Der Tag der Sonne wird jährlich am 3. Mai begangen – und zwar seit 2007. Aber Achtung: Der Tag der Sonne der Vereinten Nationen ist nicht mit dem gleichnamigen nordkoreanischen Nationalfeiertag zu verwechseln. Wie auch immer: Die Sonne – oder die Sonnen – hängen hoch im Himmel, in weiter Ferne. Sie sind der Menschen Lebensbringer und gleichzeitig eine Möglichkeit der emissionsarmen Energieversorgung. Auch für Brettspieler geht es daher ins All: Wir stellen dazu fünf gute Brettspiele im Weltraum vor.

Die Sonne hat viele Milliarden Jahre auf dem Buckel und wirkt kein bisschen müde. Der Stern versorgt die Erde mit Licht und Energie, und steht still, während unser blauer Planeten sie in 365 Tagen einmal umkreist. Das Zentrum unseres Sonnensystems ist Wissenschaft und Mythos zugleich – tief im All schwebt jener Stern, der der Erde am nächsten ist. Zeit für Brettspieler, sich aufzumachen in die Weiten. Nachfolgenden stellen wir Euch fünf empfehlenswerte Brettspiele für gehobenen Anspruch vor, bei dem sich alles um fremde Galaxien dreht.

Twilight Imperium

Twilight Imperium 1
Twilight Imperium gibt es auf Deutsch über Asmodee. Bild: Verlag

Twilight Imperium ist in der Brettspielszene der Prototyp für das, was man “ein dickes Brett” nennt. Enorm komplex, mindestens sperrig, oft viel zu lang, dafür spannend bis zum Schluss. Twilight Imperium ist ein Phänomen im Brettspiel-Sektor und ein Titel, der Freundschaften zerstören kann. Die Idee der Autoren Dane Beltrami, Corey Konieczka und Christian T. Petersen baut auf dem bekannten und beliebten 4X-Konzept auf: Es geht um Erkundung, Erforschung, Entwicklung und Eroberung – und zwar kompetitiv, gleichzeitig jedoch nicht ohne Bündnisse.

Twilight Imperium gilt als Musterbeispiel für ein herausragendes Brettspiel. Nicht ohne Grund hat es der Titel inzwischen zu einer vierten Auflage gebracht, die hierzulande in deutscher Sprache über Asmodee vertrieben wird. Drei bis sechs Spieler lenken dabei die Geschicke einer zu Beginn ausgesuchten und bezüglich ihrer Fähigkeiten einzigartigen Fraktion. Ab dann liegt es an den Spielern, sich eine möglichst clevere Strategie zurechtzulegen, um am Ende als Sieger aus der Partie zu gehen. Das Ziel ist dabei vergleichsweise simpel: Zehn Punkt muss man sammeln. Bei Twilight Imperium ist zweifellos der Weg das Ziel. Bis zum Finale steckt das strategische 4X-Brettspiel voller Entscheidungen. Daraus folgt direkt: Keine zwei Partien sind identisch – mindestens im Detail unterscheiden sich die Abläufe, selbst wenn man versuchte, mit immer gleicher Besetzung und immer gleichen Fraktionen zu spielen.

Das Material ist reichlich, die taktischen Möglichkeiten sind es ebenso. Nicht wenige Experten halten Twilight Imperium, das im Original über Fantasy Flight Games erschienen ist, für das perfektes Brettspiel. Einige Spieler finden ein Manko ist der teils überlangen Spielzeit, welche die angegeben Maximallänger von 480 Minuten teils deutlich überschreiten kann. Hat man an Twilight Imperium jedoch einen Narren gefressen, ist dieser Titel eines der besten Brettspiele mit Weltraum-Thema, wenn nicht sogar das beste.

Wem die Grundausstattung nicht reicht: Inzwischen gibt es mit Prophezeiung der Könige eine rund 90 Euro teure Erweiterung, die das Brettspiel mit bis zu acht Spielern spielbar macht. Wer mit Twilight Imperium nichts anfangen kann und einen Vergleich benötigt: Es ist eine Art “Master of Orion” für den Brettspieltisch – heftig, sperrig, schwierig, unerbittlich, frustrierend, und trotzdem herausragend.

Twilight Imperium ist für 3 bis 6 (8) Personen ab 14 Jahren empfohlen und hat eine Spieldauer von 240 bis 480 Minuten.

Eclipse – Das zweite galaktische Zeitalter

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Eclipse – Das zweite galaktische Zeitalter ist ein 4X-Brettspiel, das hierzulande über Pegasus Spiele vertrieben wird. Bild: Verlag

In diesem über fünf Kilogramm schweren 4X-Expertenspiel übernehmen die Spielenden die Rolle von Anführern riesiger, interstellarer Zivilisationen und versuchen in 8 Runden die Vorherrschaft in der Galaxie zu erlangen. In jeder Runde kann die eigene Zivilisation vergrößert werden, in dem neue Weltraumsektoren erkundet und kolonialisiert werden, neue Technologien erforscht werden und die eigene Raumflotte ausgebaut wird. Der Sieg geht an die Person, die durch gewonnene Kämpfe, diplomatische Bündnisse, die Kontrolle über Sektoren und Monolithe, Entdeckungen und technologische Errungenschaften nach 8 Runden die meisten Punkte sammeln konnte.

