SPIEL.digital setzt auf Nutzerfreundlichkeit: “Das ganze Angebot erklärt sich von selbst”

Lesezeit: 6 Minuten

Die Internationalen Spieltage 2020 sind wenige Wochen entfernt, in diesem Jahr findet alles im virtuellen Raum statt. Die SPIEL.digital verlagert alles, was Besucher von der physischen Messe kennen, mal deutlich wiedererkennbar, mal in abgewandelter Form in das Internet. Das klingt sperrig, wird es nach Aussagen der Veranstalter aber gar nicht sein. Jeder kann mitmachen, sich treiben lassen oder gezielt nach spannenden Themen suchen. Interaktion spielt eine zentrale Rolle, Zwang aber nicht. Das steckt hinter der SPIEL.digital.


Corona treibt die Spieler seit Monaten vermehrt vor die Bildschirme, hier und da weichen auch Brettspieler in digitale Welten aus, um gemeinsam spielen zu können ohne sich treffen zu müssen. Auch wenn Spielegruppen langsam wieder stattfinden, eine Großveranstaltung wie die SPIEL in Essen abzuhalten, das war spätestens seit dem “Lockdown” kein Thema mehr.

Der veranstaltende Friedhelm Merz Verlag hatte nun die Wahl: Entweder vollständig absagen oder aber die SPIEL in ein neues Format überführen, so wie einige Fans es bereits kurz nach der Absage der physischen Messe forderten. Man entschied sich nach kurzer Bedenkzeit für letztere Variante – und muss nun vergleichsweise eilig ein komplett neues Konzept ausarbeiten, eine Plattform installieren und Aussteller und Interessierte in das virtuelle Spielzimmer locken. Was am Ende dabei herausgekommen ist, erfahren Fans am Eröffnungstag, denn dann dürfen sie – analog zur Öffnung der Messehallen – in die digitale Welt der Spiele eintreten. Wie auch immer der Erfolg ausfallen wird, schon jetzt ist klar: die SPIEL.digital ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

SPIEL.digital: Themenwelten statt Messehallen

Man hört und liest viel in diesen Tagen über die SPIEL.digital und ihre Innovationen: Neue Spiele, coole Videos, Brettspiele online zocken. Was aber, wenn man sich in dieser virtuellen Welt nicht so gut auskennt? Was darf man dann von der digitalen Messeveranstaltung erwarten? Wir haben beim Friedhelm Merz Verlag nachgefragt und die Antworten weisen deutlich in eine Richtung: Auch unerfahrenere Nutzer werden aus der SPIEL.digital genau das herausziehen können, was dem jeweiligen Spieltyp, was ihren Interessen entspricht. IT-Experte sein, das muss man also nicht.

Wer sich derzeit in den Sozialen Medien und Foren umschaut, der wird oft mit einer zentralen Frage konfrontiert: Was muss ich eigentlich machen, wenn die SPIEL.digital am 22. Oktober startet? Die simple Antwort hat Verlagschefin Dominique Metzler: “Die SPIEL.digital entdecken!”

Große Hürden wird es voraussichtlich nicht geben, beim Friedhelm Merz Verlag hat man sich Gedanken gemacht: “Es wird alles sehr selbsterklärend und userfreundlich sein”, sagt Metzler. “Entweder man lässt sich in einer der 17 Themenwelten inspirieren oder sucht seinen Einstieg gleich über die Neuheiten-Liste”. Die Themenwelten seine dabei eigentlich so etwas wie verschiedene Spielerubriken. Dominique Metzler nennt ein Beispiel: “Wenn man sich beispielsweise nur für Kinderspiele interessiert, dann kann man die Themenwelt Kinderspiele besuchen, findet dort alle Verlage, die passend dazu Spiele haben, und kann dann auf den Verlagsständen alle weiteren Spielinformationen finden.”

Das gleiche gilt anlog in der digitalen Welt für Rollen-, Familien-, oder Kennerspiele. Alles hat man übersichtlich in den Themenwelten sortiert und untergebracht. Die Neuheiten-Liste ist quasi der Direkteinstieg für jene Spieler, die bestimmte Titel ins Auge gefasst haben. Und selbst dann wird man nicht lange suchen müssen: Die etwa 1.300 Titel werden sich auf der Online-Plattform der SPIEL.digital nach vielen verschiedenen Kriterien filtern lassen. In Kombination mit den Oberkategorien – also den Themenwelten – dürften Nutzer sich gut zurechtfinden in dieser für viele Gesellschaftsspieler vielleicht neumodischen Welt.

