Mit den GTW 270 sowie GTW 270 Hybrid hat Epos zwei waschechte Eigenentwicklungen im Gepäck: Die kabellosen In-Ear-Stöpsel richten sich dabei nicht nur an Smartphone-Nutzer, sondern auch an Gamer. Den Unterschied zu anderen Bluetooth-Kopfhörern macht dabei nicht nur der Namenszusatz „Hybrid“, sondern vor allem der im Lieferumfang enthaltene Dongle. Eingesteckt und verbunden, lassen sich die GTW 270 Hybrid dann auch am PC, an der Nintendo Switch oder den Sony-Konsolen Playstation 4 und 5 verwenden. Was zunächst klingt wie ein beiläufiges Detail, ist das eigentlich Highlight der Hybrid-Variante, die sich zwar bezüglich der Konnektivität von der Standard-Version – ohne Hybrid – unterscheidet, klanglich jedoch ebenbürtig ist. Was Epos neue In-Ear-Kopfhörer soundtechnisch für Gamer hergeben, verraten wir im nachfolgenden Test.


Kabellos, Bluetooth, In-Ear – für Gamer ist das eine eher seltene Kombination. Geht es ums Zocken, setzen Hersteller von Peripherie meist auf klobige Over-Ear-Kopfhörer. Zumindest in diesem Segment herrscht kein Mangel. Die Soundexperten von Epos wollen Spieler nun mit ihrer Alternative überzeugen. Rein technisch gilt es dabei eine wesentliche Hürde zu überwinden: das fehlende Kabel. Epos gelingt das, so viel sei an dieser Stelle bereits verraten, außerordentlich gut. Die GTW 270 werden damit zu einer echten Alternative.

Epos GTW 270 Hybrid: Leicht, guter Sound

True-Wireless ist keine gänzlich neue Erfindung, und selbst im Gaming-Segment gab es von der Konkurrenz bereits den einen oder anderen In-Ear-Stöpsel – besonders groß war die Auswahl zumindest für Zocker bislang nicht. Die Vorteile liegen auf der Hand: Es braucht keine überdimensionierten Kopfhörer, um guten Sound zu den Ohren zu bringen. Inzwischen ist die Soundtechnologie so weit fortgeschritten, dass Größe allein kein Qualitätsmerkmal mehr ist.

Die Stöpsel halten mit einer Akkuladung rund fünf Stunden durch - für Extra-Saft sorgt dann die beiliegende, und gut verarbeitete, Lade-Schatulle. Foto: André Volkmann

Die Stöpsel halten mit einer Akkuladung rund fünf Stunden durch – für Extra-Saft sorgt dann die beiliegende, und gut verarbeitete, Lade-Schatulle. Foto: André Volkmann

Epos setzt dazu zunächst auf den aptX-Codec, der den Ton verzögerungsfrei transportieren soll, und zwar kabellos, genau das ist die Herausforderung. Das gelingt und bringt die Epos GTW 270 Hybrid daher in eine gute Ausgangsposition, um den Markt zu erobern. Dank „aptX LL“ wird die Latenz auf bis zu 60 ms verringert – das kann man sich sogar am Smartphone zu nutzen machen, indem man den USB-C-Dongle benutzt, der eigentlich für die Verbindung mit den heimischen Gaming-Stationen, also dem PC oder den Konsolen, gedacht ist. Der simple Hintergrund: Smartphones unterstützen den „aptX LL“-Codec nicht von Haus aus.

Nun könnte man sich als Gamer zunächst fragen, wozu man sich denn überhaupt True-Wireless In-Ears holen sollte. Ja, die meisten Zocker verfügen normalerweise über ein Gaming-Headset – das jedoch ist oft auf den stationären Betrieb an einem Gerät ausgelegt. Weil heutzutage Multi-Gaming an verschiedenen Plattformen verbreitet ist, können Epos‘ GTW 270 Hybrid ihre größte Stärke bei der Konnektivität ausspielen. Und das funktioniert ohne technische Hürde, sogar bei Nintendos Hybrid-Konsole, der man das naturgemäß nicht unbedingt zutrauen würde. Aber: Die Nintendo Switch erkennt den USB-C-Dongle ohne Probleme.

