The Witcher auf die Ohren: Hexer Geralt gibt es auch im Hörbuch-Format. Seit Erscheinen der Netflix-Serie erhält das Witcher-Universum rund um Geralt von Riva jährlich neuen Stoff. Fans der Games und Netflix-Verfilmung müssen sich bis zum Erscheinen von The Witcher 4 und Staffel 3 noch gedulden. Wer bis dahin tiefer einsteigen möchte, aber keine Lust zum Lesen hat, sollte einen Blick auf die Hörbuch-Reihe von The Witcher werfen.

Wer zumindest eine der Adaptionen von The Witcher kennt, der weiß, was er am Witcher-Universum hat. Die Story aus der Feder des polnischen Autors Andrzej Sapkowski bietet eine Mischung aus allem: Action, Spürsinn, mythologischen Wesen, Freundschaft, Romantik und einer Portion Familiengefühle zwischen Geralt und Ciri.

Das macht The Witcher so besonders

Vor allem eines zeichnet The Witcher aus: Die slawische Mythologie zieht sich durch die Reihe. Zwar finden sich in der Hexer-Saga auch Wesen, die in anderen Fantasy-Epen vorkommen und in jedem gut sortierten Lexikon der Fabelwesen zu finden sind, doch immer wieder zeigen sich speziell osteuropäische Anleihen. Auch sonst orientiert sich die Show am mittelalterlichen Polen. Dieses ungewöhnliche Setting lässt The Witcher zwischen eher zentraleuropäisch-angelegten Werken hervorstechen.

Dreißig Jahre The Witcher

Sapkowski veröffentlichte die ersten Geschichten rund um Geralt in den frühen 90ern. Anfangs nur in ihrem Ursprungsland Polen ein Hit, erreichte die Hexer-Sage in den folgenden drei Jahrzehnten internationalen Erfolg. Mitverantwortlich sind die Adaptionen des Stoffs, beginnend mit der Umsetzung als Videospiel 2007. Die Games, ihre Expansionen und Spin-offs teilen sich über fünfzig Millionen verkaufte Exemplare. Daneben gibt es Tabletop Games, Kartenspiele, Comics und Verfilmungen.

Unter letzteren erregte die Netflix-Serie großes Aufsehen. Seit April 2022 wird deren dritte Staffel gedreht. Ein Veröffentlichungsdatum steht noch nicht fest, zu rechnen ist aber mit irgendwann zwischen Anfang und Mitte 2023. Zuvor erscheint Ende 2022 die Serie Blood Origin, einem The Witcher-Prequel. Nach dem Animationsfilm Nightmare of the Wolf, der sich Vesemirs Hintergrund widmet, erweitert Netflix damit seine Fassung der Witcher-Saga.

Wer das Universum mit all seinen Facetten kennenlernen will, kommt aber nicht um die Romane von Andrzej Sapkowski herum.

The Witcher als Hörbuch

Die Hörbuch-Reihe erschien 2014 bei Audible und wird von Oliver Siebeck gesprochen, den Fans als Synchronsprecher von Game-Geralt kennen. Im Gegensatz zum Roman kann man der Geschichte mit den Hörbüchern überall folgen, egal ob unter der Dusche, auf dem Weg zur Arbeit, in der Mittagspause oder bei der Hausarbeit. Bei einer Dauer von circa zwölf Stunden pro Roman und fünf pro Kurzgeschichtenband ist das praktisch.

Wer sich für das Hörbuch entscheidet, sollte die Reihenfolge beachten. Die Hörbücher sind ungekürzte Versionen der Romane und Kurzgeschichten und folgen deren Chronologie: Vor der Hauptreihe sollten die Bände Der letzte Wunsch, Zeit des Sturms und Das Schwert der Vorsehung gehört werden. Die Hauptreihe wiederum besteht aus den Bänden Das Erbe der Elfen, Die Zeit der Verachtung, Feuertaufe, Der Schwalbenturm und Die Dame vom See.

Auf diese Unterschiede sollten sich Fans gefasst machen

Wer als Serien-Fan zum Hörbuch greift, sollte auf Unterschiede gefasst sein, denn die Netflix-Serie kombiniert Inhalte der Romane und Kurzgeschichtenbände, nimmt sich aber auch Freiheiten.

Schon bei der Perspektive geht Serienschöpferin Hissrich andere Wege als Autor Andrzej Sapkowski: Die Prequels der Romanreihe beginnen mit Geralt und spalten sich erst in der Hauptreihe in mehrere Perspektiven auf. Die Netflix-Adaption hingegen geht mit drei Handlungssträngen gleich in die Vollen.

Die Serie nimmt sich zudem das Recht heraus, Geschehnisse auszubauen, die im Buch nur angedeutet sind. Dazu gehören etwa die Schlacht von Sodden Hill und Yennefers Vorgeschichte inklusive des Rituals, das sie zur Zauberin macht. Manche Ereignisse der Serie wie die Verwandlung der Schülerinnen sind frei hinzugedichtet, andere wie Ciris und Geralts erste Begegnung werden ausgelassen. Es kommt auch zu Unterschieden im zeitlichen Ablauf: Ciri und Geralt begegnen sich in der Serie spät, dafür hat Triss Merigold ihren Auftritt in der Serie früher und auch Ciris Kräfte entwickeln sich schneller.

Ein weiterer großer Unterschied liegt bei den Figuren. Die Netflix-Adaption setzt auf mehr Diversität als die Romanvorlage. Auch Charakterzüge und Hintergründe ändern sich. Fringilla etwa stammt im Roman aus Nilfgaard, wird in der Serie aber nur als Beraterin dorthin geschickt. Nebenfiguren wie Eyck von Denesle treten in der Serie als das Gegenteil ihrer Romangestalt auf. Selbst Geralt als Hauptfigur entgeht den Änderungen nicht: Wer das Hörbuch beginnt, wird feststellen, dass er darin häufiger zu Wort kommt.

Geralt als Hörbuch: Lohnt sich das?

The Witcher hat sich seinen Kultstatus unter Fans redlich verdient. Die Netflix-Adaption nimmt sich viele Freiheiten und weicht von der Vorlage ab. Wer tiefer in die Welt von Geralt von Riva eintauchen will, der sollte zum Original greifen. Das Hörbuch gibt dieses ungekürzt wieder und ist damit perfekt für alle, die trotz hektischen Alltags nicht auf noch mehr von The Witcher verzichten möchten.

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