Es gibt mal wieder eine neue Escape-/Rätselspielreihe. Zur SPIEL hat Pegasus ChronoCops veröffentlicht. Mit zwei Titeln ist die Reihe gestartet. Hier müssen die Spielenden Professor Knix und seine Cronks stoppen. Inspiriert von Point-and-Click Adventures müssen die ChronCops durch die Zeit reisen und die Zeitlinien in Ordnung bringen.

Die SPIEL als Tummelplatz zahlreicher Neuheit war auch der Ort, an dem Pegasus die neue Reihe rund um die ChronoCops vorgestellt hat. Schon die knalligen Farben sorgen dafür, dass sich die Spiele abgrenzen von dem oft düsteren Einheitsbrei bei anderen Escape-Spielen. Ernst soll es hier auch nicht zugehen. Inspiriert von Point-and-Click Adventures bietet der etwas kniffeligere Fall der Reihe “Da Vincis Universal-Dilemma” entspanntes Rätselvergnügen mit einigen Momenten zum Schmunzeln.

Die Vorbereitungen zum Zeitreisen sind einfach

Wie man es eigentlich von allen Escape-Spielen gewöhnt ist, sind keine großartigen Vorbereitungen notwendig, um mit dem Spiel zu starten. Die großen Karten werden in die farblich gleichen Zeitlinienstapel aufgeteilt, die Tipps, die kleinen Karten, der Decoder und die Antworten werden bereitgelegt. Zusätzlich legt man noch die 12 Zeitkugeln in den Vorrat und kann loslegen.

Der Aufbau ist schnell erledigt und zeigt, wie farbenfroh das Spiel ist. Bild: Jonas Dahmen

Regeln gibt es auch kaum zu beachten. Wie in den meisten Vertretern des Genres bekommt man nach und nach Zugang zu weiteren Orten, erhält Gegenstände und löst Ereignisse aus. In den jeweils offenen Zeitlinien sind nicht immer sofort alle Orte verfügbar, sondern nur die, zu denen man die passenden Zeitmarke besitzt.

Besonders ist hier der Decoder hervorzuheben. Addiert man beispielsweise in den Unlock! Spielen von Asmodee einfach nur rote und blaue Kartenwerte, so visualisiert sich bei ChronoCops die Verbindung von Orts- und Gegenstandskarten auf dem Decoder. Durch Anlegen der Ortskarte außen und dem Platzieren der Gegenstands- oder Antwortkarte in der Mitte, wird eine Linie erzeugt, die (hoffentlich) zur nächsten richtigen Karte führt. Bei Fehlern haben die unvorsichtigen ChronoCops ein Zeitparadoxon erschaffen.

Auf dem Decoder verbinden sich Orte und Gegenstände zur Lösung eines Rätsels. Bild: Jonas Dahmen

Beim Entstehen eines Paradoxons und dem zu Rate ziehen von Tipps, das auf der Rückseite des Decoders nach dem gleichen Muster funktioniert, wie das Kombinieren von Orten und Gegenständen, verlieren die Spielenden Zeitkugeln. Deren einziger Sinn ist es, am Ende zu zeigen, wie gut man war. Die Anzahl der übriggebliebenen Zeitkugeln gibt den erreichten Rang an. Selbst wenn man alle zwölf verliert, ist das Abenteuer nicht verloren.  

Wir haben uns in das Abenteuer gestürzt. Wie es uns dabei gegangen ist und ob wir das Spiel empfehlen können, zeigen wir im Fazit.

Infobox

Spielerzahl: 1 bis 6
Alter: ab 12 Jahren
Spielzeit: 90 bis 150 Minuten
Schwierigkeit: mittel
Genre: Escape Spiel

Autoren: Matthias Prinz und Martin Kallenborn
Gestaltung: Folko Streese
Offizielle Website: ChronoCops – Da Vincis Universal-Dilemma
Erscheinungsjahr: 2022
Sprache: deutsch
Kosten: 25 Euro

Fazit

Braucht es wirklich noch eine neue Serie von Escape- und Rätselspielen? Im Fall der ChronoCops kann man die Frage bejahen. Die Art der Rätsel ist nicht wirklich innovativ, aber die Geschichte und die gute Portion Humor die in dem Zeitreiseabenteuer steckt fühlt sich erfrischend unverbraucht an.

Am Material gibt es nichts auszusetzen. Es fällt weder durch besonders hohe noch durch unzureichende Qualität auf. Das Gleiche gilt für das Artwork. Da das Material beim Spielen nicht zerstört wird und von ausreichender Qualität ist, kann es auch guten Gewissens weitergegeben werden.

Die Rätsel sind nicht wirklich kompliziert. Es sind keine herausfordernden Logikrätsel, sondern man muss eher clever Gegenstände und Orte kombinieren. Trotzdem kann es vorkommen, dass man an einer Stelle festhängt. Genau hier gibt es auch den größten Kritikpunkt. Die Tipps, von denen es pro Rätsel/Gegenstand nur einen einzigen gibt, sind oft unbrauchbar. An manchen Stellen haben wir einfach nur länger gebraucht, um die richtige Idee zu haben. Die Tipps, die eigentlich hätten helfen sollen, haben nur Hinweise enthalten, die uns sowieso schon klar waren und generell sehr offensichtlich sind.

Im Abschlussbriefing am Ende des Abenteuers, wird die Leistung anhand der übriggebliebenen Zeitkugeln bewertet. Bild: Jonas Dahmen

An einer Stelle haben wir uns dann auch richtig verrannt und um überhaupt weiter zu kommen, mussten wir einzelne (eigentlich geschlossene) Zeitlinien durchsuchen und Gegenstände angucken, die noch im Stapel waren, um einen Hinweis zur Lösung für das Rätsel zu finden. Hier muss eigentlich nachgebessert werden. Es kann immer passieren, dass man an einer Stelle aus irgendeinem Grund festhängt. Wenn die Tipps dann aber eben keinerlei Beitrag leisten, der Lösung näher zu kommen, fällt der Spielspaß schnell ab. 

Abgesehen von diesem Problem, das uns etwas länger aufgehalten hat, ist die Story wirklich schön. Immer wieder ändert man den Lauf der Zeit und erschafft zum Teil komische Situationen in der Zukunft. Manches führt die Geschichte auch nicht weiter, aber alleine diese Situationen zu erleben macht einfach Spaß. 

Die Zeitkugeln zur Wertung der Leistung fühlen sich hier irgendwie stark aufgesetzt auf. Es ist schön, dass (ironischerweise trotz der Zeitreisethematik) kein Timer mitläuft, wie bei vielen anderen Genrevertretern und so kein künstlicher Zeitdruck entsteht. Die Alternative mit dem Abgeben der Zeitkugeln ist zwar gut gemeint, aber nicht wirklich so, dass die Wertung einen großen Reiz ausübt. Störend ist es aber auch nicht.

Wer auf  Escape- und Rätselspiele steht, der sollte sich die Spiele rund um die ChronoCops auf jeden Fall anschauen. Hier geht es bunte Optik und mit Humor gespickte Geschichten in einem im Endeffekt gelungenen Zeitreiseabenteuer. Innovativ sind die Rätsel nicht. Sie bieten aber absolut solide Rätselherausforderungen. Würden die Tipps verbessert, wäre das Gesamterlebnis sicher noch besser.

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Letzte Aktualisierung am 1.12.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API. * = Affiliate Links. Bilder von Amazon PA-API