Der USB-C-Dingle muss leider separat aufbewahrt werden. Wir haben uns für eine naheliegende Variante entschieden, weil wir den größten Mehrwert bei den GTW 270 Hybrid in Verbindung mit der Nintendo Switch sehen. Foto: André Volkmann

Der USB-C-Dongle muss leider separat aufbewahrt werden. Wir haben uns für eine naheliegende Variante entschieden, weil wir den größten Mehrwert bei den GTW 270 Hybrid in Verbindung mit der Nintendo Switch sehen. Foto: André Volkmann

Etwas über fünf Stunden halten die Epos GTW 270 Hybrid durch, manchmal etwas weniger – je nach Beanspruchung. Die Akkulaufzeit ist solide, für eine Verlängerung sorgt das beiliegende „Case“, die funktionale Schutzschatulle also, mit der letztendlich kombiniert um die 18 bis 20 Stunden Betriebslaufzeit drin sind. Muss man aufladen, hängen die In-Ears knapp 90 Minuten am Strom. Eine Schnellladefunktion sorgt im Notfall für eine knapp Stunde Laufzeit nach 15 Minuten Auftanken. Vergleichen mit der Konkurrenz halten die GTW 270 nicht ganz so lange durch, in den meisten Fällen sind aber auch die fünf Stunden Laufzeit mehr als ausreichend.

Ein cooler Kniff wäre übrigens gewesen, in dem Lade-Case auch einen Platz für den USB-C-Dongle unterzubringen. Das kleine Zubehörteil ist etwa so groß wie eine halbe Zwei-Euro-Münze, ein Steckplatz im Boden wäre durchaus möglich gewesen. So muss man den Dongle separat aufbewahren, nicht optimal, aber auch kein großes Problem – zumal Epos zumindest eine kleine Silikonumhüllung samt integrierter Schlaufe beigelegt hat.

Der Trick mit der Konnektivität

Zurück zu den Verbindungseigenschaften der Epos GTW 270 Hybrid. Dazu war alles gesagt? Mitnichten. Die Konnektivität des Allrounders ist durchaus mit einigen Einschränkungen verbunden. Wer den Dongle benutzt, kann die starken Verbindungseigenschaften der In-Ears ausnutzen, allerdings funktioniert dann das Mikrofon nicht. Soll heißen: Die Kopfhörer dienen in diesem Fall allein zur Wiedergabe – was gleichzeitig den Button am linken Stöpsel obsolet macht.

Einfach zu bedienen: Der USB-C-Dongle wird einfach in den passenden Port gesteckt, oder wahlweise per Adapterkabel verbunden. Der Rest ist dann "Magie" - und ein bisschen Technik. Foto: André Volkmann

Einfach zu bedienen: Der USB-C-Dongle wird einfach in den passenden Port gesteckt, oder wahlweise per Adapterkabel verbunden. Der Rest ist dann „Magie“ – und ein bisschen Technik. Foto: André Volkmann

Wer also häufig oder gar ausschließlich Mehrspieler-Titel zockt und dabei auf Team-Kommunikation via Sprach-Chat setzen will, der kann darauf nur zurückgreifen, wenn die GTW 270 „klassisch“ per Bluetooth verbunden sind. Das Pairing funktionierte diesbezüglich problemlos, sowohl über den bewährten Weg als auch per USB-C-Dongle. Bei letzterem kommt es allenfalls gelegentlich zu Verbindungsstörungen, was vermutlich an der Signalübertragung liegen dürfte und nicht auf die Geräte selbst zurückzuführen sind. Einen Hinweis darauf gibt die Unregelmäßigkeit möglicher Verbindungsaussetzer sowie die Tatsache, dass die reine Bluetooth-Funktionalität problemlos arbeitet.

TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN:
Modell: In-Ear
Konnektivität: Low Latency und Bluetooth 5.1, USB-C-Dongle
Akku: Fünf Stunden, bis zu 20 weitere Stunden mit Schatulle
Schnellladung: Ja – 15 Minuten für 60 Minuten Nutzung
Geräuschunterdrückung: Nein
Sprache: Mikrofone für Anrufe
Wasserfestigkeit: Nach IPX 5 vor Schweiß und leichtem Regen
Hersteller: Epos
Hersteller-Webseite: eposaudio.com

Die Ladeschatulle ist bei der Verbindung übrigens ein Herzstück, darüber lässt sich das erste Pairing erledigen. Ein langer Druck auf den einzigen Knopf am Gehäuse leitet den Prozess ein, über die In-Ears sind dann auch entsprechende Hinweise zu hören. Kleine LED-Lampen am Case geben somit einerseits Aufschluss über den Pairing-Status sowie andererseits über den Ladezustand. Das ist gut gelöst, übersichtlich und praktisch.

