Mit Among Cultists hat Godot Games eine Brettspielversion des Videospiels-Hits Among us kreiert. Bei Spielenden kommt das offensichtlich gut an: Mit der Crowdfunding-Kampagne haben die Macher bislang rund 160.000 Euro generiert und damit das gesteckte Ziel deutlich übertroffen.  

Die Grundidee ist simpel: Kennt man das Videospiel, kann man das Brettspiel. Among Us von Innersloth diente als ideelle Vorlage für das Deduktionsspiel ohne „Player Elimination“. Heißt: Wer tot ist, ist eigentlich gar nicht tot. Und auch der thematische Rahmen scheint gut anzukommen bei den Fans, denn mit dem Cthulhu-Mythos setzt Godot Games auf einen beliebten Klassiker. Schiefgehen wird angesichts des Kampagnenfortschritts ohnehin nichts mehr bei dem Brettspiel für bis zu acht Spielende. 

Among Cultists: All-in für 94 Euro

Rund 2.300 Fans haben die Kickstarter-Kampagne bereits unterstützt und somit dafür gesorgt, dass Among Cultists einen furiosen Start hatte hinlegen können. Der überwiegende Teil der Spielende geht dabei „all in“ – für 94 Euro gibt es das tentakelige Rundum-Sorglos-Paket. Inzwischen sind auch einige der Ziele freigeschaltet, darunter ein Voice-Óver der Nachtphase von Rebecca Scott. Sie ist eines der Gesichter des Influencer-Kanals „Good Time Society“. 

Für deutsche Fans war in der Theorie schnell klar: Verläuft die Kampagne weiter erfolgreich, muss doch auch ein deutschsprachiges Voice-Over folgen. Ideen für Sprechende gab es in den Sozialen Medien viele: von Orkenspalters  Mháire Stritter über Lara Trautmann bis hin zu David Nathan reichen dort die Vorschläge. Und ihr der Praxis? Steht die Entscheidung noch nicht fest. Die Stimme soll erst nach dem Kickstarter gewählt werden, verrät Autor Stefan Godot – „wenn wieder Luft zum Atmen ist“. Derzeit hat der Verlag alle Hände voll zu tun, um Anfragen zu beantworten, die Kampagne am Laufen zu halten und die Vorbereitungen für die Zeit nach dem Crowdfunding in die richtigen Bahnen zu lenken. 

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Das deduktive Brettspiel setzt auf ein Lovecraft’sches Setting. Bild: Godot Games

Reichlich Einsatz hat Godot Games schon vor dem Start des Crowdfundings von Among Cultists gezeigt: Seit vielen Wochen und Monaten rührt man die Werbetrommel, putzt Klinken und klappert schrittweise die Influencer-Kanäle ab, um möglichst auch den letzten Lovecraft-Fan in den entlegensten Ecken Deutschlands zu erreichen. Wo größere Verlage sich auf Marken und Namen verlassen, müssen die Jungs von Godot Games mächtig Einsatz zeigen, um das Finanzielle auf das passende Level zu bringen.

Was also Werbemaßnahme immer funktioniert: die Menschen spielen lassen. „Die Messe-Präsenz mit einem Prototypen der quasi auf der Essen Spiel 2022 hoch und runter gespielt wurde war, denke ich, sehr wichtig“, meint Stefan Godot. Das zeigt gleichzeitig, wie lange der Verlag mit seiner Spielidee schon in der Szene unterwegs ist. Die SPIEL’22 fand im vergangenen Oktober statt. 

In zwölf Minuten verstanden

Eine niedrige Einstiegshürde und vergleichsweise simple Regeln wirken sich ebenfalls günstig aus – hier lag bei dem vorherigen Projekt Human Punishment – The Beginning ein großer Kritikpunkt verborgen: Es war enorm komplex, teils kompliziert. 

„Die Spieler haben das Spiel in zwölf Minuten verstanden und konnten von da an allein am Tisch Spaß haben“, so Godot zu den Messe-Erfahrungen mit dem Prototypen von Among Cultists. Gleichzeitig habe man bei Godot Games auf das Vertrauen gesetzt, dass die Crowd zufrieden sein wird – „indem wir bei unserer letzten Kampagne trotz der starken Anstiege der Containerpreise nicht weiteres Geld eingesammelt haben und wir diese Kosten selbst getragen haben“, so Godot. Das Erfolgsrezept: „Zufriedenheit liegt uns sehr am Herzen“.

Der Verlag erklärt die Regeln in aller Kürze so: Während die Ermittler (Crewmates) versuchen durch ihre Route bestimmte Aufgaben (Tasks) abzuschließen, läuft die Zeit innerhalb von zehn Runden ab (Timer). Die Kultisten (Imposter) können ihre Route insgeheim ignorieren und sind somit flexibler unterwegs (vent’en), gleichzeitig können sie bei Begegnungen insgeheim Spieler ermorden (killen), jedoch nicht wenn Augenzeugen dabei sind. Sogar das Morden und sofort selbst den Ermordeten finden (Self-report) ist möglich. Durch Nutzen des Security Raumes können Räume und Spieler geprüft werden (Cam) und wenn sich ein Portal in eine andere Welt öffnet, müssen zwei Spieler dieses wieder gemeinsam innerhalb eines kurzen Zeitfensters schließen (CO2 Alarm). Die Ermittler können verdächtige (sus) Spieler mit einer Abstimmung (Vote) überführen und so das Spiel gewinnen, jedoch auch eine gewisse Anzahl Punkte generieren, um das Spiel zu beenden.

Spiel ohne Sprache

Das Brettspiel selbst kommt ohne Sprache aus, setzt auf Symbole. Die Kampagne ist in englischer Sprache verfasst, was nicht nur zum guten Ton gehört, sondern essentiell ist, um eine möglichst große Zielgruppe anzusprechen. Dennoch liegt der Kernmarkt für Godot Games hier in der Bundesrepublik: „Da wir aus Deutschland kommen ist unser Markt hier auch am stärksten“, so Stefan Godot. „Das Feedback bisher ist überwältigend“.

Auch die Medien springen dann auch den Zug auf: Bei Rocketbeans TV landet Among Cultists auf dem Spieletisch, Artikel bei der Gamepro und bei Metal.de generieren ebenfalls erwünschte Aufmerksamkeit für das neue Projekt des kleinen Verlags, dessen Spezialität Deduktionsspiele sind. „Wir haben hier, denke ich, eine tolle Reichweite aufgebaut und alle, die es gespielt haben, teilen gerne ihre Meinung und Begeisterung dazu“, freut sich Stefan Godot.

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Among Cultists: Symbole ja, Sprache nein. Bild: Godot Games

Der Überblick geht dennoch nach Übersee, allerdings ehrfürchtig: „Den amerikanischen Markt zu erobern, ist sehr schwer und nur wenige schaffen das“, erklärt der Autor. „Da wir dieses Mal aber ein langlebiges Spiel entwickelt haben, mit dem wir noch viel vor haben, müssen wir Amerika natürlich auch noch erobern“.

Zunächst geht es für Godot Games nun um den Abschluss der Finanzierungsphase. Die endet im Falle von Among Cultists am 3. Februar. Das gesteckte Ziel von 19.000 Euro haben die Macher ohne längst übertroffen- Und zwar deutlich. Bei rund 160.000 Euro liegt die Schwarmfinanzierung und womöglich steht dem Projekt noch ein Schlussspurt bevor, sofern es dem Verlag gelingt, weiter auf den Busch zu klopfen, um den einen oder anderen bislang unschlüssigen Fans doch noch für sich zu gewinnen. 

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