Am 8. Oktober erscheint mit dem OLED-Modell eine überarbeitete Version der Nintendo Switch. Einerseits ist das eine konsequente Weiterentwicklung einer ohnehin erfolgreichen Konsole, andererseits haben Fans weitaus mehr erwartet als eine eher im Detail optimierte Konsole. Das OLED-Modell der Nintendo Switch ist also eine Enttäuschung, oder?

Viele Monate lang gab es Gerüchte über eine neue Nintendo Switch. Erstmals im Jahr 2019. Nun ist sie quasi dazu, zumindest bereits offiziell angekündigt und im Vorfeld des Release am 8. Oktober mit einigen Informationen zu den technischen Details unterfüttert – und einige Fans zeigen sich enttäuscht. Teilweise ist das verständlich, immerhin hatte man aufgrund der Gerüchte eine Unterstützung von 4K-Auflösungen erwartet. Die kommt nicht, dafür allerdings das von Leakern vorhergesagte OLED-Display. Dennoch: Es bleibt ein fader Beigeschmack.

Nintendo Switch: OLED-Modell cleverer Coup

Fans hatten sich viel versprochen von einer neuen Nintendo Switch. Technisch hatte niemand eine direkte Konkurrenz zu den Power-Konsolen von Sony und Microsoft erwartet, eine deutlich höhere Auflösung allerdings zumindest im angedockten Modus. Nun ist klar: das OLED-Display ist mit sieben Zoll etwas größer und bietet eine Auflösung von 720p – am TV werden es 1080 sein, also Full-HD.

Neben dieser offensichtlichen – und begrüßenswerten – Optimierung bessert Nintendo eher im Quality of Life-Bereich nach: Der Aufsteller wird verstellbar sein und es gibt einen eingebauten LAN-Port. Praktisch ist allenfalls noch die Speichervergrößerung auf 64 Gigabyte, allerdings sind auch die insgesamt immer noch knapp bemessen. Die Erfordernis einer zusätzlichen Speicherkarte ist nicht mehr unbedingt gegeben – Vielspieler kommen vermutlich weiterhin nicht um eine Aufrüstung herum.

Nicht geben wird es aller Voraussicht nach eine technische Verbesserung, also eine Optimierung der Leistung der Nintendo Switch. Zwar ist das nicht abschließend geklärt, dennoch stehen die Chance schlecht. Immerhin hatte Nintendo davon rein gar nicht in der Ankündigung erwähnt – obwohl das die eigentliche Sensation gewesen wäre. Auf einen zukünftigen Marketing-Coup sollte man als Fans daher nicht hoffen.

Ein Coup ist Nintendo mit dem OLED-Modell der Nintendo Switch dennoch gelungen, allerdings eher der Vertriebsabteilung als den Kollegen aus der Technik. Bereits die aktuelle Version der Konsole verkauft sich weiterhin grandios: Über 84 Millionen Exemplare konnte der japanische Spiele- und Konsolenentwickler bis Mai 2021 weltweit absetzen. Die Nintendo Switch führt die die Verkaufscharts in mehreren Ländern regelmäßig an. Fans mögen die Switch – und sie werden auch die OLED-Variante mögen. Wer bislang keine Switch besitzt, greift zum runderneuerten Modell. Wer eine Switch besitzt, wird dennoch mit dem Upgrade liebäugeln. Ein Grund: Es spielt eine Stärke der Konsole konsequent aus – den Handheldmodus. Unterwegs noch schöner spielen dürfte für viele eine Investition von erneut rund 350 US-Dollar/Euro wert sein.

Umsatzparty!

Aus Vertriebssicht ist das OLED-Modell ein Volltreffer: Die Arbeit für die Weiterentwicklung dürfte vergleichsweise überschaubar gewesen sein. Das monetäre Ergebnis wird sich hingegen an dem orientieren, das das Unternehmen schon mit der aktuellen Version einfährt. Zudem ist das frische Modell eine Art Überbrückung bis zu einem möglichen Release einer „echten“ neuen Nintendo Switch – die wird sich dann ebenfalls millionenfach verkaufen können.

Die Botschaft ist dabei sogar frech: Man bekommt Leistung aus dem Jahr 2017 für den Preis von 2021. Der ist bei der Nintendo Switch zwar ohnehin relativ stabil, wird sich dafür aber auch in den nächsten Jahren konstant auf dem aktuellen Niveau bewegen. Wer sparen will, greift zur alten Switch – bis diese dann auch den Regalen verschwindet.

Das ganze Konzept stützt Nintendo mit dem Look aktueller Spiele. Die werden sich optisch nämlich auch nicht verbessern – müssen sie auch nicht, die Nintendo Switch könnte ja nicht mehr leisten. Und weil die Nintendo Switch ohnehin als Familienkonsole vermarktet wird, sind rein technische Erwägungen ohnehin kaum Bestandteil der Anpreisungen. Hauptsache das Spielen macht Spaß. Das stimmt grundsätzlich auch, weil genau dafür ein guter Spieletitel steht, allerdings bleibt dennoch ein fader Beigeschmack. Immerhin waren die Erwartungen der eingefleischten Fans weitaus höher. Und sie wurden (bisher) enttäuscht. Dem Erfolg der Nintendo Switch wird das OLED-Modell jedenfalls keinen Abbruch tun. Im Gegenteil.

Die Gerüchte um eine „Nintendo Switch Pro“ sind mit dem Release der OLED-Variante allerdings längst nicht vom Tisch. Die Erwartungen an Nintendo auf eine leistungsstärkere Switch sind weiterhin vorhanden. Ob und wann ein solches Modell erscheint? Unklar. Allerdings wäre ein Titel wie Zelda: Breath of the Wild 2 einer der heißen Kandidaten für einen parallelen Launch.

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