Test zu The Catch: Carp and Coarse – Angeln im Homeoffice

Lesezeit: 6 Minuten

Packt eure Angelausrüstung zusammen, denn es ist soweit: The Catch: Carp and Coarse ist für den PC, Playstation 4 und Xbox One als digitaler Download erhältlich. Die Entwickler von Dovetail Games, die unter anderem Euro Fishing und Fishing Sim World kreierten haben einen neuen Angelsimulator erschaffen. Ob sich der virtuelle Angelausflug lohnt, verraten wir in unserem Test. Soviel sei schon mal gesagt: Geduld ist das höchste Gebot.


The Catch: Carp & Coarse ist ein Artenjagd-Angelspiel über die Leidenschaft und das Streben nach dem, was unter den Gewässern lauert. Ihr geht auf den Angeltrip eures Lebens, wo ihr Fische groß wie Monster auf der ganzen Welt verfolgt. Wie testet man als Angel-Laie ein Spiel, das eine Simulation sein soll? Ganz einfach, man ermittelt, wie viel Spaß man beim virtuellen Fischfang haben kann, obwohl man kaum dazu in der Lage ist, einen Karpfen von einem Blauwal zu unterscheiden.

Boss-Fishing: Auf an den See!

Bei Ob The Catch: Carp and Coarse gilt es, 35 Frischarten zu jagen. Dabei müssen Spieler (denke: Angler) Strategien, Fähigkeiten und Taktiken gekonnt ausarbeiten, um alle 125 Trophäenfische – die Big-Bosse der See – an jedem Ort zu fangen.

Hier geht es um Geduld, aber auch um Adrenalin, während ihr euren Angelplatz, basierend auf Tageszeit, Wetterbedingungen und der perfekten Angelausrüstung sorgfältig auswählt. Dann geht es auf das Wasser, um diese schwer zu fassenden Kreaturen zu bekämpfen und zu fangen. Es stehen fünf Angelplätze zur Auswahl: Vom schottischen Loch Mickle bis zum malaysischen Perlsee, der Fluss Ebro in Spanien, die Maas in Rotterdam und den Oxlease-See in England auf der berühmten Linear Fishery. Und die Landschaften sehen teilweise atemberaubend einladend und nach Urlaub aus. Wenn ich mir vorstellen müsste, wie es ist, an einem echten See zu angeln – so oder ähnlich wäre meine Vorstellung von einem idyllischen Ort am Wasser. 

Es stehen euch eine Reihe von Optionen zur Verfügung diese fünf Angelplätze zu besuchen. Der Angelausflug ist die grundlegendste dieser Optionen: nur Ihr, der Ort Eurer Wahl und der Fisch, an dem Sie sich ausprobieren wollen. Dies ist die Standardoption und bei weitem die beste Möglichkeit, die Gewässer kennen zu lernen. Ein Highlight ist der Einzelspieler-Turniermodus, bei dem Ihr ein Gewässer, eine Zielart oder eine Reihe von Arten auswählt und gegen einige der bekanntesten Namen im Angelsport angeln können.

Das Panorama lässt das Herz eines jeden Angel-Fans höherschlagen.

Das Panorama lässt das Herz jeden Anglerfans höher schlagen

Der Multiplayer macht auch das, was versprochen wurde und lässt bis zu vier Teilnehmende (denke: Angler) entweder einen Wettbewerb austragen, bei dem es darum geht, wer gewinnt, basierend auf der Anzahl der Fische, dem Gewicht der Fische oder vielen anderen Kriterien. Alternativ könnt Ihr auch nur eine gesellige Sitzung abhalten und Ideen darüber austauschen, wie man die verschiedenen Boss-Fische der Seen fängt. Ihr könnt aber auch einfach zusammen die Idylle genießen und ganz in Ruhe eure Fische angeln. Coole Idee.