Alleine der Inhalt der Box zeigt, dass das Spiel nicht für einen kurzen Familienspieleabend geeignet ist. Unter anderem füllen 149 Miniaturen, 210 Spielsteine und über 570 Plättchen die Box. Im Vergleich zu diesen großen Zahlen, gliedert sich eine Runde „nur“ in vier Phasen. Am Anfang jeder Runde steht die Aktionsphase. Hier wird reihum eine der sechs möglichen Aktionen gewählt, bis alle gepasst haben. Die Aktionen sind Erkunden, Bauen, Forschen, Bewegen, Verbessern und Beeinflussen. Wer gepasst hat, kann im weiteren Verlauf der Aktionsphase noch Reaktionen ausführen. Dies sind abgeschwächte Versionen von drei der zur Verfügung stehenden Aktionen. In der Kampfphase werden die Kämpfe abgehandelt und Sektoren erobert. 

Kämpfe kommen zustande, wenn sich in einem Sektor Schiffe einer Person und Marker und/oder Schiffe einer anderen Person bzw. neutrale Schiffe befinden. Nach der Kampfphase müssen die Unterhaltskosten bezahlt werden. Zusätzlich werden Materialien und Forschung produziert. Kann eine Person ihre Unterhaltskosten auch nicht durch Handel oder das Aufgeben von Sektoren decken, scheidet sie aus dem Spiel aus. In der letzten Phase einer Runde, werden Aufräum- und Vorbereitungsaktionen durchgeführt.

Eclipse ist für 2 bis 6 Personen ab 12 Jahren empfohlen und hat eine Spieldauer von 60 bis 120 Minuten.

Pulsar 2849

Pulsar 2849
Pulsar bedeutet Spielen im Jahr 2849. Bild: Verlag

Wie der Titel schon andeutet, befinden sich die Spielenden in diesem Spiel im Jahr 2849. Die Menschheit hat gelernt, die Energie von Pulsaren für sich zu nutzen. Nun ist es Aufgabe der Spielenden, diese Energie nutzbar zu machen und den Weltraum zu erkunden, Pulsare zu beanspruchen und Technologien zu entwickeln, die ihnen dabei helfen, auf kosmischer Ebene eine Energie-Infrastruktur aufzubauen. In den acht Runden, in denen die Spielenden maximal 3 Würfel pro Runde zur Verfügung haben, gilt es, mit diesen limitierten Aktionen so effizient wie möglich umzugehen.

Jede der acht Runden beginnt mit dem Werfen der Würfel. Diese werden nach ihren Augen gruppiert und anschließend wird ein Marker auf den Medianwert gelegt. Der Abstand zum Median bestimmt, wie hoch die „Kosten“ für die Würfel mit einer bestimmten Augenzahl sind. Abwechselnd beginnt nun das Draften der Würfel. In Abhängigkeit der Entfernung zum Medianmarker, müssen die eigenen Marker auf der Initiativ- oder Technikleiste entsprechend vor oder zurück bewegt werden. Bevor die nächste Person einen Würfel wählt, wird der Medianmarker angepasst. In der auf die Würfelphase folgende Aktionsphase können die Spielenden nun mit ihren gewählten Würfeln Aktionen ausführen, die die entsprechende Werte verlangen.

So kann zum Beispiel mit dem eigenen Raumschiff geflogen werden. So werden neue Planetensysteme entdeckt, die Boni bringen, oder Pulsare können beansprucht werden. Diese können mittels einer weiteren Aktion in unterschiedlichen Größen zwei-stufig ausgebaut werden. Weitere Aktionen erlauben es Transmitter-Strukturen zu bauen, Technologien zu patentieren oder Aktionen auf im privaten Hauptquartier zu nutzen. In der die Runde abschließenden Produktionsphase wird unter andere, die neue Zugreihenfolge bestimmt und es gibt Punkte für fertige Strukturen.

Das Spielende tritt nach acht Runden ein. Wer nun die meisten Punkte hat, gewinnt das Spiel.

Das Dice-Drafting/Dice-Placement Spiel Pulsar 2849 ist für 2 bis 4 Personen ab 14 Jahren empfohlen. Eine Partie dauert etwa 90 Minuten.

