Knallbunt, laut, frech und ein bisschen verrückt: Schnappt euch die Bazooka und kickt Piraten, Unterwassernymphen und Abenteurer aus der „Rocket Arena“. Das ist das Grundkonzept – und gleichzeitig der Aufruf an die Spieler – von Electronic Arts neuem Arena-Shooter. Im Test verraten wir, was genau hinter dem Helden-Ballerspiel steckt, ob es langfristig motivieren kann und wieso das Spiel also echter Geheimtipp anzusehen ist.


Raketen! Dies ist der Kern der Raketenarena. Fliegender Sprengstoff gibt dem Helden nicht nur den Namen, der die berühmten Final Strike Games entwickelt hat, sie prägen auch das Gameplay. Raketenwerfer sind Ihr Wichtigstes Werkzeug im Actionspiel in der dritten Person: Mit ihnen werfen Sie andere Spieler in scharfen Duellen 3-vs.-3 aus der Arena, katapultiert sich aber auch mit Raketensprüngen über Plattformen. Klingt auf dem Papier lächerlich, wenn eine Rakete wirklich Feuer fängt.

Solo-Gamer sind hier eher fehl am Platz

Sagen wir zuerst: Wenn du ein Solo-Abenteuer machen willst, irrst du dich in der Rocket Arena leider. Dasselbe gilt für Freunde herzlicher PvE-Kämpfe. „RocketBot Attack“, in dem man gegen eine Horde von Robotern kämpft, ist auf lange Sicht nur ein Nachfüller, sowohl monoton als auch langweilig. In diesem Multiplayer-Bereich bieten Titel wie „Gears 5“ deutlich mehr Motivation. Also betonen Sie immer wieder, dass Rocket Arena für kompetitive Multiplayer-Kämpfe im 3-gegen-3-Modus konzipiert ist. Aber das muss nicht schlecht sein.

Natürlich werden kosmetische Käufe im Spiel, wie wir es heute gewohnt sind, nicht verpasst. Es ist nicht notwendig, es ist nur die Möglichkeit der Monetarisierung in Spielen. Die Tatsache, dass es nur kosmetische Gegenstände gibt, ist aus Spielerischer Sicht grundsätzlich gut, aber die Preise fühlen sich ein wenig zu hoch an.

Das Grundgefühl scheint Ihnen zunächst vertraut zu sein: Durch das Abschließen von Spielen sammeln Sie Erfahrungspunkte und erreichen so neue Linien – und so können Sie enorm schnelle Fortschritte machen, wenn Sie sich auf einen oder mehrere Helden konzentrieren. Leveling gibt dir auch kosmetische Leckereien für die Charaktere, aber du bekommst auch neue Banner oder Muster für dieses Totem, die du direkt nach oder vor dem Spiel hinter deinem Charakter sehen kannst. Das Konzept ist bereits bekannt. 

Spannender als alle „Kosmetik“ sind Artefakte: Sie können Helden im Hauptmenü zugeordnet werden und haben einen direkten Einfluss auf die Leistung, zum Beispiel, weil der Schaden erhöht wird. Ziemlich cool: Gegenstände werden eingeebnet und werden dadurch stärker. In Kombination mit dem Fusionssystem gibt es dafür aber etwas zu sagen: Wer als Anfänger mit einem erfahrenen Mittagessen in die Arena geworfen wird, hat wohl ein wenig Spaß. In der Rocket Arena gibt es also Frustrationen. In ausgeglichenen Spielen gibt es davon jedoch keine Anzeichen. Wenn es auf dem Schlachtfeld fair ist, wächst der Unterhaltungsfaktor exponentiell. 

Ein weiterer Faktor, den einige Spieler vielleicht nicht mögen, ist das Layout oder die Gesamtdarstellung des Spiels. „Rocket Arena“ setzt auf bunte Comic-Optik und sieht daher alles andere als innovativ oder extravagant aus. Es erinnert an Fortnite – und selbst zehn Charaktere könnten kaum mit Klischees belastet werden. Auf den ersten Blick sieht die Rocket Arena eher wie Kaugummi spielen: ein wenig flach und nicht sehr anspruchsvoll. Aber wenn Sie kein Problem damit haben, geben Sie dem Shooter eine Chance, denn zum Glück präsentiert sich das Gameplay stark genug, um den potenziellen Fehler des bunten Looks zu mildern. 

