Hersteller Epos richtet sich mit der Epos | Sennheiser GSX 300 insbesondere an Computer-Nutzer, die ihre Sound-Hardware auf einfache Weise upgraden wollen – und zwar ohne große Umbaumaßnahmen: Es handelt sich nämlich um eine externe Soundkarte im Klein-Format. Ob und was das Gerät soundtechnisch zu leisten vermag, verraten wir im nachfolgenden Test zur  Epos | Sennheiser GSX 300.


Es herrscht Verwirrung: Epos? Sennheiser? Epos Sennheiser? Der dänische Hersteller Epos vertreibt, also Teil der Demant-Gruppe, seit Jahresbeginn die ehemaligen Gaming-Produkte von Sennheiser als Co-Branding unter dem Label Epos | Sennheiser – also auch die externe Soundkarte, die nun als Epos | Sennheiser GSX 300 betitelt werden will.

Zugegeben, es ist verwirrend, zumal Epos nicht nur Games-Ware, sondern auch Audiolösungen für den Business-Bereich anbietet. Auf die Idee, hinter Epos Gaming-Peripherie zu vermuten, muss man also erstmal kommen. Den Endkunden wird das wenig kümmern, sofern er die Produkte erst gefunden hat. Das Unternehmen für Audio- und Videolösungen will seine Sichtbarkeit im Games-Segment spürbar erhöhen, durch Maßnahmen wie E-Sport-Sponsoring, Social-Media-Aktivitäten, aber auch Einzelhandels- und Point-of-Sale-Programme. Eines der Produkte ist eben das externe Soundkarten-Upgrade Epos | Sennheiser GSX 300.

Snow White and the seven Channels – plus one

Zunächst ist festzuhalten, dass die externe Soundkarte Epos | Sennheiser GSX 300 die kleine Schwester der Audioverstärker GSX 1000 und 1200 ist. Kleiner bezieht dich dabei vor allem auf die Größe und auf den Preis: statt über 220 Euro kostet die Budget-Variante nur rund 80 Euro. Dafür bekommt man einen etwa handtellergroßen Kasten – in unserem Fall war es die Farbvariante „Snow Edition“ – mit weitaus weniger Bling-Bling, aber ebenfalls acht Sound-Channels. Auch die Epos | Sennheiser GSX 300 bietet nämlich, wie ihre großen Brüder, 7.1-Surround-Sound.

Schneeweiß ist eine der beiden verfügbaren Farbvarianten. Ästhetischer Makel: Ausgerechnet das beiliegende USB-Kabel ist rabenschwarz. Foto: André Volkmann
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Schneeweiß ist eine der beiden verfügbaren Farbvarianten. Ästhetischer Makel: Ausgerechnet das beiliegende USB-Kabel ist rabenschwarz. Foto: André Volkmann

Bei der Erwähnung von „Farbvariante“ wird schnell deutlich: es muss neben der weißen Edition mindestens eine weitere geben. Und ja, Epos hat die GSX 300 auch mit einem schwarzen Anstrich auf den Markt gebracht, technisch unterscheiden die beiden Versionen sich jedoch nicht. Per USB 2.0 wird die externe Soundkarte mit dem schlichten, aber durchaus eleganten Design an den PC oder Gaming-Laptop angeschlossen – viel mehr liegt in der Box auch nicht bei: die GSX 300, ein Kabel und eine knappe Anleitung. Aufgrund der spartanischen Ausstattung wissen erfahrene User sofort: das Setup geht fix. Kabel einstecken, idealerweise ein Firmware-Update durchführen, Software suchen, finden und installieren und schon arbeitet der schmucke Soundverstärker, der hochauflösende Töne im 7.1-Format verspricht.

Bei dem Entwurf der externen Soundkarte hat man sich Gedanken gemacht. Zunächst sind es Details, die überzeugen. Die leicht aufwärtsgerichtete Bauweise ermöglicht eine schnelle und unkomplizierte Bedienung – was notwendig ist, denn die Box steht immerhin bei ihrer Nutzung auf dem Tisch.

Gummierte Leisten sorgen dafür, dass die externe Soundkarte nicht vom Tisch rutscht. Foto: André Volkmann
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Ansonsten präsentiert sich die Epos | Sennheiser GSX 300 minimalistisch: Ein Knopf dient zum Umschalten zwischen verschiedenen Soundprofilen, ein Einstellrad mit LED-Beleuchtung ermöglicht die Lautstärkeregelung. Die Bedienelemente sind jedenfalls gut zu erreichen, nicht unwichtig, wenn es beim Zocken hektisch wird – oder man beim Filmgucken plötzlich feststellt, dass man die Lautstärke doch etwa zu hoch eingestellt hat, wenn man die Explosionen in den Ohren wummern.

