Endlich wieder Star Wars-Tag: der inoffizielle Aktionstag zu George Lucas’ Sci-Fantasy-Epos wird bereits seit langer Zeit gefeiert, seit 2011 sogar mit einem organisierten Begleitprogramm. Erste Referenzen auf das Motto “May the Fourth be with you” gibt es allerdings ungleich länger. Was also soll man tun am Star Wars-Tag? Brettspiele spielen zum Beispiels – bestenfalls Titel auf Basis des Franchise. 5 gute Star Wars-Brettspiele stellen wir nachfolgend vor.

Star Wars ist ein Phänomen, das seit dem Debüt im Jahr 1977 mit “Eine neue Hoffnung” – damals schlicht: Krieg der Sterne – kaum an Reiz verloren hat. Ja, Fans der alten Schule kritisieren die modernen Trilogien, ins Kino gelockt haben die Filme um die neuen Heldengeneration dennoch viele Millionen Menschen. Und Markenhalter Disney wird nicht müde, sich des Franchise zu bemächtigen, um immer wieder neue Geschichten zu erzählen, nicht wenige der neuen Formate sind richtig gut geworden. Dass Star Wars längst den Weg von der Leinwand in die heimischen Spielzimmer gefunden hat, liegt nicht zuletzt an den unzähligen erzählerischen Möglichkeiten, die das Franchise für den Bereich der Spiele bietet. Videospiele gibt es, Brettspiele natürlich ebenso. Fünf gute Star Wars-Brettspiele findet ihr – ausdrücklich nicht in einer Rangreihenfolge – nachfolgend.

Star Wars: Legion

Star Wars Legion
Star Wars: Legion ist ein Miniaturenspiel um taktische Schlachten. Bild: Verlag

Star Wars: Legion ist eines der Miniaturen-Brettspiele unter den Star Wars-Titeln. Im Gegensatz zu Star Wars: Imperial Assault wird Legion allerdings immer noch um neue Inhalte erweitert. Man kauft hier als Fans also zu handelsüblichen Preisen – für Star Wars: Imperial Assault muss man deutlich tiefer in die Geldbörsen greifen. Dennoch: Auch das strategische Miniaturen-Spiel Legion ist ein Groschengrab. Es gibt unzählige Truppenerweiterungen und Kommandeure – alle sorgen immerhin für doppelten Spaß. Zunächst muss man die Figuren nämlich zusammenbauen und im Idealfall sogar bemalen.

Aus einer festgelegten Anzahl an Punkten ergibt sich letztendlich die persönliche Armee. Vier Fraktionen stehen in dem Zwei-Spieler-Brettspiel derzeit zur Auswahl: das Imperium, die Rebellenallianz, die Galaktische Republik sowie die Separatisten. Hinzu kommen eine Vielzahl von Charaktere und Kriegstruppen aus den Filmen und Serien, die dann einer der Fraktionen zugeordnet sind. Der Ablauf ist simpel, aber nicht ohne Anspruch: Zwei Spieler treffen auf einem Schlachtfeld aufeinander – auch dieses darf man übrigens bauen, wenn man möchte – und erleben dort kurzweilige, rund zwei Stunden andauernde Scharmützel. Eine Story braucht Star Wars: Legion nicht, denn es geht bei diesem Brettspiel im Kern um ein taktisches Kräftemessen.

Die Idee ist dabei ähnlich Star Wars_ Armada oder Star Wars: X-Wing, beides weitere Miniaturenspiele, bei denen Spielende sich ihre eigene Kriegstruppe zusammenstellen, um sich – diesmal im All – zu bekämpfen. Star Wars: Legion hat das Ende des Lebenszyklus noch nicht erreicht, ein Einstieg ist daher weiterhin problemlos möglich. Jüngst hatte Atomic Mass Studios die kreative Verantwortung übernommen und einige zukünftige Inhalte vorgestellt.

Star Wars: Legion ist für 2 Personen ab 14 Jahren empfohlen und hat eine Spieldauer von 120 Minuten.

Star Wars: Rebellion

Star Wars Rebellion
Star Wars: Rebellion gilt als eines der besten Strategie-Brettspiele für zwei Spieler. Bild: Verlag

Star Wars: Rebellion ist ein taktisches Expertenspiel, bei dem zwei Spielende in den Rollen des Imperiums sowie der Rebellenallianz gegeneinander antreten. Es handelt sich dabei um ein reines Duell-Konzept, allerdings mit einer asymmetrischen Spielidee, die an die Story der Filme angelehnt ist. Es ist die Aufgabe der Rebellen, den Todesstern zu zerstören, vorzugsweisen mit Guerilla-Taktiken; das Imperium hingegen muss die Basis der Rebellen finden und zerstören.