Wir schubsen uns zum Sieg

Das Spiel führt Spieler zum Rand einer Fantasy-Welt. Hier droht zur Abwechslung weder das Ende der Welt noch der ewige Krieg. Stattdessen treten die Nationen friedlich in der Raketen-Meisterschaft an. Dies ist im Moment keine Innovationsgeschichte, aber Sie brauchen sie nicht mit einem Titel wie diesem. Natürlich stirbt bei diesen sportlichen Wettkämpfen niemand. Anstatt deine Gegner zu feuern, drückest du sie mit Hilfe eines Bazoooooossss aus der Arena.

Mit jedem Treffer füllen Sie eine Anzeige aus, und mit dem letzten schicken Sie Endlich Ihre Gegner in den Orbit. In der Rocket Arena gibt es keine Pausen. Aus luftigem Höhenflug wählen Sie einen Wiedereintrittsort und greifen auf die Karte zurück. Oft erinnern sie uns an die Super Smash Bros Serie. – das ist es, was uns gefällt. Rocket Arena hat einen großen Vorteil gegenüber der Konkurrenz: die Idee des Spiels ist erfrischend und nicht so zimperlich wie bei anderen Team-Shootern, die immer mit den gleichen Konzepten auf den Markt gebracht werden. 

Zehn Karten, die zum Start veröffentlicht wurden, führen Sie zum Beispiel zu eisigen Winterburgen oder in die Wild-West-Umgebung, inklusive eines vorbeifahrenden Zuges. Das Kartendesign ist erstklassig und sehr gut auf die vielen Bewegungsoptionen abgestimmt, die dank Raketensprüngen möglich sind. Auch wenn Sie Ihre Socken in den ersten Runden in die Socken stecken, hat Rocket Arena zweifellos eine steile Lernkurve. Wenn Sie Hero Shooter zunächst als „normales“ Actionspiel spielen, überspringen Sie die Plattformen nach ein paar Runden, verwenden mehrere Sprünge und schießen Gegner in die Luft.

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Das Wichtigste ist, dass Man, da man immer Raketenwerfer verwendet, nur Oberflächenschäden trägt. Unser Lieblingsblastbart zum Beispiel feuert riesige Kanonenkugeln ab, die schwere Schäden in der Gegend verursachen. Der kleine Plink hingegen ist mit seiner schnellen Bewegung der Bazooka, vor allem bei kurzen Distanzen, effektiv. Zusätzlich zur primären Methode des Feuers bietet jeder Charakter einen sekundären und speziellen Angriff: Topnotch zum Beispiel richtet seine Feinde mit einem Zephyr-Schlag oder Artilleriesalve aus, Amphora verteilt Minen, die in der Luft springen oder sich drehen und gleitet blitzschnell über das Schlachtfeld.

Die Wahl des Spielmodus entspricht auch dem schnellen Spiel 3-vs.-3. In „Schatzsuche“ wetteifern Sie um eine Truhe und dann um Goldmünzen. In „Mega-Rocket“ muss man Zonen erobern und verteidigen, und „Raketenball“ ist quasi Ein Fußball mit Raketenwerfern. Im Test funktionierte die Verbindung zur PS4 solide. Die Ladezeit war kurz. Nur die Zusammensetzung der Teilnehmer war noch problematisch. Wenn Anfänger der Stufe 1 mit Level 79-Profis arbeiten, kommt es manchmal zu Frustration. Auch die langfristige Motivation hat uns ein wenig an Tiefe gefehlt. „Perks“ freizuschalten ist für uns etwas zu klein und auf lange Sicht nicht motivierend. Dieses Detail ist jedoch nur in der Abwesenheit begrenzt, da der Fokus offensichtlich auf dem Spiel selbst liegt. Es ist launisch, sogar für Genre-Newcomer gemacht. 

