Marvel Zombies – A Zombicide Game spült bei CMON ordentlich Geld in die Crowdfunding-Kasse, das angepeilte Finanzierungsziel ist jedenfalls längst um ein Vielfaches übertroffen. Der Plan, zwei populäre Lizenzen zu mischen, ist offenbar aufgegangen. Fast 16.000 Unterstützer hat die Kickstarter-Kampagne bereits, einige Spieler schrecken angesichts des hohen Einstiegspreises allerdings zurück. 

Man mische Marvel und Zombicide und herauskommt – zumindest jede Menge Geld. Der Verlag CMON ist nicht unbedingt bekannt für einen passiven Umgang mit Lizenzen. Im Gegenteil: Inzwischen erscheinen regelmäßig Brettspiele, die sich erfolgreicher Themen aus der Popkultur annehmen, so etwa Cyberpunk 2077 oder jüngst mal wieder das Marvel-Universum.

Marvel Zombies: Wie Marvel, nur mit Zombies

Als die Kickstarter-Kampagne an den Start ging, lief die Marketingmaschinerie von CMON längst. Bilder der gigantischen Galaktus-Statue kursierten bereits seit Wochen in den sozialen Medien. So mancher Influencer konnte seine Freude angesichts der kiloschweren Kunststofffigur kaum im Zaum halten. Inzwischen ist klar: die aufdringliche Werbung hat sich für CMON und das Crowdfunding zu Marvel Zombies ausgezahlt: rund dreieinhalb Millionen Euro spülten Unterstützer bereits in die Kassen. Dabei läuft die Kampagne zu Marvel Zombies – A Zombicide Game noch bis zum 4. Februar.

Marvel kennt man, Zombicide als halbwegs informierter Brettspieler wahrscheinlich auch – was neu ist an dem aktuellen Ableger? Außer dem Lizenthema eigentlich nichts. Dennoch sprintet die Finanzierung von einem Ziel zum nächsten, in einer Geschwindigkeit, die selbst Quicksilver überraschen dürfte. Der Grund? Vermutlich die schräge Kombination aus Zombies und Superhelden – der Preis des Spiels kann es zumindest nicht sein.

Mindestens 130 US-Dollar ohne Steuern und Versand ruft CMON als stolzen Preis für Marvel Zombies auf. Wer auch noch “die letzten lebendigen Superhelden” und einen Hero-Mode haben möchte, zahlt rund das Doppelte. Die Galaktus-Statue lässt sich der Spielehersteller gar mit knapp über 400 US-Dollar bezahlen. Das wird kein Brettspieler mit Verstand bezahlen, könnte man denken. Die Pledge-Verteilung spricht eine deutliche Sprache:  von derzeit rund 16.000 Unterstützer haben rund 6.100 zum “Galactus Pledge” gegriffen und die Maximalsumme beigesteuert – das sind rund 38 Prozent. Den reinen Undead-Pledge aus CMONs Ramschecke wollen hingegen lediglich knapp 1.600 Spieler haben.

Die Diskussion darüber, ob Brettspielen eigentlich ein Luxushobby ist oder nicht, dürfte damit vermutlich vom Tisch sein.

Dass CMONs Kickstarter-Kampagnen stets gut laufen, liegt an der ungeheure Professionalität mit welcher der Verlag inzwischen im Crowdfunding-Bereich agiert. Sich durch die Kampagneninhalte zu ackern, dauert viele Minuten, immer wieder werden unentschlossene Spieler auf Exklusivitäten hingewiesen – bloß nichts verpassen, so lautet das Motto. Das Konzept hat Erfolg, bei Marvel Zombies, aber auch schon in der Vergangenheit.

Den Fans sei es jedenfalls gegönnt, der “Normalo-Spieler” wird angesichts der stolzen Summen mit dem Kopf schütteln. Immerhin landet bei CMON oft Materialqualität auf dem Tisch, spielerisch überzeugt allerdings längst nicht jeder Titel. Bei der x-ten Abwandlung von Zombicide frage sich derzeit viele Spieler in Foren oder Sozialen Medien, ob man das überhaupt noch braucht. Die Kickstarter-Kampagne liefert erneut eine eindrucksvolle Antwort: das Zeug kommt an in der Szene. Spielerisch ist Zombicide seicht, der unmittelbare Spaß steht im Mittelpunkt – das Brettspiel liefert, was erwartet wird: Schnell, unkomplizierte Monsterschlachten.

Am Ende ist es einfach: Man muss es sich gönnen wollen – und man muss es sich gönnen können.


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Letzte Aktualisierung am 26.05.2022 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API. * = Affiliate Links. Bilder von Amazon PA-API