Die Gamestar begeht aktuell ihr Jubiläum zum 25-jährigen Bestehen. 1997 erschien somit die erste Ausgabe des Printmagazins rund um Computerspiele. In einem Vierteljahrhundert hat sich viel verändert.

Vor 25 Jahren erschien die erste Ausgabe des PC-Spiele-Magazins Gamestar. Darauf weist Webedia hin, jene Firma, inzwischen als Vermarkter hinter der Gamestar sowie anderen Spielemagazinen steckt. Was als klassisches Print-Magazin begann, hat sich im Laufe der Jahre zu einen zu einem plattformübergreifenden Medienmarke entwickelt: Gamestar.de ist im deutschsprachigen Raum die am meisten besuchte Gaming-Website, die mit rund 17.000 zahlenden Plus-Abonnentinnen und Abonnenten. Bis dahin war es ein weiter, teils steiniger Weg.

Gamestar: Die eierlegende Wollmilchsau des Spielejournalismus

Einst als reines Printmagazin gestartet, ist die Gamestar heute nicht nur eine seit 25 Jahren existierende Konstante des Spielejournalismus, sondern auch eine eierlegende Wollmilchsau: Auf einer Webseite, als Podcast, via Youtube – die Gamestar ist überall dort vertreten, wo sich Gaming-Fans verorten lassen. Nach wie vor gibt es auch die gedruckte Variante, wenn auch nicht so auflagenstark wie um die Jahrtausendwende. In den Jahren 1999 bis 2005 wurde monatlich rund 300.000 Exemplare abgesetzt, teils lag die Anzahl der verkauften Ausgaben sogar deutlich darüber. Dann kam das “Web 2.0” – benutzergenerierte Inhalte wurden im weltweiten Netz zum Massenphänomen. Der Bedarf an Printmagazinen sank – die Games-Redaktionen waren zudem nicht mehr die “Gatekeeper” für den Spielejournalismus.

Zuvor galt: Stand etwas nicht in den gedruckten Spielezeitungen, existierte es auch nicht. Mit der steigenden Popularität des “World wide web” kehrte sich der Trend um. Online wurde und wird tagesaktuell gelesen und geguckt – Printausgaben sind allenfalls noch Lektüre für die Badewanne. Und selbst dort droht dank wasserdichter Reader Konkurrenz aus dem Technologiesektor.  

Als die Gamestar erstmal erschien, war Turok das “schönste 3D-Spiel aller Zeiten”. Es gab noch geheime Facts, etwa zu Spielen wie Tomb Raider 2 oder Quake 2. Auf einer CD (!) fanden Fans die Vollversion von Theme Park. 

Einfach mal zum Deppe machen

Locker gelassen haben die Gamestar-Redaktionen übrigens nie, schon zum Start des Magazins nicht. Spielejournalisten wurden niemals so richtig ernst genommen, bei der Gamestar nutzte man das aus und erschuf mit dem “Raumschiff Gamestar” ein Science-Fiction-Parodie, in der sich die Redakteure so richtig zum Deppe(n) machen konnte, ohne dass es jemanden gestört – geschweige denn dem Journalistenberuf geschadet – hätte.

Rund 60 Folgen lang ließen die Schreiberlinge ihre Leserinnen und Leser leiden – jeweils für rund fünf Minuten. Was als Marketinggag begann, entwickelt sich zum Kult. Wir könnten an dieser Stelle Youtube-Videos alter Raumschiff-Gamestar-Folgen einbinden, verzichten aber darauf. Gehirne würden schmelzen. 

Stattdessen:

gamestar redaktion

Die Gamestar-Redaktion im Jahr 1997. Verwunderlich: Das Foto wurde offenbar draußen aufgenommen, unter Bäumen. Womöglich handelt es sich aber auch um den Holo-Raum des Raumschiffs Gamestar. Foto: Gamestar

Heute will jeder Games-Inhalte: der Spiegel machts, sogar die BILD, viele andere Verlag betreiben kleine und große Spiele-Webseiten oder bringen Heftchen heraus. 

In den Neunzigern war das anders. Die zentrale Frage für Computerspiel-Fans: Team Gamestar oder Team PC Games? 

Ohne Heftabsätze musste man auch bei der Gamestar nach alternativen Einnahmequellen suchen. Dann kam Webedia Mit Paid Content generiert man heute Einnahmen, zudem mit Werbung oder Affiliate-Marketing. Qualität zählt insbesondere für die Gamestar im Gaming-Journalismus immer noch. Kritik gibt es allerdings. Längst nicht alle Inhalte kommen bei den Fans an, manches sei trivial, am Thema vorbei, vor allem Clickbait nervt.

Probleme schaffen sich große Verlage heute manchmal selbst: Die gestiegenen Anforderungen zu bedienen, ist schwierig. Kosten drücken, personelle Ressourcen ebenso. Letzteres fangen selbst die großen Player der Branche mit Hobby-Schreibern statt Journalisten auf, nicht selten leidet die Qualität. Schnelllebigkeit und ständiges Vergleichen mit den Inhalten anderer Magazine zollen ihren Tribut. Journalismus heute ist – auch durch das Internet und die große Konkurrenz – datengetrieben. Am Ende des Monats müssen die Klickzahlen stimmen. Und das tun sie offenbar – durch die bespielten Kanäle hinweg. 

Gamestar betreibt den mit 1,4 Millionen Abonnenten größten redaktionellen YouTube-Kanal zum Thema Gaming. Der Gamestar-Podcast gehört zu den meistgehörten deutschen Gaming-Podcasts und hat jüngst die Marke von 50.000 Spotify-Abonnenten erreicht.

Trotz Abonnenten-Schwund ist die Gamestar heute das meistgekaufte PC-Spiele-Magazin im deutschsprachigen Raum. Monatlich erscheinen die Print-Ausgaben – zumindest hier hat sich nicht verändert.  Mit Gamestar Tech hatte man zudem Mitte des Jahres eine eigene Marke für Gaming-Hardware und Technik gelauncht.

Branchenurgestein und Gamestar-Chefredakteur Heiko Klinge bringt (fast) ein Vierteljahrhundert auf den Punkt: “Ich darf schon seit November 2000 Teil der Gamestar-Geschichte sein, aber unser Jubiläum zählt definitiv zum Schönsten, was wir als Team in all dieser Zeit erlebt haben. Es erfüllt uns mit tiefer Dankbarkeit zu lesen und zu hören, was Gamestar so vielen Gaming-Fans bedeutet.”

Die Schwestern-Marke Gamepro gibt es übrigens seit 20 Jahren. Auch hier feiert man also ein Jubiläum.  Gamepro hat es sich zum Ziel gemacht, auch weibliche Leserinnen mehr anzusprechen als andere Mainstream-Gaming-Seiten. Die Rechnung geht laut Webedia auf: Der Frauenanteil der Leserschaft liegt bereits bei 25 Prozent. Chapeau!

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