Die SPIEL’21 findet vom 14. bis 17. Oktober statt – spürbar anders als so mancher Besucher das gewohnt sein mag, aber immer hin wieder vor Ort in Essen. Lange war unklar, ob und in welcher Form die Internationalen Spieltage dieses Jahr aufgrund der pandemischen Lage stattfinden werden. Umso größer ist nun die Vorfreude auf die weltgrößte Messe für Gesellschaftsspiele, die auch all jene erleben können, die den Weg nach Essen nicht antreten: der neue Online-Part aus dem vergangenen Jahr ist nämlich wieder dabei. 

Die Befürchtungen auf einen sprunghaften Anstieg der Corona-Zahlen in der Zeit um die SPIEL’21 herum haben sich bislang nicht bewahrheitet: Die Pandemie ist nicht vorbei, immerhin ist die Lage allerdings deutlich entspannter als noch vor wenigen Monaten. Das Virus hat es den Veranstaltungsorganisatoren nicht leicht gemacht: Wie ein Damoklesschwert schwebten Regelverschärfungen über den Messe- und Event-Planungen.

Die fortschreitende Impfkampagne inklusive der überraschenden Ansage des Bundesgesundheitsministers, es seien offensichtlich mehr Menschen geimpft als bislang angenommen, sorgen dafür, dass Messeveranstaltungen nach langer Phase des Verzichts auch in der Größenordnung der SPIEL in Essen wieder stattfinden können.  Die Macher der Gamescom hatten zuvor abgesagt und die Gaming-Messe erneut ins Internet verlagert – unklar war im Sommer auch, ob der Friedhelm Merz Verlag die Internationalen Spieltage als Vor-Ort-Event würde ausrichten können. Dann kam im Juli die erlösende Botschaft: Eine Ausrichtung in den Essener Messehallen ist möglich.

SPIEL’21 unter Corona-Bedingungen

Längst nicht alle Verlage sind dabei, so hatte unter anderem Asmodee frühzeitig angekündigt, dieses Jahr auf eine Teilnahme zu verzichten. Zu unkalkulierbar waren die möglichen Gesundheitsrisiken für „Mitarbeiter, Partner und Spieler“, hieß es. Klar ist, die SPIEL’21 wird eine besondere, vielleicht einzigartige Messe in der Geschichte der Internationalen Spieltage werden – in vielfacher Hinsicht. Weil einige traditionell zum „Inventar der Messe“ gehörenden Akteure vermisst werden. Weil die Messe voll, aber nicht so voll wird, wie gewohnt. Weil die Tickets personalisiert sind. Weil eine Corona-Immunisierung oder ein Negativtest nachgewiesen werden müssen. Weil Maskenpflicht gilt. Weil die Einlasskontrollen schärfer sein werden. Weil Cajon-Rucksäcke nicht mehr für blaue Augen sorgen, Trolleys aber weiterhin für blutige Hacken.

Und auch weil die Gefühle in Verbindung mit einer Großveranstaltung plötzlich so befremdlich wirken. Mit Hunderten oder gar Tausenden Menschen gemeinsam in einem Raum – wenn auch einem riesengroßen – Zeit verbringen? Man könnte Angst bekommen nach der langen Zeit der Kontakteinschränkungen. Das ist tatsächlich zu spüren: Es gibt Fans, die verzichten dieses Jahr auf einen Messebesuch, weil ihnen nicht geheuer ist, was vor der Corona-Pandemie überhaupt kein Problem war. Es braucht Mut für den Besuch der SPIEL’21 – auch das ist irgendwie neu. Völlig unbeschwert durch die Hallen schlendern und sich, womöglich auch noch mit Fremden, an die Spieltische setzen? Man wünscht es den Besuchern, weiß gleichzeitig aber auch: Ein mulmiges Gefühl wird trotz aller Freude zu spüren sein.

Die SPIEL’21 ist eine Messe der großen Emotionen: Wiedersehen, Leute treffen, die Zeit genießen, Kontakte pflegen, Gemeinsamkeit neu entdecken – auch die Youtuber, Blogger, Podcaster der Szene, für die der Messebesuch in normalen Jahren zwar ein Highlight, aber irgendwie doch Alltag ist, lassen anklingen, dass das Jahr 2021 völlig anders ist.