Als Spiel für die Zukunft gedacht

Für Electronic Arts und Final Strike Games ist „Rocket Arena“ kein schneller Kick oder gar ein Free-2-Spiel, um dem Kunden Geld aus der Tasche zu ziehen. Daher kostet das Spiel 29,99 Euro und kommt mit dem vollen Umfang. Kaufen Sie auf Wunsch einen Boost Pass oder kaufen Sie zusätzlichen Raketentreibstoff, um Individualisierungsmöglichkeiten schnell zu aktivieren.

Die erste Online-Saison begann am 28. Juli 2020 mit einem Fokus auf Raketen-Meisterschaftshelden. Flux ist auch die elfte Figur im Ensemble. Darüber hinaus wird die neue Saison die ersten Events im Spiel, zehn zusätzliche Playlists, neue Karten und weitere Add-ons hinzufügen. Künftig startet die „Rocket Arena“ alle drei Monate in die neue Saison und liefert dann zusätzliche Inhalte. Zwei Wochen nach der Veröffentlichung sind also eher warm. Danach fängt es richtig an. 

Infobox

Spielerzahl: Team-Shooter
Alter: ab 12 Jahren
Schwierigkeit: mittel
Langzeitmotivation: mittel

Publisher: EA Games
Entwickler: Final Strike Games
Erscheinungsjahr: 2020
Plattformen: PC, PS4, Xbox One
Sprachen: Deutsch, Russisch, Koreanisch, Chinesisch, Japanisch, Englisch, Italienisch, Portugiesisch, Französisch, Polnisch, Spanisch
Kosten: 29,99 Euro

Fazit

Hand aufs Herz: Auf den ersten Blick ist „Rocket Arena“ für die meisten sicherlich eine Abschreckung. Der Look des Spiels wirkt bunt und sticht nicht gerade mit Klischees. Es gab sicherlich eine Menge Blick auf Fortnite und Co. Doch unter dieser fast kitschigen Fassade verbirgt sich ein stimmungsvoller und vor allem innovativer Heldenschütze. Mit ein wenig gewöhnungsmittel, „Rocket Arena“ ist eine Menge Spaß und bietet viel Tiefe mit Rocket Jumping und Special Moves.

Für Solospieler ist die Rocket Arena weniger geeignet, aber Teamplayer sind eindeutig im Vorteil, denn wer zusammenarbeitet, hat es in den umkämpften Online-Modi leichter. Im Moment ist „Rocket Arena“ noch ein wenig schwach auf der Brust in Bezug auf Vielfalt und Umfang, aber das wird sich wahrscheinlich auch in den kommenden Monaten ändern. Wenn Sie also nach einem etwas anderen Helden-Shooter suchen, könnte Rocket Arena genau das Richtige sein. Denn unter all den Farbknalls steht ein konkurrenzfähiger Heldenschütze mit starkem Fokus auf Teamplay. Und selbst wenn Sie nur die Rakete mit Freunden fahren wollen, ist Rocket Arena der Ort zu sein.

Es ist fast paradox, dass sich selbst die Tatsache, dass man das Spiel kaufen sollte, als Schwäche erweisen könnte. Zumindest was die spielerische Ausrichtung im Genre der freien 2-Play-Shooter angeht, ist es eine mutige Entscheidung. Da Rocket Arena Geld kostet, müssen die Entwickler zunächst viel Überzeugungsarbeit leisten, um Fans dazu zu bringen, überhaupt ins Spiel zu kommen. Am Unterhaltungswert ist kaum etwas auszusetzen: Die schnellen Spiele machen Spaß und motivierend. Nun will Rocket Arena langfristig mit Inhalten unterstützt werden, um sich zu etablieren. Der Schütze hat Potenzial, im positiven Sinne.


 

Rocket Arena

29,99
7

Spieldesign

8.0/10

Story/Setting

6.5/10

Präsentation/Technik

7.0/10

Umfang

6.5/10

Gameplay/Steuerung

7.0/10

Stärken

  • Auswahl an Charakteren, Maps und Spielmodi
  • Schnell und actionreich
  • Einsteigerfreundlich
  • Helden-Gameplay spürbar unterschiedlich
  • Nur kosmetische Items im Store

Schwächen

  • Comic-Look könnte abschrecken
  • Nichts für Solisten
  • PVE-Horde-Modus eher eintönig
  • Meta-Game könnte problematisch werden
  • Matchmaking