 

Ist die Verbindung geschaffen, lassen sich verschiedene Befehle über jenen Button ausführen, der am linken In-Ear angebracht ist. So können etwa Anrufe verwaltet oder die Musiksteuerung betätigt werden. Übrigens: Nutzt man die GTW 270 zum Telefonieren, so dient der rechte Hörer als Master, dort ist auch das Mikrofon untergebracht. Epos setzt auf eine asynchrone Wireless-Verbindung, sodass man stets mit dem rechten Stöpsel Anrufe oder Musik hören muss, wenn man das lediglich mit einem In-Ear machen möchte. Eigentlich kein Problem – wäre der Bedientaster nicht ausgerechnet am linken Hörer angebracht. In der Praxis ist das allerdings letztendlich ein ungünstiges Detail, das weitaus weniger auswirkt, als man vermuten könnte.

Tragekomfort: Auch für Langzeitsessions nutzbar

Beim Design orientiert sich Epos an dem, was man von anderen Herstellern kennen könnte. Die In-Ear-Kopfhörer – sie sind nur in anthrazit-grau erhältlich – wirken auf den ersten Blick klobig, schon beim Anfassen merkt man aber, dass sie Verarbeitung gelungen und das Gewicht zudem gering ist. Hat man die Stöpsel erst in den Ohren platziert, merkt man schnell: Die In-Ears sitzen fest und bequem, auch über längere Zeit. Gummiköpfe in verschiedenen Größen sorgen zudem dafür, das man die Stöpsel der Anatomie des Ohr anpassen kann. Das ist heutzutage zwar Standard, sorgt aber auch bei den Epos GTW 270 dafür, dass man zumindest teilweise von der Umgebung abgeschirmt wird. Eine aktive Geräuschunterdrückung bietet die hybriden True-Wireless-Hörer aber nicht.

Besserer Sitz, besserer Sound: Mithilfe der beiliegenden Silikonnoppen lassen sich die In-Ears gut an die Anatomie des Ohr anpassen. Foto: André Volkmann

Besserer Sitz, besserer Sound: Mithilfe der beiliegenden Silikonnoppen lassen sich die In-Ears gut an die Anatomie des Ohr anpassen. Foto: André Volkmann

Hat man sich an die In-Ears gewöhnt, vergisst man schnell, das man die Stöpsel in den Ohren trägt. Aufgrund des geringen Gewichts sind die Hörer kaum zu spüren. Auch den Tasten am linken In-Ear erreicht man gut, auch wenn – vielleicht aufgrund des gehobenen Preises – ein Touch-Button noch etwas bedienfreundlicher gewesen wäre.

Dennoch: Das Knöpfchendrücken funktioniert wie es soll, löst die wichtigen Features aus – vor allem die Aktivierung des Sprachassistenten ist dabei ein deutlicher Pluspunkt in der heutigen Zeit. Einen Abstrich gibt es allerdings für die nicht über den Taster regelbare Lautstärke, die vermutlich vor allem für Gamer eine der sinnvollsten Einstellungsoptionen gewesen wäre. Wenn es also zu laut kracht und brummt in den Ohren, führt der Weg für die Verringerung der Lautstärke über das Endgerät und nicht die Kopfhörer. Am Smartphone und an der Nintendo Switch – hier sehen wie für die Epos GTW 270 den größten Nutzen – ist das Nachjustieren ohnehin schnell möglich.

Klang: Vor allem gut fürs Zocken

Rund 200 Euro muss man investieren für die Epos GTW 270 Hybrid, knapp 30 Euro weniger kostet die Standard-Variante. Dafür kann man guten Klang erwarten – und den bekommt man, wenn auch mit einigen Einschränkungen. Die klanglichen Eigenschaften spielen die kabellosen In-Ears vor allem beim Gaming aus. So lassen sich beim Mobile-Gaming am Smartphone Schritte der Gegner ausmachen, wenn man die Hand an einen der inzwischen verfügbaren Team-Shooter legt. Etwa Call of Duty. Auch bei anderen Games klingen die GTW 270 gut und ihrem Preis angemessen. Ohnehin gilt: Epos‘ True-Wireless-Kopfhörer überzeugen immer dann, wenn es um Misch-Sound geht, also Höhen, Mitten und Bässe in einer Kombination auftreten. Oft retten die Bässe mit ihrer Raumfüllung die Klangkulisse.

