Der Corona-Sommer 2021 findet zumindest ohne Spielwarenmessen statt: Sowohl die Spiel doch! in Duisburg als auch die Spielwarenmesse Nürnberg in der „Summer Edition'“ fallen aus. Das haben beide Messeveranstalter mitgeteilt. Damit tritt ein, was viele Fans ohnehin bereits vermutet hatten. Beide Veranstaltungen entfallen ersatzlos, Neustarts werden erst im kommenden Jahr gewagt. Das Format der Internationalen Spieltage in Essen ist indes noch ungewiss. 


Lange standen die Termine der Nürnberger Spielwarenmesse sowie der Familien-Convention Spiel doch! in Duisburg. Lange hatten Fans somit Hoffnungen, dass beide Veranstaltungen irgendwie hätten stattfinden können. Nun ist klar: Es wird nichts. Der Sommer 2021 muss ohne große Spielwarenveranstaltungen auskommen.

Absage der Spiel doch! 2021 wegen „Gefährdungslage“

Alle Vermutungen haben sich bestätigt: Auch die Spiel doch! 2021 muss aufgrund der Corona-Lage entfallen. „Wegen der ungewissen pandemischen Entwicklung und der damit verbundenen Gefährdungslage für die Teilnehmer an der Veranstaltung, der unklaren Auflagen sowie möglicher Reisebeschränkungen wurde eine weitere Planung der Messe für den Juni 2021 leider unmöglich“, erklärt der veranstaltende Nostheide Verlag zu der Absage.

Für die Spiel doch! ist die erneute Absage bitter, denn mit der Durchführung der erst dritten Auflage der Veranstaltung will es nicht so richtig klappen. Das Coronavirus und die unklare pandemische Entwicklung machen den Organisatoren zum wiederholten Mal einen dicken Strich durch die Rechnung.

Einen neuen Termin gibt es bereits, allerdings erst im „bewährten“ Zeitraum im März des nächsten Jahres: In Absprache mit dem Landschaftspark Duisburg wurde die Messe auf ihren angestammten Termin vom 25. bis 27. März 2022 verschoben. „Bereits gekaufte Tickets behalten ihre Gültigkeit, können aber auch zum Nennwert zurückgegeben werden“, so der Nostheide Verlag.

Die Organisatoren bedauern die Absage, hatten jedoch zum Schutze der Gesundheit der Besucher keine andere Wahl. Immerhin: Ab Juli steigt man nun in die Planungen für das kommende Jahr ein.

Spielwarenmesse in Nürnberg: „Summer Edition“ ade

Nichts wird es auch mit der Sommer-Auflage der Spielwarenmesse in Nürnberg. Im Juli hätte die populäre Fachmesse alternativ stattfinden sollen – das lässt die Corona-Lage nicht zu. Die Spielwarenmesse hatte als Veranstalter mit der Verschiebung alle Hebel in Bewegung gesetzt, um der Branche noch in diesem Jahr eine adäquate Plattform zum Networken anzubieten.

„Aufgrund der großen Unsicherheit, die nach wie vor von der Corona-Pandemie auf nationaler und internationaler Ebene ausgeht, wird der Termin gecancelt und der Fokus nun auf die Spielwarenmesse 2022 gelegt“, das ist das Ergebnis des Beschlusses, der in der Aufsichtsratssitzung am 25. März gefasst worden ist.

Der Vorstandsvorsitzende der Spielwarenmesse, Ernst Kick, erklärt: „Sowohl von Aussteller- als auch von Fachbesucherseite haben wir zur Summer Edition anfangs gutes Feedback erhalten. Seit den letzten Wochen sorgt jedoch vor allem die enttäuschend langsame Verbesserung der Pandemie-Entwicklung für Unsicherheit in der Branche. Für uns steht die Gesundheit aller Beteiligten nach wie vor im Vordergrund.“

Einen digitalen Part wird es auch bei der Spielwarenmesse 2022 geben. Bildrechte: Rawpixel Ltd.

Einen digitalen Part wird es auch bei der Spielwarenmesse 2022 geben. Bildrechte: Rawpixel Ltd.

Vor allem die fehlenden Perspektiven rund um das Messewesen seitens der Politik hätten erhebliche Auswirkungen auf die Planungen der Messeorganisation und die Reisedisposition der internationalen Hersteller und Einkäufer gehabt.

Trotz der bereits eingeleiteten Maßnahmen sei ohne einen notwendigen, gesicherten Vorlauf eine erfolgreiche Durchführung der Spielwarenmesse Summer Edition nicht möglich.