Die Daten des Epos | Sennheiser GSX 300
  • USB-Standard: USB 2.0
  • Klirrfaktor (THD): < 0,01 %
  • Kabellänge: 1200 mm
  • Abmessungen: 91 × 81 × 41 mm
  • Gewicht: 169 Gramm
  • Anschlüsse: 3,5 mm Headsetanschluss, 3,5 mm Mikrofonbuchse, Micro USB
  • Audio: 24 Bit 96 kHz (Stereo), 16 Bit 48 kHz (7.1)
  • Kompatibilität: PC
  • Empfohlene Kopfhörerimpedanz: 25 – 75 Ω
  • Preis als UVP: 79,99 Euro

Eine Vielfalt an Anschlüssen sucht man bei der 300er-Version also vergeblich, auch auf der Rückseite ist praktischer Minimalismus und nicht Protzerei mit Steckerbuchsen. Und so gibt es neben dem 3,5 mm-Klinkenanschluss als Ein- und Ausgang für das Headset nur noch den Micro-USB-Port, damit der Amplifier mit Strom versorgt werden und mit dem Computer kommunizieren kann. Beides ist zwingend notwendig, letzteres ist von zentraler Bedeutung, denn die Software ist ein Herzstück des Epos | Sennheiser GSX 300.

Schicker Kasten mit guter Software

Es ist nämlich der Equalizer, über den Nutzer ihre Soundeinstellungen justieren. Ganz grob kann zwischen dem 7.1-Surround-Modus oder Stereo gewählt werden – die LED schaltet dann praktischerweise um zwischen Blau und Rot, abhängig vom gewählten Modus. Der Einfachheit halber gibt es verschiedene voreingestellte Settings, bei denen Epos auf die klassischen Presets setzt, etwa Music oder Movie. Wer möchte, kann feinjustieren und sich sein Sounderlebnis so basteln, wie er es haben möchte. Auch der Klangnachhall lässt sich einstellen.

Mittels Software lässt sich das Klangerlebnis auf Wunsch feinjustieren. Foto: André Volkmann
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Mittels Software lässt sich das Klangerlebnis auf Wunsch feinjustieren. Foto: André Volkmann

Vermutlich wird die Motivation zu Feineinstellungen und dem Anlegen eigenen Presets bei dem durchschnittlichen Nutzer eher gering sein, immerhin richtet die externe Soundkarte – nicht zu verwechseln mit einem Digital-Analog-Wandler für den HiFi-Bereich – an Besitzer eines analogen Headsets. Das dürften mehrheitlich jene User sein, denen Sound in der Vergangenheit eher unwichtig oder längerer Zeit nicht mehr so wichtig gewesen ist.

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Epos hat die Epos | Sennheiser GSX 300 tatsächlich als einfach nutzbares Upgrade auf den Markt gebracht. Alles dreht sich um den schnellen Einsatz der Soundkiste und um eine unkomplizierte Bedienung. Was man angesichts der Anschlüsse nicht tun kann, ist vom Headset auf Boxen umzuschalten – dafür fehlt einfach der entsprechende Ausgang an der Soundkarte.

Im Grunde ist die Kunststoffbox eine Art Rahmen für das eigentliche Sound-Werkzeug: die Software. Das bedeutet auf langfristige Sicht auch, dass Optimierungen und Verbesserungen vornehmlich software-seitig durch Updates realisiert werden können.

Je nach gewähltem Soundmodus leuchtet die Umrandung des Lauchstärkereglers entweder rot...
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Je nach gewähltem Soundmodus leuchtet die Umrandung des Lauchstärkereglers entweder rot…

Und wie klingt das Ganze nun beim Spielen, Musik hören oder Filme schauen? Im Grunde recht ordentlich und auch die Idee hinter dem System funktioniert. Die alte Kiste mit 7.1-Surround-Sound aufwerten zu wollen, dazu noch mit möglich geringem Geldeinsatz ist natürlich ein ziemlich frommer Wunsch: Für 80 Euro bekommt man am Ende allerdings tatsächlich einen breiten Hörgenuss und kann Soundeffekte besser einordnen, wenn auch nicht exakt orten. Hier gilt die bekannte Regel: Man bekommt, was man bezahlt. Und für 80 Euro kann das nicht der kristallklare Hammersound sein, auf den Hifi-Enthusiasten schwören würden.