Über rund drei Stunden entspinnt sich so ein packenden und strategisch anspruchsvolles Katz-und-Maus-Spiel mit bekannten Figuren aus dem Star Wars-Universum. Verschiedene Hauptcharaktere dienen den Spielern als Spezialeinheiten mit jeweils unterschiedlichen Fertigkeiten. Der notwendige Zeiteinsatz ist gleichzeitig auch der größte Makel des Brettspiel. Aber: jede Minuten lohnt sich. Selten sind Brettspiele von Beginn bis Ende durchgehend spannend, Star Wars: Rebellion ist eine der willkommenen Ausnahmen und für das, was es bietet, auch preislich attraktiv.

Jede Partie verläuft mindestens im Detail anders und schreibt somit eine eigene Geschichte. Es geht um offene Scharmützel, Guerilla-Angriffe, Sabotage, Entführungen und taktische Ablenkungsmanöver. Die Bandbreite der möglichen Strategien ist groß. Star Wars: Rebellion ist nicht nur irgendein Star Wars-Brettspiel, sondern eines der besten, vielleicht sogar das beste. Der Titel erfordert allerdings etwas Einarbeitungszeit. Bis man alle relevanten strategischen Kniffe kennt und nutzen kann, vergehen viele Partien. Was gut ist, denn durch die bislang einzige Erweiterung “Aufstieg des Imperiums” verlängert sich die Langzeitmotivation nicht nur: das Add-on macht das Brettspiel zudem deutlich besser, weil es Schwächen des Grundspiels ausbügelt. Die Empfehlung lautet daher klar: Rebellion sollte man unbedingt samt Erweiterung spielen.

Star Wars: Rebellion ist für 2 (4) Personen ab 12 Jahren empfohlen und hat eine Spieldauer von rund 180 Minuten.

Star Wars: Talisman

Star Wars Talisman
Star Wars: Talisman von Pegasus Spiele ist ein umgebauter RPG-Klassiker. Bild: Verlag

Es war vor langer Zeit, in einer weit entfernten Galaxis: Gut und Böse kämpfen gegeneinander und bei Star Wars: Talisman sind die Spieler diesmal mittendrin. Das Brettspiel ist im Gegensatz zu vielen anderen Star Wars-Brettspielen deutlich seichter, hierzu steht unkomplizierter Spaß auf Basis des Rollenspiel-Klassikers Talisman im Mittelpunkt. Entsprechend gibt es in weiten Teilen rein optische Veränderungen, allerdings auch spielerische Weiterentwicklung. Die Anleitung ist stellenweise etwas zu kompliziert geraten, möglicherweise wird man den Titel daher mehr als einmal auf den Tisch bringen müssen, um das Regelwerk in Gänze verstanden zu haben. Kein echtes Manko, denn eine Partie Star Wars: Talisman lohnt sich.

Im Kern liegt der Fokus auf der Unterteilung zwischen Jedi und Sith – bei Star Wars: Talisman hat das direkte Auswirkungen auf das Spiel. Das betrifft einerseits die möglichen Angriffsziele und andererseits eine Einschränkung bei den ausführbaren Machtfertigkeiten. Spaß kommt bei Fans vor allem aufgrund der Kenntnis der Vorlage auf: Im Spielverlkauf trifft man auf bekannte Charaktere und Orte, die nicht nur an die Klassiker, sondern auch an Disneys Interpretation von Star Wars angelehnt sind – das ist also Geschmackssache.

Spannend: Im Verlauf einer Partie entwickeln sich die Charaktere der Spieler weiter, erhält neue Fertigkeiten und Ausrüstung. Warum das Ganze? Am Ende geht es darum, in einem kniffligen Finalkampf den Imperator persönlich zu besiegen, um sich zum Herrscher über die Galaxis aufzuschwingen. Star Wars: Talisman hat durch die Helle-Dunkle-Seite-Balance einen im Bereich der Star Wars-Brettspiele einzigartigen Twist. Die Anschaffungskosten sind zudem moderat.

Star Wars: Talisman ist ein Rollenspiel und für 2 bis 6 Personen ab 12 Jahren empfohlen. Eine Partie dauert etwa 90 bis 120 Minuten.

Vorschau Produkt Bewertung Preis
Pegasus Spiele 56110G - Talisman: Star Wars Edition Pegasus Spiele 56110G - Talisman: Star Wars Edition * 47,59 EUR

Star Wars: Unlock

Star Wars Unlock
Star Wars: Unlock ist Rätseln in der Galaxis. Bild: Verlag

Star Wars: Unlock ist unter den Star Wars-Brettspielen in mehrfacher Hinsicht eine Besonderheit: Es ist ein rein kooperatives Spiel und es geht nicht um offenen Gefechte oder taktische Scharmützel, sondern ums Rätsellösen. Für iOS und Android existiert eine kostenlose Begleit-App. Es geht bei dem Kartenspiel darum, Umgebungen auf Hinweise zu untersuchen, Objekte richtig zu kombinieren und am Ende Rätselaufgaben zu lösen – bereits das unterscheidet Star Wars: Unlock deutlich von den übrigens bisher erschienenen Star Wars-Brettspielen.

