Mit Caldera Park kam im Rahmen der SPIEL ‘22 der Nachfolger zu Savannah Park auf dem Markt. Das interaktive Puzzlespiel soll der nächste große Schritt für alle sein, die den Vorgänger schon genossen haben. Ob Caldera Park jedoch auch Spielende überzeugen kann, die den Vorgänger nicht gespielt haben, erfahrt ihr in diesem Test.

Viel verändert hat sich am bewährten Spielprinzip nichts. Statt einen Wildpark in der Savanne aufzubauen, bauen wir nun einen Nationalpark in Amerika auf. Statt auf Buschbrände müssen wir nun auf Unwetter achten. Ohne den Vorgänger vorab gespielt zu haben, sind wir ohne große Erwartungen an Caldera Park gegangen und können vorab sagen, dass es eines der entspanntesten Spiele ist, die wir dieses Jahr gespielt haben.

Möglichst große Herden bilden

Wie im Vorgänger ist es wieder das Ziel, möglichst große Herden aller Tierarten zu bilden. Diese müssen mindestens eine Wasserstelle innerhalb ihrer Reihen haben, damit ihre Wasserversorgung gewährleistet ist und somit Punkte generieren. Baut man zwei Herden derselben Tierart auf, wird am Ende nur die Herde gezählt, die die meisten Punkte erzeugt. Punkte werden aus der Anzahl der Tiere einer Herde mal der Anzahl aller Wasserstellen innerhalb dieser zusammengerechnet. Bedeutet: Eine Herde mit 10 Hirschen und drei Wasserstellen würde 30 Punkte generieren. Zusätzlich erhält man Bonuspunkte pro Feldart, die komplett bedeckt worden ist und pro Geysir, der mit Tieren umrandet worden ist.

Schneller Einstieg durch einfache Regeln

Gepuzzelt wird über 5 Runden á 7 Zügen. Pro Zug sucht der Startspieler eine von sieben Aktionsplättchen aus und entscheidet, auf welche Feldart die auf dem Aktionsplättchen abgebildete Tierart gesetzt werden muss. Dazu legt man auf dem Spielbrett das Aktionsplättchen mit dem entsprechenden Tier auf eine freie Feldart. Zur Auswahl gibt es Wüsten-, Wald-, Berg-, Fluss, Wasserfallfelder und Felder, die angrenzend an einen der Geysire im Nationalpark liegen.

Im Anschluss müssen alle Spielenden auf ihrem Spielertableau ein Plättchen der vorgegebenen Tierart auf ein Feld der vorgegeben Feldart legen. Besitzt man kein Tier der Art mehr, darf man sich ein beliebiges Tier aussuchen. Dieses muss allerdings auf die vorgegebene Feldart gesetzt werden. Haben alle Spielenden ihr Plättchen gesetzt, wird der Startspielermarker weitergegeben und die nächste Person darf entscheiden, welche der verbliebenen Tierarten auf welches Feld kommt.

In Caldera Park versuchen wir die größten Herden der jeweiligen Tierarten zu bilden. Aber Achtung, Unwetter kann die umliegenden Tierarten vertreiben.

In Caldera Park versuchen wir die größten Herden der jeweiligen Tierarten zu bilden. Aber Achtung, Unwetter kann die umliegenden Tierarten vertreiben. Foto: Sven Karsten

Sobald alle Tierarten einmal durch sind, beginnt die nächste Runde. Das Spielbrett wird zurück gesetzt, neue Tierplättchen am oberen Rand des Spielertableaus aufgedeckt und eines der Wetterplättchen am unteren Rand des Spielertableaus im Uhrzeigersinn auf ein Wetterfeld seines Nationalparks gelegt. Hier kann man sich entscheiden, ob man eines der 5 verdeckten Plättchen oder das Sonnenplättchen nehmen möchte.

Die verdeckten Plättchen beinhalten jeweils negative Effekte, die die Tiere am Ende des Spiels aufgrund von Unwetter aus dem Nationalpark vertreiben. Die dabei verloren gegangenen Tierplättchen geben bei der Endwertung keine Punkte mehr. Das Sonnenplättchen hingegen zählt als +1 für jede angrenzende Herde. Es kann jedoch nur einmal in der Partie platziert werden.

Entspanntes Puzzeln

Die Wetterplättchen geben Caldera Park eine schöne taktische Komponente. Man wägt jede Runde ab, wann und wo man welches Tierplättchen hinlegt, da es sein kann, dass ein Wetterplättchen genau die Tierart vertreibt, die man auf dem Platz eigentlich gebrauchen könnte.

Kombiniert mit dem möglichst großen Zusammenführen von Herdengruppen erzeugt das Spiel einen schön lockeren Flow. Zu keiner Sekunde fühlt man sich stark unter Druck und nie muss man viel über seinen nächsten Zug nachdenken.

Nur Herden mit Wasserstellen zählen am Ende. Gibt es mehrere, zählt die, die die meisten Punkte gibt. Foto: Sven Karsten

Nur Herden mit Wasserstellen zählen am Ende. Gibt es mehrere, zählt die, die die meisten Punkte gibt. Foto: Sven Karsten

Natürlich kann man auch mehr nachdenken und beispielsweise die Nationalparks der Gegenspielerinnen und -spieler beobachten und so Plättchen wählen, die den anderen nichts nützen. Jedoch stellte sich in all unseren Partien raus, dass der Fokus auf sein eigenes Puzzle, uns am ehesten den Sieg bescherte.

Infos zu Caldera Park

 Spielerzahl: 1 bis 4
Alter: ab 10 Jahren
Spielzeit: 30 – 40 Minuten
Schwierigkeit: leicht
Langzeitmotivation: niedrig
Klassifikation: Familienspiel
Kernmechanismen: Puzzle-Legespiel
Autor: Wolfgang Kramer, Michael Kiesling
Illustrationen: Annika Heller
Verlag: Pegasus, Deep Print Games
Offizielle Website: Link
Erscheinungsjahr: 2022
Sprache: Deutsch
Kosten: 34,99 Euro

Fazit

Mit Caldera Park bieten Pegasus und Deep Print Games ein familienfreundliches Puzzlespiel an, dass für jede Art von Spielertyp geeignet ist. Durch seine einfachen Regeln und den schnellen Aufbau ist es das perfekte Spiel für eine schnelle Runde zwischendurch.

Allerdings bietet das Spiel nichts großartig Neues. Es arbeitet mit einfachen Basismechanismen, die man schon in vielen anderen Spielen besser umgesetzt gesehen hat. Das heißt jedoch nicht, dass Caldera Park automatisch ein schlechtes Spiel ist. Im Gegenteil. Genau durch diese einfachen Mechanismen erzeugt das Spiel ein entspanntes Spielgefühl, was eine gute Abwechslung an actiongeladenen Tagen sein kann. Und wenn man möchte, kann man auch allein ganz in Ruhe Punktzahlen hinterherjagen.

Positiv anzumerken ist noch, dass das Spiel bis auf den Rundumschlag der Box, komplett plastikfrei daherkommt. Außerdem liegen Caldera Park vier Faltschachteln bei. Diese tragen jeweils ein Symbol, sodass jeder Spielende seine Plättchen der jeweiligen Box zuordnen kann. Dadurch herrscht kein Chaos in der Box und das Spiel kann entspannt innerhalb weniger Sekunden vollständig aufgebaut und abgebaut werden.

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