ich sie als passend für das Spielsetting empfinde. Am Ende ist das Material mindestens funktional.

Carpe Diem ist ein Spiel für Wenig und Vielspieler, denn es kann auf unterschiedliche Weise gespielt werden. Wenigspieler werden eher für sich allein spielen und wenig taktisch gegen ihre Mitspieler handeln, Kenner werden dem Spiel mehr Raum für Tiefe geben und ausgeklügelte Strategien erarbeiten, um glorreiche Stadtviertel zu erbauen.

Die Mischung aus Einzigartigkeit der spielbaren Kombinationen und der, zumindest im Durchschnitt, hohen Spielgeschwindigkeit machen aus Carpe Diem ein reizvolles Brettspiel, das planerische Aspekte – bis auf wenige Ausnahmen – gekonnt in den Mittelpunkt stellt.

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