Drei Szenarien sind enthalten, die Spieler durch die Galaxis reisen lassen. Es geht in den Outer Rim, nach Hoth und für eine geheime Mission nach Jedha. Auch hier ist es also nicht ausschließlich die klassische Trilogie, die thematisch verarbeitet wird. Rund 60 Minuten dauert ein Abenteuer, so manche Spielergruppe schafft es allerdings auch in weniger Zeit. Star Wars: Unlock richtet sich im Grunde nicht nur an Fans von George Lucas Epos, es ist zugleich der ideal Einstieg in Asmodee Unlock-Reihe.

Die Qualität der Rätsel variiert je nach Abenteuer deutlich. Für erfahrene Spieler könnte sich der Titel als deutlich zu leicht erweisen, unerheblich ist das nur, weil viele Veteranen ohnehin Sammler sind. Star Wars: Unlock präsentiert sich im Licht des anhaltenden Trends der Escape-Brettspiele, Material muss hierbei allerdings nicht zerstört werden. Man kann also theoretisch mehrfach spielen, auch wenn der Reiz nach bestandener Aufgabe natürlich verfliegt. Star Wars: Unlock eignet sich daher perfekt als Spiel zum Weiterreichen.

Star Wars: Unlock ist bei Asmodee Deutschland erschienen. Es ist für 1 bis 6 Personen ab 10 Jahren empfohlen und dauert 60 Minuten.

Star Wars: Outer Rim

Star Wars: Outer Rim
Star Wars: Outer Rim enthält viele Geschichten und viele Charaktere – und es werden mit der Erweiterung noch mehr. Bild: Verlag

Star Wars: Outer Rim ist jene Star Wars-Brettspiel, auf das Fans bei Erscheinen viele Hoffnungen gesetzt hatten. Endlich mit einem Charakter eine Geschichte schreiben und ein sich entwickelndes Abenteuer erleben. Man schlüpft in die Rolle eines bekannten Charakters aus dem Sci-Fantasy-Universum – so etwa Han Solo, Boba Fett oder Lando Calrissian – und macht sich mitsamt seinem Raumschiff auf, Ruhm zu erlangen. Mechanisch ausgedrückt: Prestige-Punkte sammeln.

Der Weg ist dabei das Ziel. Man erfüllt Aufgaben, trifft auf Gegner, sammelt Kopfgelder ein, rüstet seinen Charakter, sein Schiff und seine Crew aus und erlebt Zug um Zug immer wieder neue kleine Geschichten, die an die Szenen auf der Filmtrilogie angelehnt sind. Besonders ist das Brettspiel schon auf den ersten Blick: statt auf einem klassischen Spielbrett bewegen Spieler sich auf einem halbkreisförmigen Ring, dem namensgebenden Outer Rim. Die Regeln sich vergleichsweise schnell erlernt, die Spielzüge laufen in einer festgelegten Reihenfolge mit verschiedenen Aktionen ab.

Ein spürbarer Glücksfaktor ist auch vorhanden, aber so ist eben das Leben von Schmugglern und Gewürzhändlern. Wie gut der Einstieg in eine Partie gelingt, hängt also maßgeblich von einigen zufälligen Faktoren ab. Meinen die Karten und Würfel es nicht so gut mit einem der Spielenden, so kann der Beginn sich etwas zäh gestalten – im Verlauf der Partie balanciert sich das jedoch aus.

Im Kern steht die Charakterausrüstung sowie das Erleben der durch Karten-Events vermittelten Geschichten dar. Star Wars: Outer Rim ist daher eines jener Star Wars-Brettspiele, das sich tatsächlich eher an Fans der Filme oder des Franchise richtet. Der größte Spaß ist es, bekannte Szenen aus der Vorlage auf dem Brettspieltisch neu zu erleben – manchmal mit ungewissem Ausgang. Star Wars: Outer Rim bietet viel Flair und Atmosphäre, hat dafür gleichzeitig mit dem einen oder anderen Makel zu kämpfen. Aber: Mit erscheinen der ersten Erweiterung “Offene Rechnungen” besteht die Möglichkeit für sinnvolle Anpassungen. Und offenbar bügelt das Add-on so manchen Fehler aus, sorgt für mehr Konfrontation und weitere kleine Storys in Kartenform. Dass auch neue Charaktere und Raumschiffe ins Spiel kommen, ist dabei fast selbstverständlich.

Star Wars: Outer Rim ist ein Kenner- bis Expertenspiel für 1 bis 4 Personen und ab 15 Jahren empfohlen. Eine Partie dauert etwa 120 bis 180 Minuten

Autor

This entry is part 5 of 13 in the series Die besten Brettspiele

Letzte Aktualisierung am 5.10.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API. * = Affiliate Links. Bilder von Amazon PA-API