Das Sammelkartenspiel Magic: The Gathering war das erste seiner Art und erfreut sich immer noch großer Beliebtheit mit rund 35 Millionen Spielern. Doch nachdem erstmals aufgrund von aktuellen Ereignissen eine Karte im April zurückgezogen wurde, gab es vorherigen Donnerstag auf der Website nun ein offizielles Statement weitere Karten zu bannen.


Die Nachrichten wurden in den letzten Wochen von zwei Themen dominiert. Einerseits von der Coronavirus-Pandemie, andererseits durch die Black-Lives-Matter-Bewegung, die von den USA aus weltweit Wellen geschlagen hat. Doch inwiefern hat dies mit einem Sammelkartenspiel zu tun?

Magic the Gathering: „Invoke Prejudice“ löste die Diskussion aus

Zum Leidwesen des Wizards of the Coast Verlages treffen einige Karten genau den Nerv der Zeit, im negativen Sinn. Die erste Karte um die es geht heißt: Spacegodzilla, Korona des Todes. Das Set in dem die Karte erschien heißt Ikoria: Reich der Behemoths, wurde bereits auf dem Markt gebracht. Daher hatte der Verlag keine Möglichkeit die Karte noch rechtzeitig zurückzuziehen. Doch in neueren Ausgaben wird der Spacegodzilla ab jetzt Eroberer der Leere heißen. Durch die rasante und nicht vorhersehbare Entwicklung des Virus kann man dem Verlag keinen Vorwurf machen.
Ein deutlich stärker diskutiertes Thema sind Karten, die rassistische Andeutungen äußern oder abbilden. Die ersten Magic Karten wurden 1993 gedruckt, und die Karten im Mittelpunkt der Diskussion reichen bis 1994 zurück. Diese Karten existieren also nicht erst seit gestern.
Die Karte "Invoke Projudice" löste seinerzeit eine Debatte um Rassismus aus. Bildrechte Wizards of the Coast

Die Karte „Invoke Projudice“ löste seinerzeit eine Debatte um Rassismus aus. Bildrechte: Wizards of the Coast

Nachdem die Aufmerksamkeit auf die als unangemessen kritisierte Karte gelenkt wurde, reagierte der Verlag. Die Abbildung zeigte Figuren in Gewändern, die an Ku-Klux-Klan Kutten erinnern. Daraufhin wurde Invoke Prejudice gebannt und es folgten weitere Karten. Darunter sind Cleanse, Stone-Throwing Devils, Pradesh Gypsies, Jihad, Imprison sowie Crusade.

Damit ist ein Anfang erreicht, der Verlag hat nun eine Liste erstellt in der alle Karten aufgeführt werden sollen, die rassistische Weltbilder vermitteln. Diese Liste wird weiterhin bearbeitet und falls nötig auch erweitert werden. Die Herausgeber entschuldigen sich für das Versäumnis und äußert außerdem: „Rassismus in jeglicher Form ist nicht akzeptabel und hat weder in unseren Spielen noch sonst irgendwo eine Berechtigung.“

Schaden wird das dem Spielerlebnis nicht, denn der Verlag bannt immer wieder Karten, um ein Gleichgewicht in Turnieren herzustellen oder für Abwechslung zu sorgen. Das macht das Spiel spannend und auch den Austausch von Karten mit anderen Spielern. Magic: The Gathering lebt von Abwechslung und einer aufgeschlossenen Spielercommunity.


[stextbox id=’autor‘ caption=’Wir suchen Verstärkung für die Redaktion‘]Wir suchen nach News-Autoren in den Bereichen Gaming, Bücher, Brettspiele sowie Filme und Serien. Du möchtest mitmachen? Dann > hier < klicken und bewerben.[/stextbox]