„Auch wenn diese SPIEL eine andere sein wird, bin ich froh, dass sie stattfindet, mit den nicht zu vernachlässigenden Corona Maßnahmen, was sehr wichtig ist. Ich hoffe, dass wir alle unseren Teil dazu beitragen, dass es eine tolle Veranstaltung wird.“ – Dimitrios Barbas – Boardgame Greek

Die Gründe für den Messebesuch sind zum Teil andere als in den Vorjahren. Klar, es wird gespielt und das auch viel und lange, dennoch geht es dieses Jahr – mehr denn je – um andere Dinge:  „Die Brettspiele sind bei uns dieses Jahr Nebensache“, schreibt etwa Simon vom Youtube-Kanal „BrettMan“ (zum Kanal). „Wir freuen uns in erster Linie riesig darauf die heiligen Messehallen wieder zu betreten. Messefeeling ohne PC, Zoom-Meetings und Internetprobleme“. Die Erklärbären hätten bestimmt Hunger, meint Simon. Er freut sich darauf, dutzende unbekannte Games anzuzocken – ohne Regelstudium! „Hinsetzen, zuhören, loslegen…. hach, habe ich ich es vermisst.“

Monti von „Brettspiel Live“ (zum Kanal) feiert ausgerechnet bei Corona-Debüt der der SPIEL’21 eine eigene Premiere: Wie er verraten hat, ist er zum ersten Mal bei den Internationalen Spieltagen – „was mich also am meisten triggert ist, ob die Aura wirklich zu spüren sein wird“. Monti freut sich zudem, auch die Ansprechpartner der Verlage, wie zum Beispiel den Uwe Bursik von Skellig, live zu treffen. Und dann ist da noch die Vorfreude darauf, „einfach mal wieder raus zu kommen und etwas zu erleben“ – verständlich, lange genug ging wenig, zeitweise gar nichts. „Spiele und Eindrücke“ möchte Monti mitnehmen.

Spielmomente wieder mit anderen teilen zu können, das ist ein nach vielen Monaten ein ungewöhnliches Erlebnis. Foto: André Volkmann/Archiv

Spielmomente wieder mit anderen teilen zu können, das ist ein nach vielen Monaten ein ungewöhnliches Erlebnis. Foto: André Volkmann/Archiv

„Die SPIEL nach zwei Jahren wieder zu erleben und durch die Gänge zu gehen und alles auf sich einwirken lassen“, so beschreibt der „Boardgame Greek“ (zum Kanal) seine Erwartungen an die Internationalen Spieltage 2021. Das sei, worauf „wir uns alle freuen. Endlich mal wieder eine physische Messe, wo wir uns neue Spiele erklären lassen können und mit Freunden oder wildfremden Menschen aus der ganzen Welt zusammen ein Spiel spielen können.“ Auch neue Bekanntschaften möchte Dimitrios Barbas machen: „In der Brettspielblase der sozialen Medien sind viele nette Leute unterwegs wie Privatpersonen, Blogger, YouTuber, Podcaster oder auch Verlagsvertreter.“ Viele werden auf der SPIEL sein und das sei die „beste Gelegenheit sich mal auszutauschen, Hallo zu sagen oder auch das eine oder nette Gespräch zu führen.“

Und dann sind da noch die Spiele. Für den Boardgame Greek stehen unter anderem Die rote Kathedrale (KOSMOS), Maracaibo – Der Abstand (DLP Games) – „Das Grundspiel ist eins meiner liebsten Spiel und jetzt mit der Erweiterung kommen unter anderem noch Double Layer Boards hinzu“ – und Die Glasstraße (Feuerland) auf der Liste ganz weit oben. Letzteres Brettspiel ist ein Reprint, erstmalig 2013 erscheinen, „ein Spiel von Uwe Rosenberg, welches ich noch nicht gespielt habe“, so Dimitrios. Er schätzt Rosenberg. Und: Galaxy Trucker von Czech Games Edition/Heidelbär Games, ein überarbeitetes Spiel mit neuer Grafik, was „richtig gut sein soll“. Auf der SPIEL’21 kann der Brettspiele spielende Grieche sich selbst überzeugen, wie richtig er schon mit seiner Einschätzung liegt.

