The Fog: Brettspiel lädt ein zur Flucht aus dem Paradies

Lesezeit: 5 Minuten

The Fog – Escape from Paradise ist ein Brettspiel, das der unabhängige Autor Robert Müller-Reinwarth über sein Label Xollox Games auf den Markt bringen will. Es geht um eine Flucht von einer paradiesischen Insel, deren Bewohner vor einer Nebelwand flüchten müssen. Was wie ein Brettspiel zu einer bekannten Vorlage klingt, hat seine Wurzeln nicht dort, wo man sie zunächst vermuten würde.


Das Artwork ist längst nicht final, die Mechanik hat der unabhängige Autor Robert Müller-Reinwarth allerdings schon ausgiebig testen lassen. Und das Feedback der Spielerinnen und Spieler ist positiv, der Autor selbst meint sogar, es sei “großartig”. Die meisten Testspieler würden hinterher als Fans erhalten bleiben, die ihnen zur Verfügung gestellten Prototypen von The Fog – Escape from Paradise wollen sie manchmal gar nicht mehr aus der Hand geben, mindestens aber länger behalten als eigentlich geplant. “Als Spieleentwickler macht einen das natürlich glücklich”, freut sich Robert Müller-Reinwarth, der sein Projekt im kommenden Jahr via Crowdfunding über Kickstarter finanzieren und so realisieren möchte.

The Fog: Ein Brettspiel zu einem “Nebel des Grauens”

The Fog – Escape from Paradise ist ein Brettspiel, das sich einen, aber nicht den Nebel des Grauen zunutze macht. Mit der populären Filmvorlage hat das Spiel von Robert Müller-Reinwarth nichts zu tun, ganz zufällig gewählt ist das Setting aber auch nicht. Der Autor wagt sich von der anderen Seite an das Thema heran: Anstatt mit einer guten Geschichte zu beginnen, hat Müller-Reinwarth sich seine Mechanik vorgenommen und ermittelt, welche Thema zur geplanten “Inselflucht” passt. Eine gefährliche Nebelwand war das Ergebnis: “The Fog habe ich einfach als sinnvollen und mysteriösen Grund gesehen warum Leute von dieser Insel fliehen müssen”, erklärt der Autor zu seinem Brettspiel.

Spieler schubsen ihre Inselbewohner in Richtung der rettenden Boote. Foto: Xollo Games

Spieler schubsen ihre Inselbewohner in Richtung der rettenden Boote. Foto: Xollo Games

Die Idee – und das passt zum grundsoliden Mystery-Thema – sei ihm in zwei Nächten gekommen. Eigentlich hatte er ursprünglich ein anderes Spiel entwickelt, das stehe nun größtenteils fertig im Schrank. Zunächst soll also The Fog realisiert werden, wofür Müller-Reinwarth den Weg über eine “Schwarmfinanzierung” gehen will. Voraussichtlich im Frühjahr 2021 soll die Kampagne starten, “wenn bei der Illustration keine Verzögerungen auftreten”, meint er. Die Planungen laufen bereits, Gespräche mit Herstellern und Logistikern, ebenso – daraus ermittelt sich am Ende der noch unbekannte Zielbetrag für die Crowdfunding-Kampagne.

The Fog ist im Kern ein kompetitives Brettspiel: Jeder flieht mit seinen Bewohnern von der Insel, vor dem Neben, auf die rettenden Boote. Dafür gibt es Punkte und man stellt sich idealerweise bei der Flucht besser an als die Gegenspieler. Semi-kooperative Ideen auf der Basis von Team-Varianten gibt es ebenfalls, dort steht das Balancing vermutlich noch nicht: in den Testspielen wurde schlicht zu wenig semi-kooperativ gespielt. Vom Tisch ist die gemeinsame Rettungsaktion aber nicht: “Wenn ich eine gute und spannende Lösung für eine kooperative Variante finde füge ich sie gerne hinzu”, meint der Autor. “Bisher war dies aber nicht mein Schwerpunkt, da die vorhandenen Varianten bereits sehr viele sind.” The Fog dauert pro Partie zwischen 40 und 90 Minuten und richtet sich an bis zu sechs Spieler, zudem gibt es einen Solomodus.