Vorschau Produkt Bewertung Preis
IELLO Pulsar 2849 IELLO Pulsar 2849 * 57,68 EUR

Beyond the Sun

Beyond the Sun
Beyond the Sun ist lokalisiert bei Strohmann Games erhältlich. Bild: Verlag

Die Suche nach einem neuen Lebensraum für die Menschheit und dessen Erforschung und Kolonialisierung ist ein beliebtes Thema für Brettspiele. Hier kann es unter Wasser gehen, auf den Mars, oder wie in Beyond the Sun auch aus dem Sonnensystem hinaus. Die Erde ist im 23. Jahrhundert nur noch ein sterbender Planet. Die Menschheit hat es in einem gemeinsamen Kraftakt geschafft,  Technologien zu entwickeln, mit denen sie aus dem Sonnensystem hinaus reisen können. Die Fraktionen auf der Erde haben ihre Differenzen beiseitegelegt, um die Zukunft der Menschheit zu sichern. Als Anführer dieser Fraktionen liegt es nun an den Spielenden, unter den Dutzenden Planetensystemen eine neue Heimat zu finden. Alle wetteifern darum, die dominierende Fraktion im neuen Zeitalter zu werden.

Die Komplexität dieses gehobenen Kennerspiels liegt nicht in einem riesigen Regelwerk, sondern zeigt sich stärker in den vielfältigen Möglichkeiten, die es für die eigene Entwicklung gibt. Im ersten Schritt des eigenen Zuges, bewegt man die Aktionsfigur auf dem zentralen Technologieplan auf ein Aktionsfeld und führt die dazugehörige Aktion aus. Diese Aktionen müssen vorher natürlich erforscht werden. In der als zweites folgenden Produktionsphase wählt man zwischen Bevölkerungswachstum, Erzproduktion und Ressourcenhandel. Zum Abschluss des Zuges kann anschließend noch eine Errungenschaft beansprucht werden. Danach ist schon der nächste Spieler am Zug. Dies geht so lange, bis auf den Errungenschaftskarten insgesamt vier Errungenschaftsmarker liegen. Danach wird das Spielende ausgelöst. Am Ende gewinnt die Fraktion, die die meisten Siegpunkte erzielt hat. Die Möglichkeiten in der Aktionsphase sind vielfältig und je nach Ausbau des eigenen Tech-Tree beliebig anpassbar.

Beyond the sun ist bei Strohmann Games erschienen. Es ist für 2 bis 4 Personen ab 12 Jahren empfohlen und dauert zwischen 90 und 120 Minuten.

Vorschau Produkt Bewertung Preis
Strohmann Games STR21004 Beyond the Sun (deutsch) Strohmann Games STR21004 Beyond the Sun (deutsch) * 68,50 EUR

Cryo

Cryo
In Cryo geht es um Drama im All. Bild: Verlag

In Cryo ist ein Raumschiff nach einem anonymen Sabotageakt auf einem eisigen Planeten abgestürzt. Die Spielenden übernehmen in diesem Engine-Builder und Worker-Placement Spiel die Rolle verfeindeter Gruppen dieses Raumschiffes, die auf dem lebensfeindlichen Planeten ums Überleben und um die Kontrolle des unterirdischen Höhlennetzwerks kämpfen. Die Höhlen sind der einzige Ort, an dem nach dem Sonnenuntergang noch Überleben möglich sein wird. Es werden Drohnen ausgesendet und Ressourcen gesammelt, die eigene Plattform aufgewertet und die Anhänger der eigenen Crew möglichst zahlreich in den Höhlen in Sicherheit gebracht.

Im eigenen Zug kann aus zwei möglichen Aktionen gewählt werden. Entweder man sendet eine Drohne aus oder alle eigenen Drohnen werden zurückgerufen. Zum Aussenden der Drohnen stehen diverse Docks an den Schiffsteilen des abgestürzten Raumschiffs zu Verfügung. Neben Ressourcenplättchen, die auch als Verbesserungen für die eigene Station eingesetzt werden können, gibt es die Möglichkeit eigene Crew-Kapseln zu bergen oder in diversen Kombinationen Ressourcen gegen Aktionen oder andere Ressourcen umzutauschen. Zusätzlich können Drohnen auch ausgesendet werden, um zuvor auf Fahrzeuge gestellte Crew-Kapseln in die Höhlen zu transportieren.

Ruft man stattdessen alle Drohnen zurück, erhält man die Ressourcen eventuell ausgesandter Crew-Kapseln, handelt einen Vorfall ab und stellt anschließend die Drohnen zurück auf die eigene Plattform. Je nach Dock, auf dem die Drohnen landen, gibt es die entsprechend vorher dort platzierten Boni. Das Spiel endet, wenn das Sonnenuntergangsvorfallplättchen abgehandelt wurde. Dann erhalten die Spielenden Punkte für gerettete Crew-Kapseln in Höhlen, Höhlenmehrheiten, Upgrades und Fahrzeuge der eigenen Plattform und für Missionskarten. Gewonnen hat die Person mit den meisten Punkten.

Cryo ist ein leichtzugängliches Kennerspiel für 1 bis 4 Personen und ab 13 Jahren empfohlen. Eine Partie dauert etwa 60 Minuten

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Letzte Aktualisierung am 25.05.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API. * = Affiliate Links. Bilder von Amazon PA-API