„Mit coolen Leuten einfach nur Spielen, beste Zeit.“ – Christoph – Better Board Games

Spätestens jetzt wird deutlich: Auf der SPIEL’21 geht es auch um Spiele – nicht nur um Emotionen. Aber auch um Stimmung: „Am meisten freue ich mich auf die Atmosphäre und darauf diese mit so vielen anderen Brettspielverrückten genießen, aber auch gestalten zu können“, jubelt der „Boardgame Panther“ (zum Kanal). Er gehört zu den noch jungen Kanälen der Szene. Auf Youtube rezensiert Chris Brettspiele und stellt seine liebsten Titel vor. Seit rund einem Jahr sorgt er für Content, hat also damit angefangen, als das Coronavirus die Veranstaltungslandschaft lahmgelegt hatte. Für Chris ist daher klar: „Ich hoffe, auch den einen oder anderen Plausch mit gleichgesinnten halten zu können und einige Youtube/Blog/Instagram-Kollegen endlich mal live treffen zu können“. Und wenn es dann noch die eine oder andere Brettspielperle in seinen Kofferraum schafft, „bin ich umso glücklicher“.

Länger im Geschäft ist das Duo um „Better Board Games“ (zum Kanal). Christoph und Thomas sind längst etabliert in der Szene – sie sorgen regelmäßig für Programm, so auch zur SPIEL’21: „Mit Thomas, Dennis und Flo machen wir die ganze Woche über ein Brettspiel-Bootcamp und zocken direkt die Neuheiten. Mit coolen Leuten einfach nur Spielen, beste Zeit“, freut sich Christoph. Der schwimmt bereits auf der Hype-Welle von Age of Empire 4 und ist dementsprechend gespannt auf das Brettspiel Clash of Culture. Er habe „richtig Lust auf ein episches Zivilisationsspiel“. Er freut sich zudem riesig, endlich wieder alle zu sehen – Freunde, Kollegen, Autoren sowie Unterstützer und Zuschauer des Kanals.

Für so manchen Fan ist es eine Freude, seine Lieblingsautoren auf der Messe zu treffen. Foto: André Volkmann/Archiv

Für so manchen Fan ist es eine Freude, seine Lieblingsautoren auf der Messe zu treffen. Foto: André Volkmann/Archiv

Ausdrücklich kein Influencer ist übrigens Hilko von „Du bist dran“ (zum Kanal) – er ist nicht vor Ort, freut sich aber trotzdem. Allerdings auf die Messe 2022. Hilko ist Spezialist, wenn es um Spiele ausländischer Verlage geht. Unter anderem Südamerika oder Asien hat er im Visier. So fällt auch seine Empfehlung zur SPIEL’21 aus: „Scout! Dieses wunderbare japanische Kartenspiel von Kei Kajino wird jetzt bei Oink Games neu erscheinen und damit erstmals einem breiteren Publikum zugänglich gemacht. Ich beschreibe es gern als eine Mischung aus Krass kariert und Futschikato.“, beschreibt Hilko. Er entdeckt mitunter Perlen, die andere in der Masse an Brettspieltiteln übersehen. „Angesichts der vergleichsweise wenigen Verlage aus Asien, die dieses Mal kommen können, freue ich mich, dass mit Majlis Shabab erstmals ein Verlag aus Katar auf der Messe vertreten ist“, erklärt Hilko. Als ich mich mit dem Verlagsinhaber unterhalten habe, habe ich erfahren, dass es im arabischen Raum noch eine ganze Menge Spiele gibt, die hier noch niemand kennt“. Aus dieser Information hat Hilko eine Aufgabe für sich gemacht: Er möchte in diese Richtung gern noch weiter recherchieren.