Damit gilt aber auch: Dominieren Mittel- oder Hochtöne, so kommen die kompakten In-Ears an ihre Grenzen. Ausgleichen kann man das durch das Herumprobieren mit den Silikonaufsätzen in verschiedenen Größen. Das wirkt sich spürbar aus. Je besser die Kopfhörer in den Ohren sitzen, desto besser und voluminöser klingt das Tonbild auch. Reine Musikenthusiasten werden mit den GTW 270 ebenfalls ihre Freude haben, wobei es dann stark auf das Genre ankommt. Mit Klassik tut man sich schwer, Rock und Pop gehen gut – auch hier wird deutlich: die größten Herausforderungen liegen bei den Mitten und Höhen. Filme hingegen, vor allem am Smartphone, werden soundtechnisch gut bedient durch Epos‘ Eigenentwicklung.

Die Klangeigenschaften überzeugen - in einigen Bereich, vor allem wenn Bässe im Spiel sind, machen die GTW 270 richtig Spaß. Foto: André Volkmann

Die Klangeigenschaften überzeugen – in einigen Bereich, vor allem wenn Bässe im Spiel sind, machen die GTW 270 richtig Spaß. Foto: André Volkmann

Die GTW 270 sind typische Allrounder, die nicht durch Bombast-Sound bestechen, sondern ihre Praktikabilität. Laut Epos wird ein  Frequenzgang von 20 bis 20.000 Hz abgedeckt, der maximale Schaldruckpegel liegt bei 100 db. Auch Virtual 7.1 machen die Stöpsel am PC in Kombination mit der Gaming Suite von Epos mit – auch durchaus gutem Niveau, wenn auch schwächer ausgeprägt als echter 7.1-Sound. In Verbindung mit der Software, die unter anderem einen Equalizer bietet, kann man an der heimischen Gaming-Station gut, sinnvoll und spürbar nachjustieren. Unbedingt erforderlich ist das nicht, denn die GTW 270  klingen gut genug im Alltagseinsatz.

Fazit zum Test der Epos GTW 270 Hybrid

Rund drei Wochen haben wir die In-Ears von Epos getestet, in verschiedenen Situationen und an unterschiedlichen Plattformen. Wie gut sich die True-Wireless-Stöpsel dabei schlagen, hängt maßgeblich von der Nutzung ab: Am PC sorgen die kabellosen Bluetooth-Hörer für solide bis gute Ergebnisse, vor allem beim Gaming. Mit der zugehörigen Software lässt sich sogar noch etwa Soundqualität herauskitzeln.

Dass sich die Kopfhörer zudem an Konsolen verwenden lassen, ist ein deutlicher Pluspunkt: Vor allem in Verbindung mit der Nintendo Switch trumpfen Epos‘ Sound-Stöpsel auf. Und: Auch am Smartphone lassen sich die GTW 270 hervorragend nutzen. Einige Abstriche muss man machen, wenn man bei stationären Gaming ansonsten auf Surround-Sound mit entsprechendem Boxen-Setup und AVR setzt oder hochpreisige Kopfhörer nutzt. Dennoch schlagen sich die leichten, vor allem aber bequemen Ohrstöpsel gut im direkten Vergleich. Je optimierter der Sitz, desto besser ist der Ton, der am Ende im Ohr ankommt.

Letztendlich ist es die Flexibilität bei den möglichen Einsatzbereichen, die die Epos GTW 270 Hybrid zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten machen. Schnell eine Videokonferenz am PC, dann der Wechsel zum Mobile-Game, später eine Runde an der Nintendo Switch und dann vielleicht noch eine Stunde mit dem Smartphone telefonieren? Die Epos-Hörer wären bei allen Aktivitäten dabei und könnten abliefern. Die Flexibilität lässt Epos sich zwar gut bezahlen, wer darauf jedoch angewiesen ist oder die Multi-Funktionalität als satten Bonus versteht, der hat derzeit wenig Alternativen. Die GTW 270 überzeugen als Gesamtpaket: Es sind keine Spezialisten, aber hervorragende Allrounder.


Letzte Aktualisierung am 18.09.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API. * = Affiliate Links. Bilder von Amazon PA-API