Die Infektionszahlen steigen, die SPIEL’21 scheint dennoch nicht in Gefahr zu sein. Die Corona-Verordnung regelt klar: In Kommunen mit einer Warnstufe von 3 oder niedriger können Messeveranstaltungen durchgeführt werden – Hygienekonzept vorausgesetzt. Wer immunisiert ist, wird kaum Probleme haben, auf alle anderen kommen Zusatzkosten zu. 

Die Internationalen Spieltage 2021 in Essen finden statt, das konnte man angesichts der Pandemielage im Juli guten Gewissens verkünden: Die Anzahl der Neuinfektionen war niedrig, die Inzidenz lag in Nordrhein-Westfalen Anfang Juli bei unter 6.

Kostenpflichtige Tests für Ungeimpfte kommen

Das hat sich inzwischen geändert: Der Anstieg bei den Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner ist diesen Juli deutlich rasanter als im vergangenen Jahr  – dabei sind noch Ferien und die Schüler in NRW längst noch nicht wieder in den Klassenzimmern eingepfercht. Und die Effekte der Reiserückkehrer werden vermutlich auch erst noch spürbar werden. Die SPIEL’21 scheint dennoch nicht in Gefahr zu sein: rein rechtlich nicht, weil die Corona-Verordnung die Durchführung ermöglicht, und auch rein organisatorisch nicht, weil der ausrichtende Friedhelm Merz Verlag mit einem Hygienekonzept dafür sorgt, dass die Messe auch veranstaltet werden darf. Maskenpflicht und 3G-Regel sind zwei der Grundpfeiler.

Während Immunisierte, also Geimpfte oder Genesene, der Spielemesse vergleichsweise entspannt entgegenblicken können, hat sich die Lage für Ungeimpfte mit den neuen Bund-Länder-Beschlüssen deutlich verschärft. Ab dem 23. August gilt nun eine Testpflicht für Menschen ohne Corona-Schutzimfpung ab einer Inzidenz von 35. Bestimmte Bereich des öffentlichen Lebens sind dann nur noch für Genesene, Geimpfte oder eben Getestete zugänglich – konkret gilt das unter anderem für Veranstaltungen und Feste. Nun ist die Testpflicht ohnehin bereits vorgesehen gewesen, nun kommen allerdings zusätzliche Kosten auf Ungeimpfte zu.

Die SPIEL’21 findet vom 14. bis 17. Oktober und damit nach dem festgelegten Stichtag statt. Ab dem 11. Oktober soll es nämlich in Deutschland keine Gratistests mehr geben: Wer hätte geimpft werden können, sich aber dagegen entschieden hat, muss zahlen. Zu den ohnehin erhörten Kosten für eine Eintrittskarte zur SPIEL’21 kommen also weitere Kosten – gegebenenfalls zuzüglich Anreise und Beherbergung – hinzu. Ausnahmen gelten natürlich für jene, für die keine Impfung infrage kommt: Minderjährige, Schwangere oder Menschen mit Erkrankungen oder Allergien, die eine Impfung unmöglich machen.

Ist das Infektionsgeschehen gering, können die Länder die 3G-Regeln nun außer Kraft setzen. Folgt man den Experten, ist davon für den Herbst nicht auszugehen. Ob und was passiert, sollten die Coronavirus-Zahlen explodieren? Das ist derzeit unklar. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte jüngst gar die Warnstufe 3 ausgesetzt, die NRW-Koalition bekräftigt, man wolle keinen erneuten Lockdown. Das kann sich ändern, sollte sich ändern, was derzeit erwartet wird: Steigende Infektionszahlen, aber aufgrund der verbreiteten Impfungen weniger dramatische Auswirkungen.

Dennoch haben einige Veranstalter und Verlage auf die neue alte Corona-Lage reagiert. Im Herbst geplante Spieleveranstaltungen wurden abgesagt, Verlage verzichten auf Teilnahmen an Messen – so etwa Asmodee. Für die SPIEL’21 ist der Friedhelm Merz Verlag zuversichtlich, auch aufgrund eines strengen Hygienekonzepts, das eine Maskenpflicht für Kinder ab sechs Jahren vorsieht.

Zu sehen wird es für Besucher genug geben: Rund 500 Aussteller beteiligen sich dieses Jahr, Anfang August verkündete der Veranstalter bereits etwa 1.000 Neuheiten für die Internationalen Spieltage. Vorsicht ist dennoch zu spüren. Zum Vergleich: Im Jahr 2019 nahmen etwa 1.200 Aussteller teil.

Für alle Daheimgebliebenen findet als Alternative auch in 2021 die Spiel-digital statt. Dort beziehen die Verlage bereits ihre virtuellen Stände. Die Vorbereitungen laufen offensichtlich auf Hochtouren.

Klar ist: Man hätte sich die SPIEL’21 in diesem Jahr anders gewünscht und konnte angesichts der zeitweise entspannten Lage im Juli auch darauf hoffen. Inzwischen verschärft sich die Corona-Situation zwar wieder, Angst um die Essener Spielemesse müssen Fans – Stand jetzt – allerdings nicht haben.

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