Für Die SpieleDinos (zum Kanal) dürfte die SPIEL’21 in Essen eine aufregende Zeit werden – die erfahrenen Influencer kenn die Szene, die Messe und auch viele der neuen Brettspiele. Dennoch freuen die beiden Youtuber sich vor allem auf „all die Perlen von kleinen und unbekannten Verlage“. Wie sehr die Internationalen Spieltage ein Highlight auch für die Veteranen der Szene sind, belegt das: „Wenn das Adrenalin in vollen Zügen durch die Adern pumpt und man wieder voller Vorfreude die heiligen Hallen betritt“, so beschreiben die ‚Dinos‘ Melanie und Angelo ihre Vorfreude auf die Essener Messe.

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Typisch Ruhrpottschnauze (Ewiger Zweispalt: Dortmund!) erklingt es hingegen von Kaddy und Sebastian von Spielfritte (zum Kanal) jenen drei Dingen, auf die sich sich am meisten freuen – ungekürzt und im O-Ton: „Waaaaas? Nur drei? Oh man! Jetzt wird es kniffelig … Nehmen wir die geilen Schokoriegel, die wir in der Tiefgarage immer verputzen? Nein nein nein, zu platt. Nehmen wir die vielen Menschen wieder zu sehen, die uns ach zu sehr ans Herz gewachsen sind? Ne! Zu schwülstig! Nehmen wir ein paar Spieletitel, die sich dann am Ende doch als Gurkensalat mit Wurstwasser rausstellen? Nein, zu unvorhergesehen. Hmmm, was denn dann. Vielleicht die neue olfaktorische Erfahrung, die wir dieses Jahr mit Schnautz-Nasen-Kissen machen werden? Ach menno, wir wissen es nicht. Oder ist es das geilste Softeis, was so megageil mit allerhand Krimskrams besudelt wird – ne, sicher nicht, die sind bestimmt nicht da, wie schon seit 3 Jahren nicht. Oder, wie wäre es damit: Das laute Getöse vor der Halle, das so unbeschreiblich schön spezifisch ist? Ne ne ne, jetzt wissen wir es, es wird das Gerenne durch die Hallen sein, nur weil Verlag Holterdiepolter ne rote Ziptüte anpreist??? Ach, keine Ahnung … Vielleicht belassen wir es einfach dabei, dass Messe wieder ist, und zwar sowohl digital, als auch in echt. Wohoooooo….“

Pommes Schranke!

Apropos Fritten, darauf freut sich auch Robert, der Brettspiel Guru (zum Kanal) – übrigens nicht zu verwechseln mit dem Brettspielguru: „Freu mich auf das Erkunden der Hallen, irgendwelche neuen Spiele finden von denen man noch nix gehört hat und selbstverständlich Currywurst Pommes rot-weiß“. – Pommes Schranke sagt man hier. „Meine letzte Messe war die in Bremen im Frühjahr 2020“, ergänzt Robert. Er sei „auf Entzug“. Seine Medizin: „Endlich mal wieder spielen bis der Arzt kommt.“

Pommes Schranke als Pommes Schranke kennen, dürfte Pottgamer Benni (zum Kanal). Er freut sich besonders auf die „Messeluft“. Klar, die dürfte mit weniger Besuchern gleichzeitig in den Hallen auch deutlich besser sein als in den Jahren vor der Pandemie – zudem schlucken die Masken einen Teil des Miefs, helfen also nicht nur gegen Corona. Bennis weiß jedenfalls, dass die SPIEL’21 aufgrund der Maskenpflicht „nicht ganz dem gleich kommt, was man ansonsten erlebt“. „Aber das Gefühl durch die Hallen schlendern zu können, Menschen beim Spielen zu sehen, soziale Interaktion genießen zu können und das mit Menschen aus anderen Ländern und Kulturen, das macht die Messe schon immer für mich aus und wird auch diesmal das schönste sein dieses Gefühl lasse ich mir definitiv nicht nehmen.“

