MicroMacro: Crime City ist Spiel des Jahres 2021. Die Jury hat ihre Entscheidung getroffen, nach der Auszeichnung des Wimmelbild-Detektivspiels mit dem Österreichischen Spielepreis freuen sich die Verlage Pegasus Spiele und Edition Spielwiese nun auch über den Hauptpreis des Spiel des Jahres e.V.

Die diesjährige Preisverleihung stand erneut unter dem Zeichen der Pandemie – immerhin gab Glamour vor kleinem Publikum. Getestet, geimpft oder genesen konnten Journalisten und Influencer an der Zeremonie teilnehmen. Nach Berlin hatte der Verein eingeladen, unter den Gästen befand sich auch der Spieleautor Wolfgang Kramer.

Innovativ, spannend, ohne Text

Vor 25 Jahren hatte Kramer mit El Grande den „roten Pöppel“ ergattern können, weitere zehn Jahre zuvor gelang ihm das mit Heimlich und Co. Der vielleicht größte Clou, die „Kramer-Leiste“, erleichtert Brettspielfans noch heute ihr Hobby: Mit Spielfiguren auf einer Zahlleiste statt mit Strichlisten werden Punktestände heute festgehalten. Heute ist das selbstverständlich, damals war es eine Stückchen Evolution in der Brettspielwelt.

Heute ist es weitaus schwieriger, neue Mechanismen zu erfinden. Fast alles gibt es bereits, oft in verschiedenen Varianten, nicht selten als Mischprodukte – echte Erfindungen sind selten geworden. Genau damit hatte allerdings das Detektivspiel MicroMacro – Crime City, erschienen bei Edition Spielwiese und Pegasus Spiele, punkten können: das Wimmelbildkonzept war etwas neues – nicht generell, aber für den Brettspielbereich.

MicroMacro – Crime City setzte sich letztendlich durch gegen die ebenfalls nominierten Spiele „Robin Hood“ von Michael Menzel (Kosmos, für zwei bis vier Personen ab zehn Jahren, etwa 50 Euro) und „Zombie Teenz Evolution“ von Annick Lobet (Scorpion Masqué, für zwei bis vier Personen ab acht Jahren, etwa 25 Euro).

„Trotz Corona haben wir im vergangenen Jahrgang rund 300 deutschsprachige Neuheiten gespielt und beurteilt, die Zahl der Veröffentlichungen war unverändert hoch. Es waren viele spannende Spiele dabei“ kommentiert Harald Schrapers, Vorsitzender Spiel des Jahres e.V., den Jahrgang. Er hob hervor: „Positiv ist es, dass sich Autoren und Verlage zunehmend um Diversität bemühen, was in der Sprache, in den dargestellten Rollen und den Illustrationen deutlich wird.“

Die Jury gibt außerdem eine Empfehlungsliste mit fünf weiteren, hervorragenden Spielen heraus:

  • Biss 20 von Lena Burkhardt und Günter Burkhardt (Drei Magier)
  • Chakra von Luka Krleža (Game Factory)
  • Punktesalat von Molly Johnson, Robert Melvin und Shawn Stankewich (AEG/Pegasus Spiele)
  • Switch & Signal von David Thompson (Kosmos)
  • The Key: Sabotage im Lucky Lama Land von Thomas Sing (Haba)

Die Freude bei den Autoren Johannes Sich, Daniel Goll und Tobias Joschinke sowie den Verlagsvertretern war groß, die Konkurrenz ebenso. Vor allem mit Michael Menzels Robin Hood schien man mit einem schier übermächtigen „Gegner“ konfrontiert zu sein – auch wenn die Vorschusslorbeeren MicroMacro: Crime City zu weitaus mehr als einem Geheimtipp für den Gewinn des roten Pöppels gemacht hatten. Am Ende überzeugte das spannende und ungewöhnliche Spielkonzept des Wimmelbild-Detektivspiels zumindest etwas mehr als die nicht minder ungewöhnliche Idee des Brettspiels aus dem Hause Kosmos.

MicroMacro: Crime City wurde zu einem internationalen Phänomen: So wurde das Familienspiel inzwischen in 31 Sprachen übersetzt. Nicht zuletzt dank des großen Erfolgs dürfen sich Fans bereits jetzt auf den eigenständig spielbaren, zweiten Teil, MicroMacro: Crime City 2 – Full House, mit 16 neuen Fällen freuen. Auch im neuen Teil von MicroMacro: Crime City verschlägt es die Spielenden wieder in die berüchtigte Stadt in schwarz-weiß – dieses Mal in den südlichen Stadtteil – in der es vor Verbrechen nach wie vor nur so wimmelt. Das Spiel nimmt dabei immer weiter an Fahrt auf und wird komplexer, raffinierter und natürlich auch noch ein bisschen krimineller. MicroMacro: Crime City 2 – Full House wird laut Pegasus Spiele voraussichtlich ab August erhältlich sein.

Letztendlich macht die Auszeichnung MicroMacro: Crime City nicht zu einem besseren Spiel als es ohnehin schon ist – aber es wird die Verkäufe deutlich ankurbeln. Der Preis Kinderspiel des Jahres 2021 wurde übrigens bereits im Juni vergeben, auch das stammt von Pegasus Spiele.

Der Verein Spiel des Jahres e.V. hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Kulturgut Spiel in Gesellschaft und Familie zu fördern. Die gleichnamige Auszeichnung wird seit 1979 vergeben. Sie gilt als „Spiele-Oscar“ und ist der weltweit wichtigste Preis seiner Art. Seit 2001 wird auch der Preis Kinderspiel des Jahres vergeben. Seit 2011 gibt es zudem die Auszeichnung Kennerspiel des Jahres, die sich an erfahrenere Spieler richtet.

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Letzte Aktualisierung am 22.09.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API. * = Affiliate Links. Bilder von Amazon PA-API