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Die Regeln zu The Fog könnte wohl niemand besser erklären als der Autor selbst:

Eine Leidenschaft für Brettspiele zu haben, ist für einen Autor eine wichtige Motivation. So auch für Müller-Reinwarth, der “seit frühster Kindheit leidenschaftlicher Brettspieler” ist und an dem Analogspiel vor allem das “miteinander Lachen, das miteinander Schweigen, das ‘Knattern’ der Köpfe beim Nachdenken” schätzt. Für ihn selbst seien Brettspiele zudem eine Möglichkeit der Entspannung. Neben Leidenschaft ist Hartnäckigkeit und wohl auch Frustrationstoleranz wichtig, wenn man eine Idee in ein Brettspiel umwandeln will, das dann nicht einfach da ist, sondern auch zu den Spielern, besser noch in den Handel kommt. Die kombinierte Rolle als Autor und Selbstverleger ist besonders fordernd, laut Robert Müller-Reinwarth “sehr schwierig”: Man muss sich vorher im Klaren sein, dass Selbstverleger und Autor zwei völlig verschiedene Dinge sind. Ein Spiel entwickeln endet weitestgehend wenn man es an den Verleger ‘verkauft’. Als Selbstverleger geht während und nach der Spieleentwicklung der Verlagsaufbau erst los.”

Es dauere nicht lange bis man merke, dass nicht mehr viel Zeit für Spieleentwicklung übrig bleibt. “Ich habe mich aber bewusst dafür entschieden es so zu machen und bin mir sicher die weiteren Spiele die in der Pipeline sind auch fertig zu bekommen. Aber ich kann auch klar sagen, es ist viel und sehr anstrengend ist – aber auch ein einzigartiges und großartiges Abenteuer.” Von Beginn an sei sein Plan gewesen, einen eigenen Verlag zu gründen und dann nicht nur The Fog, sondern auch weitere Spiele zu veröffentlichen.

Die größte Herausforderung lag für den Autor im völligen Neustart. Er musste bei Null anfangen, ohne Kontakte zu “Größen des Brettspiels” gehabt zu haben, ohne sich mit den Sozialen Medien auszukennen – und von den Spielern überhaupt wahrgenommen zu werden, das war ebenfalls eine Hürde. “Jeder einzelne Interessent ist ein Erfolg und Balsam für die Seele”, freut sich Robert Müller-Reinwarth, der schrittweise gelernt hat, worauf es ankommt. Ihm zugute sei gekommen, dass es “glücklicherweise auch immer einige Spieler gibt, die genau nach den Außenseiterspielen und Prototypen suchen”. Auf diese Weise habe er bereits tolle Bekanntschaft en gemacht – und ganz nebenbei auch sein Brettspielprojekt angetrieben. Aufgrund der Testpartien hat er einige Stärken von The Fog – Escape from Paradise bereits ausgemacht: Spielern gefallen der variable Aufbau und das zugänglich Regelwerk, die taktische Tiefe und der Knobel- und Ärger-Faktor. Dabei ist Müller-Reinwarth durchaus selbstkritisch und sich bewusst, dass die Optik seines Brettspiels noch stark am Prototypen-Status hängt. Mit professioneller Unterstützung will er genau diese Baustellen angehen.

The Fog soll im kommenden Jahr via Crowdfunding realisiert werden. Foto: Xollox Games

The Fog soll im kommenden Jahr via Crowdfunding realisiert werden. Foto: Xollox Games

Ein erstes Aha-Erlebnis – eines mit Wow-Effekt – ist der erste öffentliche Auftritt auf der SPIEL19 in vergangenen Jahr gewesen. “Unglaublich” ist sein Gefühl dazu. Und er hat begonnen, wie viele unabhängige Autoren es tun: “. Ich hatte als Neuling einen Stand in der hintersten Ecke einer Nische mit Richtung Wand bekommen. Meine Erwartungen waren mau. Und trotzdem waren alle vier Tische gleichzeitig in über 50 Prozent der Zeit belegt. An den letzten zwei Tagen sind mehrere Leute bereits auf Empfehlung gekommen. Es war viel besser als alles was ich erwartet hatte.” Reibungslos lief dennoch nicht alles: “Aber ich habe auch Fehler gemacht bei den Flyern oder dabei, sicherzustellen, Interessenten irgendwie zu binden. Manche wollten das Spiel gleich kaufen und ich weiß nicht ob sie heute überhaupt noch von The Fog hören.”

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Nun ist Robert Müller-Reinwarth mit The Fog – Escape from Paradise erneut auf den Internationalen Spieltagen vertreten, diesmal zwar nicht in der hintersten Ecke einer Nische mit Richtung Wand, sondern online auf der SPIEL.digital, aber dennoch mit der Hoffnung auf Unterstützung, damit sein Spiel unter den rund 1.400 Neuheiten auch wahrgenommen wird. Ein Pluspunkt: Man wird The Fog über Tabletopia ausprobieren können, über Brettspiel-Live wird es gar ein Soloturnier geben.

“Ich hoffe einfach, dass es Spieler gibt, die Interesse haben, etwas Neues auszuprobieren und sich von The Fog durch Ausprobieren überzeugen lassen”, so der Autor, “und die dann auch mitfiebern, welcher ihrer Insulaner es wohl noch in ein rettendes Boot schafft.” Weitere Informationen zum Brettspiel gibt es auch unter: xollox.com/de/fog.


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