Auch der „Potti“ freut sich auf ein Wiedersehen: „Wenigstens ein Hauch von Gefühl der Nähe zu Personen zu haben. Sich austauschen zu können über alles mögliche. Dinge, die schön sind und auch Dinge, die einen bewegen.“ Seine „kleine Flucht auf dem Alltag“ besteht am Ende natürlich aus aus Spielen. Bei aller Vorfreude auf die SPIEL’21, macht Benni keinen Hehl aus dem, was möglicherweise auch andere denken könnten: „Natürlich werden viele Dinge, zumindest für mich, einen mulmigen und ungewöhnlichen Beigeschmack haben. Viele Menschen, auch aus unterschiedlichen Nationen, die Masken etc., werden zumindest bei mir ihre Wirkung haben, aber ich freue mich dennoch riesig drauf und werde es so gut es geht in vollen Zügen genießen.“

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Der Brettspiel Teddy (zum Kanal) freut sich zunächst über das Offensichtliche, nämlich, dass „die Messe überhaupt stattfindet“. „Denn das ist für mich, nach all den Entbehrungen in letzter Zeit, ein weiterer Schritt zurück in die Normalität. Und das fühlt sich gut an“. Durch sein Yotube-Hobby habe er einige Menschen aus der Brettspielszene kennengelernt, die nun endlich persönlich treffen könne. „Dazu zählen meine Abonnenten, andere Youtuber wie auch Mitarbeiter von Verlagen. Den Großteil dieser Leute kennt man nur vom schriftlichen Kontakt.“

Die Brettspielgarde (zum Kanal) steckt mitten in den Planungen. Die beiden Youtuber Pam und Micha freuen sich ebenfalls auf eine Portion „Normalität“. Neben all der Spielerei möchten sie vor allem Freunde sehen und neue Freunde treffen und „andere Youtuber und Blogger mal live sehen (und nicht nur über Zoom) und auch mal den ein oder anderen Verlag näher kennenlernen. „Für uns ist ein Tag auf der Messe ein Feiertag und wir feiern hier das ‚Leben“.“

Die Planungen vermutlich schon abgeschlossen hat man beim Brettspiel-Podcast – anders lässt sich ihre umfassende Antwort an uns gar nicht erklären. Vielleicht ist es aber auch eher die überschwängliche Freude, denn für Björn ist es die erste SPIEL in Essen überhaupt: „Die Koffer sind quasi schon gepackt, die Fahrt nach Essen steht bevor. Für viele ENDLICH WIEDER, für mich einfach nur ENDLICH. Meine erste SPIEL nicht nur als „Content Creator“ sondern insgesamt. Viel zu lang hat es gedauert, viel zu oft kamen andere Dinge dazwischen.“ Für ihn ist die SPIEL’21 verständlicherweise ein besonders „besonderes Erlebnis“. Es gibt daher auch direkt die volle Packung: „Mittwoch bis Sonntag sind wir in Essen. Fünf Tage in einer gemeinsamen Unterkunft nur mit meinen „Mit-Podcastern“. Es geht nur um unser Hobby. Das wird als Vater von Zwillingen im Kleinkindalter eine tolle Abwechslung, welche meine Frau mir ermöglicht und für die ich natürlich sehr dankbar bin.“ Auch Björn möchte all jene, die er nur auf dem Internet kennt, in Essen live erleben: „Dieses Zusammenkommen der vielen Menschen aus unserem Hobby ist es, was die Messe für mich besonders reizvoll macht und ich freu mich über jeden mit dem ich auf der Messe mal von Angesicht zu Angesicht quasseln kann. “

Basti vom Brettspiel-Podcast auf seine Crew, die Gesellschaft anderer und viele Spiele – allen voran Messina 1347 von Raúl Fernández Aparicio und Vladimír Suchý, einem Brettspiel, das während der Pestepidemie spielt. Ein böses Omen? Hoffentlich nicht. Auch für Mario vom Brettspiel-Podcast (zum Kanal) wird die SPIEL’21 seine erste sein. Die „spezielle Atmosphäre“, so beschreibt es sein Mit-Podcaster Stefan, wird auch Mario aufsaugen – durch die Maske! –  und Neuheiten spielen und Freunde und „bekannte Gesichter“ treffen. Das sieht auch Stefan so.

Die Blogger, Podcaster und Youtuber freuen sich auf vieles in Essen – in einer Sache stimmen sie allerdings alle überein: Endlich wieder die Community treffen.

