Spätestens mit dem Release von Age of Empires 4 wird eine neue Ära der Echtzeitstrategiespiele eingeläutet. Jüngst würde das Genre eher stiefmütterlich behandelt, und wenn es Echtzeitstrategie gab, dann oft so innovativ, dass der Spielspaß flöten ging. Microsoft und Entwickler Relic haben verstanden: Back to the roots. Genau das ist Age of Empires 4, ein neues Spiel, aber eigentlich ein altes. 


Gameplay wie aus den Endneunzigern, genau das wünscht man sich, wenn man als Genre-Fan als Echtzeitstrategiespiele denkt. Und Microsoft und Relic scheinen genau das liefern zu wollen. Ja, alles ist ein bisschen schöner und detaillierter als damals, aber immer noch dieser herrlich altbackene Spielablauf mit einem Fokus auf Basisbau und Massenrekrutierung. Hunderte Kriegselefanten – sie sind zurück! – wirft man dem Gegner dann entgegen, überrennt ihn einfach, statt ihn mürbe zu taktieren. Das war damals Age of Empires – beziehungsweise: auch das war Age of Empires, denn wer wollte, konnte natürlich auch strategisch und schnell vorgehen.

Age of Empires 4: Moderne Nostalgie

Microsoft hatte lange nicht viel zu Age of Empires 4 verraten und plötzlich ein Informations-Rundumschlag mit Gameplay-Videos und sogar einer eigens zum Spiel gelaunchten Webseite, dem virtuellen Dorf. Moderner: dem Virtual Village. Solange die Entwickler und Microsoft ihrem Modernisierungswahn nur beim Marketing folgen, solls einem ja recht sein. Hauptsache das gute alte echtzeitstrategische Geplänkel bleibt weitestgehend unangetastet. Derzeit sieht es danach aus, als würde man sich tatsächlich auf die Stärken der Videospielereihe besinnen und auf Innovationen einfach verzichten.

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Verbesserungen gibt es dennoch, das Grundgerüst orientiert sich allerdings an Age of Empires 2. Vor allem der Basisbau ist wiedererkennbar, darauf lassen die gezeigten Gameplay-Szenen schließen. Man platziert erste Hütten, sammelt Rohstoffe und lässt sein Dorf wachsen, das dann als Kommandobasis für die weitere Ausbreitung auf der Karte herhalten muss und die Zentrale der Kriegsführung ist. Sogar das gemütlich einbunkern hinter Wellen von Palisaden oder dicken Burgmauern ist möglich – nur um dann in seinem geschützten Biotop etwas Schön-Bau zu betreiben.

Dennoch legen die Macher beim Gameplay bzw. Balancing Hand an: Statt Horden von Arbeitern zu rekrutieren, soll man bei Age of Empires 4 mit weniger Handwerkskräften auskommen und dafür das Bevölkerungslimit eher militärisch ausreizen dürfen. Dem Spielablauf wird das zugute kommen, immerhin liegt darin auch eine Möglichkeit, seine strategischen Handlungen zu verfeinern, seine Armee mehr zu durchmischen – oder einfach mit einer Übermacht an Soldaten loszurennen, um alles zu gewinnen oder alles zu verlieren. Besonders cool für Bunker-Bauer übrigens: Auch auf den Burgmauern wird gekämpft.

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Über vier Epochen wird man sein Volk entwickeln vom dunklen Mittelalter über die Feudal und Burgenzeit bis hin zum imperialen Zeitalter, in dem Kanonen und Schießpulver die Kriegsführung einschneidend verändern. Statt stets vorgetakteter Strategien soll Age of Empires 4 mehr taktische Vielfalt bieten. Auch das ist durchaus wünschenswert, denn wenn der Ablauf bei Age of Empires 2 eines war, dann vergleichsweise statisch. Man folgt dem optimalen Bau- und Rekrutierungsablauf eines vorgegebenen Planes und am Ende gewinnt, wer schneller und fehlerfreier Klicken konnte. Profis können dafür ihr Können beweisen, andererseits steckt darin auch Frustpotenzial. Dass Age of Empires 4 ausgerechnet diesen Schwachpunkt ausbügeln könnte, macht Lust auf das Echtzeitstrategiespiel – und es macht Hoffnung auf das perfekte Echtzeitstrategiespiel.

Wen man so alles über die Karte schicken kann, ist nicht bekannt. Lediglich vier Völker hatte Microsoft bereits verraten: das Delhi-Sultanat – Kriegselefanten!; die Briten, die Mongolen und die Chinesen. Damit ist die Hälfte der Völker bekannt, die zum Release von Age of Empires 4  im Spiel enthalten sein sollen. Heißt also: acht Völker wird es zum Start geben.

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Dass jede Fraktion ihre individuellen Stärken und Schwächen hat, soll so bleiben. Die Entwickler wollen das grundsätzliche Auskontern mit dem Schere-Stein-Papier-Kniff nicht umwälzen: Und so mischt man munter Nah- und Fernkampfeinheiten, rüstet mit berittenen Soldaten auf und kontert möglichst alles, was der Gegner einem entgegenwirft. Belagerungswaffen gibt es auch, falls die Schön-Bauer sich doch zu sehr einigeln in ihrem Gemäuer.

Neben einem Kampagnenmodus – unter anderem geht es in die Normandie, William the Conquerer und die Schlacht von Hastings lassen grüßen – stehen Scharmützel und Multiplayer-Matches auf dem Programm. Präsentieren wird Relic das alles in einem optischen Kompromiss aus Realismus und Funktionalität. Age of Empires 4 ist bunter als erwartet, und auch nüchterner. Das ist der Übersicht geschuldet, denn Gameplay-Aspekte stellen die Entwickler klar vor eine effektüberladene Bombast-Grafik. Und ganz ehrlich: Die will auch keiner haben, der Echtzeitstrategiespiele mag – und für Age of Empires 4 auf nicht weniger als die Wiederbelebung eines Genres hofft.


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