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Alle Informationen greifen dabei ineinander, die Themenwelten oder Neuheiten-Übersicht sind dabei mehr oder minder zentrale Anlaufstellen. Auch ein Ausstellerverzeichnis wird es geben, wer sich also über Spiele eines bestimmten Verlags informieren möchte, kann auch das problemlos tun. Vom Verzeichnis aus führen Verlinkungen auch zu den “Ständen” der Aussteller, die ihre Angebote dort individuell gestalten können.

Keine Angst vorm Internet!

Was sich vor allem für unerfahrene Nutzer, die nicht täglich in den Sozialen Medien oder auf Online-Plattformen unterwegs sind, konfus und kompliziert anhören mag, ist im Grunde einfach zu verstehen. Die Organisatoren sind sensibilisiert für Nutzerprobleme, die SPIEL.digital ist keine Veranstaltung nur für “Heavy User”. Dominique Metzler stellt klar: “Das ganz Angebot erklärt sich von selbst!”

Auch unterschiedliche Formate sollen dafür sorgen, dass jeder finden kann, was ihm entspricht. Keine Lust auf stundenlange Videos? Dann kann man einfach durch die Spiele stöbern, sich Kurzbeschreibungen durchlesen, zu Titel, die man sich vorher über das Filtersystem herausgesucht hat.

Die gesamte SPIEL.digital baut ein Konzept der Partizipation: Fans können mitmachen, wenn sie wollen. Sie können sich ihre Zeit so vertreiben, wie sie es für angemessen halten und wie es sie unterhält. Wer nur schnell Informationen sammeln möchte, kann die digitale Messe ebenso besuchen, wie jener Spielende, der sich schon jetzt mit Freunden für einige virtuelle Brettspielrunden verabredet hat. Die SPIEL.digital stellt also einen mit Inhalten gefüllten Raum zur Verfügung, den Spielefans dann auf ihre jeweils individuelle Art nutzen können.

Wer sich dennoch inspirieren lassen möchte, kann sich quasi den Interessen anderer einfach anschließen. In den Themenwelten werden Besucher sich einfach treiben lassen können und Interessantes entdecken: “Hier haben wir einen Hotness-Faktor eingebaut”, erklärt Dominique Metzler. “Wenn an einem Stand besonders viel los ist, fangen die Verlagsstände an zu glühen. Wir gehen davon aus, dass Besucher, die einen Verlag bisher nicht so auf dem Radar hatten, sich angesprochen fühlen, neugierig werden und einfach mal nachschauen, was denn da gerade los ist.” Insbesondere kleinere Verlage können mit dieser Funktion online punkten, vielleicht sogar mehr als auf der Vor-Ort-Messe. Vorausgesetzt, sie schaffen es, genügend Besucher mit ihren Inhalten zu fesseln. Ein Weg könnten Verkaufsaktionen sein, einige Anbieter legen da bereits los: “Die Verlage haben gerade angefangen ihre Verkaufsaktionen einzustellen. Man kann schon jetzt sehen, dass es zahlreiche Rabattaktionen geben wird”, so die Chef-Organisatorin.

Frag mich! Auf die Erklärbären muss auch bei der SPIEL.digital niemand verzichten. Foto: Volkmann

Frag mich! Auf die Erklärbären muss auch bei der SPIEL.digital niemand verzichten. Foto: Volkmann

Teures technisches Equipment wird nicht verlangt: Man benötigt im Grunde weder eine Webcam noch ein Headset. “Man kann allerdings auch nur mit Verlagen über die Chatfunktionen chatten”, erklärt Metzler. Für kommunikative Typen wird audio-visuelle Peripherie dann aber doch wesentlich: “Wenn du mit Verlagen beispielsweise über Zoom ins Gespräch kommen möchtest, sollte dein Endgerät über eine Kamera verfügen”, so die Verlagschefin. Und auch am Spieletisch ist es vermutlich sinnvoll, wenigstens Kopfhörer in greifbarer Nähe zu halten: “Diese Runden laufen zumeist über Discord”. Die Erklärbären stehen bereit, um das Regelwerk zu erläutern, das ähnelt dann sogar der Vor-Ort-Messe: Alle versammeln sich, diesmal im virtuellen Raum, einer erklärt, die anderen hören zu – dann wird gespielt.