Spiele in fünf Hallen

In den Hallen 1, 2, 3, 5 und 6 findet die SPIEL’21 dieses Jahr statt, sowie mit dem bekannten Raum in der Galeria der Messe Essen. Breitere Gänge und Desinfektionsstationen sind neben dem Nachweis der Immunisierung der Negativtestung samt Maskenpflicht zwei der offensichtlichen Hygienemaßnahmen. Und: Die Hallen werden mit 100 Prozent Frischluft versorgt, so steht es im Guide zu SPIEl’21, der auf der Webseite des Veranstalters zu finden ist. Weitere detaillierte Informationen gibt es online unter: www.spiel-messe.com.

Auf eine Kontakterfassung per Luca-App an den Ständen kann inzwischen allerdings verzichtet werden, das hatte der veranstaltende Friedhelm Merz Verlag jüngst bekanntgegeben. Noch etwas hat sich allerdings geändert: Zum 11. Oktober gibt es in Nordrhein-Westfalen keine kostenlosen Bürgertestungen mehr. Wer einen Nachweis benötigt, muss selbst in die Tasche greifen und den Test bezahlen. Die Kosten dafür bestimmen die Teststationen und damit der Markt – Verbraucherorganisationen gehen von Kosten zwischen 18 und 40 Euro aus, einige Testanbieter führen Schnelltest auch schon für rund 14 Euro durch.

Die Testkapazitäten vor Ort sind begrenzt, die Veranstalter empfehlen dazu, sich bereits vor der Anreise testen zu lassen. Wer den Abstrich an der Messe entnehmen lassen möchte, muss dafür zudem einen Termine vereinbaren. Da geht online unter: app.no-q.info. Das Testzentrum findet sich zwischen der Einfahrt zum Parkplatz P6 und dem Durchgang zu Halle 1A . Es wird von außen begehbar sein. In der Umgebung der Messehallen gibt es Richtung Rüttenscheid sowie Hauptbahnhof weitere Teststationen.

Suchbild: Überzeugte Maskenträger gab es schon im Jahr 2019. Foto: Volkmann/Arciv

Suchbild: Überzeugte Maskenträger gab es schon im Jahr 2019. Foto: Volkmann/Arciv

Ansonsten ändert sich gar nicht so viel: Es gibt haufenweise neue Brettspiele und Tische an den Ständen, um sie auszuprobieren. Rund 600 Aussteller aus 42 Nationen sind dieses Jahr dabei, das bestätigten Dominique Metzler vom Friedhelm Merz Verlag, der Journalist Frank Zirpins und der Vorsitzender des Vereins Spieleverlage, Hermann Hutter, auf der Pressekonferenz zur SPIEL’21. 400 Aussteller aus 41 Nationen war es letztes Jahr bei der rein digitalen Messe dabei – man verzeichnet also für den Vor-Ort-Betrieb ein deutliches Plus. Wer befürchtet hatte, die Messe würde weitaus weniger international, der kann nun beruhigt aufatmen. Etwa 1.000 Neuheiten stellen die Verlage und Autoren vor – im Jahr 2019, dem Jahr vor der Pandemie, waren es allerdings satte 1.500. Für einen Re-Start nach langer Zeit unklarer Situation ist die Differenz allerdings kein Makel. Im Gegenteil. Spiele gab es in Essen schon immer mehr als genug.

Auch der Branche geht es gut, das verdeutliche Hermann Hutter. Der Zuwachs ist mit rund 14 Prozent satt und zweistellig, fällt jedoch geringer auch als im Vorjahr. Damals legte die Branche mit dem „Corona-Effekt“ um knapp 21 Prozent zu. Überraschend: Vor allem bei den Erwachsenen habe man die Zielgruppe ausbauen können, erklärt Hutter. Zuvor waren es traditionell eher Kinder und Jugendliche, die verstärkt Interesse an Spielen und Puzzles zeigten.

Alles ist vorbereitet für die ersten SPIEL in Essen ihrer Art. Bleibt zu hoffen, dass es die letzte Messe unter Corona-Bedingungen sein wird. Das allerdings hängt mal wieder von allen ab.


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