Dennoch: Das DSP Epos | Sennheiser GSX 300 leistet bezüglich der DSP-Soundoptimierung, was man vermisst, wenn man Töne nur über auf dem Motherboard verbaute Soundchips abspielt – gleichgültig ob auf dem Laptop oder dem Desktop-PC. Dann nämlich sind Unterschiede deutlich hörbar und die externe Soundkarte spielt klanglich ihre Stärken aus. Am Ende ist an die Box also auch eine Erwartungshaltung geknüpft sowie die persönliche soundtechnische Vorerfahrung. Bei Spielen kommt das zum Vorschein: Egal ob beim Multiplayer-Shooter à la Call of Duty oder beim Rollenspielabenteuer mit der angenehm vor sich hin dudelnden Hintergrundmusik. Apropos Musik, auch dafür lässt sich die Epos | Sennheiser GSX 300 einsetzen, vorzugsweise im Stereomodus, allerdings nicht mit dem Sounderlebnis, das man bekommt, wenn man an die heimische 7.1-Anlage mit Verstärker und entsprechendem Boxen-Setup inklusive Subwoofer denkt.

...oder blau. Zum Wechseln genügt bei entsprechender Einstellung ein Druck auf den Frontbutton. Fotos: André Volkmann
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…oder blau. Zum Wechseln genügt bei entsprechender Einstellung ein Druck auf den Frontbutton. Fotos: André Volkmann

Die Epos | Sennheiser GSX 300 produziert klangliche Räumlichkeit, drückt einen aber nicht durch satte Bässe in den Gaming-Stuhl oder lässt einen verschiedene Violinen eines Orchesters auseinander halten. Druck auf die Ohren kommt dennoch – je nach vorherigem Setup sogar mit einem deutlichen Klangunterschied. Die Höhen sind klar und glücklicherweise unaufdringlich, im Mittenbereich gibt es kaum etwas zu meckern. Und siehe da, weil das Marketing keine großen Versprechungen über Wunder-Sound macht, kann die Epos | Sennheiser GSX 300 halten, was ihre technischen Möglichkeiten vorgeben: sie sorgt für ein angenehmes Klang-Upgrade in Bereichen, in denen der stumpfe Mainboard-Sound vorherrschte. Ob darin jetzt besonders viel „Sennheiser“ steckt – der Name verpflichtet immerhin – ist eine Grundsatzdiskussion, die man für einen Gegenwert von rund 80 Euro nicht führen muss, auch wenn man für den Namen einige Euro mehr bezahlt als bei der Konkurrenz für vergleichbare Produkte.

Fazit: Lohnt sich die Epos | Sennheiser GSX 300?

Der ambitionierte Spieler wird mit der Epos | Sennheiser GSX 300 kaum ein Ohren-Wunder erleben. Wer hingegen noch immer mit dem Onboard-Sound unterwegs ist oder seinen betagten Laptop fürs Musikhören oder Filmegucken klangtechnisch in die Moderne bringen möchte, der erlebt mit dem Gerät von Epos durchaus einen kleinen Wow-Effekt. Vor allem, weil die hübsche und solide verarbeitete Box auf dem Tisch nicht stört und sich zudem problemlos bedienen lässt.

Die Frage muss fairerweise also nicht lauten „Lohnt sich die Epos | Sennheiser GSX 300?“, sondern viel eher „Für wen lohnt sich die Epos | Sennheiser GSX 300?“. Eine klar umgrenzte Zielgruppe gibt es nämlich und die profitiert tatsächlich von dem Upgrade. Was man klanglich geboten bekommt, wenn man vorher nur dumpfe und flache Töne kannte, ist eine Ohrenweide auf niedrigem Erwartungslevel. Sich in die Software hineinfuchsen muss man, der Rest ist pure Bedienfreundlichkeit.

„Für den Beitrag X macht man nicht viel falsch“, heißt es oft und das gilt tatsächlich auch für die Epos | Sennheiser GSX 300, auch wenn es günstigere Alternativen gibt. Der Zugewinn an Sound ist unter bestimmten schlechten Voraussetzungen beachtlich, dann macht es Spaß, sich auf die weiße oder schwarze Kiste einzulassen und das klangliche Upgrade für sich spaßbringend einzusetzen. Was man trotz solider Software und guter Materialverarbeitung nicht kann: einen 15-Euro-Kopfhörer in ein Surround-Wunder verwandeln. Grundsätzlich ist die Leistungsfähigkeit der Epos | Sennheiser GSX 300 an die Ausstattung des analogen Headsets geknüpft. So kann man aus einem ordentlichen Kopfhörer noch ein wenig mehr Leistung herauskitzeln.


Letzte Aktualisierung am 24.01.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API. * = Affiliate Links. Bilder von Amazon PA-API