„The Catch“: Angeln bis zum Level-up

Nur am Wasser stehen ist nicht, also Angel rein ins kühle Nass. Und da entdeckt man einen spielerischen Kniff, den man von einer trockenen Fishing-Simulation kaum erwarten würde. The Catch: Carp and Coarse bietet eine Art Rollenspiel-Kniff: Die Köder und Angelgeräte, zu denen Ihr als glänzender neuer Angler Zugang habt, sind anfangs etwas eingeschränkt, aber durch das Fangen von Fischen verdient Ihr euch nicht nur EXP, mit denen Ihr eure Stufe erhöhen könnt, sondern auch Tackle Points (TP).

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Diese TP können im Ingame-Shop verwendet werden, um neue Ausrüstung zu kaufen, seien es stärkere Schnüre, größere Ruten, mit denen Ihr weiter werfen könnt, oder verschiedene Ködertypen, um die bestimmte Art, die Ihr sucht, anzulocken. Es können aber nur bestimmte Köder gekauft werden, wenn man die richtige Ausrüstung dafür hat, z.B. können die großen Totköder, mit denen die Raubtiere angelockt werden sollen, nur an den größten Haken angebracht werden. Dies verleiht dem Spiel eine weitere Ebene des Realismus, sodass es sich immer mehr wie echtes Angeln anfühlt.

Geduld ist gefragt, eben wie beim echten Angeln

Grafik, wie aus zwei Welten: Schöne Bäume, schönes Wasser, hässliche Haare.

Angeln – und das sag ich jetzt als absoluter Laie – ist einfach mit viel Geduld und noch mehr Geduld verbunden. So auch in The Catch, bei dem es doch mal bis zu 15 Minuten dauern kann bis mal ein Fisch anbeißt. Wenn es dann aber soweit ist steigt das Adrenalin und man verfällt in einen, Ich nenne es mal „Den krieg ich jetzt, sonst muss ich wieder 15 Minuten warten Modus“. Die Spannung steigt und wenn man einen am Haken hat verlangt das Spiel doch noch einiges an Fingerfinesse. Denn wenn es zu einem Biss kommt, müsst Ihr physisch zuschlagen, indem Ihr die Rutenspitze scharf anhebt.

Abhängig von der Geschwindigkeit Eurer Reaktionen und der Richtung des Schlags – die angenehm intuitiv ist – wird der Fisch gehakt, da die Qualität des Hakengriffs festgestellt wird. Hier kommt eine Spielmechanik ins Spiel, die ich „den Haken-Halte-Meter“ nenne. Obwohl ich sicher bin, dass es einen technischeren Namen gibt. Auf der linken Seite des Bildschirms befindet sich das Spannungsmessgerät, das anzeigt, wie stark der Fisch zieht – wenn er zu stark zieht oder wenn man die Schnur schlaff werden lässt, verringert sich das Messgerät, bis der Haken schließlich aus dem Maul des Fisches fällt, wodurch er verloren geht. Ihr müsst mit der Zugkraft spielen und sie durch den Kampf, die Spannung an der richtigen Stelle zu halten, ständig anpassen, Ich habe mir sagen lassen das das richtige Angler genau so machen. Also an Realismus fehlt es nicht.

Wenn man dann mal einen erwischt hat fühlt man sich dann schon wie ein echter Angler

Erfolge motivieren: Wenn man endlich mal einen Fisch erwischt hat, fühlt man sich schon wie ein echter Angler – trotz der matschigen Texturen.

Nach dem ganzen Realismus bleibt nur noch eines zu erwähnen. Grafisch sieht The Catch leider nicht aus wie ein Spiel aus dem Jahr 2020 aber das muss es auch nicht mit dem was es einem an Realismus und Content liefert ist die Grafik meines Erachtens zweitrangig. Jedoch bei der Steuerung hätte man vielleicht etwas genauer und flüssiger rangehen können, das ist aber nichts was nicht vielleicht ein Patch beheben könnte.  Für alle die Angeln lieben und jene, die es lieben lernen wollen ist The Catch auf jeden Fall einen Blick wert und für knappe 25 Euro macht man nicht viel falsch. 

