Bildergalerie von der Spiel’22 in Essen:

Die Internationalen Spieltage gehen nicht mit einem Besucherrekord zu Ende: den durfte der veranstaltende Friedhelm Merz Verlag im Messejahr vor Corona noch verkünden. Dieses Jahr fällt das Zahlenwerk moderater aus. Dennoch: Das Highlight ist, dass die Messe überhaupt hat unter annähernd normalen Bedingungen stattfinden können. 

Das Resümee der Organisatoren fällt positive aus: „Die diesjährige SPIEL unter dem neuen Eigentümer, der Spielwarenmesse eG, war ein voller Erfolg“, freut sich Dominique Metzler, Geschäftsführerin des Friedhelm Merz Verlags. Für einen Besucherrekord hat es aber nicht gereicht – rund 147.000 Besucherinnen und Besucher zählten die Veranstalter in diesem Jahr in Essen. Im Jahr 2019 waren es über 200.000 Spielefans. Ein enormer Einbruch? Verglichen mit 2019 ja, aber um Rekorde ging es nicht. 

Denn: die Steigerung zur letztjährigen Corona-Version der Essener Messe fällt deutlich auch. 53 Prozent mehr Fans verzeichnen die Organisatoren. Die Besucherzahlen entwickeln sich damit auch unter weiterhin anhaltenden Pandemiebedingungen positiv. Für die Veranstalter wiesen die Bedingungen schon im Vorfeld auf eine Steigerung im Vergleich zu 2021 hin. Die gebuchte Ausstellerfläche wuchs um 75 Prozent, viele große Spieleverlage feierten ihr Comeback auf der SPIEL. Hinzu kam eine Rekordmarke von 1.800 Neuheiten, die auf der Messe vorgestellt wurden.

Und noch etwas fällt gut aus: der Blick der Branche auf die Festtage. “Die Begeisterung für das Thema Brett- und Gesellschaftsspiele ist ungebrochen”, so der Friedhelm Merz Verlag. Aufgrund des positiven Feedbacks, das die Aussteller aus ihren Spielerunden mitgenommen haben, blickten sie optimistisch auf das kommende Weihnachtsgeschäft.

Viele Spiele aus aller Welt

Die fast 150.000 Besucher trafen auf 980 Aussteller aus 56 Ländern. Die Spieltische an den Ständen waren gut besucht. Unter den Besucherinnen und Besuchern herrschte eine ausgelassene Stimmung – die Freude am persönlichen Austausch war ebenso spürbar wie die Neugier auf die vorgestellten Spiele. Gemerkt hatte man das in der Szene schon lange vor dem Start: vor allem Vielspieler fieberten dem Event regelrecht entgegen. Mit Fieber auf die Messe ging es hingegen nicht: Corona blieb ein Thema, wenn auch eher am Rande. Spürbar wurde das vor Ort vor allem durch die Masken. Ansonsten war die SPIEL’22 die erhoffte “normale” Spielemesse.

Die Aussteller zeigen sich erfreut über das umfangreiche Feedback der Konsumenten. Dazu Heiko Windfelder, Programmleiter KOSMOS Spielware: „Zunächst einmal vielen Dank für die Organisation dieser so wichtigen und spannenden Messe. Das Durchhalten hat sich gelohnt. Die Menschen kamen und kommen und haben großen Spaß am Spielen. Wir haben die Anzahl unserer Tische erhöht – sie waren von Anfang bis Ende besetzt. Ich denke: Für uns alle ein schönes positives Erlebnis in diesen schwierigen Zeiten!“ Andreas Finke, Senior Manager Messe, Schulung, Event bei Amigo Spiele, ergänzt: „Wir hatten erwartet, dass so viele Leute kommen. Aber wir hatten nicht mit dieser Kaufkraft gerechnet. Wir konnten keine Zurückhaltung erkennen, eher noch eine Steigerung.“

Neben den Branchengrößen fanden sich auch dieses Jahr viele Erstaussteller und Kleinstverlage in Essen ein. Für sie ist das Networking mit der Community und den anderen Verlagen unerlässlich. Viele Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort mit den lieb gewonnenen Herbstneuheiten einzudecken. Gerade kleine Verlage profitieren von dieser Situation.

Zufrieden zeigt sich etwa Sehee Kim vom südkoreanischen Verlag G-Game: „Ich bin vielen Kunden begegnet und habe so gut wie alle meine Spiele verkauft.“ Auch Produzenten nutzen die Messe für Kontakte im B2B-Bereich. Der chinesische Hersteller Cool Games Manufacturing war zum ersten Mal in Essen und plant nach einer erfolgreichen Kundenakquise schon den Besuch im kommenden Jahr. Dann womöglich auch mehr Glück mit dem Zoll – der hatte bei einigen internationalen Verlagen heftig zugeschlagen.

Buntes Rahmenprogramm um Bildung und Spaß

Neben all den Neuheiten hat die SPIEL mit einem vielfältigen Rahmenprogramm überzeugt. Der Umfang der Eventhighlights außerhalb der Spieltische hat im Vergleich zum Vorjahr noch einmal zugenommen. Die Erweiterung untermauert den Anspruch der Veranstalter, mit der SPIEL einen Beitrag zur Weiterentwicklung der Brettspielkultur zu leisten.

Am Messefreitag fand der zweite Educators’ Day statt. Das Programm speziell für Pädagoginnen, Pädagogen und Lehrende widmete sich dem Einsatz von Brettspielen im Unterricht sowie in der Gemeinde- oder Seniorenarbeit. Die Vorträge wurden von einer umfangreichen Möglichkeit begleitet, passende Spiele auszuprobieren. Zudem fand am Messesamstag erstmalig der Research Day in Kooperation mit dem Projekt „Boardgame Historian“ statt. Die Podiumsdiskussionen, die sich um die Brettspielforschung in Deutschland drehten, stießen auf großes Interesse.

Die Mischung aus informativem Rahmenprogramm, den Neuheitenvorstellungen und der Möglichkeit, Spiele zu testen und zu kaufen, kamen sowohl auf Besucher- als auch auf Ausstellerseite sehr gut an. „Die Unternehmen blicken nach der Veranstaltung optimistisch auf das Weihnachtsgeschäft“, sagt Florian Hess, Geschäftsführer des Friedhelm Merz Verlags. „Gespielt wird immer – auch wenn die Kaufkraft in diesem Segment aufgrund der aktuellen Situation in den nächsten Monaten noch nicht absehbar ist.“

Fest steht bereits der Termin für die nächste SPIEL: Die kommenden Internationalen Spieltage finden vom 5. bis 8. Oktober 2023 statt, dann wieder in Essen. Die Stadt im Ruhrgebiet wird auch im Jahr danach noch der Standort der SPIEL sein, wie die Spielwarenmesse eG bestätigte.

Informationen und Hintergründe zur SPIEL’22 in Essen gibt es aktuell stets unter spielpunkt.net/spiel-in-essen oder auf der Webseite des Friedhelm-Merz-Verlags: www.spiel-messe.com.

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Letzte Aktualisierung am 1.12.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API. * = Affiliate Links. Bilder von Amazon PA-API