Derzeit scheint es unvermeidlich zu sein, dass Electronic Arts die beliebte Fußball-Videospielserie FIFA umbenennen muss, zumindest scheint es bezüglich der Lizenzpartnerschaft nicht zu einem Durchbruch gekommen zu sein. Dass FIFA nach rund 30 Jahren nun plötzlich einen anderen Namen bekommt, ist eigentlich undenkbar – und dennoch könnte genau das eintreten. 

In der Marketingabteilung von EA Sports könnte man angesichts der Lizenzverhandlungen ordentlich ins Schwitzen kommen, immerhin wäre der Zwang einer Umbenennung nicht weniger als ein Marketing-Supergau. Fans vermitteln zu müssen, dass FIFA Soccer drinsteckt wo EA Sport FC draufsteht, dürfte jedenfalls schwierig werden. Das könnte dann sogar Konamis  gefloppten eFootball wieder beflügeln, was schon verrückt genug wäre. Moment: EA Sport FC?

Gerücht: FIFA soll EA Sports FC heißen

Ende des Jahres hatte EA bestätigt, man erwägt, die FIFA-Serie umzubenennen. Ein simpler Grund: die Lizenz ist einfach zu teuer geworden. Und offenbar wollte die FIFA auch die Monetarisierungsmöglichkeiten eindämmen. Damit würde „FIFA 23“ dann nicht nur teurer im Unterhalt der Marke, sondern auch weniger lukrativ. Alle vier Jahre 2,5 Milliarden US-Dollar hatte der Dachverband des Weltfußballs haben wollen.

Gerüchten zufolge hat EA Sports auch schon einen Alternativ-Titel für die Fußball-Spielereihe erdacht: EA Sports FC – lang: EA Sports Football Club. Das geht zumindest aus der aktuellen Episode der Giant-Bomb-Show mit dem Journalisten Jeff Grubb (GrubbSnax) zurück.

In diesem Jahr könnte es demnach bereits soweit sein. Nein, es muss soweit sein – außer, es geschieht noch ein kleines Wunder. Der Lizenzvertrag mit der FIFA läuft jedenfalls aus, große Rabattaktionen sollte man von den Funktionären nicht erwarten, denn wenn es im Fußball – außer mit dem Ball selbst – mit einer Sache rund läuft, dann mit der Kohle. Eintragen lassen hat EA Sport sich die Football-Club-Marke bereits, das ist zumindest ein weiteres Indiz für ein „Rebranding“.

Unklar ist, ob die FIFA möglicherweise eine Partnerschaft mit anderen Publishern plant. Der absolut verrückteste Fall wäre eine Lizenzkooperation mit Konami. Die könnten dann vielleicht ihre inzwischen ausgezählte eFootball-Marke einstampfen und mit FIFA 23 die Lücke besetzen, die EA Sports mit einem „EA Sport FC“ aufmacht?

Ganz so einfach ist es letztendlich dann doch nicht: Denn grundsätzlich gilt die FIFA-Lizenz zunächst für die WM-Inhalte der FIFA-Serie. Daneben existieren unzählige Verträge und Kooperationen, darunter eine wichtige mit der „Fédération Internationale des Associations de Footballeurs Professionnels“, kurz FIFPro, also der weltweit tätigen Vertretung von Profifußballern und deren Interessen. Rund 65.000 Profispieler verritt die Organisation. Hinzu kommen Partnerschaften und Kooperationen mit Vereinen, Verbänden oder Mannschaften. Letztendlich wird EA durch den Verlust der offiziellen FIFA-Lizenz zwar auch Federn lassen müssen, allerdings nicht in einem solchen Umfang, dass das für Fans auch garantiert direkt spürbar sein wird. „FIFA 23“ hätte letztendlich also mehr als genug Offizielles, um bei Fans der Serie erkennbar zu bleiben – allein wegen der WM-Inhalte hat vermutlich noch kein PC- oder Konsolen-Spieler jemals ein FIFA-Soccer-Spiel gekauft.

Und: Vermutlich müsste Electronic Arts bloß ein Jahr durchhalten, um die neue Fußball-Reihe auch namenstechnisch zu etablieren. „Football Ultimate Team“ dürfte dann FUT bleiben, auch in diesem Jahr für die 2023er-Zählung. Haben Fans erst das Gamepad in der Hand, dürfte die Lizenz schnell vergessen sein. EA Sports täte am Ende aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten gut daran, das Rebranding durchzuboxen – letztendlich steht man bei dem Publisher unter einem weitaus geringeren „Namensdruck“ als so mancher Fan annimmt.

Am Ende gewinnt Electronic Arts, nicht nur den „Lizenzstreit“, sondern viele Milliarden US-Dollar, die man sonst hatte aufwenden müssen, um eine Lizenz zu erhalten, die es vielleicht gar nicht braucht.


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