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Dominique Metzler vergleicht die Erfahrung auf der SPIEL.digital zumindest in Teilen mit den Erfahrungen, die Fans jährlich in Essen machen: “Es ist wie auf einer realen Messe. Wir stellen hier die Infrastruktur zur Verfügung und verantworten auch selbst einen der deutschsprachigen Livestreams. Die Aussteller füllen diese Plattform maßgeblich mit Leben” Hinzu kommen Influencer, die eigene Inhalte auf die Plattform zu stellen – “wenn sie es denn möchten”, so Metzler. Auch an der Freiwilligkeit lässt sich schnell ablesen, wie sehr es auf die Teilnehmenden ankommt, die die SPIEL-digital zu dem Event machen, das es sein soll: eine bunte, lebendige Spielewelt.

SPIEL.digital: Soft-Launch der Neuheiten-Liste steht bevor

Dass man übrigens zwingend viele Stunden investieren muss, um aus der SPIEL.digital einen Nutzen ziehen zu können, ist ein Irrtum. Dominique Metzler erklärt: “Man kann sich sicher vier Tage lang auf SPIEL.digital rumtreiben und immer wieder etwas Neues erleben. Auch hier ist es wie auf der realen Messe. Es gibt viele Tagesbesucher, aber auch viele Menschen mit Dauerkarten. Das kommt ganz auf den Besucher an.”

An die Hand genommen wird man vom System. So wird es eine Übersicht geben, auf der alle Events verzeichnet sind, damit man diese “auf den ersten Blick erkennen kann”. Zudem dient ein Media-Hub als Anlaufstelle, dort könne man schnell ersehen, welche Videobeiträge es gibt, erklärt Metzler. Derzeit laufen die Vorbereitungen vermutlich auf Hochtouren, über die Sozialen Medien und einen Newsletter verteilt der Friedhelm Merz Verlag, was neu ist und was Besucher erwartet. Dazu gehören auch Meldungen über die teilnehmenden Verlage.

Ein bisschen digital war es auch auf der SPIEL in Essen bereits - nun gibt es die volle Breitseite "Internet". Foto: Volkmann

Ein bisschen digital war es auch auf der SPIEL in Essen bereits – nun gibt es die volle Breitseite “Internet”. Foto: André Volkmann

Eine vollständige Liste mit allen Verlage, die bei der SPIEL.digital mitmachen, werde es erst zum Messestart – also am 22. Oktober – geben, verrät Dominique Metzler. Aber: “Wir werden allerdings bald einen Softlaunch der Neuheiten-Liste bereitstellen. Hier wird man neben dem Spieltiteln, Verlagen und Autoren auch Altersangaben und Preise ersehen können. Darüber hinaus allerdings keine weiteren Infos zu den Spielen. Diese werden erst zum Messestart einsehbar sein.” Wer davon ausgeht, dass nur die großen Verlage an der digitalen Messe teilnehmen, das ist mitnichten so: Viele kleine Aussteller nutzen die Plattform, um sich und ihre Angebote zu präsentieren: vom Spieleverlag bis hin zu Vereinen.

Und wer jetzt immer noch verunsichert ist, ob er mit seinen IT-Skills die Teilnahme an der Messe stemmen kann: “Die gesamte Plattform ist so userfreundlich, dass mit nicht viel Erfahrung braucht”, macht Dominique Metzler abschließend deutlich. Weil es heutzutage wohl “fast niemanden mehr gibt, der sich nicht im Internet rumtreibt”, so Metzler, sollte man auch einfach mal vorbeischauen auf der SPIEL.digital. Ihr Aufruf: “Kommt vorbei, wir beißen nicht!”

Los geht es am 22. Oktober, die Online-Messe findet dann bis zum 25. Oktober statt: Die Anlaufstelle für Informationen ist www.spiel.digital.


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