Auch für die Spielwarenmesse gibt es keine erneute digitale Alternative – zum Jahresbeginn hatte man mit „Brand New“ bereits ein neues Online-Format installiert. Die Planungen für den Restart im kommenden Jahr laufen, dann nicht ohne eine Weiterentwicklung: Es rückt die reguläre Spielwarenmesse vom 2. bis zum 6. Februar 2022 in Verbindung mit der Spielwarenmesse Digital in den Mittelpunkt.

Damit will der Veranstalter erstmals das Messe-Erlebnis vor Ort mit der virtuellen Welt verknüpfen, um „die Teilnahme für Anbieter sowie Fachhändler und Einkäufer zu optimieren und ihnen den bestmöglichen Service zu bieten“.

Vorstandschef Kick blickt optimistisch in die Zukunft: „Wir erhalten ausschließlich zustimmende Rückmeldungen – die Marktakteure können es kaum erwarten, im Februar wieder zusammenzukommen. Und wir freuen uns darauf, alle persönlich auf der 72. Spielwarenmesse in Nürnberg zu begrüßen“.

SPIEL 2021 in Essen? Prinzip Hoffnung!

Zwei Großveranstaltungen für Brett- und Kartenspieler entfallen somit aufgrund der Corona-Pandemie. Offen ist derzeit, in welchem Format die SPIEL’21 stattfinden wird. Sicher ist allerdings, dass die Messe stattfinden wird. Das lässt sich aus jüngst via Facebook veröffentlichten Kommentaren des Friedhelm-Merz-Verlags entnehmen.

„Einer SPIEL.digital steht ja so oder so nichts im Wege“, heißt es dort seitens der Organisatoren als Antwort auf einen Fan-Kommentar, der eher von einer Absage der Vor-Ort-Messe aufgeht. Der ausrichtende Friedhelm-Metz-Verlag gibt an, „eifrig an der SPIEL’21 zu planen. „Es ist noch lange hin bis zum Anmeldeschluss und trotzdem liegen schon sehr viele Buchungen von Ausstellern vor“, so der Verlag.

Eine abschließende Entscheidung zu den Internationalen Spieltagen 2021 in Essen gibt es allerdings noch nicht. Aufgrund der aktuellen Lage scheint das auch kaum möglich zu sein: Der Inzidenzwert der Stadt Essen steigt kontinuierlich und liegt, Stand: 30. März, bei 124,8. Derzeit deuten sich also grundsätzlich eher Schließungen als weitere Öffnungen an – zumindest sofern sich die pandemische Lage in diese Richtung weiterentwickelt.

Die aktuelle Corona-Lage deutet nicht auf gemeinsames Spielen vor Ort hin. Foto: Volkmann

Die aktuelle Corona-Lage deutet nicht auf gemeinsames Spielen vor Ort hin. Foto: Volkmann

Hoffnung macht allerdings die Essener Stadtverwaltung selbst. Dort setzt man als Modellkommune derzeit auf den Einsatz der Luca-App. Die unter Beteiligung des Rappers Smudo entwickelte Software soll die Kontaktnachverfolgung automatisieren und unter anderem die Meldezeiten im Falle einer Infektion verkürzen. Die App gilt als eine der Säulen für die Rückkehr zum Kultur- und Veranstaltungsbetrieb. Das gibt auch die Essener Stadtverwaltung an, die „die Nutzung als Veranstalter selbst prüfen“ will, beispielsweise für die städtischen Museen. Denkbar wäre, dass die Application auch bei einer Messeveranstaltung zum Einsatz kommen könnte, sofern andere Sicherheits- und Hygienemaßnahmen eine derartige Großveranstaltung stützen.

Hoffnung macht zudem das Fortschreiten der Impfkampagne, die allerdings einen Rückschlag erleiden musste. Erst heute hat die NRW-Landesregierung die Impfungen mit Astrazeneca für Menschen unter 60 Jahren vorläufig ausgesetzt, damit reagiert das Land auf die aktuelle Empfehlung der Ständigen Impfkommission zu dem Präparat des schwedisch-britischen Pharmakonzerns.

Die Corona-Lage ist – das betonen Experten und Vertreter aus der Politik fast täglich – dynamisch, und somit zum Teil auch nicht vorhersagbar.

Eine Absage der SPIEL’21 ist immerhin noch nicht ausgesprochen worden, alle Hoffnungen der Fans liegen somit auf den International Spieltagen.

Auch die Gamescom 2021 ist noch als teil-physische Messe im Rennen, auch wenn der Termin im August für eine Vor-Ort-Messe weiterhin unwahrscheinlich erscheint. Die KoelnMesse und der Bundesverband Game hatten das Hybrid-Konzept mitten in die aufkeimende dritte Corona-Welle hineinposaunt. Ob die Gamescom 2021 mit einem Vor-Ort-Part tatsächlich stattfinden wird oder erneut zu 100 Prozent ins Internet ausweichen muss, bleibt abzuwarten.


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