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Infobox

Spielerzahl: Solo / Online Mehrspieler
Alter: ab 0 Jahren
Schwierigkeit: Einfach bis Schwer
Langzeitmotivation: mittel

Publisher: Dovetail Games
Entwickler: Dovetail Games
Erscheinungsjahr: 2020
Plattformen: PC, Playstation 4, Xbox One
Sprache: Deutsch, Englisch
Kosten: 24,99 Euro

Fazit

Das Fazit was Ich zu The Catch habe ist einfach in Worte zu fassen. Die Grafik ist nicht das Gelbe vom Ei, gehört im Simulationsbereich allerdings zum Besten dessen, was ich bisher gesehen habe. Die Kampf bzw. Fangmechanik ist intuitiv und die Vielfalt der Austragungsorte sorgt dafür, dass Ihr Zeit braucht, um eine Reihe verschiedener Angelmethoden zu erlernen. Einfach ausgedrückt ist dies wohl das derzeit empfehlenswerteste Angelspiel auf dem PC, Playstation 4 und Xbox One, das das Genre derzeit zu bieten hat. Denn: Dovetail Games hat es mit The Catch tatsächlich geschafft mich für das Thema Angeln zu begeistern. 

Insbesondere gelingt das durch die motivierende XP-Mechanik – und natürlich die „Boss-Fights“, also Boss-Fische. Die legendären Brocken erfolgreich aus dem virtuellen Wasser zu ziehen, dürfte auch so manchen Nicht-Angler dazu animieren, den Köder probeweise auszuwerfen. Nicht selten wird man dann tatsächlich bei The Catch: Carp and Coarse hängenbleiben, nicht auf ewig, aber doch für einige Stunden. Nicht zuletzt, weil die hübschen Naturumgebungen zum Verweilen einladen.

Massentauglichkeit muss man The Catch: Carp and Coarse absprechen. Es ist ein Liebhaberspiel, das seiner recht eng umrissenen Zielgruppe allerdings den Spaß bieten kann, den sie erwartet – mit Abzügen in der B-Note jedenfalls. Kritik an den detailarmen Charaktermodellen muss man üben, ebenso an den repetitiven Angel-Handlungen. Der Drill fühlt sich oft gleichförmig an: Fisch schwimmt nach links, Fisch schwimmt nach rechts, die Kamera hält drauf, das Auge ist irritiert.

Gelungen ist hingegen das überarbeitete Posen-Fischen. Achja, und es gibt endlich Aale! Richtig viel getan hat sich im Gegensatz zu den Vorgängern am Ende trotzdem nicht. Ob The Catch: Carp and Coarse die perfekte Simulation ist, die das Angeln realitätsnah abbildet? Vermutlich nicht. Ob echte Fans des Genres das tatsächlich stört? Gute Frage, immerhin kommen neue Angel-Simulationen vergleichsweise selten auf den Markt, sodass Kenner den Entwicklern sicher die eine oder andere Nachlässigkeit verzeihen, zumal der Preis mit knapp 25 Euro fair ist für die gebotenen Inhalte. 


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The Catch: Carp and Coarse

24,99
6.6

Spieldesign

6.0/10

Story/Setting

6.0/10

Präsentation/Technik

7.0/10

Umfang

8.0/10

Gameplay/Steuerung

6.0/10

Pro

  • Künstliche Intelligenz macht es noch realistischer
  • Motivierende Boss-Herausforderungen
  • Boote treiben mit dem Wasserfluss
  • Anpassung seiner Ausrüstung
  • Schöne Umgebungen

Con

  • Grafisch teilweise schwach
  • Steuerung manchmal unpräzise
  • Drill gleichförmig

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